Sie könnte das ja mal machen...

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Zorn Faulheit Ignoranz

Angeregt durch die zwei Essens-Beichten, in denen es um falsche, mangelnde Kommunikation ging und nie direkt gesagt wurde, was man wirklich will, habe ich mich an meine Eltern erinnert, als ich noch dort wohnte: Wenn man mit ihnen im selben Raum war und etwas machen sollte (zum Beispiel den eben heimgebrachten Einkauf wegräumen), hat zum Beispiel mein Vater zu meiner Mutter gesagt: "Ich gehe mal dies und das machen. Und die Flaschen räumt dann Anna weg." Das habe ich natürlich gehört. Wenn ich aber nicht auf diese Beschissenste aller Aufforderungen gehört habe, war die Diskussion groß. Manchmal habe ich dann auch gesagt, dass man mich ja auch direkt ansprechen könne. Kommentar dazu war: "Hauptsache du hast es mitgekriegt." Ich finde so ein Verhalten so abwertend und bescheuert. Wenn man was von mir will, kann man mich ansprechen und dann mache ich auch mit. Aber wenn sich zwei Leute unterhalten, dann höre ich doch nicht die ganze Zeit zu, um irgendeinen versteckten Hinweis mitzubekommen!

Beichthaus.com Beichte #00037863 vom 17.03.2016 um 13:26:14 Uhr (7 Kommentare).

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Die unangenehme Frage nach einer Toilette

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Peinlichkeit Ekel Dummheit

Ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch als Erzieherin in einer Jugendhilfe-Einrichtung. Darum geht es aber eigentlich gar nicht, sondern um die Begleitumstände. Ich musste schon vor dem Gespräch dringend pinkeln, aber weil ich recht knapp dran war, es gerade noch pünktlich geschafft hatte und in dem Büro der Einrichtung vier Leute auf mich warteten, wollte ich nicht gleich am Anfang nach der Toilette fragen. Na gut, das Gespräch lief echt super! Natürlich lehnt man da den obligatorischen Kaffee und das Glas Wasser nicht ab, man unterhält sich, lernt sich kennen und so weiter. Zwischendrin dachte ich wirklich, meine Blase explodiere gleich. Der Kaffee und das Wasser waren da nicht wirklich hilfreich. Nach dem Rede-Teil wurde mir die Einrichtung gezeigt. Da hätte ich ja auf die Toilette gehen können, aber ich wollte interessiert wirken und ich wollte auch nicht, dass die anderen Erzieher, Sozialpädagogen und Leiter vor einer Toilette auf mich warten müssen, nur weil ich pinkeln muss.


Gut, nach 1,5 Stunden war alles vorbei und ich hatte ein Probearbeiten in der Tasche. So weit, so gut. Vor lauter Euphorie hatte ich mein Pipi-Problem vergessen, bin in mein Auto gestiegen und losgefahren. Fünf Minuten später hatte ich stechende Schmerzen in der Blasengegend und hab verzweifelt ein Klo gesucht. Aber ich habe keins gefunden. An den Straßenrand wollte ich nicht fahren, da hätte mich ja jemand beim Pieseln sehen können. Ich habe gedacht, ich schaffe es noch bis nach Hause, aber dann musste ich niesen und meine Blase hat sich entleert. Komplett. In meinem Auto. Auf den Sitz. Ich konnte nichts dagegen machen. Ich war total erschrocken. Sitz und Jeans waren nass. Als ich endlich zu Hause war, hatte ich noch Angst, dass jemand sieht, dass meine Hose nass ist. Das war zum Glück nicht der Fall. Aber für mein Selbstbewusstsein ist das gerade nicht so gut. Ich bin 27 Jahre alt, möchte als Erzieherin arbeiten und konnte nicht sagen, dass ich eine Toilette brauche, weil ich ein reibungsloses Vorstellungsgespräch und einen guten Eindruck hinterlassen wollte. Darum habe ich mein Auto vollgepinkelt und fühle mich ziemlich schlecht.

Beichthaus.com Beichte #00037859 vom 17.03.2016 um 21:02:01 Uhr (12 Kommentare).

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Die Vegetarierin und das Hundefutter

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Ekel Maßlosigkeit Engherzigkeit

Ich habe letztes Wochenende die neue Freundin meines Bruders rausgeekelt. Mein Bruder (27) ist ein sehr schüchterner ruhiger Typ und hat - wahrscheinlich, weil er nie den Mund aufmacht - immer ziemlich herrische Zicken zur Freundin. Seine aktuelle Flamme kannte ich nur vom Hören und Sagen und nicht persönlich, jedoch war es so, dass mein Wohnort in der Mitte zwischen ihrem Wohnort und dem meines Bruders lag. Da die Entfernung recht weit ist, fragte mich mein Bruder, ob sie bei mir einen Zwischenstopp machen könnte und am nächsten Morgen weiterfahren würde. Mir war das ziemlich egal, ich fragte nur, ob sie allergisch gegen Hunde ist, weil ich zwei Vierbeiner besitze. Nein, sie liebe Tiere ja so sehr, war die Antwort. Also kam die junge Dame zu mir, ich öffnete ihr die Tür und sie fragte, ob sie bei mir duschen darf. Während sie im Bad war, begann ich für meine Hunde Abendessen zu machen. Es sind ein Labrador und ein Mischling, der fast dieselbe Größe hat, also schon große Hunde. Große Hunde fressen bekanntlich mehr als kleine Hunde und ich füttere sie mit rohem Fleisch und Grünzeug, was man auch barfen nennt.


Ich stand in der Küche, summte vor mich hin und hackte einige Kilo gefrorenes, leicht angetautes Fleisch klein, da ich es im großen Eimer kaufe und portioniert einfriere. Natürlich ist es eine Sauerei, wenn das Blut schmilzt und ich hätte es natürlich auch früher machen können, wenn die Freundin meines Bruders nicht da wäre, aber ich habe mir nichts dabei gedacht, bis sie hinter mir stand und losquiekte. Ich versuchte sie zu beruhigen und sagte, es sei doch bloß Tierfleisch, Rind und so etwas. Sie brüllte mich an und beschimpfte mich. Ich hatte nicht mitbekommen, dass sie Vegetarier war und deswegen fand sie den Anblick des vielen blutigen Fleisches schrecklich. Ich versuchte ihr klar zu machen, dass Menschen meinetwegen vegetarisch leben können, aber Hunde nun mal Fleisch brauchten. Sie war immer noch angeekelt, blieb aber in meiner Wohnung.


Ich habe dann allerdings keine Rücksicht auf sie genommen und zum Frühstück vor ihrer Nase meine beiden Lieblinge gefüttert, extra mit duftenden Pansen, damit die Dame schnell verschwindet. Was sie auch tat. Lange ging die Beziehung dann nicht mehr, angeblich kam sie mit seiner Familie nicht klar. Es tut mir leid, wenn es wirklich wegen mir war, weil mein Bruder echt nicht so schnell eine Freundin findet. Aber ich habe es nicht eingesehen, auf ihre Lebensweise in meinen vier Wänden Rücksicht zu nehmen und meinen Hunden ihr Essen erst später zu geben. Mit Frauen, die sich vor jeder Kleinigkeit ekeln, kann ich nichts anfangen.

Beichthaus.com Beichte #00037858 vom 17.03.2016 um 14:38:09 Uhr (12 Kommentare).

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Zwei Stunden im Kreisverkehr

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Dummheit Zwang Peinlichkeit

Ich (m/63) muss beichten, dass ich einen völlig überflüssigen Polizeieinsatz verursacht habe. Bei dem schönen Wetter habe ich gestern mal wieder eine Fahrradtour gemacht und auf dem Heimweg kam ich, wie immer, durch einen Kreisverkehr. Das Verrückte war, dass ich mich einfach nicht entschließen konnte, aus dem Kreisverkehr wieder raus zu fahren. Zunächst habe ich einfach vergessen, welches die richtige Ausfahrt ist, aber so etwa nach zehn Runden fiel es mir wieder ein. Ich konnte mich aber jetzt einfach nicht entschließen, dort rauszufahren und bin immer weiter im Kreis gefahren. Warum, weiß ich auch nicht, es war wie verhext.


Nach knapp zwei Stunden ist es jemandem aufgefallen und er hat die Polizei alarmiert. Ich musste sofort blasen, aber ich war natürlich stocknüchtern. Ich habe dann unter Polizeiaufsicht mein Fahrrad aus dem Kreisverkehr geschoben und bin nach Hause gefahren. Heute bin ich die Strecke noch einmal gefahren und meine Frau hat am Kreisverkehr aufgepasst. Ich habe auch sofort auf Anhieb die richtige Ausfahrt genommen. Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist. Hoffentlich kriege ich jetzt nicht auch noch eine Anzeige, denn einer der Polizisten hat etwas gemurmelt von wegen "grober Unfug." Ich habe hinterher auch gehört, ich sei in der zweiten Stunde, als ich im Kreisverkehr unterwegs war, gefilmt worden und der Film würde ins Internet gestellt.

Beichthaus.com Beichte #00037856 vom 17.03.2016 um 00:26:56 Uhr (18 Kommentare).

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Der letzte Wunsch meines Vaters

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Selbstsucht Verzweiflung Tod Arbeit

Ich (m/34) möchte hiermit beichten, dass ich den letzten Wunsch meines vor knapp sechs Wochen verstorbenen Vaters nicht erfüllen werde. Und zwar war mein Vater Landwirt in der mindestens siebten Generation auf unserem Hof. Da meine Mutter schon starb, als ich fünf Jahre alt war, er nie mehr geheiratet hat und auch mit meiner Mutter keine weiteren Kinder hatte, bin ich Alleinerbe. Es geht um einen Haupt- und drei Nebenhöfe und sehr viel gutes Ackerland. Der Wert ist immens. Ich selbst habe aber gesehen, wie sich mein Vater für den Hof zu Tode geschuftet hat und nicht einmal das Rentenalter erreichte. Ich selbst bin zwar auch als Landwirt ausgebildet, aber habe einfach kein Interesse daran. Dennoch habe ich ein sehr schlechtes Gewissen, denn mein Vater war trotz seiner zur Schau gestellten Bärbeißigkeit ein extrem gutmütiger Mensch.


Als ich beispielsweise 15 wurde, war mein Wunsch ein Mofa, wie für jeden, der auf dem Land lebt. Er tat die ganze Zeit so, als wollte er davon nichts wissen. Als ich an dem Tag nach Hause kam, meinte er nur, wir würden später Kuchen essen, aber ich soll vorher die Stallgasse ausfegen. Dort stand eine alte, aber blitzsaubere und extrem gepflegte Puch, ein Mofa, das damals schon ein Oldtimer war und außerdem dafür berühmt ist, sehr schnell zu sein. Auf dem Sattel lag ein Umschlag mit 300 Mark darin, für den Führerschein. Und er stand wie ein Honigkuchenpferd grinsend hinter mir. Oder aber man sah ihn eine seiner geliebten Milchkühe minutenlang streicheln und leise und liebevoll mit ihr reden. Er fehlt mir auch immer noch sehr...


Trotzdem habe ich mich entschlossen, bis auf den Kernhof alles abzustoßen. Die Kühe schicke ich in Rente, sprich, ich melke sie ab, sorge also dafür, dass sie keine Milch mehr geben müssen, aber behalte sie. Bis sie sterben, was noch dauern kann, da einige noch recht jung sind. Die Weide liegt ja zum Glück nahe und der Stall ist eh ein großer Freilaufstall, sie haben es also echt gut. Sogar eine Streichelrolle haben sie da drin. Aber das Land verkaufe ich. Für zwei große Stücke Ackerland, die direkt an der Straße und am Ortseingang liegen, gibt es bereits erste Angebote und die sind in zweistelliger Millionenhöhe. Dort soll wohl eine Art Lagerhallenpark entstehen. Und da wir in unmittelbarer Nähe des Münchner Flughafens liegen, werde ich auch den Rest teuer los. Ich weiß, mein Vater würde im Grab rotieren, aber ich will mich nicht kaputtschuften.

Beichthaus.com Beichte #00037853 vom 16.03.2016 um 19:44:16 Uhr (19 Kommentare).

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