Der Falschparker

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Dummheit Waghalsigkeit Feigheit Chef Auto & Co.

Ich bin männlich, 18 Jahre alt und gehe in die elfte Klasse der Fachoberschule. Für alle, die es nicht wissen: die FOS besteht zur halben Unterrichtszeit aus einer fachpraktischen Ausbildung, diese ist mit einem Langzeitpraktikum zu vergleichen. Allerdings unbezahlt!
Ich rackere mir in meinem "Praktikumsbetrieb" den Arsch ab und muss sämtliche Arten von Ablagen etc. machen. Und das für knapp acht Stunden am Tag, soviel zu meiner Berufserfahrung. Mein "Boss" ist einer dieser Kerle mit gegeelten Haaren und einem Audi R8. Oder einem ähnlichen Wagen - ich bin kein Autokenner. Gestern bin ich in die Straße, in welcher der Betrieb liegt, eingebogen, hinter mir fuhr mein Chef. Da ich es aber, trotz des kleinen Golfs, noch geschafft habe, vor der riesigen Autoschlange abzubiegen, musste er warten. Jedenfalls war es drei Minuten vor Beginn meiner Arbeitszeit und die Mitarbeiter sehen es natürlich gar nicht gerne, wenn man zu spät kommt. Parkplätze existieren auch kaum, ich war einfach zu spät. Oder etwa doch nicht? Der Parkplatz, der dem Gebäude am nächsten liegt, war frei! - Und reserviert für Geschäftsleitung. Aber das machte mir nichts! Ich stellte mich eiskalt auf den fetten Parkplatz - der wirklich breiter ist als alle anderen - und sprang zu meinem Arbeitsplatz. Ungefähr eine halbe Stunde später kam mein Chef wutentbrannt in die Pforte und regte sich über einen "verdammten Falschparker" auf. Mein Arbeitsplatz ist übrigens dort in der Nähe.

Da nach zwei Durchsagen immer noch kein Täter in Sicht war, sollte die arme Kollegin den Abschleppdienst rufen. Ich bin während der ganzen Sache klein geworden wie noch nie! Jedenfalls bin ich dann sofort aufgesprungen und habe behauptet, dass ich mal auf die Toilette müsste. Ich bin dann zum Auto und habe auf einem inzwischen leeren Parkplatz geparkt. Gott sei Dank hat der Chef sich das Nummernschild nicht aufgeschrieben. Und das Auto wird er auch nicht mehr sehen, es ist nämlich das Auto meiner Eltern, da meines in der Werkstatt war. Leider kam dann der Abschleppdienst und fragte, welches Auto er abschleppen solle, da dort keines stünde. Die Rechnung für diese sinnlose Fahrt möchte ich nicht sehen. Lieber Chef - von dem ich nicht bezahlt werde - bitte vergib mir, ich habe einen leichtsinnigen Fehler gemacht und bereue diesen nun.

Beichthaus.com Beichte #00031413 vom 12.06.2013 um 22:01:59 Uhr (11 Kommentare).

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Jahrelang halbe Filme gesehen

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Trunksucht Verschwendung Maßlosigkeit

Jahrelang halbe Filme gesehen
Ich (m/50) bin trockener Alkoholiker, seit ich vor einem Jahr in einer Therapie war. Es geht mir jetzt wieder gut - körperlich, geistig und seelisch. Vor dem Entzug hatte ich mich oft am Abend, wenn ich alleine zu Hause war, vor den Fernseher gesetzt, Filme oder DVDs angeschaut und nebenher eine Flasche Wodka und ein paar Bier zum Nachspülen getrunken. Ich empfand dieses Verhalten damals als entspannend. Das ging über viele Jahre so und ich fühlte mich, so als stiller Trinker, auch niemals als besonders betrunken.
Jetzt, da ich trocken bin, stelle ich fest, dass ich die meisten Filme gar nicht vollständig gesehen habe. Ich bin wohl immer wieder weg gedöst und habe vieles gar nicht mitbekommen. Ich kann jetzt viele Filme noch mal anschauen und als ganz neu empfinden. Daraus erkenne ich, wie sehr man sich mit Alkohol aus der Welt beamen kann und ich hatte das nicht einmal wahrgenommen. Diese Erfahrung habe ich bisher noch nicht einmal meiner Frau erzählt, es wäre mir zu peinlich. Sie hatte von der Trinkerei auch gar nicht so viel mitbekommen, da ich immer peinlich auf die Flaschen-Entsorgung geachtet habe - da klemmt es übrigens bei den meisten Säufern.
Was ich aber auch noch feststelle ist, dass mir jeden Monat viel mehr Geld über bleibt. Alkoholsucht ist teuer! Rechne mal bald jeden Tag die Flasche Schnaps zu 10 Euro, wenn man nicht den letzten Fusel trinken will, dann noch Bier und Wein, da sind locker 300 Euro im Monat weg. Dann noch öfter einen Kneipenbesuch à 20 Euro eingeschoben, und schon sind wir bei 500 Euro pro Monat. Nur fürs Saufen! Wie heißt es so schön: "Haus und Hof versoffen.". Der Spruch stimmt. Aber diese auf mich bezogene Rechnung konnte ich ebenfalls bisher nur hier, im Beichthaus, vorbringen. Ich wünsche mir Absolution für meine Trinkerjahre und dass mir ein Rückfall erspart bleibt.

Beichthaus.com Beichte #00031388 vom 09.06.2013 um 10:18:42 Uhr (21 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Übertragen der Gefühle

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Begehrlichkeit Kollegen Brandenburg

Ich (w/24) fühle mich irgendwie zu meinem Arbeitskollegen hingezogen. In Tagträumen, und besonders schlimm, in der Nacht, stelle ich mir immer wieder eine Affäre mit ihm vor. Das Ganze begann vor ein paar Monaten, weil von ihm immer wieder irgendwelche Andeutungen und kleine Gesten kommen, dass er mich nicht ganz uninteressant findet. Jedes Mal, wenn ich mich dabei ertappe, bin ich enttäuscht von mir, wie ich so etwas denken kann und fühle mich, als hätte ich meinen Ehemann betrogen, denn ich finde Ehebruch einfach falsch! Mittlerweile sage ich mir, dass ich mir das alles einbilde, mit den Andeutungen und den anderen Dingen, denn ich bin glücklich verheiratet und plane Kinder mit meinem Mann. Mein Kollege ist übrigens auch verheiratet und hat zwei Kinder. Ich denke, das Problem entsteht dadurch, dass ich die Gefühle, die ich für meinen Mann habe, auf ihn übertrage, denn mein Kollege ist wie mein Mann, - also von der Statur, dem Charakter und den Ansichten - nur mit einer anderen Haarfarbe. Jedenfalls tun mir diese Gedanken wahnsinnig leid und ich hoffe, dass ich mich schnell wieder in den Griff bekomme.

Beichthaus.com Beichte #00031355 vom 05.06.2013 um 12:19:28 Uhr in Brandenburg (Berliner Straße) (14 Kommentare).

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Keine zweite Chance

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Lügen Fremdgehen Stolz

Ich (m/24) habe mich mit 17 Jahren in ein 20-jähriges Mädchen - ich nenne sie "Emma" - aus meinem Mathekurs verliebt. Sie war "das" Mädchen der Schule: große Brüste, toller Hintern und eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Emma Stone. Allerdings wusste ich, dass sie einen Freund hatte, und habe mich nie getraut, sie mal anzusprechen, statt sie bloß zu beobachten.

Damals bestand für mich die Gefahr nicht versetzt zu werden, weil ich nichts für die Schule übrig hatte. Als es so weit war, dass ich der Schlechteste im Mathekurs war, habe ich beschlossen, mein Leben neu zu ordnen: Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Also habe ich unter anderem damit angefangen in meiner Freizeit den versäumten Mathestoff nachzuarbeiten. Nach ein paar Monaten wurde ich dann tatsächlich zum Klassenbesten. Als unsere Mathelehrerin für absehbare Zeit ausfiel, sollten wir anstelle des gewöhnlichen Unterrichts vorgegebene Aufgaben lösen. Wie es der Zufall wollte, wurde ich für diese zwei Wochen mit Emma in eine Zweiergruppe gesteckt. Also suchten wir uns immer einen leeren Klassenraum und haben dort die Schulstunden verbracht. Die Sympathie war auf Anhieb da, wir haben uns super verstanden und viel rumgealbert. Für mich war Mathe kein Thema mehr und dementsprechend habe ich mich bemüht, ihr die Dinge zu erklären, die sie nicht verstanden hat. Am nächsten Tag hat sie nach meiner Handynummer gefragt, für den Fall, dass sie "Schwierigkeiten bei einer Aufgabe hat".

Und so kam es, dass sie mich regelmäßig anschrieb, ganz ohne Matheprobleme. Das ging dann mehrere Wochen. Mittlerweile rief sie sogar mehrmals täglich an, und wenn ich nicht dran ging, kam eine traurige und zugleich süße SMS hinterher. Bei Schulausflügen saß sie extra neben mir, hat mit mir geredet und Körperkontakt gesucht. Irgendwann fragte sie immer dringlicher nach einem Treffen, wollte mit mir was trinken gehen und mehr Zeit zusammen verbringen. Dann endlich haben wir uns am Wochenende bei ihr verabredet. Als ich sie am Abend zuvor anschrieb, um den Zeitpunkt festzulegen, bekam ich einen Anruf von ihrem Handy, allerdings mit der wütenden Stimme ihres Freundes, der mir sämtliche Knochenbrüche androhte, wenn ich nicht die Finger von seiner Freundin lasse. Auf seine Drohungen habe ich allerdings nicht viel gegeben, denn den Typen brauchte ich nicht zu fürchten. Emma schien zwar Ärger mit ihm zu haben, wollte sich allerdings nach wie vor mit mir treffen. Obwohl die Versuchung groß war, das Wochenende bei ihr zu verbringen, kam die Erkenntnis, dass ich danach nicht mehr in den Spiegel schauen könnte: Immerhin hat sie mir nach all der Zeit nie etwas von ihrer Beziehung erzählt - ganz egal, ob ich sowieso davon wusste oder nicht. Für mich war sie mit einem Schlag eine Schlampe, die keine Konsequenzen zieht, sobald sie Interesse an einem anderen Kerl hat.


Ich bin nicht zu unserer Verabredung gefahren, sondern habe ihre Nummer, Nachrichten und Fotos gelöscht. Als sie mich dann anrief, sagte ich ihr, dass ich nicht kommen werde und sie sich entscheiden soll, was oder wen sie wirklich möchte. Ab diesem Zeitpunkt habe ich ihre Anrufe weggedrückt und die weiteren Nachrichten nie beantwortet. In einer SMS stand, dass sie mit ihrem Freund Schluss gemacht hat und es gerne noch mal mit mir probieren würde. Dass sie mich vermisst und sich wohl verliebt hat. Aber ich Arschloch habe es mir zur Aufgabe gemacht, sie eiskalt zu ignorieren, und ihr keine Aufmerksamkeit zu schenken.
Noch Wochen danach habe ich bemerkt, wie sie mich im Unterricht beobachtet hat, kurz davor war in Tränen auszubrechen und den Raum verließ, wenn ich in der Nähe war. Sie wechselte sogar den Mathekurs. Als sie erfuhr, dass ich in einer Beziehung war, ließ sie mir eine Nachricht mit ein paar liebevollen Worten zukommen. Mit ihrer besten Freundin habe ich dann irgendwann auch noch was angefangen, um sie eifersüchtig zu machen. Zwei Jahre lang hat sie mir jedes Mal zum Valentinstag eine nette SMS geschickt. Bis zum Abschluss habe ich es geschafft, kein Wort mit ihr zu sprechen.


Ich möchte beichten, dass ich dieser Frau offenbar sehr wehgetan habe. Und obwohl sie mit ihrem Freund Schluss gemacht und sich so sehr ins Zeug gelegt hat, habe ich ihr nie eine zweite Chance gegeben. Stattdessen hatte ich nichts Besseres zu tun, als ihr wehzutun. Es tut mir leid, dass es so ausging.
Laut Facebook-Profil arbeitet sie heute in einem kleinen Laden. Manchmal überlege ich, in meine Heimatstadt zu fahren, um sie dort zu besuchen und auf einen Kaffee oder zum Essen einzuladen. Aber vielleicht ist es auch gut, wenn es bleibt, wie es ist.

Beichthaus.com Beichte #00031319 vom 31.05.2013 um 22:22:47 Uhr (22 Kommentare).

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Von Vorurteilen gesteuert

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Vorurteile Hass Falschheit Gesellschaft

Von Vorurteilen gesteuert
Ich (m/18) hasse diese von Vorurteilen umgebene Welt, denn Leute wie ich bekommen sie fast jeden Tag zu unrecht zu spüren. Ja, ich habe schwarze Haare und etwas dunklere Haut. Ich habe schon öfters gehört, dass ich wie ein Afghane aussehe, was übrigens nicht stimmt, […]
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Beichthaus.com Beichte #00031280 vom 27.05.2013 um 10:32:10 Uhr (33 Kommentare).

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