Warum ist euch alles egal?!

14

Zorn Vorurteile Gesellschaft

Ich habe mir einmal einen Teil der Beichten hier durchgelesen und sie auch ein wenig mit meinen Erfahrungen abgeglichen. Es ist schockierend für mich, bestätigt aber das, was ich schon lange sehe und vermute. Ich habe lange mit jungen Leuten gearbeitet. Mit vielen jungen Menschen. Viele hatten Realschulabschluss und waren um die 18 Jahre alt. Ich bin kein konservativer "Knochen" und eigentlich mochte ich die jugendliche Offenheit, ihre Lockerheit, ihre Power. Aber was in den letzten Jahren passiert ist, ist einfach nur noch abstoßend! Die Welt steht den jungen Menschen offen. Sie können überall hinreisen, oft für wenig Geld. Können sich mit einem Klick die Welt in das Haus holen. Dinge, die ich nie hatte und die ich gerne gehabt hätte, als ich jung war.

Aber nein, es wird sich an Hirnrissigkeiten, Dumpfheiten und Bedröhnung aller Art überboten. Es ist ja ok, wenn man in dem Alter verstärkt Musik und Frauen/Männer im Kopf hat, die Hormone verrückt spielen. Aber was jetzt abgeht, ist einfach nicht mehr zu ertragen! Du kannst keinen Gedanken fassen, weil sich nur von morgens bis abends bedröhnt wird. Als ob das Herz stehen bleibt, wenn mal eine Minute kein mp3-Player, iPod oder Handy dudelt. Es wird mit gnadenloser Brutalität jeglicher Geist ausgeschaltet. IQ-technisch und seelisch. Als wenn die Gehirne einfach irgendwo auf der Straße verloren worden sind. Am Schlimmsten sind diese ganzen 'Gangstertypen', die sofort flennen, wenn es drei Grad kälter im Raum ist, aber ansonsten den großen Kerl raushängen lassen. Das sind Clows, völlige arme Typen, die einer Welt hinterherträumen, die sie keine drei Tage aushalten würden. Es geht nur noch um Selbstdarstellung, um Zirkus. Und es muss sich an Fäkalsprache überboten werden. Wie die kleinen 6-Jährigen, die zum ersten Mal ein "schmutziges Wort" aufschnappen. Wie eine CD auf Endlosschleife. Als wenn sie ohne diesen geistigen Dünnpfiff nicht mehr leben können.

Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, dass dort ein Großteil meine Rente verdienen wird (zumindest das, was noch bleibt). Aber was mich am meisten stört ist diese Aussagelosigkeit. Es ist alles egal, Hauptsache der Konsum fließt irgendwo. Aber bloß nicht aus eigener Hände Arbeit! Nein, die ach so uncoolen Alten tragen alles. Die Omi, der Opi, die Eltern. Immer schön alle ausnutzen. Und die Eltern haben auch die Klappen dicht und kaufen sich frei. Man muss sich schämen, was aus dieser Generation geworden ist, aber vielleicht noch mehr, was meine/unsere Generation daraus gemacht hat. Einen völlig stumpfen, aussagelosen, unprovokativen Haufen. Dann sind mir noch die Punks am liebsten. Die haben wenigstens noch einen Ansatz von Aussage und wollen raus aus dem ganzen (Konsum/Medien)Terror der unser Hirn täglich schachmatt setzen will. Und als engagierter Mensch kapitulierst du vor dieser Gehirnwäsche. Dann bleibt nur zu gehen oder drauf zu gehen (seelisch oder körperlich). Ich bin froh, dass ich wenigstens noch in einer Welt gelebt habe, wo man sich mit anderen Kulturen (außer dort zum Saufen hinzufahren!), anderen Menungen und mit gesellschaftlichen Normen auseinander gesetzt hat. Und wo dieser ganze unnütze Spielkram dahin gehörte, wo er hingehört.

Als nettes Nebenbei und nicht als Lebenszweck! Ich möchte jedenfalls heute kein Jugendlicher mehr sein. Sie leben in einer Art 'Wohlstandsarmut', die mich einfach nur noch ankotzt. Abschließend möchte ich los werden, das ich auch sehr gute junge Menschen getroffen habe, die noch echten Mut zeigen, Feuer haben und Verantwortung übernehmen. Aber es ist ein Tropfen im Meer der Stumpfheit.

Beichthaus.com Beichte #00022483 vom 14.08.2007 um 06:04:52 Uhr (14 Kommentare).

In WhatsApp teilen

2.000 Euro die Woche

7

Vorurteile Hochmut Geld

Ich verdiene durch Online-Pokern zwischen 1.000 und 2.000 Euro pro Woche. Gleichzeitig beziehe ich Hartz IV. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht. Ihr seit doch alle selber Schuld, wenn Ihr Euch für ein paar Euro vor Eurem Chef zum Trottel macht und ackert, wie die Viecher.

Beichthaus.com Beichte #00022470 vom 14.08.2007 um 02:04:15 Uhr (7 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Mein armseliges Leben kotzt mich an!

4

Mahlsdorf

Heute ist es mal wieder soweit und es kotzt mich alles an. Auf der Arbeit bekommt man mit jeder neuen Regel mehr Raum genommen, was sich immer mehr auf die Laune auswirkt, wie ich zur Arbeit gehe. Früher oder später wird es mich ankotzen hinzufahren und alles nur, weil ich zu feige bin, den nächsten Schritt zu machen. Ich bin 28 und stelle fest, dass so gut wie jeder um mich herum mit Abschluss der Lehre weitergemacht hat. Da hat es nun Techniker, Meister usw, der einzige Blödmann, der nach wie vor normaler Geselle ist, bin ich. Zwar verdiene ich annehmbar, aber dafür hänge ich auch im Schichtdienst und geh arbeiten, wenn andere frei haben, was mich mittlerweile auch maßlos ankotzt. Ich habe aber auch keine Lust weiter Schule zu machen, erst Recht nicht, da es mehr als ungewiss ist, in der versauten Wirtschaft hier überhaupt den erstrebten Posten zu bekommen.

Dazu kommt, dass ich mittlerweile Kosten zu decken habe, die einen Job voraussetzen, also einfach kündigen und Schule machen wie manch ein verwöhnter Arsch das macht, läuft nicht. Meine berufliche 'Karriere' ist nicht das Einzige, was ich mir mit meiner faulen, ängstlichen und inkonsequenten Art versaue, das Gleiche spielt sich im Freundeskreis und bei Beziehungen ab. Beides existiert nicht mehr. Ich sehe mich schon als 40-jähriger Single, verdreht und alles am mies machen, den keine Sau mag. Ich sollte mich bewerben, die Firma wechseln um wenigstens etwas Selbstachtung zu gewinnen. Momentan arbeite ich da wo ich gelernt habe und werde wohl nie Ernst genommen. Auch wegen eigenem Verdienst, nämlich dem Zwang ständig irgendwelche Leute zum Lachen zu bringen. Das hat mir dann den Ruf als Pausenclown eingebracht, der auch mehr schadet als nützt, denn Komiker bin ich nicht.

Alles in allem stehe ich in einer Sackgasse, an deren Ende ich zwar noch nicht angekommen bin, aber aus der es auch keinen Ausweg gibt und an allem bin ich selbst Schuld. Es ist nur eine Frage der Zeit bis ich entweder total abstürze, oder an einem Strick hänge. An letzteres habe ich sogar öfter gedacht als gesund sein sollte, aber was hat dies wohl verhindert? Genau, ich hatte auch dazu viel zu viel Schiss, um es durchzuziehen. Habe mir immer gesagt, es ist wegen meiner Familie. Die handvoll Leute denen ich vielleicht noch was bedeute und denen ich so etwas nicht auflasten will. Armselig oder?

Beichthaus.com Beichte #00022464 vom 14.08.2007 um 00:36:46 Uhr in Mahlsdorf (4 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Wenn Schönheit wichtiger ist

11

Zorn Ungerechtigkeit Hass Vorurteile

Ich möchte beichten: Ich (w/Anfang 20) war eine ganze Weile lang ziemlich pummelig, stämmig - wie man es auch nennen mag. Mich hat kein Typ angeschaut und wenn doch, war man der pummelige Kumpeltyp, aber keine Frau zum Verlieben, zum Nachschauen. Nicht das geringste Interesse war vorhanden. Jetzt habe ich über einen längeren Zeitraum sehr, sehr viel abgenommen, sodass ich wirklich nicht mal mehr moppelig bin, sondern eine richtig gute Figur habe. Da es etwas dauert, bis das Gewicht sinkt, habe ich selbst nicht so sehr darauf geachtet, ob mir jemand nachschaut. Ich war es ja auch nicht gewohnt. Aber es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Die Männer gieren, machen einen ständig an, lächeln immer so, als seien sie schüchtern (als ob man diese Taktik nicht durchschauen würde) und Weiteres. Manch eine würde sich jetzt freuen wie ein Schnitzel. Aber ich hasse diese ganzen Kerle. Früher habe ich immer gelächelt, früher habe ich versucht, Männer mit meiner natürlichen Art zu überzeugen. Jetzt bin ich schlank, habe eine knackige Figur und ich könnte nur noch kotzen!

Genau diese Typen, die mir jetzt nachsabbern, hätten sich früher nicht annähernd für mich interessiert. Sie hätten mich nicht angeschaut, nicht nachgeguckt, nicht angemacht. Auch so freundlich wie jetzt war noch nie einer zu mir. Es ist alles aufgesetzt. Ich habe das Gefühl, dass es überhaupt nicht mir gilt. Dabei bin ich noch immer genau dieselbe. Mich verletzt das so sehr, dass ich diese Männer versuche nicht mehr zu beachten. Manchmal rülpse ich, wenn ich an ihnen vorübergehe, oder verarsche sie in einer anderen Weise. Danach geht es mir besser. Mir wird so klar, dass alle Aufmerksamkeit, Höflichkeit, dass das alles nur aufgesetzt ist. Ich bin so weit, dass ich mich meist lieber in weitere Klamotten werfe, weil ich wegen meiner Art gemocht werden will. Ich selbst finde das nicht so schön, weil ich meinen Körper mag und ihn gerne sehe. Aber ich habe das Gefühl, so gar nicht mehr als Person geschätzt zu werden. Es ist nicht nur das Vorübergehen, sondern auch, wenn man jemanden näher kennenlernt. Diese übertriebene Freundlichkeit wäre einfach nicht da, wenn ich wieder zunehmen würde.

Also versuche ich an Tagen, an denen ich jemandem gefallen möchte, so unscheinbar wie möglich auszusehen. Man merkt auch direkt, wie der Blick nicht so unruhig gierig auf dem Körper haftet und darauf dieses unechte Verhalten folgt. Ich hasse diese ganze Oberflächlichkeit und ihr Typen macht euch wahrscheinlich oft das falsche Bild von einer Frau. Ich werd einfach immer noch nicht darüber fertig, dass man behandelt wird, als sei man plötzlich mehr wert als zuvor. Ich glaube, das können nur jene wissen, die das mal erfahren und empfunden haben. Kein Wunder, dass es oft viele andern heimzahlen und plötzlich Witze über Dicke reißen, Dicke nicht mehr anschauen oder beachten, weil sie plötzlich Chancen auf eine "höhere Stufe" haben. Das ist so lächerlich. Mir gefallen noch immer die natürlichen, durchschnittlichen oder allgemein betrachtet weniger hübschen. Für mich sind sie alle hübsch, aber die meisten Leute bleiben sich einfach nicht treu und verlieren ihren Verstand. So, das musste mal raus.

Beichthaus.com Beichte #00022457 vom 13.08.2007 um 22:34:56 Uhr (11 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Ein


Lösen Drogen alle Probleme?

3

Verzweiflung Faulheit

Anfang Juli wurde ich von meinem Betrieb aus konjukturellen Gründen gekündigt. Seitdem geht es bei mir nur noch bergab. Zumindest habe ich das Gefühl. Ich (w/21) bin vom Land in die Großstadt gezogen. Ich habe keine Lust mir irgendwie richtig Arbeit zu suchen, oder dass ich die Termine auf dem Arbeitsamt wahrnehme. Mich regt das ja selber auf, aber ich komme nicht dagegen an. Im Moment ist es sogar so schlimm, dass ich regelrecht an Selbstmord denke, aber ich möchte meiner Familie noch ein Loch ins Herz reißen. Jetzt denke ich sogar daran Drogen zu nehmen. Drogen lassen doch alle Probleme vergessen, nur man rutscht verdammt tief in die Scheiße rein. Sozusagen stehe ich am Abgrund, an dem ich nur noch Springen muss und damit alles auf immer und ewig vergessen ist. Ich weiß nicht mehr weiter. Weder ein noch aus. Ich kann nicht mehr.

Beichthaus.com Beichte #00022434 vom 06.08.2007 um 09:47:57 Uhr (3 Kommentare).

Gebeichtet von DerEineMensch
In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000