Werft euer Leben nicht weg!

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Trunksucht Verzweiflung Dummheit Gesundheit

Ich möchte heute beichten, da ich hier vor über zehn Jahren die beiden Beichten "Geld und Sex" (00002948) und "Deutschland ist so dumm" (00002960) abgegeben habe. Was war ich damals nur für ein dummer, arroganter junger Mann. Aus der langweiligen Wochenendbeziehung wurde ein mehrjähriger Versuch, mich in die normale Gesellschaft einzugliedern, weil ich irgendwann merkte, dass ich die als dumm bezeichnete Frau doch geliebt habe - aber es klappte nicht auf Dauer und irgendwann, nach fast fünf Jahren und ewigem Hin und Her, haben wir uns getrennt. Der Sog von Alkohol und Drogen ließ mich einfach nie ganz los. Aus den zwei Mal pro Woche saufen wurde erst für länger gar nichts und jetzt teilweise bis zu zwei Wochen am Stück. Mein - als ebenso dumm bezeichneter - Bruder hat mich in jedem Lebensbereich längst überflügelt. Ich selbst saß inzwischen mehrmals im Gefängnis und auch in der geschlossenen Psychiatrie, da ich im extremen Vollsuff auf die Straße bin und Leute angegriffen habe. Dabei habe ich aber meistens selbst heftig aufs Maul bekommen und das mit Recht.

Ich bin alt geworden in dieser Zeit. Nichts ist für die Ewigkeit, hat eine umstrittene Band mal gesungen, und das stimmt. Ich bin in jedem Sinne des Wortes so derbe auf die Fresse gefallen und genau das habe ich auch verdient. In diesem Sinne: Werft euer Leben bitte nicht weg. Ich habe so viele Chancen verschenkt und jetzt keine mehr übrig, da ich inzwischen auch todkrank bin, was aber auch meine eigene Schuld ist. Ich bin HIV-positiv und die Krankheit ist bereits ausgebrochen. Das Karma braucht manchmal eine Weile, aber es schlägt immer zurück.

Beichthaus.com Beichte #00037897 vom 21.03.2016 um 20:13:38 Uhr (15 Kommentare).

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Pausenbrote für die Grundschule

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Boshaftigkeit Diebstahl Selbstsucht Ernährung Schule

Ich möchte eine Tat beichten, die ich zu Grundschulzeiten begangen habe und wegen der ich mich zwanzig Jahre später immer noch schuldig fühle. Meine Mutter war damals der Meinung, dass ich mir ab der zweiten Klasse morgens selbst ein Pausenbrot zu richten hatte. Brot und Belag hätten wir zu Hause gehabt, ich habe es allerdings zeitlich und organisatorisch in dem Alter einfach nicht auf die Reihe bekommen, mir morgens etwas einzupacken. Somit hatte ich oft nichts zu essen und gab mein ganzes Taschengeld (was nicht viel war) für Brötchen beim Schulkiosk aus. Wenn das Geld alle war, war ich eben den ganzen Tag hungrig. Das soll meine Tat nicht entschuldigen, ist aber zum Verständnis nötig. Denn ich habe einen Jungen aus der Parallelklasse erpresst. Wir hatten uns in der Pause gehauen, wobei mein Pulli schmutzig wurde - eine Lächerlichkeit, aber ich sagte ihm, er müsse den Pulli bezahlen, sonst gebe es Ärger.


Ich nutzte die Gelegenheit, um ihn in den folgenden Wochen dazu zu nötigen, mir beim Kiosk etwas zu essen zu bezahlen, wenn ich mal wieder nichts hatte. Er wurde vermutlich um die zehn Mark los. Erst als sein großer Bruder einschritt, hörte ich auf. Es tut mir immer noch wahnsinnig leid und ich würde mich gern entschuldigen, weiß aber nicht einmal, wie er heißt. Ich habe mir in meinem Leben nie wieder etwas zuschulden kommen lassen und bin ein herzensguter Mensch. Der Hunger hat sicher eine Rolle gespielt, aber das soll mein Verhalten nicht entschuldigen, ich hätte mir ja etwas vorbereiten können.

Beichthaus.com Beichte #00037890 vom 21.03.2016 um 16:04:13 Uhr (9 Kommentare).

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Stöhnen in der Bibliothek

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Peinlichkeit Studentenleben Würzburg

Ich (w/22) habe gerade in der Bibliothek über Kopfhörer einen Trailer geschaut. Gerade war eine Sexszene und mehrere Menschen hatten Sex. Nachdem ich einen Freund gesehen hatte, klappte ich meinen Laptop zu und bin aufgestanden. Dabei habe ich den Kopfhörer versehentlich ausgestöpselt. In der mucksmäuschenstillen Bibliothek waren also die lauten Geräusche rammelnder Menschen zu hören. Ich habe schnellstmöglich den Ton ausgemacht. Dennoch haben sämtliche Leute mich irritiert, aber auch teilweise fasziniert angesehen. Als graue Maus mit wenig Selbstbewusstsein wollte ich einfach nur im Erdboden versinken.

Beichthaus.com Beichte #00037889 vom 21.03.2016 um 14:13:51 Uhr in 97074 Würzburg (Am Hubland) (8 Kommentare).

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Der perfekte Weg zur eigenen Familie

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Verzweiflung Engherzigkeit Kinder Partnerschaft

Ich beichte, dass ich (w/27) meine biologische Uhr ticken höre. Ich bin in einer Beziehung, genauer gesagt eine fast 10-jährige Fernbeziehung. Mein Freund und ich wollen allerdings endlich mal zusammenziehen. Er ist voll optimistisch, ich allerdings bin extrem skeptisch. Versteht mich nicht falsch, ich liebe ihn wirklich. Allerdings wäre es vielleicht gut zu wissen, dass ich hausfrauentechnisch gesehen echt eine Niete bin. Meine Mutter war halt nie so die Hausfrau, Kochen bedeutete Fertiggerichte aufwärmen und wenn was kaputt war, wurde eben was Neues gekauft. Mit dieser Mentalität bin ich aufgewachsen. So habe ich auch meinen Freund kennengelernt. Allerdings wollte er fast Schluss machen, als er sah, was ich hausfraulich so leisten konnte, nämlich rein gar nichts. Jedoch arbeite ich daran! Ich habe diverse Kurse besucht, schaue mir Youtube-Videos an, wie man etwas näht, strickt und häkelt, und so weiter.


Allerdings ist das meinem Freund nicht genug. Mein Kochen nach Rezept schmeckt ihm nicht und er meckert nur rum. Ich koche mittlerweile für Freunde und Familie, denen schmeckt es! Es kann natürlich auch sein, dass sie einfach nett sind, aber mir selbst schmeckt es eigentlich auch ganz gut und ich bin ziemlich gut darin, mir alles selbst madig zu reden. Gut, nähen und häkeln kann ich einfach nicht, auch wenn mein Leben davon abhänge. Vielleicht ist es einfach ab einem gewissen Zeitpunkt zu spät, so etwas lernen zu wollen. Jedenfalls bin ich absolut pessimistisch, was unsere Zukunft angeht. Er redet die ganze Zeit von Kindern und Haus. Ich bekomme fast schon Panik, wenn ich das nur höre. Ja, ich will Kinder, allerdings habe ich eine miese Ausbildungswahl getroffen und daraufhin gezwungenermaßen ein Studium angefangen, was sehr erfolgreich verläuft und mir karrieretechnisch einiges bietet. Ich werde ziemlich gut verdienen, wenn ich die mir angebotene Stelle nun annehmen werde. Das wird mich allerdings noch einmal minimal zwei Jahre kosten.


Jetzt kommen allerdings meine Eltern und Großeltern ins Spiel. Sie wollen endlich Enkelkinder. Da mein Onkel unfruchtbar ist, meine Schwester lesbisch oder asexuell, schauen nun alle auf mich. Und ja, ich will Kinder. Aber nicht aktuell. Es passt einfach nicht! Meine Beichte ist nun Folgende: Ich habe alternative Familienmodelle gegoogelt, bin dabei auf das Co-Parenting gestoßen und habe bereits Kontakt zu vier potenziellen Interessenten aufgebaut. Ich warte eigentlich nur darauf, dass mein Freund mit mir zusammenzieht und feststellt, dass ich seinen Mama-Ansprüchen nicht genüge. Ich werde mich nach unserer Trennung für eine Leihmutterschaft mit Tantenfunktion zur Verfügung stellen. So habe ich biologischen Nachwuchs, Kontakt zu meinen Kindern, kann trotzdem meine Karriere durchziehen und meine Eltern und Großeltern haben ihr Enkelkind.

Beichthaus.com Beichte #00037885 vom 21.03.2016 um 02:47:23 Uhr (35 Kommentare).

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Mein Sohn ist ein Vergewaltiger

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Missbrauch Verzweiflung Familie

Ich bin Mutter eines verurteilten Vergewaltigers mehrerer junger Mädchen. Er sitzt eine Haftstrafe von etlichen Jahren ab und wird danach in Sicherungsverwahrung genommen werden. Als wir erfahren haben, was geschehen ist, waren wir völlig geschockt, zumal unser Sohn eine normale und liebevolle Kindheit hatte und nach außen hin ein völlig gefestigter junger Mann war. Trotz allem kann ich nicht aufhören, ihn zu lieben. Ich weiß zwar, dass die Liebe von Eltern zu ihren Kindern nicht aufhört, aber ich weiß, dass ich damit aufhören muss. Mein Mann (mittlerweile Ex-Mann) hat den Kontakt für immer abgebrochen, aber ich kann einfach nicht. Ich besuche ihn und schreibe ihm Briefe. Unsere Ehe ist zerbrochen, da mein Mann nicht verstehen konnte, dass ich meine Mutterliebe weiter zeigte.


Mein Sohn erwidert die Liebe, wartet auf mich, und trotzdem schäme ich mich nach jedem Besuch, nach jeder Umarmung, nach jedem abgeschickten Brief. Ich muss an die Mädchen denken, deren Leben nie mehr dieselben sein werden. Ich weiß, dass ich kein Verständnis haben DARF. Ich weiß, dass man ihm eigentlich keine Zuneigung und keine Nähe schenken dürfte. Aber das sagt nur mein Verstand und mein Herz entscheidet sich immer anders. Mein Ex-Mann hätte mich gerne zurück und hat mir erst vor einigen Wochen gesagt, dass er nur mit mir zusammen sein kann, wenn ich den Kontakt zu ihm abbreche (er vermeidet es, ihn als seinen Sohn zu bezeichnen). Aber ich kann einfach nicht. Ich bitte um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00037883 vom 20.03.2016 um 22:17:42 Uhr (26 Kommentare).

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