Effizienz am Arbeitsplatz

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Stolz Engherzigkeit Eitelkeit Verschwendung Arbeit

Ich (m/24) bin technischer Zeichner und beichte, dass ich während meiner Arbeitszeit eine Excel-Mappe erstellt habe, die Sudokus löst. Ich hätte auch weitere Makros für unser Zeichenprogramm erstellen können, aber da das bisher nicht einmal mit einem Dankeschön quittiert wurde, obwohl ich die Qualifikation zu Hause in Eigenarbeit erworben habe, war die Motivation sehr gering. Ich habe es meinen Chefs also wegen meines verletzen Stolzes nicht gegönnt, ein paar Tausend Euro an Programmierkosten oder Lohn durch effizientere Arbeitsweisen zu sparen. Um meine Ex-Arbeitskollegen tut es mir leid, die immer noch umständlich arbeiten müssen. Ich bin im Juni Techniker, die Makros habe ich mittlerweile auch fertiggestellt, werde sie ihnen aber nicht zukommen lassen und zu der Firma natürlich auch nicht mehr gehen.

Beichthaus.com Beichte #00034168 vom 23.10.2014 um 09:46:03 Uhr (3 Kommentare).

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Stehpinkler mit schüchterner Blase

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Engherzigkeit Morallosigkeit Schamlosigkeit

Ich (m) missachte grundlos und mit voller Absicht die auf öffentlichen Herren-Toiletten etablierte Abstandsnorm von einem freien Pissoir. Mögen mir alle Stehpinkler mit schüchterner Blase verzeihen.

Beichthaus.com Beichte #00034162 vom 22.10.2014 um 23:15:14 Uhr (6 Kommentare).

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“Beichte

Persönliche Probleme

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Engherzigkeit Morallosigkeit Falschheit

Wie beginnt man eine Geschichte, die für andere tragisch ist, nur nicht für mich? Ich versuche, es kurz und bündig auf den Punkt zu bringen. Jeder Mensch hat persönliche Probleme - und ich habe ein Talent dafür, mir diese anhören zu dürfen. Und jedes Mal, wenn mir jemand etwas von seinem schlimmen Leben vorheult, strahle ich den verständnisvollen Kumpel aus, obwohl ich mir insgeheim denke: "Ihr habt Probleme, davon träumen andere Menschen nicht mal." Mein Vater buckelt sich seit über zehn Jahren - unverschuldet - den Arsch krumm, muss von Montag, spätestens 8 Uhr bis einschließlich Sonntag mindestens 12-14 Stunden pro Tag arbeiten. Heute war einer der wenigen Tage, wo er Menschlichkeit hat durchblicken lassen. Er war stockbesoffen. Aber egal wie sein Zustand war, er kam nicht auf seine beschissene Situation zu sprechen. Es gehört nun wirklich keine gute Menschenkenntnis dazu, zu interpretieren, warum man unter der Woche und unter diesen Umständen das Trinken anfängt. Ich will eigentlich gar nicht groß auf ihn eingehen, auch nicht auf meine Freunde, die mit viel kleineren Problemen zu kämpfen haben. Ich selbst habe ja auch mit Problemen zu kämpfen - und das ist der Punkt. Es gibt tatsächlich Tage, an denen mir nicht vollständig präsent ist, welche Opfer mein Vater für mich und meine Familie bringt. Es gibt tatsächlich Tage, an denen ich gar nicht realisiere, welcher Überlebenskampf in meinem Familienkreis stattfindet. Und wer nicht realisiert, hat auch kein Verständnis. Ich verharmlose normale Probleme, nur weil mir im persönlichen Umfeld schlimmere bekannt sind. Ich bin oftmals eine moralische Null und dafür schäme ich mich. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00034154 vom 22.10.2014 um 00:12:15 Uhr (7 Kommentare).

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Der Kontakt zu meinen Eltern

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Verzweiflung Engherzigkeit Ungerechtigkeit Familie

Ich habe letztes Jahr den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen. Ich habe allerdings noch eine Schwester, sie hat Kontakt zu ihnen und sagt mir immer, wenn etwas los ist. Sie respektiert meine Entscheidung voll und ganz. Nach einer beschissenen Kindheit ohne Liebe, vielem Ausnutzen, viel Ungerechtigkeit und unendlichen Schuldgefühlen, dass ich alles im Leben falsch mache - und um für mich Verantwortung zu übernehmen, damit es mir endlich besser geht - brach ich den Kontakt ab. Ewig habe ich um die Liebe meiner Eltern gekämpft, und letztes Jahr begriff ich, dass sie mich richtig krankmachten. Ich fragte sie, warum sie mich nicht lieben konnten, bis heute bekam ich keine Antwort. Nach wie vor finde ich es gut, dass ich es getan habe, und ich spüre noch immer ein Feuer aus Wut in meinem Bauch, wenn ich an sie denke. Und trotzdem mache ich mir Gedanken: Nun sind die Eltern alt, meine Mutter ist sehr krank und mein Vater hatte kürzlich einen Unfall, bei dem es fast um alles gegangen ist, doch er hatte Glück. Ich vermisse meine Eltern, aber ich will keinen Kontakt, weil ich weiß, dass sie mir und sich gegenseitig nicht gut tun. Es tut mir leid, dass ich diese Entscheidung getroffen habe und nicht besser damit umgehen kann.

Beichthaus.com Beichte #00034152 vom 21.10.2014 um 22:18:18 Uhr (6 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Die vegane Mitbewohnerin

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Rache Engherzigkeit Ignoranz WG Ernährung Köln

Über ein halbes Jahr lang lebte ich in einer Zweier-WG mit einer Veganerin zusammen. Um es vorwegzusagen: Ich habe keine Probleme mit Veganern und halte sie auch nicht grundsätzlich für Spinner. Toleranz ist für mich wichtig, jeder sollte so leben, wie er es für richtig hält. Meine Ex-Mitbewohnerin schien anfangs auch dieser Auffassung zu sein. Zumindest betonte sie beim WG-Casting, dass sie andere Menschen nicht wegen deren Lebensstil verurteile und ihr ein harmonisches Zusammenleben am Wichtigsten sei. In den ersten Wochen verlief noch alles ganz normal. Wir aßen zwar nur selten zusammen, kochten dann manchmal aber gemeinsam. Natürlich vegan. So weit, so gut. Nach und nach merkte ich aber, wie meine Mitbewohnerin versuchte, mich zu bekehren. Es fing mit gemeinsamen veganen Koch-Sessions an und ging dann dazu über, dass sie beinahe jeden Tag kochte und mir dabei Reste übrig ließ - mit der Aufforderung, diese doch noch zu essen. Das fand ich zwar nett, manchmal hatte ich jedoch einfach Lust auf Fleisch.


Ab und zu briet ich mir also ein Stück Hähnchenfilet, aß eine Salamipizza oder einen Salat mit Thunfisch. Es kam dabei häufiger vor, dass meine Mitbewohnerin sich schnippische Kommentare nicht verkneifen konnte. Zuerst begann sie mit Fragen wie: "Isst du schon wieder Fleisch?", danach kamen Bemerkungen, dass sie der Fleischgeruch in der Wohnung störe und ich beim Essen bitte immer lüften solle. Sie fing an, Artikel und Bilder über Veganismus und Massentierhaltung auf meiner Profilseite zu posten. Irgendwann sperrte ich sie dann für diese Funktion. Wir führten einige Diskussionen zu dem Thema, die meistens damit endeten, dass sie mir, und Menschen wie mir im Allgemeinen, Unsensibilität und Ignoranz vorwarf. In der Küche hängte sie Postkarten mit Sprüchen über Veganer und Fleischesser auf. Ich ließ das so weit noch über mich ergehen und hielt meistens einfach den Mund. Ich ging dazu über, vermehrt in der Mensa oder unterwegs zu essen, damit ich mir zu Hause keine Vorwürfe mehr anhören musste. Das Fass zum Überlaufen brachte meine Mitbewohnerin dann damit, dass sie anfing, von mir gekaufte Wurst aus dem Kühlschrank zu entfernen. Mal legte sie die Lebensmittel vor meine Zimmertür, mal schmiss sie das Zeug gleich weg. An dem Punkt reichte es mir. Toleranz hin oder her, alles muss ich mir nicht gefallen lassen.


Meine Strategie: Ich machte auf verständnisvoll und begann, die reuige Sünderin zu spielen. Ich ließ zu, dass sie meine Profilseite vollspammte, und kommentierte fleißig ihre Artikel. Ich bot ihr an, wieder häufiger gemeinsam vegan zu kochen. Ich ging sogar in den sauteuren Bio-Supermarkt und kaufte ihre Lieblingskekse. Und als Dank für ihre Missionarstätigkeiten wurde ich eine emsige Köchin und Bäckerin: Kekse, Kuchen, Pudding, Auflauf, Lasagne - alles natürlich streng vegan. Zumindest laut Rezept. Tatsächlich fügte ich jedoch stets ein paar kleine, nicht so vegane "Geheimzutaten" hinzu. Ein bisschen Ei hier, etwas Milch da, ein Stückchen Butter dort. Es gelang mir sogar, in mühevoller Arbeit, ein wenig Fleisch in der Lasagne zu "verstecken". Von alldem bekam sie nie etwas mit. Ich freute mich jedoch jedes Mal diebisch, wenn sie sich genüsslich über meine Spezialitäten hermachte. Nach einer Weile kündigte ich jedoch das WG-Zimmer. Zwar hatte ich für einige Zeit ziemlich viel Freude gehabt, jedoch wurde mir das Ganze auf Dauer zu teuer und zeitaufwendig. Einen letzten Spaß habe ich mir dann aber doch noch erlaubt. An dem Wochenende meines Umzugs konnte meine liebe Mitbewohnerin leider nicht anwesend sein. Ich verfasste also zunächst einen netten Brief, indem ich ihr meine Ansichten noch einmal kurz darlegte, gefolgt von meiner kleinen, ungeschönten Rezeptsammlung.


Danach machte ich mich daran, sämtliche vegane Lebensmittel in der Wohnung durch von mir bevorzugte Produkte zu ersetzen. Natürlich wollte ich nicht alles an gut sichtbaren Plätzen verstauen, über die eine oder andere Wurstscheibe hat sich die Gute bei entsprechender Geruchsentwicklung sicher erst Wochen später gefreut. In ihre Jackentaschen gab ich - sehr aufmerksam - Mettbrötchen als Proviant. Und wer braucht schon Gesichtscreme im Badezimmerschrank, wenn er dafür auch ein schönes Glas Leberwurst haben kann? Da ich es jedoch nicht über mich brachte, das frische Obst und Gemüse wegzuschmeißen, gab ich ihm, mit einem sorgfältig arrangierten Speckmantel, quasi eine persönliche Note. Fast bedauerte ich es, die Wohnung verlassen zu müssen, hatte ich sie doch letztlich in mein persönliches Paradies verwandelt. Nun ja, nachdem ich den Wohnungsschlüssel im Schinkenmantel im Briefkasten verstaut hatte, verließ ich mein trautes Heim für immer. Was möchte ich also beichten? Dass ich es nicht geschafft habe, meine guten Vorsätze zu erfüllen? Dass ich meine Mitbewohnerin angelogen, hereingelegt und ihr Eigentum, sowie wahrscheinlich ihre Seele, beschädigt habe? Dass ich mich auf solch ein niedriges Niveau begeben habe? Nein. Ich möchte nur beichten, dass mir das alles absolut nicht leidtut. Wer Respekt und Toleranz von mir erwartet, sollte dasselbe auch von sich verlangen. Ich bitte um Absolution für meine mangelnden Gewissensbisse!

Beichthaus.com Beichte #00034148 vom 21.10.2014 um 00:34:06 Uhr in 50825 Köln (Heliosstraße) (23 Kommentare).

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