Die Streberin und das Wörterbuch

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Diebstahl Hass Rache Schule

Ich bin in der Schule anderen Mitschülern gegenüber sehr zurückhaltend und schüchtern, aber ich bin trotzdem das, was man als "Streberin" bezeichnet, denn ich schreibe nur Bestnoten und bin bei allen Lehrern beliebt. Als ich auf eine neue Schule kam, gab es dort ein sehr beliebtes Mädchen, das mich über alles gehasst hat. Ich habe ihr nie etwas getan, aber dennoch hat sie mich ohne Unterlass gemobbt und mir das Schulleben zur Hölle gemacht. Eines Tages kam der perfekte Tag für meine Rache - mein Freund, der auch in meiner Schule war, schrieb eine Englisch-Klausur und hatte sein Wörterbuch vergessen. Mir fiel sofort das Wörterbuch ein, das meine Mobberin immer im Schrank in unserer Klasse liegen hatte. Kurzerhand klaute ich es, radierte ihren Namen aus und gab es meinem Freund. Ich sagte ihm, dass ich es nicht mehr bräuchte und er es haben könne. Die Mobberin war natürlich total sauer, aber niemand wusste, wer das Buch genommen hatte, und sie bekam es auch nie raus. Heute tut es mir leid, denn das Mädel hatte nun in ihrer Abschlussklausur kein Wörterbuch und sie hätte es richtig gut gebrauchen können. Dann hätte sie jetzt nämlich vielleicht ihr Fachabitur geschafft und eventuell sogar eine Ausbildung gefunden! Ich will mich damit für meinen Diebstahl entschuldigen.

Beichthaus.com Beichte #00033826 vom 26.08.2014 um 20:33:07 Uhr (16 Kommentare).

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Möwe mit gebrochenem Flügel

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Ignoranz Morallosigkeit Engherzigkeit Tiere Oberstdorf

Vor einiger Zeit war ich mit meinem Partner an der niederländischen Küste um dort Urlaub zu machen. Bei einer Radtour sah ich dann eine Möwe neben dem Weg liegen, die offensichtlich einen gebrochenen Flügel hatte. Ansonsten schien es ihr jedoch gut zu gehen, da sie den Kopf bewegte. Ich möchte beichten, dass ich das Tierchen einfach habe liegen lassen. Zum einen, weil ich kein Niederländisch kann - zum anderen auch, weil ich nicht bereit war, mich mit meinem Mann auseinanderzusetzen, der mir sicher die Hölle heißgemacht und das Tier aus Sparsamkeitsgründen getötet hätte. Deshalb bin ich einfach weitergefahren und hoffe heute noch, dass jemand anderes das Tier gefunden und ihm geholfen hat. Es tut mir wahnsinnig leid und ich kann den Anblick einfach nicht vergessen.

Beichthaus.com Beichte #00033555 vom 04.07.2014 um 19:30:44 Uhr in Oberstdorf (17 Kommentare).

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Perfekte Menschen

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Neid Aggression Zorn Hass Studentenleben Greifenhagen

Ich möchte hiermit meinen Hass beichten. Meinen Hass gegenüber den Menschen, die einfach alles perfekt haben. In meiner Hochschule, um nur einen Ort zu nennen, an denen man solche Menschen leider antreffen kann, gibt es Kommilitonen, welche es einfach zu gut haben. Sie sehen gut aus, kleiden sich stilvoll, fahren die dicksten Autos, haben viel Geld, sind nicht dumm und schreiben nur die besten Noten in den Klausuren. Gegebenenfalls verdienen sie sich als Tutoren noch mehr dazu, sind bei allen beliebt und haben einen guten Charakter. Ich möchte hiermit ferner beichten, dass ich oft daran denke, wie ich diesen Menschen mit meinen diversen Kontakten das Leben zur Hölle machen kann. Einfach, um ihnen zu zeigen, wie es ist, nicht perfekt zu sein und Schwächen zu haben. Dabei denken einige Kommilitonen wie ich und ich möchte zuletzt beichten, dass ich ihnen das Glück nicht gönnen will.

Beichthaus.com Beichte #00033343 vom 26.05.2014 um 23:53:56 Uhr in Greifenhagen (18 Kommentare).

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Fremder Slip in der Bonbon-Tüte

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Ehebruch Fremdgehen Rache Boshaftigkeit Trumau

Ich hatte eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Zuerst wusste ich nichts von seiner Familie, aber als ich ihn dann zufällig einmal im Einkaufszentrum traf und er vor seiner Frau so tat, als sei ich eine entfernte Bekannte, wusste ich, um was es ging. Ich habe die ganze Sache sofort beendet und bekam dafür böse Worte an den Kopf geschmissen. Ich ärgerte mich zwar darüber, ignorierte ihn aber und versuchte, die ganze Sache zu vergessen. Ungefähr drei Monate später kam eine SMS von ihm, ob wir uns nicht doch wieder treffen könnten, um ein bisschen Spaß zu haben. Zuerst war ich verärgert, ja, sogar schockiert darüber. Doch ich dachte mir, dass ich ihm einen Denkzettel verpassen könnte, und traf mich abends mit ihm. Er redete nicht lange herum und wir fuhren auf einen Feldweg, wo er sofort zur Sache kam. Bevor er allerdings richtig loslegen konnte, blockte ich ab und sagte, dass ich das nicht mehr wolle und dass er mich bitte zurückbringen sollte. Ich zog mich wieder an und von ihm kamen ein paar Widerworte, aber er brachte mich trotzdem anstandslos zurück und verabschiedete mich knapp. Was er allerdings nicht gemerkt hatte, war die Tatsache, dass ich ihm meinen Slip in das Seitenfach der Beifahrertür getan habe - versteckt in einer Tüte mit Bonbons - und die Slipeinlage, die ich an den Dachhimmel seines Autos geklebt hatte. Einige Tage später kamen einige bitterböse SMS, dass seine Frau meine Sachen entdeckt habe und er jetzt daheim die Hölle hat. Ich habe ihn im Handy endgültig auf Ignorieren gesetzt und hoffe, nie wieder etwas von ihm zu hören. Wahrscheinlich habe ich einen verheirateten Familienvater absichtlich in eine schlimme Lage gebracht, aber für sein Verhalten hat er es nicht anders verdient. Ich bitte um Absolution für mein Verhalten.

Beichthaus.com Beichte #00033264 vom 13.05.2014 um 09:14:04 Uhr in 2521 Trumau (Doktor-Körner-Straße) (24 Kommentare).

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Das Bambi-Prinzip

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Verzweiflung Aggression Gewalt Hass WG

Vor ungefähr zwei Jahren wurde ich für eine schulische Ausbildung in einer zwei Stunden entfernten Stadt angenommen - ebenso wie eine gute Freundin. Da lag es natürlich nahe, dass wir zusammenziehen wollten, schließlich wohnten wir beide noch bei unseren Eltern und wussten noch nichts von der Welt. Wir waren deshalb super aufgeregt und im Laufe der Zeit schmiedeten wir alle möglichen Pläne, von der Einrichtung bis zum Zusammenleben. Wir trugen eine rosa Brille. Der erste Dämpfer kam, als wir immer verzweifelter nach einer Wohnung suchten. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte sie mir hilflos das Feld überlassen. Und so hatte ich auch endlich eine passende Wohnung gefunden. Das Problem war geklärt. Als wir dann einen Termin zum Um- und Einzug vereinbarten, beschlossen wir, dass es das Beste sei, wenn wir eine Woche vor Ausbildungsanfang schon einmal die Stadt erkunden und dass wir uns die Zeit nehmen sollten, uns einzuleben. Dann war der große Moment da, meine tapferen Eltern und ich packten mein gesamtes Zimmer in einen Laster und fuhren in die WG. Ich hatte an diesem Tag sehr gemischte Gefühle. Einerseits freute ich mich auf das neue Kapitel in meinem Leben, andererseits hatte ich Angst.

Meine Mitbewohnerin, nennen wir sie mal V, und ich trafen uns an der neuen Wohnung. Der Umzug verlief gut und recht zügig. Als wir dann fertig waren, teilte sie mir in einem Nebensatz mit, dass sie diese eine Woche Eingewöhnungszeit nicht beanspruchen, sondern wieder mit ihren Eltern zurückfahre würde. Verdutzt und naiv, wie ich zu dem Zeitpunkt war, nickte ich das einfach ab. So stand ich, nachdem die Familie von V und meine wieder gefahren waren, alleine vor den Kisten. Die Wohnung war nicht besonders groß und wir hatten auch jeder nur ein Zimmer, aber die Küche musste dennoch eingeräumt werden. Verärgert machte ich mich daran, diese Aufgabe allein zu regeln. Als unsere Ausbildung dann anfing, teilte man uns in eine Klasse ein und wir bewältigten unser neues Leben recht gut. Ich kochte regelmäßig, was weiter nicht schlimm war, da die restlichen WG-Aufgaben gerecht verteilt waren. Doch wirklich wohl fühlte V sich nicht. Da machte es die Sache natürlich nicht besser, dass sie ihre Eltern und Freunde aus ihrer Heimatstadt schrecklich vermisste. Da ich die einzige Person war, die sie um sich hatte, bekam ich diese Trauer in Form von Anschuldigungen, wie: "Du bist wie meine Mutter, immer fragst du, was ich essen will!" an den Kopf geworfen. Weder nett noch logisch. Aber ich wollte ihr ja helfen. Nur waren all meine Bemühungen, für sie da zu sein, ihr zu zuhören und auf sie Rücksicht zu nehmen, genau das Falsche. So ging es nach einiger Zeit wieder los mit den Streitereien. Ich würde ja alles allein bestimmen und ihr nichts überlassen. Und da hatte sie sogar fast recht, denn ich habe mich allein um Dinge wie Strom- und Gasanbieter gekümmert, nachdem sie gesagt hatte, dass es ihr egal sei. Ihre Anschuldigungen und Vorwürfe waren im Nachhinein mehr als konfus. Auch an mir nagte es, dass ich nicht mehr in meiner Heimatstadt wohnte und meine Freunde und Familie nicht mehr oft sah.

Aber um sie nicht noch mehr zu demotivieren und zu belasten, versuchte ich für sie stark zu sein und legte meine Trauer über diese Tatsache auf die Nächte und klärte es für mich. Aber alles, was ich tat, tat ich falsch. Wir stritten uns immer öfter. Allerdings wollte sie diese Sachen einfach aussitzen, während ich versuchte, die Probleme wirklich zu lösen. Und diese Persönlichkeiten sind hochexplosiv, wenn man sie zusammen in eine Wohnung steckt. Und natürlich sind wir explodiert - oder vielleicht auch implodiert. Das äußerte sich in einer sehr unrühmlichen Tat meinerseits. Wir stritten mal wieder und sie verschwand schmollend in ihr Zimmer. Ich wollte das Ganze nicht auf mir sitzen lassen und ging ihr nach. Wir wurden noch lauter als schon vorher und als sie dann sagte, dass ich ihr das Leben versauen würde, knallte bei mir die Sicherung raus! Ich, die Person, die sich so zurückgenommen hatte, damit sie sich wohlfühlte, soll ihr das Leben versauen?! Ich hatte doch alles getan, damit es ihr gut ging und das hielt sie von mir? Ich erinnere mich nicht mehr genau an das, was dann geschah, aber so viel weiß ich noch: Ich ging auf sie zu, brüllte sie an, sie brüllte zurück und ich verpasste ihr eine saftige Ohrfeige. Damit war alles aus. Im ersten Moment war ich unglaublich geschockt von mir selbst. Im zweiten Moment hatte ich schreckliche Schuldgefühle. Als sie mich dann als Monster beschimpfte, kam die Wut zurück. Danach herrschte erst mal Funkstille, was erstaunlich gut geht, auch wenn man in einer Zwei-Zimmer-Wohnung lebt. Die folgenden Wochen waren die Hölle, wahrscheinlich für uns beide. Wir versuchten das Dilemma zwischen uns zu lösen, aber sie wollte und konnte mir nie wieder verzeihen. Und ich kann es ihr ehrlich gesagt nicht einmal verübeln. Was ich ihr allerdings sehr, sehr übel nehme, ist ihr folgendes Verhalten. Sie behandelte mich wie ein Stück Dreck. Jedes Mal, wenn wir uns über den Weg liefen, was ja unvermeidbar war, zeigte sie mir, wie sehr sie mich verabscheute. Ich beschloss auszuziehen und begab mich auf Wohnungssuche. Nachdem ich schließlich auch fündig wurde, meinte sie stinksauer, dass ich mich doch jetzt auch um einen Nachmieter kümmern müsste und wie sie das sonst alles stemmen solle.

Ich hatte mir sogar den Tag meines Auszuges im Kalender rot umkreist, weil ich es nicht mehr aushalten konnte. Ich finde, ein bisschen Respekt sollte man allem entgegen bringen, auch wenn man sich so sehr gestritten hat und wenn man geohrfeigt wurde. Es ist nicht so, als ob ich nicht wüsste, wie das ist. Als ich dann aus der gemeinsamen Wohnung raus und in meine Eigene gezogen war, fühlte ich mich unglaublich gut. Was teilweise sicher auch an der Portion Schadenfreude lag, denn die gesamte Kücheneinrichtung gehörte mir und man konnte schon vorher merken, wie sauer sie darüber war, bald ohne Küche dazustehen. Leider war es mit meinem Auszug aber noch lange nicht gegessen. Schon vorher habe ich bemerkt, wie unsere Klassenkameradinnen sich immer mehr von mir abwandten. Und das verschlimmerte sich. Ich traute mich am Anfang nichts zu sagen, da ich der Meinung war, dass ich es verdient hätte. Schließlich hatte ich V geohrfeigt und so etwas macht man einfach nicht. Ich habe bewusst nie vom Streit in der WG erzählt, da wir eben in dieselbe Klasse gingen. Aber sie hatte da wohl weniger Hemmungen. Denn die schrägen Blicke haben sich im Laufe der Zeit in Mobbing gewandelt. Das geht jetzt schon ein Jahr lang so. Aber ich muss ehrlich gestehen, wäre ein anderer in meiner Position, hätte ich mich wahrscheinlich auch von ihrer Masche einwickeln lassen. Sie gibt sich immer auf eine gewisse Art die alle dazu bringt sie schrecklich zu bemitleiden und dadurch entwickelt sich der Wunsch, ihr zu helfen. War bei mir am Anfang ja auch so. Ich nenne es das Bambi-Prinzip. Wie ein Rehkitz sitzt sie mit großen, unschuldigen Augen im Gras und alle finden sie niedlich und supersüß. Doch es ist nicht so, als ob sie nicht auch alles allein schaffen könnte. Aber warum denn, wenn es Leute gibt, die es für einen machen.

Und wegen so einer Scheiße bin ich ein Opfer von Mobbing! Ich habe mich lange geschämt, mir das einzugestehen. Es ist für mich jeden Tag aufs Neue eine Qual dort hinzugehen, sie alle zu sehen und ihren Gesprächen zuhören zu müssen. Auch wenn ich mir in den Pausen die Ohren mit Musik volldröhne, reden sie im Unterricht munter weiter. Ich bin nervlich total am Ende. Denn du kannst ein Selbstbewusstsein wie ein Berg haben, wenn dir jeden Tag vermittelt wird, wie scheiße und widerwärtig du bist, fragst du dich irgendwann, ob wirklich all diese Menschen falsch liegen können oder ob du wirklich so ein Monster bist. Meine einzige Rettung ist, dass ich in genau 55 Tagen nie wieder dahin muss. Dann bin ich endlich wieder frei. Das Thema Mobbing betrifft nicht nur mich. Auch viele andere leiden unter Schikane am Arbeitsplatz, in der Schule oder in einem anderen sozialen Umfeld. Ich habe das schon zu meiner Schulzeit erlebt. Doch das war bei Weitem nicht mit dem hier zu vergleichen. Ich bin weder ein schüchterner Mensch, noch habe ich wenig Selbstbewusstsein. Meine Mutter beschreibt mich als Frohnatur, aber momentan weine ich jeden Tag. Diese Scheiße kann jedem passieren und wir sollten uns alle fragen, ob wir nicht vielleicht doch schon Täter sind. Denn das geht viel schneller, als man denkt. Meine Klassenkameradinnen wissen sicher nicht, wie sehr sie mich quälen und zerstören. Allerdings habe ich weder eine perfekte Lösung für Opfer solcher Attacken, noch eine Idee, wie man dieses Gesellschaftsproblem im Gesamten lösen könnte. Nur eines will ich euch allen sagen: Passt auf, was ihr tut. Menschen sind unglaublich zerbrechlich. Und an alle, denen es gerade geht wie mir, ihr schafft das! Bleibt stark! Sprecht mit euren Eltern, Lehrern oder mit euren Freunden! Nur teilt euch irgendwie mit, sonst zerbrecht ihr völlig.

Beichthaus.com Beichte #00033245 vom 10.05.2014 um 22:42:07 Uhr (26 Kommentare).

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