Orangensaft mit Schuss

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Unreinlichkeit Ekel Boshaftigkeit Shopping Ernährung Markdorf

Vor einigen Jahren durfte ich beobachten, wie einer meiner Freunde eine entleerte und mit Eigenurin aufgefüllte Flasche Orangensaft neben die anderen Flaschen der gleichen Marke in das Regal eines Supermarktes stellte. Farbe und Konsistenz von O-Saft und Urin waren sehr ähnlich. Kurz habe ich darüber nachgedacht, ihn aufzuhalten. Aber die witzige Vorstellung, eine besonders spießige Familie würde mit der Flasche auf dem Tisch zu Abend essen, war zu göttlich. Denn die Zielgruppe der Orangensaftmarke mit der schrillen Musiknote im Namen ist zweifelsfrei eine solche Familie. Wir scherzten schließlich sogar darüber, wie sich das Ganze wohl abspielen könnte: "Papi, der Saft schmeckt nicht!" - "Trink jetzt, das ist gut für dich!" Ich möchte beichten, dass ich mich bis heute bei dieser Vorstellung kugele. Gleichzeitig ist mir aber auch klar, wie abartig und unüberlegt die Aktion war. Wäre ich ein besserer Mensch gewesen, hätte ich es verhindert.

Beichthaus.com Beichte #00032845 vom 09.03.2014 um 23:59:44 Uhr in Markdorf (19 Kommentare).

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Der Soziopath

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Falschheit Lügen München

Ich (m/23) bin ein Soziopath. Das heißt, dass ich weder Reue noch Mitgefühl empfinde. Das war schon immer so, ich habe zum Beispiel schon im Kindergarten Insekten gequält und Mordgedanken gegen meine Erzieherinnen gehegt. Anderen Menschen gegenüber bin ich innerlich gleichgültig. In der Grundschule hatte ich einen besten Freund, mit dem ich mir immer Mutproben ausgedacht habe. Einmal haben wir abends auf einer Baustelle gespielt, wo gerade ein Haus errichtet wurde. Ich habe ihm vorgeschlagen, als Mutprobe an dem Baugerüst hochzuklettern. Dabei habe ich ihn immer mehr angestachelt und ihn einen Angsthasen genannt. Plötzlich rutschte er aus, fiel etwa zehn Meter tief und brach sich das Genick. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter mich nach dem Ereignis getröstet hat und mir gesagt hat, dass ich mir keine Vorwürfe machen soll. Aber ich war überhaupt nicht traurig und hatte auch kein schlechtes Gewissen. In der Pubertät habe ich einen regelrechten Menschenhass entwickelt und hatte Mordgedanken. Gleichzeitig habe ich es aber geschafft, nach außen hin den Sunnyboy zu mimen, habe ein ausgezeichnetes Abitur hingelegt und über meinen Lauf bei den Frauen konnte ich mich auch nicht beklagen. Ich will nicht angeben, aber manche Frauen betteln förmlich darum, schlecht behandelt zu werden. Sie denken, dass sie mich mit ihrer Liebe ändern können, dabei habe ich nur Verachtung für sie übrig.

Irgendwann war ich dann mal beim Psychodoc, nicht weil ich irgendein Problem habe, sondern weil ich mich schon seit meiner Kindheit anders fühle und weil ich eine professionelle Meinung dazu hören wollte. Er meinte, dass ich eine dissoziale Persönlichkeitsstörung hätte. Außerdem sei ich ziemlich intelligent. Ich habe mich in der letzten Zeit intensiv mit meiner Soziopathie beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass sie mich zu keinem schlechteren Menschen macht als andere, zumindest solange ich keine Straftat begehe. Außerdem sind "normale" Menschen, also solche, die über Empathie verfügen, schließlich auch in der Lage, schreckliche Taten zu begehen. Man denke nur an den Nationalsozialismus, ich bin mir sicher, dass die Menschen damals nicht alle Soziopathen waren. Und ich kann ja nichts dafür, dass ich so bin, wie ich bin, ich war schließlich schon immer so. Aber nun zu meinem eigentlichen Problem: Es nervt mich, dass ich ständig hinter einer Art "Maske" leben und mein wahres Ich vor meinen Mitmenschen verstecken muss. In der Vergangenheit habe ich mich einigen Menschen gegenüber geöffnet und ihnen von meiner Gefühlskälte erzählt, aber sie haben mir entweder nicht geglaubt oder sich von mir abgewandt. Irgendwann habe ich dann angefangen, allen Leuten von meiner angeblichen schweren Kindheit zu erzählen, dabei hatte ich eine sehr behütete Kindheit. Ich habe das Gefühl, wenn ich ihnen erzähle, dass ich zum Beispiel von meinem Vater misshandelt wurde, haben sie einfach mehr Verständnis für mich. Das ist auch der Grund, weshalb ich meinen Eltern bis jetzt noch keine meiner Freundinnen vorgestellt habe.

Beichthaus.com Beichte #00032831 vom 06.03.2014 um 16:23:58 Uhr in 81739 München (Rudolf-Zorn-Straße) (42 Kommentare).

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Kinderbücher vom Kinderhasser

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Boshaftigkeit Hass Ignoranz Arbeit Telefon

Seit geraumer Zeit arbeite ich in einem Beruf im sogenannten Callcenter, bei dem man am Telefon diverse Dinge an fest etablierte Kunden verkauft. Vor Kurzem hat man mich dann auf Kinderbücher angesetzt - und das, obwohl ich Kinder, bis auf sehr wenige Ausnahmen, nicht […]
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Beichthaus.com Beichte #00032818 vom 04.03.2014 um 22:55:07 Uhr (5 Kommentare).

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Der Ex-Nazi im Pflegeheim

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Engherzigkeit Zorn Boshaftigkeit Gesundheit Kirchheilingen

Ich arbeite bei einem Pflegedienst und einer unserer Klienten ist ein ehemaliger Nazi. Er hat unglaublich viele Krankheiten und leidet ziemlich, aber immer wenn ich bei ihm bin, muss ich daran denken, dass er ein Regime unterstützt hat, das so viele Leben zerstörte. Ich habe dabei immer das tollste Kopfkino und stelle mir allerlei Sachen vor, die ich ihm an den Kopf schmeißen möchte - aber das darf ich ja nicht. Die einzige Genugtuung, die ich habe, ist, dass es ihm so schlecht geht, auch wenn das kein Ausgleich für die vielen Menschenleben ist. Ich bitte um Absolution, da ich einem alten Mann seine Vergangenheit nachtrage und mich an seinem Leid erfreue.

Beichthaus.com Beichte #00032723 vom 15.02.2014 um 10:09:55 Uhr in Kirchheilingen (18 Kommentare).

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“35.000

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Umgestoßenes Dixi-Klo

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Kinder

Als ich zehn oder elf Jahre alt war, war ich oft mit meinen Kumpels draußen unterwegs und wir hatten viel Spaß - ich würde meine Kindheit als sehr gelungen bezeichnen. Wir waren daher natürlich auch auf jedem Dorffest anzutreffen, wie an dem Tag, den ich jetzt beichten möchte. Es war ein wirklich schöner Tag und wir trafen uns mit vielen Klassenkameraden, und schon von Anfang an hatten wir die abseitsstehenden Dixi-Klos im Blick. Am Abend wurde dann an den Ständen gegrillt, es lief Musik und wir hatten wirklich viel Spaß - bis wir sahen, dass ein Mitschüler auf eine dieser Toiletten ging. Ich weiß nicht, wer auf die Idee kam, Fakt ist aber, dass einer von uns hinrannte, und versuchte die Toilette umzustoßen. Das funktionierte allerdings nicht, weshalb wir anderen noch halfen. Als der Junge merkte, was passiert, fing er an zu schreien. In dem Moment war es allerdings schon zu spät und das Klo kippte auf die Türseite um, er konnte also nicht wieder raus. Wir rannten natürlich, was das Zeug hielt, während er in dem Klo einen Schrei- und Heulkrampf zu bekommen schien, es klang fast so, als würde er durchdrehen.


Zum Glück wurden wir nicht gesehen, und kurze Zeit später wurde er wohl befreit, da wir ihn dann sahen, wie er total verheult, mit rotem Gesicht und diesem blauen Zeug auf den Klamotten weglief. Wir haben ihm nie gesagt, dass wir das waren. Dabei war es ja noch nicht einmal so, dass ihn niemand leiden konnte. Wir haben es einfach nur gemacht, weil wir es in dem Moment unglaublich lustig fanden. Der Vorfall wurde am nächsten Schultag auch mit der Lehrerin und der Klasse besprochen, aber wir hielten eisern zusammen und es erfuhr nie jemand die Wahrheit. Irgendwann haben die Leute dann gesagt, dass es einige ältere Jugendliche gewesen seien. Die Aktion hat uns ziemlich fest zusammengeschweißt und wir haben noch häufig darüber gelacht, aber ich möchte mich trotzdem entschuldigen, da es für den Jungen richtig mies gewesen sein muss.

Beichthaus.com Beichte #00032715 vom 13.02.2014 um 02:27:51 Uhr (10 Kommentare).

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