Der Ruhm meiner Vergangenheit

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Lügen Stolz Musik

Der Ruhm meiner Vergangenheit
Vor mehreren Jahren war ich in einer Band. Wir tourten permanent quer durch Deutschland und sahen halb Europa. Wir spielten uns jeden Abend die Finger wund, aber dennoch wollte es mit der großen Karriere nicht klappen und wir waren meist knapp bei Kasse. Es war eine ultimative Quälerei mit sehr wenig Schlaf, endlosen Fast Food Orgien, siffigen Hotelzimmern und Ferienwohnungen, matschigen Campingplätzen und dreckigen Dixies, und immer gab es wegen irgendetwas Streit in der Band. Unser Sänger war dauerbesoffen und high, unser Bassist bohrte liebend gerne in der Nase und schmierte seine Beute an der Rückseite seines Instrumentes ab. Unser Leadgitarrist furzte im Schlaf wie ein blähbäuchiger Gorilla. Den einzigen Vorteil, den man hatte, war, dass man einigermaßen herumkam und hin und wieder wirklich bekannten Künstlern begegnete.

Nachdem wir diesen ganzen Mist eine Zeit lang ertragen hatten, hatte keiner von uns mehr so richtig Bock darauf, was sich darin äußerte, dass wir uns gegenseitig verbal halb umbrachten und nach einer Weile einfach gar nicht mehr miteinander redeten. Unser größter Erfolg war übrigens mal ein Musikvideo, das immerhin zwei Wochen lang auf MTV lief. Endgültig Schluss war dann schließlich nach einem hässlichen Streit, der ausbrach, als wir versuchten, ein neues Album zu produzieren. Ich besann mich zurück auf meinen ursprünglich studierten Beruf und ging als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Uni, wo ich eine öde, schlecht bezahlte Dozentenstelle bekam. Der Rest der Band zerstreute sich in alle vier Himmelsrichtungen. Ich habe auch mit keinem meiner Ex-Mitstreiter mehr Kontakt.

Aber wenn mich mal jemand auf der Straße erkennt, oder einer meiner Studenten mich googelt oder irgendwelche Videos findet und auf die Idee kommt, mich darauf anzusprechen, dann tue ich immer so, als wäre das die geilste Zeit meines Lebens gewesen. Ich tendiere dazu, es so hinzustellen, als wäre das Ganze damals besonders glorreich und toll gewesen. Mit kleinen Anekdoten, wie zum Beispiel der, dass wir mit Star XY bei der After-Show-Party bis in die frühen Morgenstunden gesoffen hätten, fessle ich immer gerne meine Zuhörer. Natürlich ist davon nur die Hälfte wahr, meistens habe ich den Star XY auch nur aus der Ferne gesehen. Manchmal auch gar nicht. Diese Masche eignet sich aber hervorragend dazu, Frauen aufzureißen, die sich sonst nie mit einem öden Langweiler wie mir abgeben würden. Außerdem bin ich damit der Mittelpunkt vieler Partys. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass die Leute immer sofort denken, man wäre automatisch irgendwie reich oder zumindest sehr wohlhabend. Ich stelle es auch immer so hin, als hätten wir nur deshalb aufgehört, weil uns der Rummel mit der Zeit auf die Nerven ging: Interviews, Autogrammwünsche und Ähnliches. Es ist schon ein echt tolles Gefühl, sich im Ruhm vermeintlicher Großtaten sonnen zu können, und ich bin auch, ehrlich gesagt, etwas süchtig danach geworden.

Beichthaus.com Beichte #00031624 vom 19.07.2013 um 12:41:49 Uhr (18 Kommentare).

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Duschen wird überbewertet

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Faulheit Unreinlichkeit Ekel Peinlichkeit Trägheit Linden

Ich muss beichten, dass ich in letzter Zeit auf die Körperhygiene verzichte. Und ich muss zugeben, dass ich noch nie der große Fan davon war - ich duschte etwa zweimal pro Woche und trug vier oder fünf Tage lang die gleichen Klamotten. Die Zähne putzte ich vielleicht einmal pro Woche. Und der Grund dafür ist tatsächlich einfach nur Faulheit. Meine letzte Dusche ist jetzt zwei Wochen und zwei Tage her, ebenso lange habe ich meine Zähne nicht geputzt. Ich schmiere mir lieber Gel in die Haare, anstatt sie zu waschen. Damit verschwende ich keine Zeit mehr im Bad. Ich duschte nicht einmal, als meine Schwester letzten Monat heiratete. Eigentlich hatte ich es mir vorgenommen, aber dann hatte ich doch keine Lust und zog einfach ein frisches Hemd an - in die Haare kam ordentlich Gel und gut war. Das dauerte dann zwei Minuten und keine halbe Stunde. Letztens hat mich zwar ein Kollege angesprochen, aber es war mehr aus Jux, glaube ich, denn so genau nehmen die meisten von uns das nicht, ich arbeite halt auf dem Bau. Ich habe eigentlich Bock, einfach so weiterzumachen, aber ein paar Skrupel habe ich schon.

Beichthaus.com Beichte #00031617 vom 18.07.2013 um 21:40:09 Uhr in 35440 Linden (50 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Die Lügen einer Anwältin

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Lügen Falschheit Waghalsigkeit Musik Berlin-Charlottenburg

Ich bin eine ziemlich erfolgreiche Anwältin. Ich spiele Klavier, bin glücklich verheiratet und trage in der Öffentlichkeit nur Blazer. Demnach bin ich ein echter "Spießer". Doch was niemand weiß: Ich höre nichts lieber als Rap. Für mich gibt es nichts Befriedigenderes, als nach Hause zu kommen, und, so laut es mein Laptop zulässt, Eminem zu hören. Mein Mann und meine Bekannten sind im Glauben, dass ich die heutige Musik verfluche und klassische Musik anbete. Doch ich hasse diese langweilige Musik.
Ich bitte um Absolution

Beichthaus.com Beichte #00031583 vom 11.07.2013 um 13:58:19 Uhr in 10585 Berlin-Charlottenburg (Gierkeplatz) (34 Kommentare).

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Die Lügen über meine Familie

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Lügen Falschheit Engherzigkeit Verzweiflung Familie

Ich (w) beichte, dass ich permanent lüge. Ich muss zuerst erklären, dass mir schon relativ viel Mist passiert ist. Das Ganze ist also ein bisschen kompliziert. Es fing alles an, als ich zwei Jahre alt war und bei meinem Vater Krebs diagnostiziert wurde. Als ich sechs war, starb er. Kurze Zeit später verhaftete man meinen damals 16-jährigen Bruder wegen Drogen und einigen anderen Dingen. In der Schule fingen sie an, über mich zu reden. Daraufhin zogen meine Mutter und ich weg und die Lügen fanden ihren Anfang. Ich behauptete zum Beispiel, keinen Bruder zu haben. Die Sache mit meinem Vater erwähnte ich nur dann, wenn ich nicht mehr ausweichen konnte. Wenn dann alle ihr Mitleid bekundet haben, tat ich so, als wäre ich dankbar dafür und täuschte vor, ich würde meinen Vater vermissen. Doch in Wahrheit vermisse ich ihn nicht. Wie soll man jemanden vermissen, den man nie wirklich kennenlernen konnte? Ich hatte nie viel mit meinem Vater zu tun. Er hat die meiste Zeit nur dagelegen oder war auf Schmerzmitteln.
Als wir wieder umzogen und mein Bruder draußen war, änderte ich meine Strategie. Die ganze Familie behauptet nun, mein Bruder sei zeitweilig im Internat und später bei Verwandten in Amerika gewesen. Über meinen Vater erzähle ich, dass er sich von meiner Mutter getrennt hätte und ich keinen Kontakt mehr mit ihm will. So erspare ich mir das peinliche Schweigen, das auf die klischeehaften Mitleidsbekundungen folgt. Das alles tut mir leid. Dass ich meinen Bruder verleumdet habe, und dass es mir nicht möglich ist, etwas zu fühlen, wenn ich an meinen Vater denke. Auch, dass ich meine Freunde und Bekannten anlüge und sie denken, dass mein Vater ein Mistkerl sei. Er war ein netter Mensch. Das kann ich aus Fotos, Videos und den Erzählungen meiner Verwandten schließen. Manchmal weiß ich selbst nicht mehr so genau, weshalb ich das tue. Am liebsten würde ich einfach alles erzählen, aber ich habe Angst.

Beichthaus.com Beichte #00031580 vom 11.07.2013 um 02:12:26 Uhr (11 Kommentare).

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“Folge

Die Zeche geprellt

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Diebstahl Lügen Falschheit Morallosigkeit Trunksucht Berlin

Vor knapp zwei Jahren waren mein Freund und ich (damals 20) mit Freunden in einer Bar etwas trinken. Ich hatte nur 15 Euro dabei und mein Freund gar nichts. Irgendwann nachts, als wir nur noch zu zweit waren, haben wir dann gemerkt, dass wir bereits deutlich über unserem Limit lagen und dachten, dass wir das schon irgendwie geregelt bekommen würden.
Wir haben vorher ziemlich viel über Sex geredet und waren ziemlich alkoholisiert. Als ich dann zur Toilette musste, ist mein Freund mir einfach gefolgt. Nach ungefähr einer halben Stunde und ausgiebigem Sex betraten wir wieder die Bar. Eine Kellnerin hatte bereits angefangen, einige Stühle hochzustellen und merkte zum Glück nicht, dass wir gemeinsam von der Toilette kamen. Wir standen also wieder mitten im Laden und die Kellnerin meinte, sie werden den Laden bald schließen. Deshalb würden keine Gäste mehr bedient. Offenbar dachte sie, wir hätten die Bar gerade erst betreten. Daraufhin sagten wir, dass wir es Schade fänden, und haben den Laden verlassen. Ich möchte hiermit beichten, dass ich mit Vorsatz die Rechnung nicht bezahlt habe, Sex auf einer öffentlichen Toilette hatte und dass ich die Kellnerin belogen habe.

Beichthaus.com Beichte #00031577 vom 10.07.2013 um 09:37:47 Uhr in Berlin (Hackescher Markt) (13 Kommentare).

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