Gefangen im Kotzmarathon

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Maßlosigkeit Misstrauen Sucht Verzweiflung Gesundheit

Seit mehr als 15 Jahren habe ich (w/34) ein essgestörtes Verhalten. Momentan fresse und kotze ich mehrmals am Tag riesige Mengen an Nahrungsmitteln. Ich tue den ganzen Tag nichts anderes als einkaufen, fressen und kotzen. Nebenbei noch fernsehen. Ich bin total ausgeschaltet und habe Angst, die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Ich habe eine lange ambulante und mehrere stationäre Therapien hinter mir. Wirklich geholfen haben sie mir alle nicht, eher meine Situation verschlimmert. Ich finde mich selbst ätzender denn je, kann mich nicht ausstehen. Ich bin zu faul, mich mit der Lösung der Essstörung auseinanderzusetzen, zu faul zum Leben und zu faul zum Sterben. Der Sinn, gesund zu leben, ohne Fressanfälle erschließt sich mir auch irgendwie nicht. Das Wort "lebensmüde" hat für mich eine neue Bedeutung bekommen.


Zwischenmenschliche Kommunikation finde ich anstrengend. Deshalb lebe ich ziemlich zurückgezogen. Wenn ich mal rausgehe, merke ich schon, dass es mir irgendwie gut tut. Aber dann spüre ich schnell wieder den Drang, alles in mich hineinzustopfen, bis ich fast platze. Um mich dann wieder zu erleichtern und dann total erschöpft, leer und ausgeschaltet rumzuhängen. Mein Freund weiß, dass ich Bulimie habe, bekommt aber von den Fressattacken nichts mit. Wir treffen uns meistens abends, da habe ich dann schon meinen Kotzmarathon hinter mir und bin meistens völlig neben der Spur. Es ist dann unglaublich anstrengend ihm zu folgen, ihm zuzuhören und mich zu konzentrieren. Ich habe das Gefühl, alles läuft nur so nebenher - leben, arbeiten, meine wenigen Freundschaften. Ich bin eigentlich nur Zuschauerin in meinem eigenen Lebensfilm.


Ich könnte ein Buch über mein Leben schreiben, habe vieles hinter mir: schwierige Kindheit, psychisch kranke Mutter, Schläge, emotionaler und körperlicher Missbrauch durch die Mutter, mehrmaliger sexueller Missbrauch durch verschiedene ältere Männer in der Kindheit, Drogenkonsum, eine Zeit lang promiskuitive Kontakte im Jugendalter und so weiter. Trotz all dieser Erlebnisse habe ich mein Abi gemacht, eine gute Ausbildung, ein Studium und habe jetzt einen guten Job im sozialen Bereich. Ich sollte stolz auf mich sein, doch ich bin es nicht - kann es nicht sein. Ich heule nie rum, äußere aber auch nicht meine Lebenszweifel vor anderen Menschen. Nicht mal in der Form in der Therapie. Ich fresse alles in mich hinein und kotze alle meine Zweifel, meine Wut und auch meine gedanklichen Aggressionen ins Klo. So wird niemand vollgeschwallt, niemand belastet oder hilflos gemacht. Ich bin innerlich maßlos aggressiv, misstrauisch, beschämt und traurig, aber auch irgendwie gierig nach irgendetwas, das ich nicht benennen kann. Deswegen beichte ich hier, wenn auch mit einem emotional distanzierten Grundton.

Beichthaus.com Beichte #00032847 vom 10.03.2014 um 17:02:07 Uhr (15 Kommentare).

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Löcher in den Füßen

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Ekel Unreinlichkeit Gesundheit Isny-Eisenbach

Vor ein paar Jahren hatte ich mehrere total fertige, ausgelatschte Schuhe im Internet gekauft, natürlich ungewaschen. Die Schuhe habe ich dann intensiv weitergetragen, und ständig daran gedacht, wie wohl die Füße der Vorbesitzer aussehen. Ich war total erregt bei der Vorstellung, dass meine Füße den fremden Stinkgeruch annehmen. Der fremde Stinkgeruch an meinen Füßen ging dann natürlich irgendwann wieder weg. Dafür habe ich etwas anderes bekommen, das ich bis heute nicht mehr wegbekommen habe. Nachdem ich eines der Schuhpaare sehr intensiv, also stundenlang an den Füßen hatte, habe ich "Pitted Keratolysis" an den beiden Fußsohlen bekommen. Das sind Bakterien, die mit dem Fußschweiß reagieren und Löcher in die obere Schicht der Hornhaut der Füße fressen. Tut nicht weh, sieht aber total scheiße aus, besonders wenn die Füße aufgeweicht sind, zum Beispiel nach dem Baden. Seit zwei Jahren habe ich nun diese unansehnlichen Füße, und ich glaube, dass ich das nie mehr los werde. Ich desinfiziere zwar ständig meine Füße, was zumindest etwas hilft, aber trotzdem wird der befallene Bereich immer größer. Aber das ist wohl die gerechte Strafe für das tragen fremder Schuhe.

Beichthaus.com Beichte #00032841 vom 08.03.2014 um 20:48:11 Uhr in Isny-Eisenbach (16 Kommentare).

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Veränderung durch die eigene Wohnung

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Faulheit Unreinlichkeit Ekel Schöppingen

Ich (22) bin vor Kurzem von zu Hause ausgezogen. Und seither vernachlässige ich Hygiene und Sauberkeit ein wenig. Es fing damit an, dass ich morgens oft etwas später aufgestanden bin und dann ohne zu Duschen zur Uni gegangen bin. Erst kam es nur so zwei- bis dreimal in der Woche vor, aber dann wurde es zur täglichen Gewohnheit. Ich bin mit der Zeit immer später aufgestanden. Erst habe ich mir immer noch die Haare gewaschen, wenn ich schon nicht geduscht habe, aber dann fehlte mir auch dafür die Zeit. Das erstreckt sich auch auf den Klamottenwechsel: Ich habe mir angewöhnt, abends einfach Jeans und Sweatshirt vor das Bett zu legen und morgens gleich wieder anzuziehen. Außerdem nervt mich das ständige Waschen, sodass ich angefangen habe, die Sachen immer länger zu tragen. Und ich putze meine Wohnung kaum, weil ich keine Lust und Zeit dazu habe. Ich gehe lieber zur Döner-Bude, statt selbst etwas zu kochen und ich habe schon ewig keinen Sport mehr gemacht.


Fazit: Seit ich allein wohne, dusche ich nur noch sonntags und wechsele dann auch meine Klamotten - außer die Jeans, die trage ich schon mal drei oder vier Wochen lang. Dann putze ich mir noch alle drei Tage mal die Zähne, räume nicht auf und putze generell auch sehr selten mal. Ich koche nicht und mache keinen Sport. Man könnte sagen, dass sich mein Leben ziemlich verändert hat, aber ich weiß nicht, ob es unbedingt zu meinem Besten ist. Ich habe auch mal versucht, einfach den Wecker früher zu stellen, um morgens zumindest mal die Zähne zu putzen und die Haare zu waschen, aber wenn der Wecker dann anging, habe ich ihn nur ausgemacht und bin liegen geblieben, bis ich weg musste. Ich habe auch versucht, mal öfter sauber zu machen, aber es hält nie lange an. Irgendwie will ich, glaube ich, einfach so weitermachen, weil es bequem ist, aber etwas in mir sagt mir, dass es mir nicht gut tun wird.

Beichthaus.com Beichte #00032838 vom 07.03.2014 um 16:21:27 Uhr in Schöppingen (18 Kommentare).

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Entfliehen in die eigene Kindheit

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Manie Kinder

Ich (m/24) habe eine Freundin, einen großen Freundeskreis, eine gute Arbeitsstelle und bin ein ganz normaler Typ. Aber manchmal lasse ich meine Kindheit wieder aufleben. Dann ersteigere ich mir z.B. alte Micky Maus Hefte aus meinen Kindheitsjahren und blättere dann zu Hause darin herum. Nicht wirklich um die Comics zu lesen, sondern eher aus Nostalgie. Auch die Werbeanzeigen und Vorstellungen von Spielen und Filmen in den Heften finde ich interessant. Dann wollte ich letztens meine alten Pokemon-Karten suchen, habe sie aber nicht mehr gefunden. Also habe ich mir ein paar Stapel der ersten Editionen im Internet ersteigert. Es hat einfach Spaß gemacht, sich die alten Karten noch einmal anzusehen und in Erinnerungen zu schwelgen. Ich habe vor Kurzem auch das alte Pokemon Gameboyspiel noch einmal durchgespielt und das macht immer noch Bock. Meine Eltern sind im Moment im Urlaub und ich soll in der Zeit ein Auge auf das Haus halten. Alle paar Tage vorbeifahren und die Post reinholen usw. Ich habe jetzt geplant mir ein paar Nachmittage frei zu halten, um im Keller meine alten Legos zu suchen. Dann suche ich mir die Bauanleitungen zusammen und werde die alte Ritterburg oder das Piratenschiff noch einmal aufbauen und dazu vielleicht eine der alten Fünf Freunde Hörspielkassetten anhören. Ich habe das nie jemandem erzählt und es wäre mir auch peinlich, wenn meine Freunde oder meine Freundin davon erfahren würden.

Beichthaus.com Beichte #00032809 vom 02.03.2014 um 21:43:53 Uhr (20 Kommentare).

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Die Luftmatratze

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Diebstahl Habgier Kinder Urlaub Kroatien

Ich (m/22) durfte mit meinen Eltern und meiner größeren Schwester mit 12 Jahren einen wunderschönen Urlaub in Kroatien verbringen, an den ich mich bis heute gerne, aber nicht ohne schlechtes Gewissen erinnere. Unser Campingplatz am Meer war wunderschön, wir gingen baden, tauchen und Boot fahren, sodass man durchaus von einer perfekten Urlaubsidylle sprechen kann. Jedoch nur fast. Wir hatten unsere Luftmatratze zu Hause vergessen und so beobachtete ich schon am ersten Tag neidisch eine Familie aus Holland, die eben eine solche dabei hatte. Abends im Zelt schmiedete ich mit meiner Schwester dann einen tollkühnen Plan, wie wir an die silber-durchsichtige Luftmatratze kommen könnten. Den Mut, diesen in die Tat umzusetzen hatten wir in dieser Nacht dann aber doch nicht.

Am nächsten Tag gingen wir also wie schon am Vortag ohne Luftmatratze an den Strand. Der Badetag ging schnell vorbei und hat trotz allem eine Menge Spaß gemacht. Nach dem Abendessen holte ich mir an der Strandbar noch ein Eis und konnte meinen Augen kaum trauen. Die Luftmatratze meiner Begierde trieb angebunden an einem Stein auf dem Wasser. Zurück am Platz erzählte ich sofort meiner Schwester von meinen eben gemachten Beobachtungen. Wir beschlossen, in dieser Nacht zuzuschlagen und die Luftmatratze in unseren Besitz zu übernehmen. So schlichen wir nachts aus unserem Zelt, was uns so weit auch gut geglückt ist. Angekommen am Strand banden wir die Luftmatratze los und versteckten sie Abseits im Gras. Danach ging es zurück in unser Zelt. Am nächsten Morgen brachten wir freiwillig den Müll weg, holten auf dem Rückweg die Luftmatratze aus dem Versteck und brachten sie zu unserem Platz. Unseren erstaunten Eltern erzählten wir, dass die Luftmatratze neben den Müllcontainern gelegen hätte und da unsere Mutter eine notorische Müllverweigerin war, lobte sie uns sogar noch für unsere Müll vermeidende Aktion.

Mit unserer neuen Errungenschaft gingen wir an den Strand und sahen die holländische Familie erneut - zu unserer Überraschung jetzt mit zwei großen aufblasbaren Walen und einer neuen Luftmatratze. Unser Diebstahl fiel aufgrund der vielen Gäste nicht auf, die niederländische Familie hatte Ersatz für die Luftmatratze gefunden und uns hat sie bis in den letzten Sommer, als sie das Zeitliche segnete, gute Dienste erwiesen. Trotzdem bereue ich die Tat, jedoch nicht ohne Grinsen im Gesicht und nicht ohne daran zu denken, dass wir auch einen Wal mitnehmen wollten. Dieser Plan wurde allerdings nicht in die Tat umgesetzt, sie wirkte uns damals schon zu dreist. Unsere Luftmatratze ruht nun nach jahrelangem Gebrauch in den ewigen Jagdgründen. Für meinen Seelenfrieden habe ich letztes Jahr den örtlichen Kindergarten auf einen Badetag mit allem Drum und Dran eingeladen und jedem Kind eine neue Luftmatratze geschenkt, sodass diese im Urlaub nicht auf die schräge Bahn kommen.

Beichthaus.com Beichte #00032805 vom 02.03.2014 um 14:16:46 Uhr in Kroatien (Pula) (9 Kommentare).

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