Rausch auf der Reeperbahn
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Aber nicht okay ist es, wildfremde Menschen aggressiv anzurempeln und später wie wild anzugreifen. Aus dem Polizeibericht erfuhr ich später: Ich habe zwei Frauen geschlagen und einen sitzenden Schlafenden ins Gesicht getreten. Gedanklich zu mir gekommen bin ich auf der Polizeistation, immer noch wirr, aber ansprechbar und umringt von Polizisten. Meine "Aufpasser" mussten sich leider um mich kümmern, bis der Arzt (Prellungen etc.) kam - ich habe irgendwas von "Morphium" und "Ende" gefaselt. Irgendwann kam noch meine Freundin, die total geschockt von meinem Erscheinungsbild war. Sie sollte dann nach Hause fahren und meine Medikamente durchgeben. Am nächsten Morgen hat sie mich abgeholt und erst einmal erzählt, was passiert war und was die Polizisten ihr beim Rauchen erzählt hatten.
Lange Rede, kurzer Sinn: An dem Abend lief in mir gefühlsmäßig ein Fass über - alkohol- und sertralinbedingt - und ich verlor jegliche Kontrolle. Ich habe mich zwar bei den drei Opfern entschuldigen und mich über einen TOA verantworten dürfen, sowie eine 10-wöchige Therapie hinter mir, aber trotzdem belastet mich die Geschichte immer noch sehr stark. Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und ich möchte endlich abschließen und um Entlastung bitten. Vielleicht schaffe ich es auch irgendwann, meine Scham gegenüber meiner Freundin zu glätten und ihre entstandene Abneigung und Verachtung gegenüber der Reeperbahn zu glätten. Meine Tat(en) bereue ich, ich habe mich in Therapie begeben und mich schließlich auch bei den Opfern entschuldigt.