Arzt aus Leidenschaft

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Engherzigkeit Hochmut

Ich (m/33) bin heute doch recht schadenfroh. Mein Abischnitt reichte damals in meinem Bundesland nicht für das Medizinstudium. Und für mich war schon immer klar, dass ich eines sein möchte: Arzt. Meine persönlichen Stärken lagen und liegen im Umgang mit Menschen (gutes Einfühlungsvermögen, Taktgefühl, psychologisches Geschick) gepaart mit einer sehr guten Feinmotorik, die man ja auch nicht außer Acht lassen darf. Es war nie lediglich ein Traum, es war, auch wenn es kitschig klingt, schon von frühester Jugend an mehr eine Berufung für mich. Und dann kam dieser Schnitt von 2,3, der mir Steine in den Weg legte. Doch für meinen einzigen großen Berufswunsch bin ich dann weggezogen. Hunderte Kilometer entfernt von der Heimat begann ich, kurz nach meinem 20. Geburtstag, mein Medizinstudium. Es war die beste Entscheidung, die ich jemals gefällt habe. Der Beruf ist mein Leben. Ich war auch mehrfach im Ausland, es erfüllt mich wahnsinnig, wenn ich helfen kann, und ein dankbarer Händedruck oder das Lachen eines Kindes, das mir zum Abschied ein selbstgemaltes Bild schenkt, ist mir tausend Mal wichtiger als das Gehalt, das ich am Monatsende auf dem Konto habe. Auch wenn es mir nicht immer möglich ist, Leben zu retten, so wäre ich niemals mit einem anderen Beruf glücklich.


Ein Klassenkamerad mit einem glatten 1,0-Abitur wollte damals Medizin studieren. Er war ein sehr intelligenter Kopf, aber der Letzte, dem dieser Beruf liegen könnte. Er hatte oft das Gemüt eines Fleischerhundes, trat ins Fettnäpfchen, so oft es nur ging, und meinte es nie böse. Psychologisches Geschick, Talente im Umgang mit Menschen, speziell welchen in Verzweiflungssituationen, besaß er kaum. Und sowohl das Fein- als auch das Grobmotorische lagen ihm absolut nicht. Wir hatten damals eine Studienberatung und er erzählte mir, dass der Berater ihm vom Medizinstudium absolut abgeraten hätte. Das hatte ich mir schon zuvor gedacht. Viele andere Studiengänge, für die ich absolut fehl am Platze gewesen wäre, hätten zu ihm gepasst. Mathematik beispielsweise, da konnte ihm kaum jemand etwas vormachen. Oder auch Literatur oder Germanistik. Er wollte aber Medizin studieren, und die Gründe waren meiner Meinung nach lachhaft. Ihm ging es darum, mit seinem guten Schnitt etwas zu studieren, dass man bei uns nur mit einem guten Schnitt studieren kann. Zu zeigen: Das kann nicht jeder. Und das doch recht hohe Ansehen von Ärzten bei Frauen war auch einer der Gründe.


Wir hatten nun Klassentreffen - unser erstes Treffen nach dem Abi damals - und er ist noch Student, da er das Medizinstudium irgendwann im 10. Semester hat sausenlassen. Er konnte keine Wunden sehen, bekam Panik bei den kleinsten Verbänden, war mit trauernden Angehörigen überfordert. Danach hatte er eine "Findungsphase" und hat sich jetzt für BWL entschieden. Ich drücke die Daumen, aber ich beichte, dass ich doch innerlich recht schadenfroh war.

Beichthaus.com Beichte #00036358 vom 13.08.2015 um 21:31:18 Uhr (2 Kommentare).

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Ein neuer Kinderwagen

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Zorn Vorurteile Misstrauen

Ich beichte, dass ich gerade eine Riesenwut auf einige Asylanten in unserem Umkreis habe. Aber alles der Reihe nach: Meine Mutter engagiert sich ehrenamtlich für Asylanten indem sie Sprachkurse organisiert, den Kindern Programm vorbereitet und den Familien hilft, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Dadurch knüpft sie die einen oder anderen Kontakte mit Flüchtlingen und investiert Zeit in deren alltägliche Leben. Sie hat eine Familie mit einem Baby kennengelernt. Die Eltern haben geklagt, dass sie einen neuen Kinderwagen bräuchten, da der alte aus irgendwelchen Gründen nicht mehr taugen soll. Nun ja, so gutherzig meine Mutter auch ist, kauft sie einen Neuwagen für das Kind. Jetzt hat die Familie geklagt, dass der Kinderwagen "womöglich verloren gegangen wäre." Ja, ist klar! Den haben sie natürlich weiterverkauft und benutzen den Alten weiter, das hat selbst meine Mutter registriert! Doch sie kauft denen ihre Geschichte natürlich ab, denn sie würde es ihren "Schützlingen" niemals zutrauen, sie zu betrügen.

Die Familie lacht sich wahrscheinlich ins Fäustchen, wie jemand so naiv sein kann. Ich weiß ja auch, dass meine Mutter diesbezüglich naiv und gutgläubig war, aber muss man denn die Hilfsbereitschaft anderer Menschen so ausnutzen? Ich kenne übrigens - auch wegen meiner Mutter - viele Ausländer und Asylanten, die mir unglaublich sympathisch sind. Aber leider gibt es auch unter den Flüchtlingen schwarze Schafe, was mich sauer macht, denn ich weiß ganz genau, dass der Großteil freundliche Menschen sind. Bitte verzeiht mir meinen Zorn, da die Flüchtlinge jedes Geld auch irgendwie gebrauchen können.

Beichthaus.com Beichte #00036357 vom 13.08.2015 um 21:25:31 Uhr (10 Kommentare).

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Die Sprache meiner Nachbarn

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Aggression Misstrauen Vorurteile Nachbarn

Vor ein paar Tagen sind neue Nachbarn eingezogen. Als sich die Gelegenheit ergab, habe ich (w/27) mich vorgestellt. Zwar nur bei deren Sohn, der im Volksschulalter ist, aber immerhin. Er wirkte nett und daraus lässt sich schließen, dass seine Eltern ebenso nett sind. Was mich aber stört, ist sein Name, so typisch türkisch. Jetzt ist es halt so, dass tagsüber die Kinder zweier Familien im Hof spielen und ziemlich laut sind. Wenn auch noch deren Eltern dabei sind, unterhalten die sich noch lauter. Durch deren ausländisches Gerede fühle ich mich massiv bedroht und werde aggressiv. Ich fluche dann immer leise. Aber wieso sollte ich mich ablehnend ihnen gegenüber verhalten, wenn sie doch eigentlich recht nett sind? Es ist bloß das ausländische Gerede, das mich so wütend macht. Ich vermute, es ist irgendeine osteuropäische Sprache. Wenn es finnisch, französisch oder englisch wäre, wäre es mir egal. Ich werde sie jedoch weiterhin grüßen, sie grüßen ja auch zurück, und das war es. Ich habe kein Bedürfnis nach inniger Nachbarschaft. Ich beichte also, dass ich eine Abneigung gegen diese und ähnliche Nachbarn habe, bloß weil sie eine andere Muttersprache haben.

Beichthaus.com Beichte #00036269 vom 28.07.2015 um 15:24:02 Uhr (16 Kommentare).

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Rücksichtslos in Italien

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Rache Zorn Boshaftigkeit Urlaub

Ich (m/20) war letztes Jahr in Italien und die Italiener sind mir mächtig auf die Nerven gegangen. Ein paar Beispiele: Im Stau ist mir ein Italiener aufgefahren - es ist nicht viel passiert, das Auto war nur ein bisschen kaputt. Die Polizei hat es aber nicht für nötig gehalten, irgendwie zu helfen, obwohl der Unfallgegner weder Deutsch noch Englisch sprach und ich nur ein paar Brocken Italienisch. Dem wurde die ganze Sache zu heiß und er wollte ständig abhauen. Als ich mit den Bullen zu tun hatte, hatte der liebe Unfallgegner also nichts Besseres zu tun, als meine Freundinnen, die mit mir im Auto saßen, anzugraben. Er meinte dann, dass er sich für den Unfall revanchieren möchte, indem er mir und den Mädels einen Kaffee ausgibt. Eigentlich fair, da der Schaden ja auch "nur" 8.000 Euro hoch war.

An einem anderen Tag hat man uns in einem Restaurant ignoriert. Als wir dann draußen saßen und geraucht haben, wollte der Kellner uns das verbieten, obwohl am Nachbartisch - mit Aschenbecher - geraucht werden durfte. Auch sonst haben die Italiener bei jeder Gelegenheit versucht, uns abzuziehen. Achso, ein Spaßvogel hat auch versucht, uns auf der Autobahn von der Straße zu drängen. Das ist auch mal eine Erfahrung wert. Naja, jetzt zu meiner Beichte: Nachdem ich dann generell ein bisschen angefressen war, habe ich mein Verhalten an die rücksichtslosen Italiener angepasst. Wenn man in den Ort, in dem wir wohnten, reingefahren ist, war auf einer Seite ein Schotterparkplatz. Wenn dort jemand stand, habe ich mir immer den Spaß erlaubt, mit erhöhter Geschwindigkeit von der Straße über den Parkplatz zu driften und den Kerl ordentlich einzustauben. Am letzten Abend war ich außerdem ziemlich betrunken und habe in unserem Kühlschrank ältere Sardellen gefunden. Diese habe ich dann in den Klimaanlageneingängen einiger Autos entsorgt. Ich habe genau darauf geachtet, kein ausländisches Auto zu beschmutzen. Das Dumme ist, dass es vielleicht auch ein paar nette Italiener getroffen hat, aber das wäre mir egal.

Beichthaus.com Beichte #00036263 vom 27.07.2015 um 23:13:17 Uhr (17 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Frauen kann man nicht vertrauen!

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Eifersucht Fremdgehen Vorurteile Partnerschaft

Ich (m) beichte, dass ich wahrscheinlich schon viele Frauen enttäuscht habe. Ich kann Frauen nicht mehr vertrauen. Ich wurde selbst schon oft betrogen und habe es schon des Öfteren bei anderen mitbekommen. Die eine lässt sich von irgendeinem Assi am Strand im Urlaub durchbürsten, die andere nimmt bei einem Work and Travel alles in den Mund. Die Freundin eines ehemaligen Schulkameraden studiert bei uns an der Uni und sie hat ihn schon mit drei anderen Kommilitonen von mir betrogen. Mich hat sie auch angegraben. Sobald eine Freundin in den Urlaub fährt, eine Exkursion macht oder ein Semester im Ausland verbringt, mache ich sofort Schluss. Auch ein zweitägiger Ausflug ist für mich schon zu viel. Die Frauen sind natürlich enttäuscht, aber ich kann einfach niemandem mehr vertrauen. Dadurch sind schon viele an sich tolle Beziehungen kaputtgegangen. Irgendwas muss ich ändern, so kann es jedenfalls nicht weitergehen. Mir geht es dadurch ja auch nicht gut. Es tut mir leid für die Frauen, die sich eventuell mehr erhofft haben. Die nächste Freundin werde ich einfach betrügen, damit ich nicht mehr verletzt werden kann. Dafür bitte ich im Voraus schon um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00036174 vom 16.07.2015 um 12:11:41 Uhr (17 Kommentare).

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