Die erste Liebe

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Verzweiflung Ungerechtigkeit Feigheit Lügen Unfall

Ich lernte meinen ersten Freund mit 14 Jahren kennen. Leider kam er aus sehr zerrütteten Verhältnissen und wurde als Kind nicht nur missachtet, sondern auch geschlagen und genötigt. Deshalb versuchte ich immer, ein Vorbild für ihn zu sein â€â€œ ich half ihm, wo ich nur kann, auch wenn ich ihm dafür Lebensmittel zukommen lassen musste oder Ähnliches. Aber seine psychischen Probleme zeigten sich trotzdem immer wieder, was ich auch oft selbst zu spüren bekam. Trotzdem war er ein liebevoller und intelligenter Junge, der mein Leben wirklich bereicherte, und für den meine Gefühle im Laufe der Jahre immer stärker wurden. Mit 16 hatten wir dann das erste Mal Sex, während ich gleichzeitig versuchte, ihn von seinem alten Bekanntenkreis zu lösen, damit er die Kraft finden konnte, den Realschulabschluss nachzuholen - wobei das nur phasenweise gut ging. Das hat dann natürlich auch mich frustriert, da ich selbst noch zur Schule ging und ihm einfach nicht richtig helfen konnte. So ging das dann ein Jahr weiter, bis ich kurz vor dem Abitur stand und irgendwann bemerkte, dass meine Periode überfällig war. Ich wollte mir einreden, dass sie sich nur etwas verspäten würde, bis ich mich dann dazu zwang, einen Schwangerschaftstest zu machen, der leider auch positiv ausfiel. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was in diesem Moment in mir vorging. Ich holte mir noch einen Test, aber das Ergebnis änderte sich nicht - auch wenn schnell feststand, dass ich das Baby nicht bekommen würde. Mein Freund stimmte dem auch zu, da wir beide noch Schüler waren und meine Eltern uns bei so einer Nachricht bestimmt auch nicht unterstützt hätten. Wir hätten dem Kind also absolut nichts bieten können, deshalb war es die einzige Lösung in dieser Situation.

Wir gingen dann zu Pro Familia, wo man mir zwei Tage Bedenkzeit gab, ehe ein Termin gefunden wurde. Der Eingriff verlief gut, und mein Freund wich mir nicht von der Seite, aber trotzdem war nichts mehr wie vorher. So ein Eingriff nagt extrem an einem. Ich kapselte mich ab und fühlte mich einfach nur schrecklich. In der Schule lief es bei mir absolut nicht gut und mein damaliger Freund hatte zwar mittlerweile seinen Realschulabschluss, machte aber keinerlei Anstalten, sich eine Ausbildung oder Arbeit zu suchen. Mir war es wirklich vollkommen egal, welchen Beruf er ausübte, solange er irgendwas tut - was er aber nicht tat. Ich fragte mich immer mehr, welchen Sinn unsere Beziehung noch hat, versuchte aber dennoch ihm zu helfen. Er schrieb dann ein, zwei Bewerbungen und nachdem er Absagen erhielt, hörte er auch damit auf. Aber irgendwann hatte auch ich keine Lust mehr - ich gab ihm Liebe, Zuneigung und Perspektiven, aber es half dennoch nichts, obwohl ich zu ihm stand. Irgendwann sah ich dann keinen Ausweg mehr und wir trennten uns einige Monate nach der Abtreibung. Er wollte das jedoch nicht zulassen und tauchte überall auf, um mich zu sehen, was es mir unheimlich schwer machte, das Ganze endgültig zu beenden, schließlich liebte ich ihn aufrichtig. Er gab sich Mühe, und ein Jahr später hatte er eine Ausbildung, während ich mein Abitur gemacht hatte. Aus unserer Freundschaft wurde dann wieder eine Liebe - wir waren älter und reifer geworden und hatten unser Leben im Griff. Ich war wirklich überglücklich, irgendwann redete er sogar von einer Hochzeit und der Zukunft.

Irgendwie schien es, als könnte es tatsächlich klappen. Aber das Leben ist unberechenbar und unsere Träume zerplatzen wie eine Seifenblase, als er kurz darauf in einen schrecklichen Autounfall verwickelt wurde. Ich kann nicht anders, als es kurz zu machen: Das Auto, in welchem er saß, kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich mehrmals. Mein Freund wurde so stark verletzt, dass er nach drei Tagen im Krankenhaus verstarb. Damals, mit 18 Jahren, verlor ich alles. Meinen besten und einzigen Freund, meine Liebe, meine Zukunft. Ich kann diese Schmerzen mit einem Wort beschreiben. Meine Eltern zwangen mich dann irgendwann in eine Therapie. Ich aß nicht, ich weinte nicht, ich war auch nicht mehr fähig, etwas zu spüren. Für meine Therapeutin empfand ich nur Hass - sie verstand einfach gar nichts. Aber irgendwann meldete ich mich an der Uni an, weil ich wusste, dass es weitergehen muss. Die Therapeutin log ich an, und inzwischen sind vier Jahre vergangen. Ich bin 22 Jahre alt und inzwischen wieder in einer Beziehung. Mein Freund (27) ist wirklich lieb und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte keine Gefühle für ihn. Aber ich war bis jetzt nicht fähig, ihm etwas über meine erste Liebe zu erzählen. Er weiß auch nichts von meiner Abtreibung, nichts von seinem Tod, nichts von meiner innerlichen Verzweiflung. Es tut mir leid, dass ich irgendwo in mir drin immer diesen einen Jungen lieben werde, der so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde und meinem Freund deshalb nie die Liebe geben kann, die er von mir erwartet.

Beichthaus.com Beichte #00032986 vom 02.04.2014 um 23:11:31 Uhr (19 Kommentare).

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Kinder ohne Schwangerschaft

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Lügen Falschheit Ekel Schwangerschaft

Für meinen Mann (32) und mich (29) scheint das Glück perfekt. Wir führen seit zwei Jahren eine glückliche Ehe, haben keine finanziellen Sorgen und haben eine schöne, relativ große Wohnung. Alles, was noch fehlt, ist ein Kind. Schon seit Jahren steht für uns fest, dass wir gemeinsame Kinder wollen. Vor einiger Zeit sollte es dann so sein - er sprach mich erneut auf das Thema Baby an und wir beschlossen, dass ich die Pille absetze. Und ab hier beginnt die Beichte: Ich wusste sofort nach dem Geschlechtsakt, dass ich schwanger bin, ich behielt es jedoch erst einmal für mich. Ein paar Wochen später machte ich dann den Test, welcher natürlich positiv war. Auch davon erzählte ich meinem Mann nichts. Er fragte zwar, aber ich sagte ich wäre nicht schwanger. Ich war glücklich schwanger zu sein, aber nach ein paar Tagen des Nachdenkens kam ich zu einem Entschluss. Mein Mann musste auf eine Geschäftsreise und das war für mich der Zeitpunkt, um heimlich einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen. Ich bereue es nicht. Ich war glücklich schwanger zu sein, bin aber ebenso glücklich, es nicht mehr zu sein.


Nach seiner Geschäftsreise kam es wieder zum Akt und diesmal holte ich mir, wieder heimlich, die Pille danach. Ich habe daraufhin wieder angefangen die Pille zu nehmen, versteckt an einem Ort außerhalb unseres Zuhauses. Mein Mann bekam langsam Zweifel an seiner Fruchtbarkeit, ließ sich testen und bekam als Ergebnis, dass er sehr fruchtbar ist. Ich ließ mich ihm zuliebe auch testen und bekam ebenfalls ein gutes Ergebnis. Vor Kurzem habe ich dann von der Pille auf die Spirale gewechselt, weil mir das Risiko zu groß war, dass er meine Lüge mitbekommt. Warum ich Kinder haben will, aber nicht schwanger sein möchte, fragt ihr euch? Weil ich den Gedanken an die Geburt unerträglich finde. Und damit meine ich nicht die Schmerzen, sondern den Ekel und den Kotzreiz, der mich überkommt, wenn ich daran denke ein Kind durch die Vagina zu pressen. Diese Vorstellung finde ich so etwas von ekelerregend, dass ich meinen Mann belüge, denn er hätte für die Wahrheit kein Verständnis. Wir denken jetzt über Adoption nach und ich weiß, dass ich ein adoptiertes Kind genauso lieben werde wie ein leibliches. Nur eben ohne die Ekelgedanken.

Beichthaus.com Beichte #00032952 vom 29.03.2014 um 14:46:07 Uhr (46 Kommentare).

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“Beichte

Das unfähige Arbeitsamt

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Hass Zorn Selbstverletzung Gesundheit Arbeit

Ich (m/22) habe einen schlimmen Bandscheibenvorfall und daran ist das Arbeitsamt nicht ganz unschuldig. Nachdem ich arbeitslos geworden war, hat man mir die üblichen Stellenangebote zugeschickt. Ich bin gelernter Kaufmann und auch relativ dünn - körperlich also auch […]
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Beichthaus.com Beichte #00032917 vom 24.03.2014 um 15:37:26 Uhr (20 Kommentare).

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Strafe für die Schulschwänzerin

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Engherzigkeit Morallosigkeit Schule

Ich (m) besuche ein Gymnasium und habe seit nunmehr vier Jahren eine "beste" Freundin. In der letzten Zeit hat sie sich aber ordentlich verändert. Soll heißen: Sie macht einen auf cool, trinkt in den Freistunden Bier und Hochprozentiges, kifft ab und an, macht Party bis zur Kloschüssel und lässt sich nichts sagen. Wenn ich mit ihr reden will, ernte ich nur ein spöttisches Grinsen. Meine Beichte? Sie hat heute zum zweiten Mal den Unterricht geschwänzt. Ihr Tutor wird von mir einen anonymen Tipp per E-Mail bekommen, dass er sich die Unterschrift auf der Entschuldigung genauer anschauen soll und es vielleicht besser wäre, sich bei ihrer Mutter noch einmal telefonisch zu erkundigen, ob sie wirklich so schlimme Bauchschmerzen hatte, bevor er die Stunde als entschuldigt einträgt. Meine Rechtfertigung? Sie macht seit einem Jahr nichts mehr für die Freundschaft und verlangt nur noch von mir. Vielleicht sieht sie mal, dass ihr Verhalten einfach nur unnötig ist.

Beichthaus.com Beichte #00032839 vom 08.03.2014 um 02:17:19 Uhr (14 Kommentare).

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“Folge

Das Regime des Heizungsnazis

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Engherzigkeit Geiz Verschwendung

Ich (m/28) möchte beichten. Ich bin in einem kalten Elternhaus aufgewachsen. Nicht gefühlsmäßig, aber was die Raumtemperatur angeht. Es fing alles damit an, dass sich meine Eltern den Traum von den eigenen 4 Wänden erfüllt haben. An der Wohnfläche wurde nicht gespart, dafür aber kräftig an der Heizung. Anfangs natürlich, weil ein großer Schuldenberg auf dem Haus lag. Mein Vater, von mir liebevoll Heizungsnazi genannt, verschoss sich aber irgendwann so dermaßen auf die Heizkostenabrechnung, dass bei uns auch ohne Schulden permanent Kälte herrschte. Und ich rede dabei nicht davon, dass ich nicht im Winter mit kurzen Hosen durchs Haus rennen konnte, sondern das bei uns schlichtweg immer kalt war. Freunde sind nur sehr ungern zu mir gekommen und haben mir auch offen gesagt, dass es ihnen bei mir zu kalt ist. Es gab keinen Winter, in dem ich nicht vier bis fünf Mal Halsschmerzen hatte und sobald das Thermometer im Februar/März an einem sonnigen Tag in der Mittagszeit mal auf 10 Grad kletterte, war die Heizung bis zum nächsten November oder Schneefall aus. Da interessierte es auch nicht, dass die nächsten Wochen wieder Frost und Minusgrade angesagt waren. Vor einigen Jahren kam im TV ein Heizungsexperiment, bei dem eine Familie mehrere Tage lang bei niedriger Raumtemperatur leben sollte. Bereits bei 20 Grad war das Stöhnen groß, als es dann auf die 18 Grad ging, hat die Familie nach 1 Tag abgebrochen. Um das Ganze zu veranschaulichen, bei uns herrschte gerade mal im Wohn- und Schlafzimmer 17/18 Grad, die restlichen Räume waren irgendwo bei 15/16 Grad. Für ein paar Tage vielleicht Okay, aber nicht wenn man über Jahre in solchen Verhältnissen lebt. Meine Beichte? Seit ich ausgezogen bin, herrschen bei mir permanent 24 Grad und kurze Hose. Vielleicht kommt es mir nur so vor aber ich finde mein Heizungsverhalten ziemlich dekadent, schließlich könnte ich auch problemlos mit einer Jogginghose durchs Haus laufen. Ich habe jedoch seit meiner Kindheit davon geträumt morgens ins Bad laufen und mich anziehen zu können, ohne dabei jämmerlich zu frieren.

Beichthaus.com Beichte #00032815 vom 03.03.2014 um 23:40:55 Uhr (20 Kommentare).

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