Als Lehrer versagt

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Engherzigkeit Falschheit Boshaftigkeit Ungerechtigkeit Schule

Ich bin seit über 20 Jahren Lehrer an einer Grundschule und ja, ich gebe es, wenn auch nur anonym zu: Ich kann einige Schüler/innen nicht ausstehen. Ich mag Kinder, sonst wäre ich nicht Lehrer geworden, aber es gibt auch die Sorte von Kids, die man einfach nicht geschenkt haben möchte und die einen innerlich zur Weißglut treiben. Ich bin Pädagoge genug, um mir vor ihnen nichts anmerken zu lassen oder sie zu benachteiligen - meinen (zum Glück noch) starken Nerven sei Dank! Ich versuche immer, alle Kinder gleich zu behandeln, was gewiss nicht einfach ist. Ich habe ziemlich gute und nette Kollegen, die ein Lied von schwierigen Schülern und deren ebenso komplizierten Eltern singen können. Das lässt einiges leichter ertragen! Nun ist es mir allerdings doch passiert. Ich schäme mich dafür, denn meine Fairness und Selbstbeherrschung hat plötzlich komplett versagt. Ich hatte gestern einen Schüler im Unterricht, der ohnehin schon einige Schwierigkeiten macht und mir in der Mathematik-Stunde den letzten Nerv geraubt hat. In der Pause ging er mit den anderen Schülern dann auf den Schulhof, ich blieb im Klassenraum, um mich auf die nächste Stunde vorzubereiten. Vom Fenster aus konnte ich dann beobachten, wie er von ein paar anderen Jungen aus der Parallel-Klasse in die Ecke gedrängt und ausgelacht wurde.


In diesem Moment stand ich nur da und wartete ab. Beim Auslachen blieb es aber nicht, sie schubsten ihn grob herum, rissen ihm seine Brotbüchse aus der Hand und warfen ihm - wohl wegen seines Übergewichts - gehässige Gemeinheiten an den Kopf. Ich hätte normalerweise sofort eingegriffen, doch ich stand gefühlte fünf Minuten noch immer wie angewurzelt da und dachte mir im Inneren, dass der kleine Satansbraten genau das verdient hat. Im Unterricht hatte er ständig die große Klappe und nun konnte er sich nicht mal verteidigen. Ja, es war eine Genugtuung für mich, nach all dem Ärger, den er mir bereitet hatte, zu sehen, wie hilflos er sich nun fühlte. Im gleichen Moment schämte ich mich aber für diese wirklich dummen Gedanken und konnte noch sehen, wie die Jungs wieder wegliefen und er ganz betrübt dastand. Dieser Moment war für mich als Lehrer wirklich erschreckend, ich bekam ein schlechtes Gewissen und musste mich erst wieder sammeln. Warum schritt ich nicht sofort ein, sondern blieb stehen und freute mich innerlich, dass er mal eine Abreibung bekam? Hatte ich als objektiver, sachlicher Lehrer versagt? Warum ließ ich mich von meinen Emotionen so dermaßen leiten und wieso hatte ich das Gefühl, bei etwas ertappt worden zu sein? Er war doch ein Kind und ich der Erwachsene! Als er den Klassenraum wieder betrat, konnte ich ihm nicht mehr in die Augen blicken und hatte das Gefühl, er wisse von meinen Gedanken, dass ich am Fenster stand und alles, ohne mit der Wimper zu zucken, beobachtet hatte. Ich fühle mich so mies und ungerecht, dass ich das hier beichten konnte, hat mein Gewissen zwar minimal erleichtert, aber bis ich die ganze Sache verdaut habe, dauert es wohl noch. Und egal, wie schrecklich sich auch ein Schüler im Unterricht aufführt, wenn er Hilfe braucht, werde ich trotzdem einschreiten, ich schwöre es!

Beichthaus.com Beichte #00032030 vom 10.10.2013 um 13:53:23 Uhr (27 Kommentare).

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Meine Sehnsucht nach einem langweiligen Leben

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Neid Verzweiflung Eitelkeit Burkau

Ich habe eine gut bezahlte Arbeit bei einer ganz bekannten Firma und lege viel Wert auf mein Äußeres. Ich schminke mich jeden Morgen sehr ausgiebig, mache mir die Haare, gehe zur Maniküre, trage stylische Klamotten, wohne in einem schicken Loft und kann mir finanziell einiges leisten. Doch das ist alles nur eine oberflächliche Fassade, denn kaum komme ich abends nach Hause, bin ich einsam. Ohne Make-up und den ganzen Kram sehe ich nicht einmal wirklich hübsch aus - richtige Freunde habe ich keine und shoppen macht mich nicht zwangsläufig glücklich. Ich kann zwar Karriere machen, Geld verdienen, ab und an mal irgendwelche Typen für eine Nacht abgreifen oder auch in fremde Länder verreisen, wenn ich es will, aber das ist nicht die Erfüllung des Lebens. Letzte Woche traf ich eine ehemalige Klassenkameradin von mir wieder - sie hat zwei Kinder, ist verheiratet und arbeitet halbtags als Verkäuferin. Und ausgerechnet sie sagte mir, sie beneide mich um meine Freiheit, meinen Luxus, dass ich so viel geschafft habe. Ich hätte am liebsten losgeheult und ihr die Wahrheit erzählt, dass genau ich es bin, die sich nach Familie und Liebe, nach einer stabilen Beziehung sehnt. Nach dem normalen Leben, ohne ständig eine Fassade aufrechterhalten zu müssen. Vielleicht sollte ich mit meiner Klassenkameradin mal eine Woche die Rollen tauschen, ob wir dann beide glücklicher wären?

Beichthaus.com Beichte #00032029 vom 10.10.2013 um 13:01:57 Uhr in Burkau (22 Kommentare).

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Diebstahl für die Schuhe

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Diebstahl Falschheit Habgier Shopping Familie

Ich (w/15) halte dieses schlechte Gewissen einfach nicht mehr aus. Ich habe eine echt wunderbare Familie, mit der ich mich super verstehe und die wirklich toll ist. Meine Eltern gehen hart arbeiten, damit ich und mein kleiner Bruder auch finanziell gut versorgt sind. Naja, ich wollte letztens mit einer Freundin shoppen gehen und hatte nicht mehr so viel Taschengeld, aber diese neuen Schuhe musste ich einfach haben, hätte sie mir jedoch nie leisten können und meine Eltern auch nicht, sie hatten mir erst letzten Monat Neue gekauft. Warum ich nicht einfach drauf gespart habe, weiß ich nicht, aber das hätte auch zu lange gedauert und dann wären sie wohl aus dem Sortiment genommen worden. Ich weiß, dass meine Mutter ein Sparschwein im Schlafzimmer stehen hat, bei dem sie immer mal etwas einzahlte und so nahm ich mir mit klopfendem Herzen 30 Euro und einige Münzen raus. Da war ja schon so viel Geld drin, dass ich dachte, es fällt gar nicht auf, wenn ich etwas nehme.


Die Schuhe habe ich auch gekauft, aber noch am nächsten Tag, wegen meines schlechten Gewissens wieder umgetauscht und das Geld zurück in Mamas Sparschwein gesteckt, aber das macht es alles nicht besser. Ich habe meine Eltern beklaut und belogen und kann ihnen nicht mehr in die Augen sehen, alles nur, weil ich so egoistisch war und diese blöden Schuhe wollte. Mir zerreißt es fast das Herz und ich wünschte, ich könnte es ihnen endlich sagen, aber dann wären sie zu Recht bitter enttäuscht und erschüttert. Ich würde das alles am liebsten rückgängig machen, ich schäme mich so, und es tut mir wahnsinnig leid. Soll ich die ganze Sache für mich behalten oder es meinen Eltern sagen? Ich fühle mich wie der schlechteste Mensch auf Erden.

Beichthaus.com Beichte #00032027 vom 10.10.2013 um 14:18:15 Uhr (23 Kommentare).

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Zusammenziehen mit meinem Freund

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Feigheit Partnerschaft

Ich (w/19) bin seit circa 1,5 Jahren vergeben und in etwa einem halben Jahr wollen wir auch zusammenziehen. Aber seit der Mietvertrag unterschrieben ist, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich das wirklich will. Ich verstehe mich selbst nicht mehr, zusammenzuziehen war genau das, was ich mir so oft gewünscht hatte, weil wir uns unter der Woche kaum sehen. Aber wenn er bei mir ist, möchte ich einfach nur meine Ruhe haben, kein Schmusen, kein Kuscheln, kein Sex. Kaum ist er weg, vermisse ich ihn aber wieder. Ich habe ihm das auch gesagt, ich wollte ihn mit meinem Verhalten auch nie verletzen, ich will ihn lieben, aber ich muss mich oft zusammenreißen, um ihn nicht einfach wegzustoßen. Ohne ihn kann ich nicht, mit ihm aber auch nicht.

Beichthaus.com Beichte #00032026 vom 10.10.2013 um 12:30:31 Uhr (12 Kommentare).

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Meine Diät und dicke Butterbrote

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Verschwendung Peinlichkeit Familie

Ich (w/30) möchte beichten, dass ich damals im Teenager-Alter wie wohl jedes Mädchen häufiger Diäten gemacht habe, weil ich unzufrieden mit meiner Figur war. Meine Mutter fand das selbstverständlich unnötig und schmierte mir weiterhin dick Butter, Wurst und Käse auf mein Schulbrot, obwohl ich ihr schon gesagt hatte, sie solle dies lassen. Tat sie aber nicht und so schmiss ich lieber ihre liebevoll zubereiteten Brote in den Müll. Ich versicherte ihr gleichzeitig, ich hätte meine Diät beendet, esse wieder ganz normal und sie müsse sich keine Sorgen machen. Eines Tages schmiss ich das Schulbrot gleich in einen Abfalleimer vor unserem Wohnhaus und dachte mir nichts dabei. Meine Mutter musste wohl just an diesem Tag denselben Abfalleimer benutzt und die Sache gesehen haben. Als sie mich am Nachmittag, als ich aus der Schule kam, enttäuscht darauf ansprach, bekam ich ein unendlich schlechtes Gewissen. Einerseits, weil sie sich ja immer so viel Mühe gab, mir die Schulbrote zuzubereiten und andererseits, weil anderswo Menschen hungern, während ich Lebensmittel aufgrund einer blöden Diät achtlos weggeworfen habe. Das war mir eine Lehre, ich habe das nie wieder getan und nach unzählig gescheiterten Diäten lasse ich nun auch die Finger davon, ich akzeptiere jetzt meine Kurven.

Beichthaus.com Beichte #00032025 vom 10.10.2013 um 10:45:02 Uhr (13 Kommentare).

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