Auslandsaufenthalt oder Jobsuche?

17

anhören

Lügen Falschheit Verzweiflung Arbeit

Ich (m/25) beichte, dass ich mein gesamtes Umfeld belüge. Ich habe vor Kurzem mein Studium abgeschlossen und allen erzählt, dass ich erst mal 3-4 Monate im Ausland bin, bevor ich mich um einen Job bemühen will. Die Wahrheit ist, dass ich immer noch hier in Deutschland verweile und nur so tue, als wäre ich nicht da. Zum Glück wohnen alle Freunde und engere Verwandte am anderen Ende der Republik, sodass keiner zufällig hier vor der Tür stehen würde. Der Grund für meine Lüge? Ich bin studierter Ingenieur und finde einfach keinen Job. Ich habe einen Schnitt von 2,3, was nicht wirklich weltbewegend ist, aber doch ganz okay in meinen Augen. Es hagelt eine Absage nach der anderen. Es werden eigentlich nur junge, motivierte 20-Jährige mit mindestens 30 Jahren Berufserfahrung gesucht. Und wenn mal eine Stelle als Trainee oder Einsteiger ausgeschrieben ist, dann soll es doch bitte jemand mit einem 1,0 Schnitt sein, der schon vier Jahre Praktika Erfahrung hat und am besten noch vier Jahre Praktika-Erfahrung im Ausland gesammelt hat.


Würde ich mein Umfeld nicht belügen, würde sich inzwischen jeder darüber wundern, dass ich mehr als zwei Monate nach dem Abschluss immer noch keinen Job in Aussicht habe. Es kotzt mich einfach an, dass ich nach weit über 100 Bewerbungen noch nicht einmal eine einzige Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommen habe. Meine Bewerbung habe ich sogar mit fachmännischer Hilfe noch mal komplett aufpoliert, ohne Erfolg.

Beichthaus.com Beichte #00036597 vom 09.09.2015 um 23:45:22 Uhr (17 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Von Fußgängern und Autofahrern

10

anhören

Hass Zorn Aggression Auto & Co.

Als Fahrradfahrer in Hamburg bin ich (m/29) immer wieder erstaunt, welche Faszination der Radweg für Fußgänger hat. Ein vier Meter breiter Fußweg und ein ein Meter Radweg stehen zur Verfügung, und einzelne Personen oder Pärchen latschen bequem über den Radweg. Klingeln versetzt die Menschen in Empörung oder Belustigung über die eigene Unfähigkeit, darauf zu achten, wo man lang geht. Auch bei Ampeln ist es besonders schön, dass Fußgänger immer wieder bei der Fahrradüberquerung stehen müssen, obwohl genug Platz für Fußgänger als Überweg zur Verfügung steht.


Auch wird ohne zu Schauen zwischen Fußweg und Radweg geschwankt, gewechselt und überquert. Ich fuhr schon extra langsam, trotzdem kam es oft genug zu Beinahekollisionen mit entsprechender Diskussion. Ich laufe doch auch nicht auf die Straße und diskutiere dann mit den Autofahrern, dass sie ja ausweichen können. Autofahrer sind auch teilweise Weltklasse. Eine lange Straße, wo ich als Radfahrer bei Tageslicht in bunten Klamotten mit Licht offenbar unsichtbar bin und ein Autofahrer rechts abbiegt - mit 40 in eine Fußgängerzone. Ich bin dem voll in die Seite gefahren und natürlich gestürzt. Da wird erst mal geguckt, was für Schäden am Auto sind und dann gepöbelt, man könne ja aufpassen. Glücklicherweise ist außer ein paar leichten Schäden am Fahrrad nichts weiter passiert. Passanten haben das Kennzeichen aufgeschrieben, weil der Herr es nicht für nötig hielt, zu warten, und einfach eingestiegen und weggefahren ist. Ohne Helm und der verbesserten Physis durch Fitnesstraining will ich nicht wissen, was mir sonst passiert wäre.


Auch stellen sich Autofahrer gerne auf den Radweg oder fahren, ohne zu schauen. Und selbst wenn sie schauen, warum sollten sie Platz machen? Auf dem Radweg halten ist ja viel einfacher. Der Höhepunkt war der DHL-Fahrer, der auf dem Radweg stand, keine Lücke im Verkehr hatte und warten musste - und dann, als ich vor ihm ausweichen will, Gas gibt und noch pöbelt. Seitdem richtigen Crash habe ich keine Lust mehr, Rücksicht zu nehmen. Ich klingele zwar noch, fahre aber dicht an den Fußgängern vorbei, wenn diese auf dem Radweg gehen oder nicht reagieren, und erschrecke sie dadurch jedes Mal, in der Hoffnung auf einen Lerneffekt. Ich beeichte also, dass ich einen Hass auf ignorante Fußgänger entwickelt habe und eine Kollision dadurch eher möglich mache.

Beichthaus.com Beichte #00036583 vom 08.09.2015 um 11:50:57 Uhr (10 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Liebe ist genug

14

anhören

Dummheit Liebe

Mein Lebensmotto ist, dass Liebe genug ist. Hat man die, braucht man nichts. Natürlich braucht man in der heutigen Zeit massig Geld, aber Geld kann nichts. Geld ist Grund für Kriege und Völkermord. Man möge sich bitte vorstellen, dass man morgens an einem fremden Ort aufwacht, von dem man nie wieder weg kann. Außer die Personen, die man liebt (Partner, Kind, Bruder, Freunde etc.), ist niemand da. Das Leben kann schlecht und schwer sein, aber mit Liebe an der Seite ist es nur halb so schlimm. Viele halten mich für eine Träumerin, die noch nicht in der harten Welt angekommen ist, aber ich bewahre mir bewusst diese Naivität. Ich hatte nicht immer viel zu lachen und weiß sehr gut, was Liebe kann. Oberflächliche Menschen, die den Blick für das Wesentliche verloren haben, können doch nicht die Zukunft sein. Woher nehmen sie Kraft und ruhen sich aus, wenn sie ignorant durch das Leben hasten?

Beichthaus.com Beichte #00036573 vom 06.09.2015 um 21:00:48 Uhr (14 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Ungewollt Schwanger - was nun?

19

anhören

Verzweiflung Feigheit Engherzigkeit Selbstsucht Schwangerschaft

Ich (w/25) muss gleich zwei Dinge beichten. Zum einen bin ich ungewollt schwanger geworden und mittlerweile in der zehnten Woche. Es wäre definitiv vermeidbar gewesen, daher sehe ich es als Beichte meiner Naivität und Dummheit an. Mit dem Vater des Kindes bin ich gerade mal seit vier Monaten zusammen und ich habe es bis zur Schwangerschaft nicht einmal als Beziehung angesehen. Den positiven Test hätte ich niemals erwartet, für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Eigentlich war mir immer klar, dass ich nie abtreiben könnte, denn wer Sex haben kann, der kann auch Verantwortung übernehmen. Und außerdem habe ich ein abgeschlossenes Studium und stehe seit zwei Jahren fest im Berufsleben. Es wäre also prinzipiell kein Problem. Das sagt sich allerdings immer so leicht, denn seit ich tatsächlich schwanger bin, spielen meine Hormone komplett verrückt. Den Kindesvater kann ich in meiner Nähe nicht mehr ertragen und ich würde mich am Liebsten von ihm trennen. Auch habe ich keine Kraft mehr für irgendwas. Ich musste mich krankschreiben lassen, weil mein Frauenarzt eine beginnende Depression diagnostiziert hat. Damit hatte ich früher schon zu kämpfen.


Mit meinem Freund suche ich aktuell nach einer Wohnung, aber ich möchte das einfach nicht. Ich wollte nie wieder mit meinem Mann zusammenleben, seitdem ich mit meinem Ex-Freund schlechte Erfahrungen damit gemacht habe. Auch kann ich mir einfach nicht vorstellen, Mutter eines kleinen Babys zu sein und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Meine größte Angst ist, dass ich mein Kind nicht liebe, da ich im Moment für niemanden etwas empfinden kann. Dazu kommt, dass ich meinen Job hasse und mir seit Längerem überlege, noch einmal neu zu studieren. Kurzum: Ich fühle mich komplett überfordert und verkrieche mich nur noch. Mit meiner besten Freundin habe ich entschieden, dass ich mich zumindest einmal von Pro Familia beraten lasse. Da mein Freund sich inzwischen über alles freut und sich auch immer Kinder gewünscht hat, konnte ich ihm das nicht erzählen, was bedeutet, dass ich heimlich zu diesem Termin gehen werde und wahrscheinlich abtreibe. Es tut mir alles so furchtbar leid und ich bin mir auch sicher, dass es mir danach nicht viel besser geht, aber ich sehe einfach keinen Weg, dieses Kind zu bekommen und ihm Liebe und Zuneigung zu geben. Es ist so verdammt unfair meinem Freund gegenüber, der sich nichts sehnlicher wünscht, als ein eigenes Kind. Es wäre auch finanziell kein Problem, da er sehr gut verdient. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, ihm das Sorgerecht zu überlassen, doch ich habe riesige Angst vor gesellschaftlicher Stigmatisierung. Liebe Beichtgemeinde, ich schäme mich für meine Naivität und Herzlosigkeit, doch ich weiß einfach nicht weiter. Bitte vergebt mir.

Beichthaus.com Beichte #00036554 vom 04.09.2015 um 14:51:01 Uhr (19 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Ein


Gibt es Liebe wirklich?

18

anhören

Verzweiflung Begehrlichkeit Liebe

Ich (w/24) habe mich heute lange mit einer Freundin unterhalten. Sie ist selbst in einer Langzeitbeziehung und sagte mir direkt ins Gesicht, dass ihr diese Überromantisierung der Liebe auf die Nerven geht. Zuerst war ich ein bisschen schockiert. Was gibt es denn Romantischeres als Liebe? Sie redete irgendwas von chemischen Reaktionen, das ich nicht ganz verstand. Als ich dann alleine daheim saß und mir das alles durch den Kopf gehen ließ, fiel mir auf, dass ich eigentlich noch nie verliebt war, also in meinen zwei bisherigen Beziehungen, die beide über zwei Jahre dauerten, gar nichts empfand. Ich möchte hiermit beichten, dass ich langsam anfange, ernsthaft an der Existenz der Liebe zu zweifeln, auch wenn ich früher dachte, dass Liebe auf dieser Welt alles ist, das zählt.

Beichthaus.com Beichte #00036543 vom 03.09.2015 um 15:32:47 Uhr (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000