Beziehung mit einem Flüchtling

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Begehrlichkeit Verzweiflung Waghalsigkeit

Ich (w/25) habe eine Zeit lang mit Flüchtlingen gearbeitet, daraus sind auch viele Freundschaften entstanden. Besonders mit einem alleinerziehenden Familienvater habe ich mich sofort sehr gut verstanden. Ich habe ihn bei vielen Dingen, die in Deutschland nun mal normal, für ihn aber naturgemäß sehr fremd waren, unterstützt, die Freundschaft war aber nie nur einseitig - er war immer froh, wenn ich mal ein Problem hatte und er seine eigenen Probleme vergessen konnte. Als meine langjährige Beziehung in die Brüche gegangen ist, hat er mich sehr unterstützt und dafür gesorgt, dass ich nach relativ kurzer Zeit wieder mit beiden Beinen im Leben stand. Aber natürlich kam es, wie es kommen musste: Wir sind irgendwann miteinander im Bett gelandet. Wir haben beide panische Angst davor, dass wir damit über kurz oder lang unsere wirklich tolle Freundschaft aufs Spiel setzen, können aber auch nicht die Finger voneinander lassen.

Seine Kinder sehen in mir eine wichtige Bezugsperson und sein ältester Sohn sieht mich bereits als eine Art Ersatzmutter, was uns beiden nicht gefällt, da wir keine Beziehung miteinander wollen. Wir haben auch schon mit seinem Sohn darüber geredet, das hat aber nicht wirklich viel gebracht. Ich beichte also, dass ich wohl über kurz oder lang sowohl eine tolle Freundschaft als auch die geistige Gesundheit eines Kindes, das sowieso schon zu viel in seinem kurzen Leben gesehen hat, aufs Spiel setze, weil ich meine Triebe nicht im Griff habe und der Sex einfach zu gut ist.

Beichthaus.com Beichte #00038593 vom 06.08.2016 um 12:03:11 Uhr (12 Kommentare).

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Alleine bei der Arbeit

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Masturbation Schamlosigkeit Waghalsigkeit

Alleine bei der Arbeit
Ich (w/32) habe einen Arbeitsplatz, an dem ich des Öfteren ganz alleine bin. Manchmal Stunden, aber es kann immer jeden Moment die Tür aufgehen und jemand reinkommen. Ich sitze hinter meinem Tresen und muss mich also irgendwie den ganzen Tag beschäftigen. Ich beschäftige mich dann gerne mit mir selbst. Ich trage eine "Uniform" mit Bluse und Rock und seit einiger Zeit trage ich unter dem Rock kein Höschen mehr. So nutze ich die Zeit, in der ich allein auf der Arbeit bin, für Spielereien. Manchmal sitze ich mit gespreizten Beinen auf meinem Hocker und spiele. Das Wissen, jeden Moment könnte jemand reinkommen, lässt mich quasi auslaufen. Ich sitze so, dass ich sehe und höre, wenn jemand kommt und so in der letzten Sekunde ohne gesehen zu werden den Rock wieder runterziehen kann, wenn ich aufstehe, um den Kunden zu begrüßen. Ich beichte also, dass ich ein böses Mädchen bin.

Beichthaus.com Beichte #00038592 vom 06.08.2016 um 08:31:46 Uhr (21 Kommentare).

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Generation Z

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Hochmut Vorurteile Dummheit Zorn Gesellschaft

Was ich (m/20) hier zu beichten habe? Ich verachte meine Generation. Wieso? Weil es mir vorkommt, als würde unsere Generation vollends verkommen. Was bitte sehr hat unsere Generation zu bieten? Wenn ich mich in meinem Umfeld so umschaue, sehe ich zu 80-90 Prozent junge, herangewachsene Leute, die nichts aus ihrem Leben machen. Was ich genau damit meine? Ich kenne extrem wenige Leute, die es parallel schaffen, sich geistig, körperlich und gleichzeitig in ihrem Charakter zu entwickeln. Es scheint mir die Devise "Wir sind gut so, wie wir sind" zu gelten. Solange wir unsere Likes bei Instagram und Co. bekommen, ist schließlich alles gut. Wer hat sich diesen Schwachsinn ausgedacht?

Ich meine, ich kenne Leute, die sitzen stundenlang in ihren sozialen Netzwerken. Mein Gott, geht doch nach draußen und unternehmt was oder entwickelt euch weiter! Im "realen" Leben bekomme ich letzter Zeit häufig mit, dass unsere Generation sich aber innerlich ziemlich leer fühlt, Tausende Komplexe mit sich herumschleppt und orientierungslos durchs Leben stapft, was auch daran liegt, dass die wenigsten klare Werte und Ziele im Leben verfolgen. Ich verstehe ja, dass nicht alle das Glück haben können (so wie ich es hatte), in einer fabelhaften und finanziell gut gestellten Familie mit starkem familiären Band aufzuwachsen, dabei auch noch Modelqualitäten vorweisen zu können und ein mehr als gutes Selbstbewusstsein zu haben. Aber ist es denn so schwer, tatsächlich aus seinem Leben etwas zu machen und nicht nur mit einzelnen "Schnappschüssen" bei Instagram und einem Blenderleben zu strahlen?

Und diejenigen, die dann tatsächlich was auf dem Kasten haben, haben auch meistens einen Stock im Arsch und sind nicht einmal bereit, etwas aus sich rauszukommen oder etwas Verrücktes zu unternehmen, ohne sich dabei ihre Portion Mut antrinken zu müssen. Ich beginne langsam zu verstehen, warum so viele junge Leute leer und depressiv sind. Ich meine, hätte ich nicht meine Familie und einen Freundeskreis, der aus sehr wenigen Leuten besteht - die aber intelligent und gebildet sind und noch dazu das Temperament von Süd- und Osteuropäern (zu den ich gehöre) vorzuweisen haben, hätte ich mir schon längst die Kugel verpasst. Ich würde ja hier noch gerne die "Beziehungen" in unserer heutigen Generation thematisieren, aber das ist noch mal Stoff vom Feinsten, um eine zweite Beichte abzuliefern. Zusammengefasst muss ich sagen: Generation Z bedeutet 0 Prozent Niveau, 0 Prozent Spaßfaktor und 100 Prozent Enttäuschung. Ich bitte für meine Arroganz und meine hohen Ansprüche an unsere Generation um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00038591 vom 06.08.2016 um 00:45:13 Uhr (19 Kommentare).

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Die Tiere im Gartencenter

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Neugier Zwang Maßlosigkeit Tiere Osnabrück

Ich (w/23) beichte, dass ich nur wegen der vermeintlichen Haustiere der Mitarbeiter zum Gartencenter in der Nähe gehe. An sich ist das Center wirklich schön, es ist eher klein im Gegensatz zu den großen Centren, weil es noch direkt in der Stadt liegt. Da ich keinen Balkon und nur ein paar Pflanzen auf der Fensterbank habe, laufe ich also dort regelmäßig hin, um die gute Luft einzuatmen. Es ist so ein bisschen feucht-warm bis tropisch in dem Gartencenter selbst, weil es wie ein einziges großes Gewächshaus ist, und draußen gibt es es die schönsten Brunnen und größeren Gewächse. Innen ist die Luft sehr, sehr sauber. Ganz oft gehe ich aber eigentlich nur wegen der Atmosphäre hin und checke dann schon im Eingangsbereich ab, ob die schöne, pechschwarze Katze schon auf den Tresen an der Kasse liegt. Wenn nicht, gehe ich nur einmal durch, um zu genießen. Wenn sie dort liegt, dann kaufe ich meist eine Kleinigkeit, um sie nach dem Bezahlen an der Kasse streicheln zu können.

Heute habe ich herausgefunden, dass es dort noch ein Tier gibt, das scheinbar regelmäßig dort ist, aber ich habe es nicht sehen oder anfassen können. Folglich wird dem Gartencenter in den nächsten Tagen und Wochen solange ein Besuch abgestattet, bis ich weiß, was sich dort an schönen Tieren noch so während der Öffnungszeiten tummelt. Ich glaube, ich bin da echt bekloppt. Tierhaltung ist aber in meiner Wohnung verboten, deswegen bin ich permanent auf Entzug und nutze jede Gelegenheit, um mit Hund, Katze, Kuh, Pferd oder sonst was Kontakt aufzunehmen.

Beichthaus.com Beichte #00038590 vom 05.08.2016 um 23:29:34 Uhr in 49084 Osnabrück (Meller Straße) (13 Kommentare).

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“Beichte

Ich genieße mein Leben mit Hartz-IV

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Feigheit Vorurteile Gesundheit

Ich bin 25 Jahre alt und habe trotz meiner Sozialphobie (und dadurch sieben stationäre Therapien, je drei bis sieben Monate) meine Fachhochschulreife erworben und studierte bis zuletzt noch Produktdesign an einer Kunsthochschule (habe fast immer 30 CP erreicht). Als ich Panikattacken während der Vorlesungen und in meinen Kursen bekommen habe, habe ich mich dazu entschlossen, mich beurlauben zu lassen und beziehe nun seit drei Monaten Hartz-IV. Mein Vater wurde so erzogen, dass er davon ausgeht, dass es einem gut geht, wenn man arbeitet. Deshalb (und wahrscheinlich auch wegen der von der Gesellschaft eher negativen Einstellung gegenüber Hartz-IV-Empfänger) empfinde ich es wohl als Beichte, Folgendes zuzugeben:

Wenn ich sage: "Ich will gesund werden", bedeutet das nicht "Ich will wieder arbeiten/studieren können". Was ich sagen will, ist: Ich arbeite nicht darauf hin, dass die Panikattacken weggehen, um wieder arbeiten zu können. Wenn ich in zwei Jahren immer noch Panikattacken bekomme, wenn ich Leistungen erbringen muss und bewertet werde, ist mir das ganz recht. Damit kann ich mich aus der Arbeitswelt entziehen. Ich bin kein fauler Mensch. Ich bin eigentlich auch ziemlich diszipliniert. Ich bin mit der Einstellung meines Dads groß geworden und würde ohne die Panikattacken wohl heute noch studieren, trotz Depressionen, Schlaflosigkeit, Suizidgedanken, usw.

Da ich schon über 10 Jahre Erfahrungen in Therapien gemacht habe und sehr kreativ bin, habe ich eine große Selbstwirksamkeit. Ich brauche Arbeit weder um mich zu beschäftigen, um das Gefühl zu bekommen gebraucht zu werden, um Anerkennung und Rückmeldung zu erhalten, noch für das viele Geld. Meine höchsten Ausgaben im Monat sind die vegetarische und die glutenfreie Ernährung und das monatliche Internet. Ich habe am Monatsende sogar noch Geld übrig, was ohne einen bestimmten Zweck automatisch gespart wird. Das liegt nicht daran, dass man mit Hartz-IV viel Geld bekommt. Sondern schlicht weg daran, dass ich mir bewusst geworden bin, dass ich nur für eine sehr kurze Zeit scheinglücklich wäre, wenn ich mir etwas kaufe oder in den Urlaub fahre. Ich brauche weder ein cooles Styling, um es auf Instagram zu posten, noch brauche ich das neuste Handy. Klar, ich kaufe mir auch Sachen. Aber recht selten - und das war auch schon vor dem Hartz-IV-Bezug. Und als Student hatte ich auch mehr Geld als jetzt.

Ich wohne mit meiner Freundin zusammen, sie ist 27 Jahre alt und auch Hartz-IV-Empfängerin. Sie arbeitet seit einem Jahr nicht, mehr wegen ihrer Essstörung. Nimmt aber an Maßnahmen des Amts teil, da sie gerne wieder arbeiten möchte. Seitdem ich den Druck vom Studium los bin, geht es mir um einiges besser. Und ich bin immer offen für Veränderungen in mir, auch bezüglich der Arbeit und der Panikattacken. Aber solange meine Attacken noch da sind, danke ich meinem Körper dafür, dass er nicht auf meinen "Ich muss doch etwas tun"-Verstand hört und mir somit Zeit gibt, um das Leben genießen zu können.

Beichthaus.com Beichte #00038589 vom 05.08.2016 um 06:22:13 Uhr (24 Kommentare).

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