Steuerfahndung beim Zahnarzt

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Zorn Rache Boshaftigkeit Arbeit

Ich (w/43) möchte beichten, dass ich meinen ehemaligen Arbeitgeber (Zahnarzt) in erhebliche Schwierigkeiten gebracht habe. Bis vor zwei Jahren war ich bei ihm als Zahnarzthelferin angestellt. Gegen Ende meiner Tätigkeit habe ich mich neben der Stuhlassistenz vorwiegend um die Büroarbeit gekümmert. Mit seinen privaten Einkommensverhältnissen war ich natürlich nicht direkt beschäftigt, aber ich konnte abschätzen, dass er über ein jährliches Einkommen von ungefähr 250.000 bis 300.000 Euro verfügte. Ich wusste auch, dass er zwei Konten bei Schweizer Banken hatte, auf denen vermutlich Wertpapiere in Millionenhöhe lagen. Ich war schon ein bisschen neidisch, das muss ich zugeben, aber ich hätte damit gut leben können, schließlich hatte ich ja einen sicheren Arbeitsplatz, auch wenn das Einkommen nicht unglaublich hoch war. Aber eines Tages teilte mein Chef mir mit, dass ich mich nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen sollte - er stünde aufgrund der gesetzlichen Änderungen so unter Druck, dass er Personal abbauen müsse. Ein Jahr später war ich gekündigt und aufgrund meines hohen Alters wollte mich niemand mehr einstellen. Kurz darauf habe ich dann erfahren, dass er nach meinem Rausschmiss wieder eine Helferin eingestellt hat. Frisch aus der Ausbildung und mit einem deutlich niedrigeren Gehalt als meinem. Ich habe einen unbändigen Hass auf dieses geldgierige Schwein entwickelt. In meiner Wut habe ich dem Finanzamt dann einen anonymen Tipp mit ein paar Informationen aus meiner Tätigkeit gegeben. Drei Monate später hat die Steuerfahndung seine Wohnung und die Praxis durchsucht, und eine ehemalige Kollegin berichtete mir, dass er einige Sorgenfalten bekommen hatte. Auch die Stimmung in der Praxis war wohl bedrückt und gereizt. Es tut mir ja schon ein bisschen leid, aber bestimmt bleibt ihm noch genug für ein Leben in Saus und Braus.

Beichthaus.com Beichte #00032666 vom 02.02.2014 um 19:00:40 Uhr (28 Kommentare).

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Der Verlust der Arbeitsstelle

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Lügen Verzweiflung Arbeit

Seit einem Monat belüge ich mein komplettes Umfeld bezüglich meines Jobs - den ich seit Anfang des Jahres nicht mehr habe. Niemand außer meinem Mitbewohner weiß davon, weder meine beste Freundin noch mein Freund oder meine Mutter - niemand, der mir wirklich nahe steht. Inzwischen fühle ich mich wie ein totaler Versager. Nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit hatte ich endlich wieder einen Job gefunden, der mir auch noch total Spaß gemacht hat und bei dem einfach alles passte - nur um dann nach einem Jahr wieder arbeitslos zu sein, weil ich aufgrund von Sparmaßnahmen überflüssig geworden sei. Ich habe Angst, dass es bald rauskommt, da der Vater meines Freundes ein Bekannter einer ehemaligen Kollegin ist. Ich weiß auch nicht, wie ich reagieren soll, wenn ich darauf angesprochen werde. Jeden Tag male ich mir die schlimmsten Reaktionen aus und das macht mich total fertig. Derzeit habe ich auch nicht den Mut, mich einfach neu zu orientieren, da ich nicht wieder vor den Kopf gestoßen werden möchte. Ich habe diesen Job einfach geliebt, habe mich reingekniet und alles getan, das mir möglich war - nur um dann so abserviert zu werden. Mir tut es sehr leid, dass ich aus Angst vor den Reaktionen alle anlüge, die mir am Herzen liegen, aber ich weiß nicht mehr, wie ich da rauskommen soll. Darum werde ich wohl weiterlügen müssen.

Beichthaus.com Beichte #00032661 vom 02.02.2014 um 18:22:11 Uhr (10 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Bilder einer Wasserleiche

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Morallosigkeit Boshaftigkeit Ekel Schule

Ich war heute zu einem Gespräch mit der Direktorin und der Klassenlehrerin meines dreizehn Jahre alten Sohnes eingeladen. Grund dafür war eine äußerst unappetitliche Sache. Letzte Woche wurde bei uns im Ort an einem Stauwehr eine Wasserleiche angespült. Die Bergungsarbeiten fanden genau zu der Zeit statt, als er mit einem Schulfreund auf dem Weg zum Fußballtraining war. Da haben die beiden natürlich auf der Brücke gestanden, zugeschaut und alles mit dem Handy aufgenommen, fotografiert und später in der Schule rumgezeigt - was zur Folge hatte, dass ein Mädel gekotzt hat, andere verstört waren und dadurch der Unterricht beeinträchtigt war. Deswegen musste ich heute hin, um mir von den beiden Lehrzicken einen minutenlangen Vortrag über Ethik, Menschenwürde, Anstand und solche Dinge anzuhören und das Handy abzuholen. Dabei wurde auch das betreffende Video gezeigt. Zugegeben, es war kein schöner Anblick. Trotzdem habe ich gelacht, als ich die Kommentare der beiden im Hintergrund gehört habe, so in der Art: "Schau mal, ein Alien und schau mal, jetzt fällt dem Alien der Kopf ab". Dann gab es noch einen Vortrag über gute Erziehung. Ich habe gesagt, dass es bestimmt nicht wieder vorkommt, und dass das Video gelöscht wird, und bin gegangen. Es tut mir schon ein wenig leid, dass ich gelacht habe. Aber die Bemerkungen waren einfach zu komisch. Es ist ja für die Angehörigen der Wasserleiche auch nicht einfach, damit umzugehen. Außerdem möchte ich beichten, dass ich zu blöd bin, von dem Smartphone meines Sohnes die Videodatei zu löschen. Meine Frau, welche sich mit Smartphones auskennt, ist zurzeit mit der Tochter zur Kur und ich sitze seit fast einer Stunde vor dem Teil und versuche irgendwie damit zurechtzukommen. Keine Chance.

Beichthaus.com Beichte #00032652 vom 30.01.2014 um 21:25:28 Uhr (33 Kommentare).

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Die Disziplin der Fahrgäste

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Engherzigkeit Zorn Bahn & Co. Wien

Die Disziplin der Fahrgäste
Ich bin seit fast zehn Jahren Straßenbahnfahrer. Ich fahre gerne, was mich aber stört, ist die Disziplin der Fahrgäste. Ich versuche jeden, der noch angerannt kommt, mitzunehmen - bloß irgendwann muss auch ich mal losfahren. Es gibt Haltestellen, an denen könnte ich fünf Minuten lang stehen und es würden immer noch Leute angerannt kommen, die unbedingt noch mitfahren wollen. Einfach weil sie keine drei Minuten auf die nächste Straßenbahn warten können. Die Fahrzeiten sind ohnehin schon sehr kurz bemessen und meine Pause verlängert sich durch die Wartezeiten an der Haltestelle auch nicht unbedingt. Und fährt man dann doch los, nachdem man noch den siebten angerannten Fahrgast hat einsteigen lassen, kann man sich von dem "Zurückgelassenen" - aber oft auch von den Fahrgästen im Zug - die nettesten Dinge anhören. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, die Fahrgäste zu disziplinieren. Solche, die rücksichtslos bei Rot über die Straße laufen, oft sogar noch ihre Kinder an der Hand haben und damit andere Verkehrsteilnehmer und sich selbst massiv gefährden, nur weil sie unbedingt noch mitfahren wollen, lasse ich über die Straße, und wenn sie dann vor der Tür stehen, fahre ich los. Ich werde nie verstehen, dass man sich absichtlich in Gefahr begibt, nur weil man nicht noch drei Minuten warten kann. Es tut mir leid, da ich mit meinem Verhalten bestimmt viele Menschen verärgere, aber ich denke in der heutigen Zeit kann man nur so einen Lerneffekt bei den Menschen erreichen. Ich bitte um Vergebung für mein Verhalten.

Beichthaus.com Beichte #00032651 vom 30.01.2014 um 10:51:54 Uhr in 1070 Wien (Kaiserstraße) (26 Kommentare).

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“Beichte

Erfolgreich in der Forschung

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Falschheit Lügen Stolz Arbeit Geld Pyrbaum

Ich (m/33) möchte beichten, dass ich mein gesamtes Umfeld über meine finanzielle Situation und damit auch allgemein belüge. Zur Situation: Ich habe 2011 im Bereich der neuen organischen Synthesen promoviert und arbeite seither an verschiedenen deutschen Universitäten. Mein Fachgebiet ist die Entwicklung neuer, effektiver Synthesemethoden bei kleinem und mittlerem Produktionsvolumen. Diese können eingesetzt werden, um beispielsweise pharmazeutische Wirkstoffe herzustellen - für lokal begrenzt auftretende Krankheiten, für die sich die großindustrielle Produktion nicht lohnt. Leider hat die deutsche Industrie daran wenig Interesse, weshalb meiner Forschungsarbeit keine industrielle Förderung zukommt. Deshalb bin ich rein auf staatliche Forschungsfinanzierung angewiesen, was für mich finanziell gesehen bedeutet, dass ich als Forschungsgruppenleiter auf Basis eines zwanzig Wochenstundenvertrags eingestellt bin, und mir nach den Steuern gut 1000 Euro zur Verfügung stehen, von denen mir nach Abzug monatlicher Fixkosten 350 Euro bleiben. Tatsächlich arbeite ich übrigens zwischen 50-60 Stunden, was aber kein Problem darstellt, da ich meine Forschung liebe und ein tolles Team habe.


Das Problem ist einfach das soziale Leben. Meine Familie, Freunde und Freundin denken, dass ich es ja nun geschafft habe und erfolgreich bin. Doch wenn ich zu diversen sozialen Veranstaltungen eingeladen werde, wie zum Beispiel Hochzeiten, Taufen, oder Jubiläen, sage ich ab - meist unter dem Vorwand, auf Konferenzen zu fahren oder an wichtigen Projekten zu arbeiten. Einfach nur, weil ich mir die Fahrt, das erwartete Präsent und sonstige Kosten nicht leisten kann. Diese Ausreden bestärken die Leute dann noch in ihrem Glauben, wie erfolgreich ich sei. Meine langjährige Freundin, die sich eine festere Beziehung und vermutlich eine Familie wünscht, muss ich auch unter diversen Vorwänden von kostspieligen Plänen wie Urlaub oder weiteren Schritten in der Beziehung abhalten. Warum ich nicht einfach reinen Tisch mache? Weil ich problemlos - und das weiß mein Umfeld - in der Wirtschaft eine Stelle bekäme, wo ich mit weniger Arbeit das zehnfache verdiene. Meine Entscheidung für die Forschung würde meine Familie, Partnerin und Freunde als eine Entscheidung gegen sie und für meine Arbeit betrachten.

Beichthaus.com Beichte #00032650 vom 31.01.2014 um 01:05:49 Uhr in Pyrbaum (29 Kommentare).

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