Mehr Geld, als ich zählen kann

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Maßlosigkeit Manie Geld

Ich muss beichten, dass ich die letzten fünf oder sechs Jahre wie verrückt die Münzen bis zu einem Wert von 50 Cent gesammelt habe. Ich war damals total überzeugt, dass durch die Inflation und die Rohstoffpreise das Metal der Münzen deren Nennwert bald bei Weitem übersteigt. Das hat sich aber irgendwie nicht bewahrheitet. Jetzt habe ich im Keller eine knapp 1 m³ große Holzkiste bis oben hin voll mit Münzen und weiß nicht so recht wohin damit. Ich habe schon überlegt, die Münzen bei Ebay reinzustellen, aber ich habe keine Ahnung, wie viel sie ungefähr wert sind. Zur Bank bringen ist auch so eine Sache, bei so einer Menge bist du ja gleich im Geldwäsche Verdacht oder so etwas. Oder ich nehme mir eine Woche Urlaub und sortiere die mal. Wenigstens kann ich jetzt sagen: "Ich habe so viel Geld, dass ich nicht mehr weiß, wohin damit."

Beichthaus.com Beichte #00037398 vom 14.01.2016 um 12:57:55 Uhr (21 Kommentare).

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Morgenmuffel mit Piercing

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Ekel Unreinlichkeit Peinlichkeit

Morgenmuffel mit Piercing
Ich (m/25) habe ein Piercing in der Unterlippe, und zwar einen Stecker. Nein, das ist nicht die Beichte, aber wichtig zu wissen. Gestern morgen kam bei uns der Heizungsableser zur Jahresablesung ins Haus, also musste ich, obwohl ich frei hatte, früh raus, weil dieser Knecht sich für sieben Uhr morgens angekündigt hatte. Also saß ich um 6:50 Uhr da, gähnte in meinen Kaffee und wartete auf den Mann. In der Schlaftrunkenheit fing ich an, völlig gedankenverloren in der Nase zu bohren, was sonst eher nicht so meine Angewohnheit ist, und machte auch Beute. Einen mittleren, gut feuchten und daher schwer greifbaren Rotzbatzen. Dieser war aber plötzlich weg. Weder in der Nase noch am Finger war was zu finden, auch auf dem Pulli, der Hose und dem Tisch fand ich nichts, und zum Glück war meine Tasse schon leer, da war aber auch nichts. Also dachte ich, der ist wohl am Boden, sah aber auch dort nichts, und zuckte gedanklich die Achseln und meinte, der blieb wohl wo er war.

Pünktlich um sieben Uhr klingelte der Mann dann auch, und ich machte auf. Er sagte guten Morgen und sah mich seltsam an. Er machte sich dann ans ablesen, was ja recht schnell geht und schaute mich dabei immer wieder seltsam an. Danach stellte er noch einige Fragen zur Heizung und schmunzelte dabei die ganze Zeit und sah mich seltsam an. Man merkte, dass er sich das Lachen verkniff. Irgendwann wurde es mir zu doof, und da ich eh direkt und morgens nicht gesellschaftsfähig bin, fragte ich kurz angebunden: "Ist was, oder warum schaust du so blöd?" Er grinste auf einmal hämisch und meinte nur: "Wenn du schon so nett fragst, an deinem Piercing ist was, was da wohl nicht so ganz hingehört, Spiegel sollen helfen!", salutierte mir ironisch und machte die Tür von außen zu.

Ich ging also ins Bad und sah in den Spiegel und da hing die gelbe Pracht tatsächlich an meinem Piercing, und ich hatte es nicht gemerkt. Wunderbarerweise ist mir der Typ heute im Nachbarblock, als ich zu einem Kumpel wollte, wieder beim Heizungen ablesen über den Weg gelaufen, grinste, tippte sich an die Stelle, an der mein Piercing sitzt, salutierte wieder und schüttelte lachend den Kopf. Ich hätte am liebsten ein Loch gegraben, um darin zu verschwinden.

Beichthaus.com Beichte #00037390 vom 13.01.2016 um 06:58:55 Uhr (13 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Alles läuft falsch...

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Verzweiflung Trägheit Dummheit Gesundheit Schule

Ich, eine Frau von 23 Jahren, habe in meinem Leben bisher beeindruckend wenig auf die Beine gestellt. Ich habe einen mittelmäßigen Realschulabschluss, eine mittelmäßige Ausbildung an einer mittelmäßigen Schule mit mittelmäßigem Ruf mittelmäßig abgeschlossen und seitdem keinerlei Ziele mehr erreicht. Keine Firma stellte mich ein, weder um dort zu arbeiten, noch um mich dort neu ausbilden zu lassen - nur kostenlose Praktikanten waren willkommen. So lebte ich nach meiner Ausbildung drei Jahre lang bei meinen Eltern, meine Begeisterung, Bewerbungen zu schreiben, nahm zusehends ab, bis ich irgendwann gar nichts mehr machte, so wie schon immer. Schon in der Schule machte ich nichts, oder zumindest weit weniger als ich hätte tun müssen und können. Ich wurde gehänselt, nicht extrem, aber mehr als ausreichend, um mich regelmäßig krank zu stellen und mich nachmittags lieber in virtuellen Welten und Büchern zu verlieren als in der realen zu leben. Das hat sich nie geändert.

Vor ein paar Jahren lernte ich einen Mann kennen, der sein Leben ebenfalls etwas holprig begonnen hatte und nun gerade dabei war, es wieder aufzubauen, indem er sein Abitur nachholte. Er empfahl mir, das Gleiche zu tun, um meine Chancen zu verbessern und ich fand Gefallen an der Idee. Mein Leben änderte sich schlagartig. Meine Eltern waren dagegen, dass ich das tat. Sie meinten, dass die drei Jahre Schule, die dafür nötig wären, pure Zeitverschwendung seien. Also musste ich mich zum ersten Mal völlig alleine um alles kümmern - die Schule, die Wohnung, das BAföG - und ich habe es geschafft. Mittlerweile lebe ich seit eineinhalb Jahren in dieser Wohnung, aber so viel mehr hat sich dann doch nicht geändert. Nach knapp zweieinhalb Monaten stellte sich bei mir erneut die mich immer begleitende Lustlosigkeit, Trägheit, Müdigkeit, Prokrastination und das Desinteresse an den meisten Dingen, die mich umgeben, ein. Obendrein reagierte mein Körper darauf, dass ich dennoch versuchte, mich in die Schule zu schleppen, und nagelte mich morgens an die Toilette - Durchfall, immer dann, wenn ich gerade los gehen wollte. Anfänglich ging ich hinterher immer noch zum Arzt, um ein Attest zu holen, und ließ mich auch untersuchen, nur um herauszufinden, dass alles okay ist, doch irgendwann hörte ich auch damit auf, fehlte unentschuldigt und schottete mich noch mehr ab.

Ich machte regelrechte Großeinkäufe von Getränken, Dosennahrung und Unmengen an Süßkram, um die Wohnung nicht allzu häufig verlassen zu müssen, die sich nach und nach in eine Müllhalde verwandelte. Als dann Briefe von der Schule und vom Amt von Ausbildungsförderung folgten, wurde mir klar, dass ich etwas tun musste. Ich ging zur Schulleitung, um meine Situation zu erklären, um Entschuldigung zu bitten, mich für das laufende Schuljahr ab- und für das kommende neu anzumelden und um zu erklären, dass ich vorhatte, die Zeit dazwischen zu nutzen, um meine Probleme in den Griff zu bekommen, so wie ich es auch dem Amt für Ausbildungsförderung schrieb. Ich wollte zu einem Psychologen und ihm all das erzählen, konnte mich aber nie dazu aufraffen. Doch irgendwie regelte sich alles in der Zeit von selbst, oder jedenfalls fühlte ich mich besser und begann alles in den Griff zu bekommen. Ich begann, mich regelrecht auf das neue Schuljahr zu freuen, auf die neuen Menschen, die neue Chance, die ich dieses Mal ganz bestimmt nicht vergeigen wollte.

Und doch tat ich es, erneut und schneller als zuvor. Die Menschen, mit denen ich zusammen war, waren fabelhaft, vor allem die in der Klasse, die ich derzeit besuchen sollte, die Lehrer waren ebenso. Alles war gut, sogar das BAföG wurde mir noch einmal genehmigt. Und doch überfiel mich nach kurzer Zeit wieder diese Welle an Ungefühlen, die mich an meine Wohnung fesselten, bis ich irgendwann wieder unentschuldigt zu Hause blieb. Zwischenzeitlich konnte ich mich an einem besseren Tag einmal dazu aufraffen, endlich etwas zu tun. Ich ging zum Arzt, erklärte meine Situation, ließ mir endlich eine Überweisung zum Psychologen schreiben und einen Krankenschein ausstellen, den ich gleich in der Schule abgeben wollte. Die Sekretärin verlor das Verständnis allerdings langsam, was mich betraf. Als ich ihr den Krankenschein gab, fragte sie mich, wo denn die anderen seien. Die hatte ich natürlich nicht, und so sagte sie mir, dass das so nicht mehr lange weitergehen könne. Aus Frust kaufte ich eine ganze Menge Zeug, das ich mir eigentlich nicht leisten konnte.

Ich habe seitdem nicht mehr mit der Schule kommuniziert, habe nicht auf die Kontaktversuche reagiert. Derzeit drücke ich mich davor, mich schriftlich abzumelden, obwohl das unabdingbar ist, um Arbeitslosengeld II zu beziehen, da ich seit Beginn des Jahres aus nachvollziehbaren Gründen erneut kein BAföG mehr bekomme. Ich brauche Hilfe, das weiß ich. Im Internet meinte jemand, ich hätte Depressionen. Innerlich zeigte ich ihm einen Vogel. Wie kommt ein Fremder auf die Idee, mir Depressionen zu unterstellen? Aus Interesse habe ich allerdings einmal die Symptome gegoogelt und erkannte dabei unheimlich viele Parallelen. Definitionen und mehrere Tests halfen mir, mich in diesem Gedanken zu bestärken, was gut war, da ich nun etwas Handfestes hatte, das ich dem Psychologen erzählen könnte, wenn ich um einen Termin bitten würde.

Mittlerweile hatte ich auch einen ersten Termin. Der Psychologe gab mir weitere Tests mit, deren Auswertung auffällig war, woraufhin mir ein Schein für einen Bluttest mitgegeben wurde, um eine Unterfunktion der Schilddrüse auszuschließen. Der Termin wäre im Dezember letzten Jahres gewesen. Ich hätte schon lange einen neuen Test machen müssen, aber wie auch jetzt, da ich lieber einen ellenlangen Text ins Internet stelle. Warum weiß ich nicht. Ich will Klarheit, ich will wissen, was mit mir los ist, und ich will etwas dagegen tun, bevor es mein Leben vollends kaputt macht. Vor allem aber will ich dem Psychologen ein Ergebnis vorlegen können, denn solange er nicht weiß, dass mit meiner Schilddrüse alles in Ordnung ist, kann es gut sein, dass wir völlig umsonst miteinander reden. Aber bis dahin wird noch eine gewisse Zeit vergehen, denn so wie es aussieht, wird er die nächsten zwei Monate keine Zeit für mich haben. Noch bin ich ja kein fester Patient mit festen Zeiten.

Was beichte ich nun? Ich beichte all das. Dass ich mein Leben verkorkse, es nicht mal schaffe, das auf Kosten des Steuerzahlers zu tun, sondern derzeit von dem Geld lebe, das es zu Weihnachten gab. Vor allem aber, dass niemand in meinem Familien- Freundes- oder Bekanntenkreis etwas davon weiß, außer ein paar Fremden aus dem Internet, denen ich mich mehr oder weniger vollständig anvertraut habe, weil es dann kein Bild von mir gibt, das ich zerstören kann und ich mir keine Gedanken darum machen muss, was nun aus der zwischenmenschlichen Beziehung wird. Menschen, die danach noch eine wollen, kennen mich dann schon so, wie ich wirklich bin. Ich beichte, dass ich fremde Menschen und eine Plattform wie diese einem offenen Gespräch mit meinen Liebsten vorziehe, dass ich meine Eltern belüge, die außer dem Verdacht auf eine Depression nichts von all dem wissen, und durch eine wachsende Distanz in dem, was ich noch immer Beziehung nennen will, selbst zu dem Mann, den ich liebe, das Vertrauen nicht groß genug ist, um zu wissen, dass ich ihm all das ruhigen Gewissens erzählen kann.

Beichthaus.com Beichte #00037381 vom 12.01.2016 um 09:34:38 Uhr (24 Kommentare).

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Was bleibt, sind Leichen

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Gewalt Morallosigkeit Drogen Maßlosigkeit

Mit 28 bin ich (m) noch am Abend meiner Studienabschlussfeier, in das Rekrutierungsbüro einer bekannten "Sicherheitsfirma" nach Paris gefahren, um mich eintragen zu lassen. 16 Monate verbrachte ich danach in Guatemala. Es schimmeln einem dort die Socken unter den Füßen […]
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Beichthaus.com Beichte #00037374 vom 10.01.2016 um 20:55:03 Uhr (31 Kommentare).

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“Beichte

Ausflug auf den Sexparkplatz

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Ekel Unreinlichkeit Fetisch Masturbation Last Night

Ich (m/30) beichte, dass ich mit meiner Ex-Freundin mal nachts Sex auf einem Sex-Parkplatz hatte. Wir haben das Auto abgeschlossen, es haben aber mindestens vier Männer von außen zugesehen. Am nächsten Tag wollte ich tanken gehen und musste feststellen, dass die […]
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Beichthaus.com Beichte #00037372 vom 10.01.2016 um 11:34:38 Uhr (18 Kommentare).

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