Ein Fötus ist wie ein Parasit

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Selbstsucht Feigheit Partnerschaft Schwangerschaft Horb-Altheim

Ein Fötus ist wie ein Parasit
Ich (w/26) bin seit einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Wir sind schon nach wenigen Wochen zusammengezogen, und entgegen aller Proteste von Freunden und Familie, dass das zu früh sei und wir uns dass doch noch einmal überlegen sollten, läuft es fantastisch. Er hat aus seiner letzten Beziehung auch ein Kind mitgebracht, was für mich von Anfang an kein großes Problem war. Ich hatte zwar persönlich nicht viel Erfahrung mit Kindern, aber ich verstehe mich toll mit seiner Tochter und habe offensichtlich auch ein gewisses Händchen für Kindererziehung.

Nun kommt immer öfter das Thema auf, dass er gerne auch mit mir ein Kind hätte. Er drängt mich nicht oder so, aber er hat ganz offen und ehrlich gesagt, dass er sich das wünschen würde, und ich liebe es wahnsinnig an ihm, dass er so ein Familienmensch ist. Prinzipiell geht es mir auch so, ich sehe ja, dass er ein toller Vater ist, und das bestimmt auch für unser Kind wäre. Ich stelle es mir irgendwie schön vor, eine "kleine Version" von ihm zu haben, auch gesundheitlich steht uns beiden nichts im Weg. Das Problem ist nur, dass ich die Vorstellung, schwanger zu sein, absolut abstoßend finde. Ich wünschte, ich könnte das Kind einfach haben. Ich kann mir noch nicht einmal vorstellen, bewusst die Pille abzusetzen und von da an nur noch Sex zu haben, mit dem Ziel, davon schwanger zu werden.

Ich weiß schon, eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, aber das, was mir Freundinnen und Arbeitskolleginnen berichten, klingt ganz danach. Übelkeit, Anämie, Kreislaufprobleme, Wassereinlagerungen. Mir kommt so ein Fötus vor wie ein Parasit. Ganz abgesehen davon war ich immer schon sehr schlank, und ich habe angst, mit mir selbst nie wieder richtig glücklich zu sein, wenn Streifen oder ausgedehnte Haut zurückbleiben, oder ich einfach nicht mehr zu meinem ursprünglichen Gewicht zurückfinde. Ich bin davon überzeugt, dass ich einem Kind alles an Zeit und Liebe und Aufmerksamkeit schenken kann, was ich zu geben habe, sobald es auf der Welt ist, aber ich bin offensichtlich extrem egoistisch, wenn es darum geht, dafür erst einmal meinen eigenen Körper zur Verfügung zu stellen. Und als würde das noch nicht reichen, steht natürlich immer der düstere Zweifel im Raum, was passiert, wenn ich das Baby verlieren sollte, oder wenn es krank zur Welt kommt.

Vielleicht sind alle diese Ängste auch nur noch deswegen so manifestiert, weil ich schlicht und einfach noch nicht bereit bin. Ich befürchte aber, dass ich das nie verlieren werde, und dass der Ekel und die Wut die ich davor empfinde, quasi als lebender Brutkasten herzuhalten, mich endgültig davon abhalten, eigene Kinder mit dem Mann zu haben, den ich eigentlich über alles liebe.

Beichthaus.com Beichte #00036106 vom 07.07.2015 um 13:42:17 Uhr in Horb-Altheim (21 Kommentare).

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Homo-Ehe in Deutschland

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Vorurteile Ignoranz Ungerechtigkeit Gesellschaft

Ich möchte beichten, dass mir diese Debatte ob die Homo-Ehe in Deutschland erlaubt werden soll, tierisch auf den Geist geht. Nachdem ich letztens auf eine Seite gestoßen bin, die sich ganz klar gegen die Homo-Ehe ausspricht, war ich wirklich schockiert, wie viele dumme Argumente dort genannt werden: "Eine Familie besteht aus Mann, Frau und Kind", "Untergang der Fortpflanzung", "unnormal", "Gott hat Mann und Frau erschaffen". Bla, bla, bla. Ich bin der Meinung, dass Menschen, die nicht in der Lage sind, tolerant zu sein, sich genauso wenig fortpflanzen sollten. Letztendlich werden es doch ihre Kinder sein, welche die Kinder von Homosexuellen ausgrenzen und auslachen. Ehrlich gesagt finde ich die Leute schlimmer, die meinen, mit Ende 40 und mit 14 "werfen" zu müssen, da es doch viel schlimmer für das Kind ist, wenn deine Eltern locker deine Großeltern, oder deine älteren Geschwister sein könnten.


Lange Rede kurzer Sinn: Ich hoffe, dass diese konservativen, engstirnigen und intoleranten Leute homosexuelle Kinder bekommen, und sie dann hoffentlich begreifen, dass niemand entscheidet, ob er Frauen oder Männer liebt. Leben und leben lassen, ganz einfach!

Beichthaus.com Beichte #00036084 vom 03.07.2015 um 21:30:53 Uhr (50 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Falsche Auskunft bei der Deutschen Bahn

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Hass Zorn Ungerechtigkeit Bahn & Co.

Ich beichte, dass ich ein einziges Mal in meinem Leben einer Person so richtig die Pest an den Hals gewünscht habe. Und auch noch heute, einige Jahre später, spüre ich, wenn ich an die Frau denke - das ist allerdings sehr selten der Fall, eigentlich nur dann, wenn etwas in der Art Thema ist - unbändigen Hass auf diese Ziege. Folgendes war passiert:


Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Bahntickets, die Lidl vor einigen Jahren zeitweise verkauft hat. Man konnte für wenig Geld innerhalb Deutschlands mit dem Fernzug reisen, musste Abfahrts- und Zielort eintragen. Ich bekam diese Tickets immer von meinen Eltern als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk. Bei einem Ticket hatte entweder mein Vater oder auch ich einen Schreibfehler untergebracht. Blöderweise war es ja untersagt, irgendwas durchzustreichen, denn das machte das Ticket ja ungültig. Die Fahrt sollte allerdings erst in einem oder zwei Monaten stattfinden. Also ging ich mit dem Ticket in die Bahnhofshalle meines Wohnorts. Dort stellte ich mich im Reisezentrum an. Ich kam an einen Schalter, und die Dame hörte sich mein Anliegen an. Sie meinte: "Da kommen Sie einfach am Tag der Abreise wieder. Dann bekommen Sie kostenlos ein neues Ticket."


Am Tag der Abreise war ich wie vor den Kopf gestoßen. Die Dame am Schalter, eine andere Frau, erklärte mir, dass das Ticket ungültig sei. Ich erklärte ihr, was die Frau mir gesagt hätte, und da hieß es dann, das täte ihr leid, die Kollegin hätte falsche Auskünfte gegeben. Ich hätte vor Wut heulen können. Recht hatte die Frau ja, so waren ja die Bedingungen für die Lidl-Tickets. Jetzt musste ich für 100 ein neues Ticket ziehen. Sparangebote gab es natürlich auch nicht mehr, wenn man am gleichen Tag abfahren will. Hätte die Ziege mir ein oder zwei Monate vorher die richtige Auskunft gegeben, hätte ich noch ein billigeres Ticket kaufen können. Am Schalter sah ich mich noch um, nach der Dame. Ich wusste noch, dass sie etwa in den Fünfzigern war und kurze, braune Haare und eine Brille trug. Es waren im Raum drei Damen, auf die das zutraf.


Danach ging mir einiges durch den Kopf. Warum hat mir die Ziege nicht direkt ein neues Ticket ausgestellt? Warum sollte ich am Tag der Abreise wiederkommen? Warum gab sie eine falsche Auskunft? Vielleicht war das eine Masche. So musste ich auf ein neues, teures Ticket ausweichen. Aber egal, auf jeden Fall war sie dermaßen inkompetent, dass ich hätte kotzen können. Auch als klar war, dass die andere Frau recht hatte, wollte ich die Dame einfach nur noch wiedererkennen. Eins hab ich gelernt: Sollte mir so etwas in der Art noch mal passieren - schriftlich geben lassen. Vielleicht hätte die Ziege dann noch eingelenkt. So war ich ja selbst blöd, dass ich das einfach so hingenommen hatte. Aber ich war in dem Moment nur heilfroh, dass ich mein Ticket behalten konnte, und dachte nicht nach. Glück für das Konto der Deutschen Bahn, Pech für mich.

Beichthaus.com Beichte #00036048 vom 29.06.2015 um 22:47:29 Uhr (6 Kommentare).

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Frauen, die im Stehen pinkeln

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Peinlichkeit Schamlosigkeit Trunksucht

Frauen, die im Stehen pinkeln
Vor zwei Jahren war ich für fünf Tage auf einem bekannten Festival, das ich auch bereits seit 2009 jedes Jahr besuchte. Wie es auf Festivals gang und gäbe ist, entledigt man sich seiner Exkremente auf Dixies oder in Toilettenhäusern, für die man allerdings ordentlich blechen muss. In meinen jungen Jahren habe ich mich, da der Preis meines Erachtens viel zu hoch ist, mit den Dixies begnügt - wirklich widerlich übrigens, was man dort so alles sieht. 2013 dann habe ich mich mit Freunden mal über im Stehen pinkeln unterhalten. Naja dieses typische Frauen-Gespräch halt - die Männer haben es so gut! Im Internet bin ich dann auf die "Pisstazia" gestoßen und habe sie mir einfach mal bestellt und mit auf das Festival genommen, eigentlich nur, um mich im besoffenen Zustand nicht mehr in dem Dixies in die doofe Hockstellung begeben zu müssen. Ehrlich, es ist eine elendige Qual, ständig Angst haben zu müssen, sich in die Scheiße zu legen, weil man im Dixi Schiff fährt.

Das hat auch echt gut funktioniert und ich wurde mutiger und habe herausgefunden, dass ich nicht mal die Hose runterlassen muss. So kam es, dass ich gegen abends, wenn man vor den Dixies schon Schlange stehen muss, echt dringend pinkeln musste - sternhagelvoll natürlich. Ich habe dann kurzerhand am Bauzaun meine Blase geleert. Dabei haben mich mehrere 100 Menschen entgeistert beobachtet. Der Blick der Männer war zum Wegschreien, als hätte ich ihnen ins Gesicht geboxt. Ich wurde dann auch gleich von einer Gruppe angesprochen und letztendlich mit viel Bier gefeiert. Das Ganze hat sich in Windeseile auf dem ganzen Zeltplatz rumgesprochen - die Frau, die im Stehen pinkeln kann. Als ich wieder bei meiner Gruppe war, kamen ständig Leute vorbei, die mit mir trinken wollten und mich gefragt haben, ob sie zusehen dürfen. Die Gruppe bestand aus meinem Bruder und seinen Freunden und das Ganze war mir dann doch mehr als peinlich. Ich hatte nie damit gerechnet, dass das solche Ausmaße annimmt. Ich möchte beichten, dass ich im trunkenen Zustand wie ein Assi, beobachtet von wirklich vielen Menschen, an den Bauzaun gepisst habe und dabei einige Männer, zumindest ihrem Blick nach zu urteilen, entmannt habe. Verzeiht mir.

Beichthaus.com Beichte #00036009 vom 23.06.2015 um 16:50:09 Uhr (18 Kommentare).

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Von der Brücke fallen Flaschen

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Feigheit Selbstsucht Trunksucht

Ich (m/24) möchte beichten, dass ich jemanden vermutlich verletzt habe, wenn auch aus Versehen. Zugetragen hat sich der Vorfall vor einigen Jahren, als ich mit einem Kumpel am Wochenende auf einer Brücke vorglühte, weil wir später in den Club gehen wollten. Da ich schon gut getankt hatte und betrunken immer dazu neige, mich leicht asozial zu verhalten, habe ich einige Glasflaschen, die auf dem Brückengeländer standen, einfach umgestoßen. Warum ich das gemacht habe? Einfach so, weil es einfach Spaß machte, Glas zu zerschmettern. Jedenfalls hatte ich das schon zuvor einige Male gemacht und es war nie etwas passiert, aber an jenem Wochenende war plötzlich alles anders: Gerade in dem Moment, als wir gehen wollten, tauchte wie aus dem Nichts auf einmal ein hochaggressiver Typ vor mir auf, der breit wie ein Kleiderschrank war und mich anbrüllte, wer das getan habe und dass unter der Brücke eine Person verletzt sei. Natürlich versuchte ich, mich herauszureden, aber der Typ ließ einfach nicht locker und versuchte mich zu zwingen, mit ihm zur angeblich verletzten Person zu gehen, um alles Weitere zu klären. Da er auch in Begleitung war und mein Kumpel und ich gegen ihn und seine Begleitung keine Chance gehabt hätten, wusste ich, dass Mitgehen nur eines für mich bedeutet hätte: Entweder hätte er mir unter der Brücke einfach selbst die Fresse poliert oder mich festgehalten und die Bullen gerufen.


Da ich weder Bock auf das Eine noch auf das Andere hatte, nutzte ich einen winzigen Moment seiner Unaufmerksamkeit, und bin wie von der Tarantel gestochen plötzlich losgestürmt, während der Muskelberg mir nur noch diverse Flüche und Beleidigungen hinterherschreien konnte. Noch nie im Leben war ich jemals so schnell gerannt wie an dem Abend. Nachdem ich gefühlt einen Kilometer durch irgendwelche Seitenstraßen gerannt war, versteckte ich mich in einer vollen Kneipe und versuchte, meinen Kumpel auf dem Handy zu erreichen, der sich zum Glück auch meldete, wobei ich bis heute nicht weiß, wie er es geschafft hatte, dass die Typen ihn nicht auch angegangen haben. Jedenfalls sind wir danach nach Hause gefahren, weil ich keinen Bock hatte, den aggressiven Leuten aus Versehen noch einmal über den Weg zu laufen.


Zum Schluss möchte ich sagen, dass ich nicht weiß, was aus der angeblich verletzten Person geworden ist: Vielleicht hat sich der Typ, der mich unter die Brücke zerren wollte, auch nur aufgespielt, obwohl alles nur halb so schlimm war, vielleicht habe ich aber auch wirklich Schaden angerichtet. Jedenfalls gelobe ich, in Zukunft keine Flaschen mehr von Brückengeländern zu schmeißen und hoffe, dass sich die Person nicht allzu schlimm verletzt hat. Ich bin auch froh, dass mir der Freund, mit dem ich unterwegs war, nicht verübelt hat, ihn zurückgelassen zu haben, da ihm theoretisch auch etwas hätte passieren können.

Beichthaus.com Beichte #00036008 vom 23.06.2015 um 12:03:24 Uhr (16 Kommentare).

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