Zum rechts schreiben gezwungen

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Hass Zorn Schule

Ich möchte beichten das ich einen großen Hass gegen einen Lehrer aus meiner Schulzeit habe. Das Ganze ist jetzt fast zwanzig Jahre her, ich war damals in der zweiten Klasse. Ich hatte gerade grob schreiben gelernt als wir einen neuen Deutschlehrer bekommen haben. Der Mann war vom Charakter in etwa mit Thilo Sarrazin zu vergleichen, also sehr konservativ und weltfremd. Er hatte von Anfang an etwas gegen mich weil meine Eltern aus der Türkei kommen. Der Typ hat auf jeden Fall in der Klasse erst einmal alle Linkshändler dazu gezwungen mit Rechts zu schreiben. Leider war ich auch einer davon. Ich habe dadurch große Schwierigkeiten in der Grundschule bekommen. Später in der Orientierungsstufe hat ein Lehrer dann meinen Eltern dazu geraten das ich wieder mit Links schreiben lernen sollte. Er hat angeboten mir sehr günstig Nachhilfeunterricht zu geben und ich bin dafür immer noch dankbar. Schließlich habe ich die Realschule gemacht und die Noten sind auch immer besser geworden. Ich habe dann auch eine Ausbildungsstelle bekommen. Verdiene heute als Handwerksgeselle sehr gutes Geld und kann meine Familie davon gut ernähren. Trotzdem habe ich immer noch einen tiefen Hass auf diesen Lehrer aus meiner Grundschule. Ich schäme mich dafür, weil ich weiß, dass solche Menschen wie dieser Lehrer oft einen sehr schwachen Charakter haben und sich daher autoritäre Dinge wünschen. Aber ich muss immer daran denken das ich auch zum Gymnasium hätte gehen können. Ich habe viel darüber gelesen wie unser Gehirn funktioniert und weiß heute das mir durch den Zwang mit Links zu schreiben, obwohl meine Gehirnhälften anders herum funktionieren, ein großer Schaden angetan wurde. Ich hoffe das ich eines Tages vergeben kann, der Lehrer müsste zum Glück in Rente sein.

Beichthaus.com Beichte #00029806 vom 16.02.2012 um 22:11:18 Uhr (30 Kommentare).

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Ossi im Schwabenland

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Zwietracht Vorurteile Hass Neid

Ich möchte beichten, dass ich (w/27) mich über den Schaden einer langjährigen Freundin sehr gefreut habe! Wir sind seit über 15 Jahren befreundet, obwohl man das inzwischen wohl nicht mehr so nennen kann. Als wir uns kennenlernten, war ich frisch aus Ostdeutschland ins Schwabenland gezogen, in eines der wenigen streng katholischen Dörfer dort (Schwaben sind ja eher evangelisch). Wie auch immer, mein Selbstbewusstsein war sehr angeknackst, so war ich froh, dass ich jemanden kennenlernte, der sich überhaupt mit mir beschäftigte, denn der Ruf ein Ossi zu sein hing wie eine schwarze Wolke über mir. Ich wurde in der Grundschule wie ein Ausländer behandelt, den man auch noch diskriminieren durfte, gerade weil ich in den Augen dieser Saubermänner beides war: Ausländerin und Deutsche. Also war ich froh um jede Zuwendung und merkte nicht, wie sie mich eigentlich nur benutzte und ebenfalls nicht leiden konnte. Sie hatte am selben Tag Geburtstag wie ich und von da an mussten wir immer zusammen feiern, weil sie sonst alle meine Freunde auch zu sich einlud und ich alleine dagestanden hätte. Und sie war beliebter und mit den Einladungen zuerst dran, also hatte ich nie eine Chance. Außerdem machte sie jahrelang blöde Kommentare darüber, dass ich Einzelkind bin, wofür ich ja nun wirklich nichts kann. Sie selbst kommt aus einer katholischen Sauberfamilie mit 4 Kindern, im Dorf hoch angesehen. Sie meinte, man merke ja schon, dass ich Einzelkind bin, weil ich angeblich so selbstsüchtig sei. Jahrelang redete sie mir das ein. Ich gab immer brav nach und hoffte, dass sie mich irgendwann doch nett finden würde. Dazu kam noch, dass niemand wusste, dass ich zu Hause ab meinem 11. Lebensjahr sexuell missbraucht wurde. Niemandem konnte ich das erzählen und meine Freundinnen wissen bis heute nichts darüber. Mein Selbstbewusstsein war am Boden und diese eine Freundin stocherte immer weiter darin herum.


Vor ein paar Jahren kam dann die Krönung: Ich bin lesbisch, ob das jetzt am Missbrauch lag oder nicht, keine Ahnung, auf jeden Fall ist es jetzt so und ich lebe recht glücklich damit. Dann erzählte ich es meinen Freundinnen und ihr einziger Kommentar dazu: Also meine Eltern würden das ja nie erlauben! Heute kann ich darüber lachen, wie viel Dummheit und Ignoranz in einem Satz stecken kann. Letztes Jahr dann passierte es. Sie hatte eine 8-jährige Beziehung mit einem "Mann aus gutem Hause", den sie total anhimmelte und auch heiraten wollte. Als sie gerade ein paar Monate in China arbeitete und gerne länger geblieben wäre, nötigte er sie dazu dort wegzuziehen, weil er sie wieder bei sich haben wollte. Ein paar Monate später verließ er sie für eine rassige Brasilianerin und sie blieb zurück: Single, kein Job mehr in China, ja sogar arbeitslos in Deutschland. Ich muss sagen, dass freute mich sehr und es war eine Genugtuung. Sie musste wieder zu ihren Eltern ziehen und ihr Sauberimage als erfolgreiche junge Frau war dahin. Es kam auch heraus, dass er sie für dumm hält (naja, sie ist nicht dumm, aber eine Leuchte auch nicht gerade) und wohl dazu gebracht haben soll Fachzeitschriften zu lesen, damit er sich mit ihr unterhalten kann. Inzwischen hat sie wieder einen Job, aber nicht zu vergleichen mit dem davor. Und nur 6 Wochen, nachdem mit ihrem tollen Freund Schluss war, hatte sie einen neuen. Aber so wie es aussieht, wird das in einer Katastrophe enden, denn sie ist noch nicht über ihren anderen hinweg, weil sie ständig rumheult und gleichzeitig betont wie sehr sie doch über ihren Ex hinweg ist. Einziger Wehrmutstropfen: Bei meinen anderen Freundinnen muss ich mitspielen und sagen, wie Leid es mir für sie tut. Aber insgeheim freue ich mich. Bitte vergebt mir!

Beichthaus.com Beichte #00029802 vom 16.02.2012 um 10:51:32 Uhr (25 Kommentare).

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“Beichte

Polizeiauto

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Trunksucht Schamlosigkeit Peinlichkeit Polizei Wedel

Ich (Schlagzeuger) war mal auf dem Rückweg vom Proberaum meiner Band so hart besoffen, dass ich es nicht mehr halten konnte und gegen ein parkendes Polizeiauto gepisst habe. Die beiden Beamten, die gerade Brotpause machten, sah ich erst, als sie das Licht im Inneren anschalteten und mir erst fassungslos, dann schamlos grinsend auf die Nudel schauten. Ich habe keinen Ärger bekommen, weiß allerdings auch den Rest des Rückweges nach Hause nicht mehr.

Beichthaus.com Beichte #00029795 vom 13.02.2012 um 12:56:30 Uhr in 22880 Wedel (18 Kommentare).

Gebeichtet von jo-reader
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Der Freund aus Kindheitstagen

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Eifersucht Fremdgehen Zwietracht Partnerschaft

Im Herbst 2004 bin ich mit meiner jetzigen Ex-Freundin zusammengekommen. Eigentlich war alles sehr schön zwischen uns, ich hatte das Gefühl, dass wir gut zusammenpassten und war auch wirklich schwer verliebt in sie. Dennoch störte es mich, dass egal wo wir hingingen und was wir taten, immer ihr bester Freund mitkommen musste. Die beiden kannten sich seit ihrer frühesten Kindheit und gingen dementsprechend vertraut miteinander um. Wenn sie sich untereinander über ihre vielen gemeinsamen Erlebnisse unterhielten und zusammen lachten, kam ich mir oft vor wie das fünfte Rad am Wagen. Ich war ziemlich eifersüchtig auf ihn, ließ es mir aber nicht anmerken, denn als ich meiner Ex gegenüber mal erwähnte, dass es mich störte, dass ihr bester Freund immer und überall dabei war, wurde sie sehr aufbrausend. Offensichtlich hatten sie auch irgendwelche Geheimnisse vor mir, denn oft warfen sie sich vielsagende Blicke zu, wenn jemand das Wort "Feuerwehr" erwähnte. Ich dachte erst, dass sie vielleicht als Kinder irgendetwas angezündet hatten, deswegen fragte ich nicht weiter nach. Eines Tages stellte der beste Freund meiner Ex uns seine neue Freundin vor. Sie war sehr hübsch, nur etwas schüchtern. Mir fiel allerdings ein ziemlich großer Stein vom Herzen, da ich dachte, ich hätte jetzt etwas mehr von meiner eigenen Freundin. Doch weit gefehlt. Wir trafen uns jetzt ständig zu viert. Meine Freundin und ihr bester Freund lachten die ganze Zeit und amüsierten sich, und wir beiden Anhängsel saßen stumm daneben. Ich versuchte zwar mit dem Mädchen ins Gespräch zu kommen, aber sie antwortete auf Fragen immer nur mit Ja oder Nein und erzählte nie etwas von sich aus. Nach dem vierten Treffen gab ich es auf, mit ihr reden zu wollen. Irgendwann begrüßte sie mich nicht einmal mehr und rannte eines Tages, als meine Freundin und ihr bester Freund mal wieder so richtig vom Leder zogen, einfach schluchzend aus dem Raum. Ihr Freund lief ihr nach etwa fünf Minuten hinterher und kam mit versteinerter Miene nach einer halben Stunde wieder zu uns um uns mitzuteilen, die beiden hätten sich getrennt. Anschließend hing er deprimiert in den Armen meiner Freundin, die beiden kuschelten, und ich wusste nicht was ich sagen oder tun sollte.


In derselben Nacht erhielt ich eine formatsprengende SMS von einer unbekannten Nummer, wie sich herausstellte, von dem Mädchen. Sie entschuldigte sich darin, dass sie nie wirklich mit mir gesprochen habe, aber ihr jetziger Ex-Freund hätte es ihr verboten. Beim nächsten Satz stockte mir jedoch der Atem. Sie wusste, was es mit dem Wort "Feuerwehr" auf sich hatte. Meine Freundin und ihr bester Freund hatten wohl beide ihr erstes Mal miteinander gehabt, im Geräteschuppen der örtlichen Feuerwehr. Mir hatte sie jedoch immer erzählt, ihr Ex vor mir habe sie entjungfert, mit dem sie allerdings nur zwei Monate lang zusammen gewesen war. Nach langem Überlegen zeigte ich meiner Freundin die Nachricht. Sie stritt natürlich alles ab, und wurde ziemlich schroff. Dann fragte sie mich, ob ich einer dahergelaufenen Tussi mehr Glauben schenken würde als ihr. Kurz darauf bekam ich jedoch mit, wie meine Freundin mit ihrem besten Freund telefonierte, ich verstand zwar kein Wort, aber ihre Stimme klang angespannt und nervös. Ab und an wurde sie laut. In den folgenden Wochen wuchs mein Misstrauen meiner Freundin und ihrem besten Freund gegenüber nahezu ins Unermessliche. Meine Freundin bemerkte das natürlich und reagierte darauf indem sie erst wahnsinnig zickig und nach einem heftigen Streit, in dem ich ihr androhte mich zu trennen, extra liebenswert wurde. Sie bemühte sich danach das erste Mal, mich nicht immer komplett links liegen zu lassen sobald ihr bester Freund in der Nähe war. Ich ließ mich einlullen und wir kamen wieder besser miteinander klar.


Dieser Zustand hielt so lange, bis ich bemerkte, dass meine Freundin seltsam unpünktlich bei Verabredungen wurde und oft stundenlang nicht an ihr Handy ging. Ihre Eltern begannen mich mitleidig anzusehen, wenn ich bei ihr zu Hause auf sie wartete, und eines schönen Tages, als ich sie zur Rede stellte, erzählte sie mir unter Tränen alles. Sie hatte seit Jahren eine Affäre mit ihm, aber er wollte keine richtige Beziehung mit ihr, da er die Freundschaft nicht zerstören wollte. Ich vermutete zwar eher, dass er darauf aus war, problemlos auch noch mit anderen Mädchen schlafen zu können und dass diese Behauptung nur Unsinn war, aber ich konnte es ja schlecht beweisen. Sie war nur mit mir zusammen, weil ich eine Art Trophäe für sie war, die ihr Ego pushte und gleichzeitig auch noch ihren besten Freund eifersüchtig machte. Bei der Vorstellung, dass unsere ganze Beziehung nur darauf beruhte, drehte sich mir der Magen um. Wir trennten uns natürlich. Mir ging es eine Weile wirklich schlecht, aber ich rappelte mich wieder auf. Bald erfuhr ich, dass meine Ex wieder mit jemandem zusammen war. Die Beziehung hielt jedoch erwartungsgemäß nicht lange und ihr bester Freund wurde anschließend von ihrem neuen Freund krankenhausreif geprügelt. Man munkelte, dass er die beiden in flagranti erwischt hatte. Sie suchte daraufhin Trost bei mir. Aber anstelle sie zu trösten schrieb ich ihr einfach eine lange Nachricht in der ich ihr darlegte warum sie genau das verdient hatte, was sie bekommen hatte, und dass ich nie wieder etwas von ihr und ihrem besten Freund hören wollen würde. Ich drückte mich teilweise sehr krass aus, und beleidigte sie an vielen Stellen der Nachricht auf das Übelste. Sie musste zur Therapie, ob nun nur meinetwegen weiß ich nicht, aber ich habe mit meinen Worten sicherlich einen größeren Beitrag dazu geleistet. Es tut mir aufrichtig Leid.

Beichthaus.com Beichte #00029792 vom 09.02.2012 um 13:34:41 Uhr (35 Kommentare).

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Keine Emotionen

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Ignoranz Morallosigkeit Unfall

Ich (w) habe letztes Jahr mein Studium in Erlangen begonnen und bin deswegen auch dort hin gezogen. Zurück blieben nur wenige Freunde in meiner Heimatstadt, darunter auch eine sehr gute Freundin die letzten Monat bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen ist. Zu dieser Zeit war ich in Erlangen und habe es erst am nächsten Tag erfahren als mich ihre Mutter anrief und mir unter Tränen die schreckliche Nachricht mitteilte. Ich fühlte nichts. Rein gar nichts. Ich sprach ihr tröstende Worte aus und sagte ihr, dass ich zur Beerdigung erscheinen würde und legte auf. Im Laufe des Tages bekam ich immer mehr Anrufe von gemeinsamen Freunden die völlig aufgelöst waren. Irgendwann bin ich nicht mehr ans Handy gegangen. Nicht weil ich es nicht mehr ertragen konnte über den Tod von ihr nachzudenken, nein, sondern weil, so hart es jetzt auch klingen mag, ich es nicht nachempfinden konnte. Ich spürte weder Schmerz, noch Trauer, noch sonst eine Emotion. Irgendwann ging mir das ständige Geheule einfach auf die Nerven.


Auf der Beerdigung habe ich mein Bestes gegeben und ein trauriges Gesicht aufgesetzt. All die trauernden Menschen um mich rum. Mittendrin ich. Ich kam mir so fehl am Platz vor. Es war als hätte ich mich in einen Kreis eingeschlichen zu dem ich eigentlich keinen Zutritt hatte. Ich stand vor ihrem Grab. Ich empfand immer noch nichts. Ich war einfach nur froh als es vorbei war. Ich verstehe, dass etwas schlimmes passiert ist. Ich verstehe, dass ich normalerweise hätte traurig sein müssen, dass ich wenigstens etwas empfinden hätte müssen. Doch ich tat es nicht. Ich konnte einfach nicht. Ich kann es einfach nicht nachempfinden. Das konnte ich noch nie. Ich habe schon überdurchschnittlich viele geliebte Menschen verloren. Trotzdem habe ich dabei nie etwas empfunden. Diese Gleichgültigkeit begleitet mich schon mein halbes Leben. Ich verletze Menschen emotional, psychisch. Nicht absichtlich. Nein. Sobald ich merke, dass ich wieder etwas schreckliches getan habe, tue ich mein Bestes um es wieder gerade zu biegen. Das gelingt mir nicht immer, doch ich versuche es. Ich beichte hiermit dass ich ein gleichgültiger, verletzender und unehrlicher Mensch bin.

Beichthaus.com Beichte #00029789 vom 08.02.2012 um 00:30:04 Uhr (28 Kommentare).

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