Mitschuld an der Apothekenschließung

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Geiz Engherzigkeit Geld Internet Gesundheit

Meine Beichte ist, dass ich theoretisch Mitschuld an der Schließung unserer Apotheke habe. Ich wohne hier in einem eher ruhigen und vor allem recht kleinen Dorf. Hier gibt es schon seit Jahren eine Apotheke, und leider bin ich nicht kerngesund, weshalb ich häufig Medikamente nehmen muss - auch wenn die meisten davon nicht einmal verschreibungspflichtig sind. Dadurch komme ich am Ende des Jahres auf einen sehr hohen, drei-stelligen Betrag, und vor zwei Jahren wurde ich deshalb darauf aufmerksam gemacht, dass man auch in Internet bei Apotheken bestellen kann. Prompt habe ich ein Apothekenpreisvergleichsportal aufgerufen und dort mal meine Medikamente eingegeben. Ich war sehr erschrocken: Für eine Schachtel mit 50 Tabletten zahle ich in der Onlineapotheke knapp die Hälfte, also könnte man sagen, dass ich im Internet für denselben Preis das Doppelte bekomme. Ich rechnete mir aus Spaß aus, was ich in den ganzen Jahren schon ausgegeben habe und was ich hätte sparen können. Ganz grob komme ich bei knapp 1000 Euro raus.


Als ich dann ein Paket bekommen habe, sah das mein älterer Nachbar und fragte mich, ob man aus der Apotheke geliefert bekommt, er müsse nämlich immer selbst laufen. Ich verneinte und erzählte ihm die Geschichte - nun hat er sich angeschlossen und ich mache eine Sammelbestellung, mittlerweile für vier weitere Nachbarn. Alle sind sehr dankbar und laden mich an Sonntagen immer abwechselnd auf Kaffee und Kuchen ein. Natürlich zahlen sie ihre bestellten Medikamente, aber ich verlange von ihnen kein Geld, da sie es so schon schwer haben. Ich spare dadurch nicht nur Geld, sondern habe sogar meine Nachbarn besser kennengelernt und super Kontakte zu ihnen geknüpft. Leider schloss die Apotheke dann vor Kurzem. Sie hatte schon früher zu kämpfen und versuchte mit irgendwelchen Prämien und Bonuspunkten noch Kunden zu halten oder zu gewinnen. Allerdings fühle ich mich wirklich schuldig, wenn man bedenkt, was die Apotheke immer an mir verdient hat.

Beichthaus.com Beichte #00033549 vom 03.07.2014 um 11:16:53 Uhr (15 Kommentare).

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Falsche Hotelbewertungen

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Lügen Falschheit Zorn Internet Arbeit

Ich arbeite in einem Hotel - und wie es jeder hier kennt, werden natürlich über die allseits bekannten Bewertungsportale immer Bewertungen über dieses und andere Hotels in unserem kleinen Ort abgegeben. Was mich schockiert, ist, wie Menschen Tatsachen verdrehen oder direkt Lügen erfinden. Ich meine, wenn ich eine Beanstandung habe, gehe ich zur Rezeption und melde es dort. Wenn mir geholfen wird, ist alles in Ordnung - wenn nicht, verlange ich, mit dem Manager zu sprechen. Ich verstehe einfach nicht, warum Menschen so lügen. Und die Sachen, die oft bei Bewertungen beanstandet werden, da frage ich mich manchmal, warum die Menschen im Urlaub nicht entspannen können. Es gibt tatsächlich Gäste, die mit dem Hausprospekt durch das Hotel gehen und abhaken, ob wohl auch wirklich alles da ist, das im Prospekt erwähnt wird. Und wird zum Beispiel das Solarium nicht sofort gefunden, wird nicht nachgefragt - nein, dann geht man direkt auf das Bewertungsportal mit den Schlagworten "Abzocke" "Skandal" und "nie wieder". Ich beichte, dass ich einen unglaublichen Hass auf diese Menschen habe. Aber ich liebe meinen Beruf und diese Gäste sind glücklicherweise die Minderheit. Aber trotzdem rege ich mich jedes Mal auf und schiebe einen unglaublichen Hass. Ich kann ja verstehen, dass man sich beschwert, wenn das Hotel wirklich nicht in Ordnung ist. Aber Lügen und Geschichten erfinden, nur, um jemandem zu schaden - ich habe dafür kein Verständnis. Was mich aber eigentlich noch mehr aufregt, ist diese Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00033541 vom 02.07.2014 um 07:45:36 Uhr (18 Kommentare).

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“Beichte

Der Außenseiter zwischen Kollegen

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Engherzigkeit Lügen Verzweiflung Kollegen Arbeit

Ich (m/20) habe vor zwei Jahren meine Ausbildung begonnen. Während meiner Ausbildung durchlaufe ich verschiedene Abteilungen, von denen manche sich sogar in einem anderen Gebäude befinden. Als Mitmensch bin ich meines Wissens nach sehr angenehm. Ich komme immer mit meinen Arbeitskollegen klar, mache viele Witze und habe mit niemandem ein Problem. Seit drei Wochen bin ich im Zuge der Ausbildung in eine Abteilung versetzt worden, welche sich in einem Gebäude befindet, das sogar in einem anderen Stadtteil liegt. Ich wusste also im Vorhinein schon, dass mich völlig neue Kollegen erwarten. Wie erwartet ist jeder nett zu mir und ich komme auch mit jedem dort gut zurecht, aber das eigentliche Problem ist meine Ungeselligkeit. Ich unterhalte mich zwar viel mit meinen Arbeitskollegen, auch über private Angelegenheiten, aber dennoch bin ich immer wieder froh, wenn mal jemand von denen Urlaub hat oder gar krank ist, und ich eventuell alleine im Büro bin.


Ich meide es prinzipiell auch, auf der Arbeit auf die Toilette zu gehen, da die Möglichkeit besteht, einem von meinen Arbeitskollegen dort zu begegnen. Die Mittagspause verbringt die halbe Abteilung in einem Pausenraum, in welchem alle gesellig zusammenkommen, gemeinsam essen und sich unterhalten. Ich sitze mit drei anderen Leuten in einem Büro, die mir oft anbieten, mit ihnen in den Pausenraum zu gehen - aber ich überlege mir nur Ausreden. Stattdessen warte ich, bis die Drei sich vom Acker gemacht haben, dann verlasse ich das Gebäude und setze mich eine Stunde lang in mein überhitztes Auto, wo ich ganz alleine mein Butterbrot esse und Musik höre. Neulich habe ich im Wagen neben mir jemanden gesehen, der ein Nickerchen während der Pause gehalten hat. Und da ich so ungesellig bin, habe ich mich dazu entschieden, auf einen anderen Parkplatz zu fahren. Auch wenn ich meine Arbeitskollegen wirklich gerne mag, bin ich doch noch viel lieber allein. Hiermit beichte ich, dass ich offenkundig einen Sprung in der Schüssel habe, was die Beziehung zu meinen Arbeitskollegen angeht.

Beichthaus.com Beichte #00033540 vom 01.07.2014 um 16:42:03 Uhr (17 Kommentare).

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Mein Date mit der Autopanne

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Eitelkeit Ignoranz Engherzigkeit Dating Internet

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich einen Typen im Internet kennengelernt. Nicht unbedingt der Hit, jemanden so kennenzulernen, aber es war halt so. Er war ein Jahr älter, und wir haben wochenlang geschrieben und auch fast täglich telefoniert, bevor wir uns überhaupt das erste Mal getroffen haben. Wir haben uns am Telefon super verstanden und konnten über viele Dinge quatschen, somit war das erste Eis gebrochen oder, besser gesagt, die erste Hemmschwelle überschritten. Dachte ich. Als wir uns dann zu einem Treffen in einem Café am frühen Abend verabredet hatten, war ich vor ihm dort. Als er dann kam, sah er zwar nicht so gut aus, wie auf seinen Fotos, aber das war erst nicht weiter schlimm. Aber dass er total wenig Selbstbewusstsein hatte, meganervös war und dass aufgrund dessen nur ein zittriges "Hallo" aus seinem Mund kam, fand ich schon etwas abturnend. Wir saßen dann also im Café und der Typ hat fast nichts gesagt. Er hat mir zwar aufmerksam zugehört, aber irgendwann hatte ich auch keine Lust mehr, die Alleinunterhalterin zu spielen. Ich dachte erst, er findet mich wahrscheinlich einfach nicht toll, aber damit habe ich mich geirrt, wie ich später erfahren habe. Und hätte er mich nicht gemocht, wäre das auch kein Verlust gewesen.

Nach ungefähr zwei Stunden habe ich dann gesagt, dass ich mich jetzt auf den Weg mache, da ich Kopfschmerzen hätte und auch früh raus muss. Wir gingen also gemeinsam raus, verabschiedeten uns mit einer Umarmung und sind zu unseren Autos gegangen. Ich bin noch nie so schnell losgefahren, ich war so froh, dass es vorbei war, und wollte ihn auch definitiv nicht wieder sehen. Als ich fast zu Hause war, habe ich eine SMS von ihm bekommen: Seine Karre sprang nicht an. Ich bin erst drauf eingegangen und habe ihm Mitleid geschenkt und dass sie gleich schon anspringen würde. Ich muss dazu sagen, dass er 40 Kilometer weit weg wohnt. Als er dann gefragt hat, ob ich ihn nicht abholen könnte und er dann bei mir bleiben könne, weil es dunkel und kalt wurde, habe ich angefangen, ihn zu ignorieren. Er hat ganz oft geschrieben und angerufen. Noch zwei Stunden lang. Irgendwann habe ich geschrieben, dass ich eingeschlafen sein muss, und habe ihm noch die Nummer von den gelben Engeln geschickt. Dann habe ich ihn weiter ignoriert. Mit leicht schlechtem Gewissen. Aber ich wollte ihn auf gar keinen Fall mehr sehen. Ich bin dann tatsächlich eingeschlafen und habe am nächsten Tag eine SMS von ihm bekommen, dass noch alles gut gegangen sei und wann wir uns wiedersehen, er würde mich gerne noch einmal treffen. Naja, den Kontakt habe ich dann auf freundschaftlicher Basis noch einige Zeit gehalten. Ich beichte diese Story, weil es schon ziemlich gemein von mir war, ihm nicht wenigstens zu helfen.

Beichthaus.com Beichte #00033537 vom 30.06.2014 um 22:00:50 Uhr (25 Kommentare).

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“Beichte

Der Retter in der Bahn

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Gewalt Morallosigkeit Stolz Bahn & Co.

Ich (m/28) möchte beichten, was mir vor einigen Wochen in der S-Bahn passiert ist. Ich bin an einem Samstagabend mit ein paar Leuten feiern gewesen und wir haben uns gegen vier Uhr auf den Heimweg gemacht. Da wir alle in unterschiedlichen Stadtteilen wohnen, haben sich unsere Wege bereits bei der Bahn getrennt. Ich war leicht angeheitert, aber nicht betrunken, als ich in die Bahn gestiegen bin. Da es um die Uhrzeit mehrere Leute nach Hause zieht, musste ich stehen. Nach drei oder vier Haltestellen war es schon deutlich leerer, Sitzplätze waren trotzdem nicht frei. Mir gegenüber stand ein Pärchen. Sie war sehr hübsch, zierlich, und wirkte ein bisschen ängstlich. Er war einer der Marke "Klappspaten", große Klappe, nichts dahinter. Zudem war er ziemlich betrunken. Jedenfalls hat sie, als die Bahn ein Kurve gefahren ist, fast das Gleichgewicht verloren, konnte sich aber noch an einem Haltegriff festhalten. Aus der Situation hat sich dann ein absurder Streit entwickelt, in dessen Verlauf er immer wütender wurde und ihr plötzlich ohne Vorwarnung mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat.


Ich war kurz geschockt, weil ich noch nie gesehen habe, dass jemand zu so etwas fähig ist. Er hat dann nur dämlich gelacht, während sie am Boden gekauert und geheult hat. Als er gerade wieder ausholen wollte, bin ich vorgestoßen und habe ihm meinerseits mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Da er an die Tür angelehnt war, hatte er keine Rückzugsmöglichkeit. Ich habe 10 Jahre lang Kampfsport gemacht - unter anderem Thaiboxen, und durch den Schlag habe ich ihm den Kiefer zertrümmert. Er ist dann wie ein nasser Sack zu Boden gegangen und ich habe dem Mädel aufgeholfen, an der übernächsten Bahnstation musste sie auch aussteigen, wo dann schon Polizei und Bahnwache auf uns gewartet haben, da zum Glück jemand den Notruf gewählt hat. Kaum waren wir ausgestiegen konnte ich sie gerade noch zur Seite ziehen, weil ihr "Freund" nochmal auf sie losgehen wollte. Als er dann drei Polizisten auf sich hocken hatte, war der Mist vorbei, und ich bin mit ihr zusammen ins Krankenhaus gefahren. Ich durfte danach dann noch meine Aussage sowie einen Alkoholtest auf der Wache machen - bis dahin waren es übrigens nur noch 0,2 Promille - und wurde dann nach Hause gefahren.


Ein paar Tage später hatte ich dann Post - Anzeige wegen schwerer Körperverletzung. Ich habe natürlich ein bisschen recherchiert, was ich da am Besten tun kann, als jemand bei mir klingelte. Es waren sie und ihr Vater, welcher sehr dankbar war. Der Kerl wäre wohl schon mehrfach unangenehm aufgefallen und hatte seine Tochter wohl massiv bedroht, weswegen sie nicht Schluss gemacht hat, geschweige denn irgendwem davon erzählt hatte. Er meinte nur, ich müsse mir überhaupt keine Sorgen machen, er würde im Falle einer negativen Verhandlung alle Kosten tragen. Vorletzte Woche war dann die Verhandlung. Noch bevor ich meine Version erzählen konnte, wurde ich schon von dem Kasper unterbrochen, der mich während der Verhandlung die ganze Zeit böse angestarrt hat. Ich konnte mir einige Male das Grinsen und Winken nicht verkneifen, was mir fast ein Ordnungsgeld eingebracht hat. Ich bin dennoch sehr ruhig geblieben, habe es dann irgendwann geschafft, die ganze Geschichte zu erzählen und wurde von dem Spinner zum Abschied noch bedroht. Gerade eben kam dann der Anruf von dem sehr netten Polizisten, der mir gesteckt hat, dass das Verfahren eingestellt wurde. Ich möchte beichten, dass ich keinerlei Reue für meine Tat empfinde, und dies das erste Mal war, dass ich überhaupt jemanden abseits des Trainings geschlagen habe. Der Typ sitzt dank anderer Delikte erst einmal hinter Gittern. Und seine Ex-Freundin leistet mir an den Wochenenden sehr nette Gesellschaft.

Beichthaus.com Beichte #00033536 vom 30.06.2014 um 15:58:07 Uhr (28 Kommentare).

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