Brandstiftung in der Schule

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Waghalsigkeit Vandalismus Schule

Brandstiftung in der Schule
Ich möchte beichten, dass ich einmal fast die gesamte Schule in Brand gesetzt habe. Zumindest habe ich das gedacht. In der achten Klasse habe ich eine Mathe-Arbeit richtig danebengesetzt. Der Lehrer hat mir mit hämischem Grinsen die Sechs auf den Tisch geknallt, was war ich sauer. Außerdem war das die letzte Stunde an diesem Tag, deswegen habe ich die Wut im Bauch aus dem Klassenzimmer mitgenommen. Die Schule liegt in einem Waldstück, um den Bus pünktlich zu erreichen, liefen wir immer über Trampelpfade querfeldein zur nächsten Haltestelle. Ein Kumpel von mir rauchte damals schon. Um mal meinem Ärger richtig Luft zu machen und cool dazustehen, habe ich mir von ihm das Feuerzeug geborgt, die Arbeit angezündet und ins Gebüsch geschmissen. Wir standen quasi mitten in diesem Wald, der die Schule umgibt. Das war kurz vor den Sommerferien, ein warmer und trockener Sommer. Die brennende Arbeit haben wir liegen gelassen und ich bin, ganz stolz auf mich selber, mit den anderen aus dem Wald raus zum Bus gelaufen.

Wir standen keine zehn Minuten an der Haltestelle, als plötzlich drei oder vier Feuerwehrautos an uns vorbei rasten. Das war der erste Schock. Der Zweite folgte sofort, als ich bemerkte, dass die Autos abbogen und die Auffahrt in den Wald entlang fuhren. Minuten später kamen weitere Schüler aus dem Wald und sangen: "Hurra hurra die Schule brennt". Meine Kumpels konnten sich vor Lachen kaum halten. Mir wurden vor Angst die Knie weich. War ich das? Wird das rauskommen? Halten meine Kumpels dicht? Wer zahlt den Schaden? Ich wollte zurücklaufen und nachsehen, was passiert war. Aber vor den Kumpels das Gesicht verlieren? Als Täter am Tatort aufkreuzen und sich erwischen lassen? Nein, niemals. Äußerlich ganz cool, aber innerlich dem Zusammenbruch nahe, bin ich dann in den Bus gestiegen und hatte Mühe, meine Fahrkarte aus der Tasche zu ziehen. Der Bus fuhr immer ein Stück am Wald entlang, sodass man Teile vom Gebäude sehen konnte. Als wir langsam die Straße entlang fuhren, bemerkte ich das Unheil.

Über dem Gebäude konnte man schwarzen Rauch erkennen und Schüler strömten massenweise aus dem Gebäude, um sich an der Straße und auf dem Hof zu versammeln. Das alles schien meine Schuld zu sein! Hätte ich doch nur diese verdammte Arbeit nicht angezündet und ins Gebüsch geschmissen! Ein paar Haltestellen weiter mussten wir immer umsteigen, meine Kumpels wohnten zum Glück in einem anderen Dorf und wir verteilten uns auf verschiedene Busse. Natürlich habe ich noch cool gemeint "ist mir doch egal, ob der Laden abbrennt, ich fahr jetzt nach Hause und zisch ein paar Bier". Nichts war mir egal. Als sie in ihren Bus gestiegen waren, tat ich so, als hätte mein Handy geklingelt und ich würde gedankenverloren die Straße entlang schlendern. Ihr Bus fuhr dann endlich los, sodass sie mich nicht mehr sehen konnten. Statt in meinen zu steigen, rannte ich wie ein Verrückter den ganzen Weg zurück zur Schule. Inzwischen waren noch weitere Feuerwehrleute und Krankenwagen eingetroffen. Scheinbar war das ein richtig großer Einsatz. Kein Wunder, wenn der Wald um die Schule brennt!

In meiner Panik habe ich mich unter die Leute gemischt, um vielleicht aus den Gesprächen etwas erfahren zu können. Der Brand war scheinbar wieder unter Kontrolle, zumindest konnte ich keinen Rauch mehr erkennen. Leider ließ sich nichts in Erfahrung bringen. Einfach jemanden ansprechen schied auch aus. Meine Nervosität hätte mich sonst verraten, sollte man schon nach dem Brandstifter suchen.
Also fuhr ich mit dem nächsten Bus nach Hause. Die folgenden Stunden waren fürchterlich, ich habe in der Nacht kein Auge zu bekommen und mich kaum sehen gelassen. Am nächsten Tag musste ich natürlich wieder zur Schule gehen, um keinen Verdacht aufkommen zu lassen. Immer noch mit weichen Knien und kreidebleich fuhr ich zur Schule. Von einem Unterrichtsausfall wurde in den Nachrichten, die meine Eltern am Frühstückstisch immer hörten, nichts erwähnt. Auch meine Kumpels wussten von nichts. Zu meinem Entsetzen wurden wir alle in der Aula zusammengerufen. Würde man jetzt offiziell die Brandstiftung bekannt geben? Würden meine Kumpel aufspringen und mich verraten? Hatte man mich vielleicht sogar gesehen und gab jetzt bekannt, nach wem man sucht?

Ich versteckte mich hinter einem Pfeiler, in der Hoffnung, dass mich niemand bemerken würde, ich aber das Geschehen verfolgen könnte. Langsam trat der Schulleiter an das improvisierte Rednerpult. Eine riesige Last fiel von mir, als er die Ursache für den Brand bekannt gab: Am vorigen Tag hatte eine Gruppe Abiturienten mit ihrem Lehrer komplexe chemische Vorgänge untersuchen wollen.
Dabei kam es zu einem Unfall, giftige Dämpfe sollen ausgetreten sein. Die in den Räumen installierten Gasmelder hatten sofort die Feuerwehr alarmiert. Die Schüler haben die stechenden Dämpfe bemerkt und die Fenster geöffnet. Durch den plötzlich hereinströmenden Sauerstoff muss sich eine Apparatur entzündet haben, die den Raum mit tiefschwarzem Rauch vernebelt hat. Dieser Rauch ist durch die Fenster entwichen und über der Schule aufgestiegen. Die Feuerwehr konnte den Brand eindämmen, der Notarzt wurde gerufen, um die Schüler auf Vergiftungen zu untersuchen. Zwei wurden für wenige Stunden im Krankenhaus beobachtet, am nächsten Tag waren alle wieder wohlauf. Was für eine Erleichterung. Die abgebrannte Arbeit hat scheinbar niemand bemerkt. Nach dieser Erleichterung machte sich der Stress und Schlafmangel der vergangenen Stunden bemerkbar. Ich schloss mich auf der Toilette ein, da mir schwindelig wurde, und ließ mich von meinen Eltern abholen. Noch nie hatte ich so große Angst und noch nie habe ich mich so sehr darüber geärgert, vor anderen Leuten mein Gesicht wahren zu wollen, auch wenn ich als Konsequenz andere gefährde. Seit diesem Tag habe ich nie wieder irgendetwas angezündet und unbeobachtet abbrennen lassen. Zwar stehe ich jetzt nicht mehr so "cool" da, aber für das bisschen Anerkennung war es das einfach nicht wert.

Beichthaus.com Beichte #00027123 vom 20.10.2009 um 01:42:21 Uhr (23 Kommentare).

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Autodurchsuchung

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Drogen Waghalsigkeit Niederlande

Es war im Jahr 2006 und ich war frisch operiert am Knie. Also dachten ich und meine Kumpels das mir ein Trip nach Holland zwecks Schmerzbehandlung (zwinker zwinker) gut tun würde. Gesagt getan, wir sind losgefahren guten Mutes und haben erstmal im Auto auf der Hinfahrt gepflegt einen weggedampft inklusive Fahrer. Drüben angekommen haben wir uns dann elegant eingedeckt mit dem grünen Gold. Ein Bekannter hat sich noch zusätzlich 3 fertig gedrehte Johnny's gekauft, aber dazu später. Alles in allem hatten wir so ca. 20 Gramm feinstes Dope im Gepäck und besagte 3 Joints. Faul und dreist wie wir waren haben wir die Packs unter den hinteren Aschenbecher des Autos gepackt und sind losgefahren. Nur anders wie als bei der Hinfahrt standen da plötzlich ca. 100 Meter nach der Deutschen Grenze die Herren in Grün. So eine Scheiße! Aber gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Alle im Auto haben sich gut unter Kontrolle gehabt während der gesamten Aktion - das hat uns letztlich gerettet.



Unser Fahrer durfte als nächstes die Fensterscheibe runterkurbeln und dem netten älteren Herren vom deutschen Zoll Guten Tag sagen. Der erwiderte nur mit einem kleinen wissenden Grinsen ob es nicht "süsslich riechen würde" in unserem Auto. Wir alle in einem Ton nur - "Nö, das kann eigentlich nicht sein". "Na dann haben sie ja keine Probleme damit wenn wir bei Ihnen (dem Fahrer) einen Drogentest und bei Ihnen anderen eine Leibesvisitation durchführen werden. Jetzt war sowieso alles egal dachten wir uns wohl alle und spielten dieses Spiel mit einer erstaunlichen Gelassenheit mit. Unser Fahrer wurde also zu einem Speicheltest gebeten und der Rest von uns durfte sich von fast allem entledigen inklusive den Schuhen und das bei nur 10 Grad Außentemparatur. Nach dieser Aktion machten sich die Kollegen in Grün daran das Auto in Augenschein zu nehmen.

Ach ja, hatte ich erzählt das während der ganzen Zeit ein Kamerateam vom WDR am filmen war? Als wir dann endlich entlassen waren, warteten wir bis unser Kollege, der Fahrer vom Speicheltest zurückkam. Während wir ihn dann leicht grinsend zu uns kommen sahen, fiel der erste Stein des Tages von unseren Herzen. So nach zehn Minuten waren die Kollegen die unser Auto in Beschlag genommen hatten immer noch nicht fündig geworden, obwohl ihre Nasen nicht mal zehn Zentimeter über dem hinteren Aschenbecher waren. Irgendwie empfand ich das alles als total surreal und es lief alles nach einem total verplanten imaginären Drehbuch ab. So nach und nach kamen dann die Zollbeamten einzeln zu unserer Gruppe mit dem netten Oberzollmeister der sich anscheinend lieber mit der netten Reporterin vom WDR unterhielt und dem Restgeschehen wenig Aufmerksamkeit widmete. Die Reporterin fragte ihn dann vor laufender Kamera was nun geschehen werde. Er entgegnete ihr das wir weiterfahren dürften sollten keine Drogen im Auto gefunden werden. Gerade in diesem Moment ruft ein Kollege aus Richtung Auto das er was entdeckt hätte - die am Anfang beschriebenen 3 fertig gedrehten Joints. Aber sonst wurde nichts entdeckt. Die drei Joints nahm der Käufer dann auf sich mit sehr übertriebener Reue, aber was solls. Weitere zehn Minuten später konnten wir dann fahren. Keine 100 Meter nachdem wir wieder unterwegs waren mussten wir sowas von laut anfangen zu lachen. Aber zu unserem Glück bemerkten die Beamten das nicht. Wie unser Fahrer das gedeichselt hat, dass sein Drogentest negativ war, bleibt mir wohl für immer ein Rätsel!

Beichthaus.com Beichte #00027040 vom 27.09.2009 um 00:12:02 Uhr in Niederlande (Venlo) (23 Kommentare).

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Pizzataxi

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Geiz Trägheit Trunksucht Last Night Essen

Pizzataxi
Als ich letztens nach einem Saufabend beim Kumpel noch tierisch Kohldampf hatte, mein Geld aber nicht mehr für Essen und Taxi gereicht hätte, habe ich vom Handy aus in der Pizzeria nebenan eine Pizza zu mir nach Hause bestellt. 10 Minuten später bin ich runter und habe gefragt, ob die Pizza schon fertig wäre, und ich mitfahren könnte. Im Suff war das lustig, aber jetzt ist mir mein Geiz echt peinlich, zumal der Pizzakutscher so nett war und mich echt mitgenommen hat, und ich nicht mal Trinkgeld geben konnte.

Beichthaus.com Beichte #00026904 vom 25.08.2009 um 20:35:03 Uhr in Essen (25 Kommentare).

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Supertee aus dem Knast

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Unreinlichkeit Ekel Rache Göttingen

Ich saß mal für zwei Wochen in der JVA Göttingen. Das ist jetzt ungefähr sechs Jahre her. Zu trinken gab es nur Tee, den man sich selbst kochen und in einer Metallkanne (ca. 0,5 Liter) mit auf die Zelle nehmen konnte. War ganz gut dort, habe mit meinem Zellenkollegen jeden Morgen als Erster das Brot und die Marmelade aus der Küche geholt und alles gebunkert. Dann, am letzten Tag, es war früh morgens, ich musste richtig derbe aufs Klo, hatte aber keinen Bock mich zu bewegen. Da nahm ich die leere Kanne, wo zuvor der Tee drin war und machte sie bis oben hin voll. Das habe ich vom Kollegen abgeschaut, dessen Kanne ebenfalls voll war. Wir nahmen also 20 Minuten vor der Entlassung (wir kamen beide am selben Tag raus) die beiden Teekannen voll mit Urin, gingen in die Küche und kippten das Zeug in den Kochtopf, wo normalerweise das Wasser für den Tee gekocht wird, schalteten den Herd auf die höchste Stufe und gingen wieder auf die Zelle.

Dann, keine 10 Minuten später: Ein abartiger Geruch zog durch den Zellentrakt, echt berstiger Gestank. Wir machten die Zellentür auf und der ganze Gang war voller Qualm - ich denke mal Wasserdampf vom Urin. Sofort schauten wir in die Küche und sahen, wie die Suppe fast überkochte. Das konnten wir natürlich nicht so lassen, weil wir ja noch nicht entlassen waren und keinen Stress wollten. Also nahmen wir eine Hand voll Pfefferminzteebeutel und eine Menge Zucker, warfen alles in den Topf und gingen wieder, als ob nichts passiert ist. Naja, keine 10 Minuten später wurden wir entlassen, ob noch jemand von dem Supertee getrunken hat, weiß ich nicht. Aber geschmeckt hat's bestimmt.

Beichthaus.com Beichte #00025947 vom 25.03.2009 um 18:24:06 Uhr in Göttingen (18 Kommentare).

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“35.000

“Beichte

Inkompetente Kollegen im wohlverdienten Urlaub

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Aggression Zorn Verzweiflung Hass Kollegen

Ich muss jetzt einfach mal ordentlich Dampf ablassen, weil ich die Schnauze voll habe! Dann nerven mich inkompetente Kollegen, die einem Arbeit auftischen, weil sie selbst null Ahnung haben und nach knapp zehn Tagen "Krankheit" direkt in den "wohlverdienten" Urlaub gehen. Ich habe diese Woche so viel Arbeit, dass ich gar nicht so viel essen kann, wie ich kotzen müsste! Ständig klingelt dieses scheiß Telefon und ich muss noch 300.000 Euro Verwaltungsarbeiten erledigen und dann fällt noch dieser beschissene DAX und DOW ständig und wir sind an der Börse investiert. Uns geht es wirtschaftlich beschissen und ich habe keine Freunde! ARGH! Ich habe gerade so unfassbar viel Wut. Jeder, der mir jetzt blöde kommt, dem werde ich mal ordentlich die Fresse polieren. Dieses Leben ist einfach nur noch Scheiße und vor allem geht es schon seit Monaten überhaupt nicht mehr aufwärts! Ich könnte kotzen! Meine Beichte ist: Ich werde heute noch irgendetwas Gemeines tun, was ich wohl noch hier beichten muss.

Beichthaus.com Beichte #00025579 vom 13.01.2009 um 16:45:33 Uhr (10 Kommentare).

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