Nebenjob: Drogen-Schmuggler
Beichthaus.com Beichte #00034694 vom 26.12.2014 um 03:24:32 Uhr (18 Kommentare).
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Da wir wussten, dass zwischen beiden Ländern oft Methamphetamin geschmuggelt wird und dies auch ein lukratives, wenn auch riskantes, Geschäft ist, haben wir uns entschieden, an zwei oder drei Wochenenden im Monat über diverse Schleichwege nach Tschechien zu fahren. Dort holen wir immer mehrere Kilo Crystal von ein paar wirklich zwielichtigen Typen und verfrachten diese im Auto meines Mitbewohners. Wir haben uns auch schon gute Verstecke aus dem Internet geholt und stopfen das Crystal in die Sitze oder in die Verkleidungen der Autotüren. Würden Drogenspürhunde unser Auto riechen, würden diese sicherlich tot umfallen. Im Schutze der Nacht fahren wir dann über Feldwege und Schotterpisten wieder zurück nach Deutschland, um es dort an ein paar Dealer weiterzugeben. Für eine Fahrt springen da schon mal 700 bis 1.000 Euro raus, was im Monat also ein Budget von 2.000 Euro entspricht. Mittlerweile haben sich unter meinem Bett schon knapp 7.000 Euro in bar angehäuft und mein Lebensstandard hat sich deutlich erhöht. Ich kann es mir leisten, Markenklamotten zu tragen, gehe oft gut und schick essen, gehe auf Konzerte von großen Musikgruppen, deren Tickets über 70 Euro kosten, und besuche exklusive Clubs, in denen ein Drink mehr kostet, als ein einziger Abend in einer billigen Kneipe in der Innenstadt.
Warum? Weil ich es mir leisten kann. Da ich mein ganzes Leben lang immer gespart habe, wenn ich etwas haben wollte, denke ich, dass ich es mal verdient habe, mir etwas zu gönnen. Meinen Eltern habe ich auch teure Geschenke zu Weihnachten gekauft, mein Vater bekam eine teure Uhr für knapp 700 Euro und meine Mutter eine teure Halskette, die knapp 900 Euro gekostet hat. Auf ihre Frage, wie ich mir das leisten könne, antwortete ich, dass ich einen Nebenjob mit gutem Gehalt habe und ihre monatlichen "Spenden" auf einem Sparkonto angesammelt habe. Ich beichte hiermit, dass ich mir die Sucht armer Junkies ausnutze, die ihre eigene Oma auf den Strich schicken würden, nur um mir ein besseres Leben zu finanzieren. Ich weiß, dass ich damit in eine extrem illegale Sache geraten bin, aus der ich wahrscheinlich nicht mehr so schnell herauskomme, aber ich wollte meinen Eltern, die beide hart arbeiten gehen müssen, um ihr täglich Brot zu haben, auch einmal in meinem Leben etwas gönnen. Außerdem fühle ich mich in den Momenten des Nervenkitzels, bevor wir über die Grenze zurückfahren, extrem lebendig und erlebe einen förmlichen Rausch, wenn das Adrenalin ins Blut schießt.
Irgendwann werde ich wahrscheinlich versuchen, damit aufzuhören. Doch es ist einfach so viel Geld, dass es schon fast pervers ist. Es ist mehr Geld, als ich ausgeben kann, aber die Gewissheit, dass man mehrere Tausend Euro zur Verfügung hat, verschafft mir eine Art seelisches Polster und mir geht es so gut wie schon lange nicht mehr. Ich erbitte eure Absolution.