Die vegane Mitbewohnerin

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Rache Engherzigkeit Ignoranz WG Ernährung Köln

Über ein halbes Jahr lang lebte ich in einer Zweier-WG mit einer Veganerin zusammen. Um es vorwegzusagen: Ich habe keine Probleme mit Veganern und halte sie auch nicht grundsätzlich für Spinner. Toleranz ist für mich wichtig, jeder sollte so leben, wie er es für richtig hält. Meine Ex-Mitbewohnerin schien anfangs auch dieser Auffassung zu sein. Zumindest betonte sie beim WG-Casting, dass sie andere Menschen nicht wegen deren Lebensstil verurteile und ihr ein harmonisches Zusammenleben am Wichtigsten sei. In den ersten Wochen verlief noch alles ganz normal. Wir aßen zwar nur selten zusammen, kochten dann manchmal aber gemeinsam. Natürlich vegan. So weit, so gut. Nach und nach merkte ich aber, wie meine Mitbewohnerin versuchte, mich zu bekehren. Es fing mit gemeinsamen veganen Koch-Sessions an und ging dann dazu über, dass sie beinahe jeden Tag kochte und mir dabei Reste übrig ließ - mit der Aufforderung, diese doch noch zu essen. Das fand ich zwar nett, manchmal hatte ich jedoch einfach Lust auf Fleisch.


Ab und zu briet ich mir also ein Stück Hähnchenfilet, aß eine Salamipizza oder einen Salat mit Thunfisch. Es kam dabei häufiger vor, dass meine Mitbewohnerin sich schnippische Kommentare nicht verkneifen konnte. Zuerst begann sie mit Fragen wie: "Isst du schon wieder Fleisch?", danach kamen Bemerkungen, dass sie der Fleischgeruch in der Wohnung störe und ich beim Essen bitte immer lüften solle. Sie fing an, Artikel und Bilder über Veganismus und Massentierhaltung auf meiner Profilseite zu posten. Irgendwann sperrte ich sie dann für diese Funktion. Wir führten einige Diskussionen zu dem Thema, die meistens damit endeten, dass sie mir, und Menschen wie mir im Allgemeinen, Unsensibilität und Ignoranz vorwarf. In der Küche hängte sie Postkarten mit Sprüchen über Veganer und Fleischesser auf. Ich ließ das so weit noch über mich ergehen und hielt meistens einfach den Mund. Ich ging dazu über, vermehrt in der Mensa oder unterwegs zu essen, damit ich mir zu Hause keine Vorwürfe mehr anhören musste. Das Fass zum Überlaufen brachte meine Mitbewohnerin dann damit, dass sie anfing, von mir gekaufte Wurst aus dem Kühlschrank zu entfernen. Mal legte sie die Lebensmittel vor meine Zimmertür, mal schmiss sie das Zeug gleich weg. An dem Punkt reichte es mir. Toleranz hin oder her, alles muss ich mir nicht gefallen lassen.


Meine Strategie: Ich machte auf verständnisvoll und begann, die reuige Sünderin zu spielen. Ich ließ zu, dass sie meine Profilseite vollspammte, und kommentierte fleißig ihre Artikel. Ich bot ihr an, wieder häufiger gemeinsam vegan zu kochen. Ich ging sogar in den sauteuren Bio-Supermarkt und kaufte ihre Lieblingskekse. Und als Dank für ihre Missionarstätigkeiten wurde ich eine emsige Köchin und Bäckerin: Kekse, Kuchen, Pudding, Auflauf, Lasagne - alles natürlich streng vegan. Zumindest laut Rezept. Tatsächlich fügte ich jedoch stets ein paar kleine, nicht so vegane "Geheimzutaten" hinzu. Ein bisschen Ei hier, etwas Milch da, ein Stückchen Butter dort. Es gelang mir sogar, in mühevoller Arbeit, ein wenig Fleisch in der Lasagne zu "verstecken". Von alldem bekam sie nie etwas mit. Ich freute mich jedoch jedes Mal diebisch, wenn sie sich genüsslich über meine Spezialitäten hermachte. Nach einer Weile kündigte ich jedoch das WG-Zimmer. Zwar hatte ich für einige Zeit ziemlich viel Freude gehabt, jedoch wurde mir das Ganze auf Dauer zu teuer und zeitaufwendig. Einen letzten Spaß habe ich mir dann aber doch noch erlaubt. An dem Wochenende meines Umzugs konnte meine liebe Mitbewohnerin leider nicht anwesend sein. Ich verfasste also zunächst einen netten Brief, indem ich ihr meine Ansichten noch einmal kurz darlegte, gefolgt von meiner kleinen, ungeschönten Rezeptsammlung.


Danach machte ich mich daran, sämtliche vegane Lebensmittel in der Wohnung durch von mir bevorzugte Produkte zu ersetzen. Natürlich wollte ich nicht alles an gut sichtbaren Plätzen verstauen, über die eine oder andere Wurstscheibe hat sich die Gute bei entsprechender Geruchsentwicklung sicher erst Wochen später gefreut. In ihre Jackentaschen gab ich - sehr aufmerksam - Mettbrötchen als Proviant. Und wer braucht schon Gesichtscreme im Badezimmerschrank, wenn er dafür auch ein schönes Glas Leberwurst haben kann? Da ich es jedoch nicht über mich brachte, das frische Obst und Gemüse wegzuschmeißen, gab ich ihm, mit einem sorgfältig arrangierten Speckmantel, quasi eine persönliche Note. Fast bedauerte ich es, die Wohnung verlassen zu müssen, hatte ich sie doch letztlich in mein persönliches Paradies verwandelt. Nun ja, nachdem ich den Wohnungsschlüssel im Schinkenmantel im Briefkasten verstaut hatte, verließ ich mein trautes Heim für immer. Was möchte ich also beichten? Dass ich es nicht geschafft habe, meine guten Vorsätze zu erfüllen? Dass ich meine Mitbewohnerin angelogen, hereingelegt und ihr Eigentum, sowie wahrscheinlich ihre Seele, beschädigt habe? Dass ich mich auf solch ein niedriges Niveau begeben habe? Nein. Ich möchte nur beichten, dass mir das alles absolut nicht leidtut. Wer Respekt und Toleranz von mir erwartet, sollte dasselbe auch von sich verlangen. Ich bitte um Absolution für meine mangelnden Gewissensbisse!

Beichthaus.com Beichte #00034148 vom 21.10.2014 um 00:34:06 Uhr in 50825 Köln (Heliosstraße) (23 Kommentare).

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Pizza zum guten Preis

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Betrug Falschheit Geiz Ernährung

Ich habe letztens den Pizzaboten verarscht. Da unser Kassensturz sich nur auf drei Dosen Linsensuppe belief und wir fünf Mädels extreme Lust auf Pizza hatten, entwickelte ich einen Plan. Ich bestellte das ersehnte, italienische Backwerk auf unseren Nachbarn. Zur angegebenen Lieferzeit ging ich vors Haus, öffnete meine Motorhaube und fummelte aufwendig daran herum. Meine Freundinnen waren angewiesen, sich im Haus still zu verhalten. Das war nicht so einfach, man vernahm immer mal wieder hysterisches Gekicher. Aber siehe da, pünktlich erschien der Bote unseres Glücks, grüßte kurz und ging starken Schrittes zum Nachbarhaus. Kurz darauf kam er die Auffahrt fluchend wieder runter und sprach mich an, ob da niemand zu Hause wäre. Ich schaute überrascht und sagte: "Puh, keine Ahnung!" Obwohl ich ganz genau wusste, dass die Nachbarn im Urlaub sind. Er tobte, und jetzt kam meine große Stunde.

Ich äußerte mein Bedauern über seine unnötige Fahrt und tat dies in ebenso gepfefferter Ausdrucksweise wie er, um mich ihm anzupassen und Sympathie aufzubauen. Dann fragte ich ihn im Nebensatz ganz unterschwellig, welche Pizzen er denn da überhaupt hätte. Ich wäre schon so lange mit dem Auto beschäftigt, dass ich etwas Essbares vertragen könnte. Kurzum: Er sprang direkt an und für einen "guten Preis" nahm ich ihm dann alle Pizzen ab - ich würde sie für schlechte Zeiten in die Truhe schmeißen. Er schien erleichtert und brauste ab, während ich die Motorhaube schloss und mit den heißen Kartons ins Haus ging. Auf dem Weg wurde mir jedoch klar, wie scheiße ich mich eigentlich benommen habe. Deshalb möchte ich hiermit gestehen und versprechen, dass ich so etwas nie wieder tun werde!

Beichthaus.com Beichte #00033986 vom 21.09.2014 um 10:02:45 Uhr (11 Kommentare).

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Neid auf die glückliche Beziehung der Freundin

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Neid Eifersucht Zwietracht

Ich (W/26) bin die wohl schlechteste Freundin aller Zeiten. Meine beste Freundin hat sich in einen Mann verliebt, der wirklich in der ganzen Stadt wegen seiner wechselnden Geschlechtspartnerinnen bekannt ist. Ich hab oft versucht sie davor zu bewahren, dass er ihr das Herz bricht. Die beiden waren ungefähr 2 Jahre ein paar ohne, dass er sie verletzt oder betrogen hat. Ich konnte das nicht wirklich ertragen, das sie ständig davon gesprochen hat Ihn zu heiraten und Kinder zu bekommen. Der Höhepunkt war, als er ihr vor sechs Wochen wirklich einen Antrag gemacht hat und sie ihm zur Krönung von ihrer Schwangerschaft erzählt hat, da sind bei mir sämtliche Leitungen irgendwie gebrochen und ich hatte so ein seltsames Gefühl von Ungerechtigkeit in mir. Letzte Woche bin ich zur Wohnung der beiden und habe ihn sozusagen überrascht und meinen Besuch damit getarnt das ich für sie eine Baby Party schmeißen möchte. Er hat es natürlich geglaubt und sich unglaublich darüber gefreut, dass sie so eine nette Freundin hat.

Ich wusste, dass er im nüchternen Zustand noch nicht mal meine Hand halten würde, weil sie es geschafft hat aus ihm einen treuen Mann zum heiraten zumachen. Also habe ich ihm immer weiter Wein ausgeschenkt bis er wirklich kaum noch gerade sitzen konnte. Selbst da hat er nicht daran gedacht mit mir zu schlafen und ständig Nein gelallt. Also musste ich ihn ausziehen und hab mich selbst nackt neben ihm gelegt und auf meine beste Freundin gewartet. Als sie kam war sie natürlich ziemlich sauer und verletzt und hat mich rausgeschmissen, mit ihm hat sie am nächsten Schluss gemacht und ist zu ihren Eltern gezogen. Er kann sich natürlich nicht erklären wieso er schwach geworden ist und versucht sie wieder zurück zu bekommen aber sie ist so verletzt dass sie mit keinem von uns sprechen will. Ich weiß ich hab etwas schreckliches getan was ich meiner glücklichen schwangeren besten Freundin nie hätte antun dürfen, aber ich war einfach so schrecklich eifersüchtig auf ihr Glück während bei mir gar nix lief.

Beichthaus.com Beichte #00033763 vom 15.08.2014 um 10:16:57 Uhr (46 Kommentare).

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Der Bonzen-Geldbeutel im Müll

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Betrug Ungerechtigkeit Diebstahl Morallosigkeit

Ich beichte, dass ich gestern einen Geldbeutel gefunden habe und mir sowohl das Geld (über 200 Euro) einverleibt, als auch den restlichen Inhalt in der Mülltonne entsorgt habe. Und zwar hat sich das Ganze so zugetragen: Nachdem ich den Geldbeutel fand, habe ich erst einmal geschaut, wie viel Geld darin ist und wem er gehört - also habe ich auf den Ausweis geschaut und fuhr dann zu der Adresse und wollte ihn fragen, ob er etwas vermisst. Normalerweise bin ich ein ehrlicher Mensch und gebe auch das Geld zurück, aber als ich an der Adresse ankam, oder besser gesagt: Als ich an dem "Anwesen" mit dem dicken Audi in der Einfahrt ankam, habe ich mir das Geld direkt eingesteckt. Ich habe nämlich sofort gesehen, dass er im Gegensatz zu mir genug Kohle hat. Hätte der Geldbeutel einer alten Frau gehört, die vielleicht gerade ihre Rente abgeholt hat, hätte ich das Geld natürlich mit abgegeben, aber bei dem Bonzen hatte ich keine Reue. Dann wollte ich aber wenigstens die Papiere in den Briefkasten schmeißen und habe das Auto hingestellt und bin ausgestiegen. Als ich dann allerdings gerade um mein Auto herumlief, kam der Besitzer der Papiere und schnauzte mich an, dass ich dort nicht stehen bleiben könne, sonst würde er mich abschleppen lassen. Dann ist er in seinem Audi davongebraust, ohne mich zu Wort kommen zu lassen. Ich war wirklich fassungslos, aber dann habe ich einfach seinen Geldbeutel tief in der Mülltonne des Nachbarn vergraben. Ich weiß, so etwas ist mies, aber wer so mit seinen Mitmenschen umgeht, hat es nicht anders verdient.

Beichthaus.com Beichte #00033598 vom 14.07.2014 um 01:23:18 Uhr (23 Kommentare).

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Peinliche Entdeckung

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Peinlichkeit Masturbation Kellinghusen

Heute ist mir das Peinlichste meines bisherigen Lebens widerfahren. Für manche mag das vielleicht nicht weiter dramatisch sein, aber ich würde mich am liebsten begraben gehen. Meine Mutter hat nämlich meinen Vibrator gefunden. Da war er einmal nicht dort versteckt, wo er sonst ist, und dann so etwas. Ich bin zwar schon 21, aber es war wirklich unglaublich peinlich, als sie das angesprochen hat. Dazu muss man sagen, dass sie diese typische Art an sich hat, bei der man das Gefühl bekommt, dass sie alles verurteilt, was jemand tut. Aber was erwartet sie von einer Frau, die bisher ihr ganzes Leben lang Single war und ist?! Ich möchte beichten, dass mir das Ganze trotzdem so peinlich ist, dass ich kurz davor bin, das Ding wegzuschmeißen. Einfach, weil sie jetzt weiß, dass ich so etwas benutze.

Beichthaus.com Beichte #00033586 vom 11.07.2014 um 13:44:11 Uhr in Kellinghusen (21 Kommentare).

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