5626 Der unromatische Heiratsantrag

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Neid Partnerschaft

Ich habe von meinem Zukünftigen einen Antrag bekommen. Ich habe wie jede Frau natürlich auf etwas ganz Wundervolles gehofft und das wusste er auch. Es war eine Enttäuschung. Ich beneide Frauen, deren Männer sich etwas Besonderes einfallen lassen. Er glaubt, dass er mir mit seinem Kniefall eine Freude gemacht hat. Dass unsere nörgelnden Kinder im Hintergrund nicht zu einer romantischen Stimmung beigetragen haben, fiel ihm wohl nicht auf. Heiraten werde ich ihn trotzdem, aber meinen Enkelkindern werde ich sicherlich nicht von diesem Antrag erzählen.

Beichthaus.com Beichte #00034707 vom 27.12.2014 um 21:42:43 Uhr (29 Kommentare).

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5627 Wie ich den Nazis versehentlich Knüppel verkaufte

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Dummheit Habgier Polizei

Ich (m/35) bin gelernter Schreiner. Letztens fiel mir leider wieder eine Begebenheit aus meiner Lehrzeit ein, die für einigen Ärger sorgte, als ich mal aus Langeweile, als es keine Aufträge gab, aus einem schönen Stück Eiche, ca. 50 cm, mithilfe der Drehbank einen netten, handlichen Knüppel gemacht habe. Mit Fingermulden und allem Drum und Dran, sauber abgeschliffen, gewachst, richtig fein. Diesen hat ein Freund von mir dann in meinem Zimmer mal gefunden und gefragt, ob ich ihm den verkaufen würde. Wir einigten uns auf 50 Mark, da das Teil wirklich sauber gefertigt, hart und schwer und trotzdem handlich genug zum versteckten Tragen war. Nach ein paar Tagen kam er und meinte, ein Bekannter habe ihm wiederum 80 Mark für das Teil bezahlt und gleich gefragt, ob es da, wo der herkommt, noch mehr gibt. Feinschliff und Wachs unnötig, wenn ich sie dafür ordentlich billiger machen würde. Da die Feinarbeit die meiste Zeit ausmachte, sagte ich, ich wolle 30 pro Stück.

Der Typ wollte 50 dieser Dinger haben. Ich sagte, das kann eine Weile dauern und dass ich nicht sagen kann, wie lange es dauert, da ich private Werkstücke nur in meinen Pausen oder am Praxistag machen durfte, aber nach weniger als zwei Wochen hatte ich die Menge fertig. Circa Drei habe ich ohne die Feinarbeit hinbekommen pro Tag. Eiche und Rotbuche, beide sind hart und schwer. Ich bekam 1.200 Mark dafür auf die Hand und war beeindruckt. Er bekam für seine "Vermittlung" 300 Mark. Wir freuten uns und fanden das richtig toll. Wir haben uns echt nichts weiter dabei gedacht und schon gar nichts Böses. Allerdings hielt die Freude nicht lange vor, denn nach ca. drei Monaten stand die Polizei bei meinen Eltern vor der Türe und verlangte, mich zu sprechen. Sie gingen mit mir ins Wohnzimmer und legten mir vor meinen erschrockenen Eltern mehrere Tatortfotos vor, auf denen eindeutig meine Knüppel erkennbar waren. Blutig, in Blutlachen liegend, und teilweise abgesplittert. Mir wurde da schon anders, denn ich kannte die Dinger ja gut und ich konnte mir vorstellen, mit welcher Wucht die benutzt worden sein mussten, um zu splittern. Dazu musste man schon mit aller Kraft zuschlagen.

Der eine Polizist fragte mich dann, ob ich mir vorstellen könne, mit welchen aktuellen Ereignissen in unserer Umgebung diese Bilder zusammenhängen könnten. Als ich Nein sagte, erklärte er mir, dass eine damals auch ziemlich bekannte Gruppe Neonazis mit diesen Knüppeln bei mindestens fünf Überfällen auf Linke und Ausländer mehrere Leute halb tot geprügelt hätten, einer davon, ein fleißiger und unschuldiger Dönermann, lag im Koma und sein Schädel war nur noch Matsch, weil der Täter mit dem Knüppel mindestens 20 Mal zugeschlagen haben musste. Der arme Mann hat sich bis heute nicht ganz von der Tat erholt und wäre während seiner Erholung auch zwei Mal an unerwarteten Komplikationen fast gestorben. Anderen wurden Arme oder Knie zertrümmert. Und ich hatte denen die Waffen geliefert. Wir kennen uns heute auch, da ich ihn im Krankenhaus besucht habe, aber er meinte, es sei nicht meine Schuld gewesen und hat mir vergeben, dafür bin ich ihm echt dankbar.

Der Grund, warum ich danach gefragt wurde, die Dinger zu bauen, war, dass sämtliche Versandunternehmen (damals gab es da auch noch nicht so viele) sowie die meisten örtlichen Jagd- Sport- und Waffenläden mit der Polizei zusammenarbeiteten und die Skins sich somit dort nicht in großen Mengen eindecken konnten, ohne sich verdächtig zu machen. Und zur eigenen Herstellung waren sie offenbar zu blöd. Geplaudert hatte letztlich mein Freund und das sogar freiwillig, als er die Bilder in der Zeitung sah. In einem Artikel wurden die "offenbar fachmännisch hergestellten Totschläger" nämlich erwähnt, aber an mir ging das vorbei. Er selbst hatte die Teile an einen Bekannten weiter gegeben und wusste nicht, an wen der die wiederum abgibt. Bei der Durchsuchung eines der Treffpunkte und mehrerer Wohnungen wurden noch um die 20 unbenutzte Knüppel sichergestellt.

Gesetzlich konnte mir nichts passieren, der eine Polizist meinte nur, das wäre ja fast schon gewerblich, aber dass es wenig Sinn macht, deswegen eine Anzeige zu schreiben und ich einfach sofort aufhören solle, die Teile zu bauen. Wie viel ich dafür bekommen habe, haben sie aber zum Glück nicht gefragt. Aussagen vor Gericht musste ich aber, da ich aber in dem Sinne niemanden belasten konnte, beließen es die Angeklagten bei einigen bösen Blicken. Dort sagte ich aber, ich hätte die Teile verschenkt. Der Richter beließ es dabei, obwohl der Staatsanwalt es nicht glauben wollte. Die angedrohte Anzeige kam aber nie. Ich habe der Polizei gesagt, dass ich keine weiteren Knüppel mehr hergestellt habe und es auch nicht würde. Die 50 Stück, die sich bis fast Hüfthöhe in meinem Kleiderschrank stapelten, haben wir dann verheizt, meine Eltern kennen mich ja und mussten nur einmal fragen. Ich habe die Dinger freiwillig und gerne vernichtet.

Mir konnte deswegen zwar wie gesagt rechtlich nichts passieren, aber die Polizisten wollten einfach, dass ich sehe, was passiert ist und damit angerichtet wurde. Heute frage ich mich, wie dumm ich war, denn mir hätte klar sein müssen, dass eine größere Menge dieser Teile wohl kaum für eine Dildoparty gedacht war, ich habe damals aber nur das Geld gesehen, mit dem ich mir eine Simpson (Moped) und einen Computer gekauft habe. Die Simpson wurde mir aber nach einem halben Jahr gestohlen. Das nennt man wohl zumindest im Ansatz ausgleichende Gerechtigkeit. Man sollte wirklich überdenken was man tut, wenn man schon Dinge herstellen kann, die zu solchen Zwecken verwendet werden. Ich habe jedenfalls nie mehr so einen Knüppel gedreht oder sonst irgendeine Waffe hergestellt, mit kürzlicher Ausnahme einer Muskete, die ich mit einem Freund zusammenbaute, der in so einer historischen Gruppe ist und der die Metallteile dafür selbst produzierte. Das Teil kann aber nicht schießen. Ist aber dennoch ein toller Anblick, da sie sehr echt und alt aussieht. Trotzdem war mir dabei schon mulmig, als ich daran dachte, was damals passiert war.

Beichthaus.com Beichte #00037800 vom 11.03.2016 um 14:23:21 Uhr (16 Kommentare).

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5628 Wie Clint Eastwood in Dirty Harry

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Vandalismus Waghalsigkeit Hochmut Schule

Ich (m) möchte beichten, dass ich tatsächlich mal meinen (zu dem Zeitpunkt noch gültigen) Schülerausweis in einen größeren Teich geschmissen habe. Ich wollte mich eben auch mal so cool fühlen wie Clint Eastwood in Dirty Harry. Dass er seinen Polizei-Stern aus Frustration über den Staat weggeschmissen hatte, passte auch zu mir, weil ich damals auch arge Probleme mit der Schule hatte. Den Ausweis habe ich eh nicht vermisst, ich habe ihn eigentlich nie gebraucht.

Beichthaus.com Beichte #00031479 vom 20.06.2013 um 20:20:26 Uhr (13 Kommentare).

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5629 Wischi Waschi Ausbildung

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Feigheit Verzweiflung Ungerechtigkeit Arbeit Neulehe

Ich (m/24/Auszubildender Fachinformatiker Anwendungsentwicklung) beichte, dass ich zu feige bin meinem Chef zu sagen, was für einen Schwachsinn wir in der Firma machen und warum reihenweise Mitarbeiter kündigen. Es werden lieber diverse Fremdkomponenten installiert um einem Kunden schnell irgend eine experimentelle Bastellösung zu zeigen, bevor man sich auch nur eine halbe Stunde Gedanken macht, was man eigentlich vor hat. Keiner kümmert sich um ordentliche Methoden zur Softwareentwicklung oder zum Testen, es wird nur ein Haufen Wischi-Waschi-Code an den anderen gebastelt. Was ich in der Berufsschule an relevanten Methoden und Techniken lerne, interessiert keine Seele hier.
Dass ich dieses Jahr schon fast 40 Überstunden gemacht habe und mich einfach nicht traue meinen Freizeitausgleich zu nehmen spricht eigentlich auch Bände. Ich beichte außerdem, dass ich mich, wenn das so weitergeht, bei einem anderen Ausbildungsbetrieb bewerben werde um meine letzten 1,5 Lehrjahre zu absolvieren. Ich glaube einfach nicht, dass ich hier viel Produktives zur Softwareentwicklung mitnehmen kann. Hier bin ich höchstens Codingroboter und kein Entwickler, der sich tatsächlich Gedanken über eine dem Kundenwunsch entsprechende Software machen darf. Ich weiß, dass ich eigentlich glücklich sein sollte einen Ausbildungsplatz zu haben und dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind. Dazu kommt, dass meine Kollegen (die Angestellten) menschlich total in Ordnung sind. Aber mein "Marktwert" mit so einer Ausbildung als Blender-Software-Ersteller und Bugfix-Pfuscher wird eher gering ausfallen und das möchte ich eigentlich nicht riskieren. Jetzt gehts mir irgendwie besser, das musste ich mal los werden.

Beichthaus.com Beichte #00028705 vom 08.03.2011 um 13:37:33 Uhr in Neulehe (14 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

5630 Warten beim Arbeitsamt

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Hass Vorurteile

Warten beim Arbeitsamt
Ich sitze gerade hier beim Arbeitsamt, um meine Sozialhilfe zu beantragen. Nein, ich bin kein Schmarotzer, ich muss nur zwei Monate zu meinem neuen Job überbrücken. Während ich hier sitze und warte, werde ich immer wütender. Ich bin umgeben vom Idioten! Genau wegen […]
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Beichthaus.com Beichte #00031780 vom 21.08.2013 um 13:38:31 Uhr (45 Kommentare).

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