Meine unerträglichen Mitbewohnerinnen

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Rache Engherzigkeit WG

Meine unerträglichen Mitbewohnerinnen
Ich (m/27) bin derzeit als Doktorand an einer größeren deutschen Uni tätig. Natürlich in einer Stadt mit vollkommen überteuerten Mietpreisen. Deswegen wohne ich zurzeit auch in einer WG mit zwei Frauen Anfang 20. Es ist die Hölle.<br /> Die Eine hat einen kapitalen Putzfimmel und macht ständig Stress, wenn ihrer Meinung nach irgendetwas schmutzig ist. Dann dürfen wir anderen uns anhören, wir wären viel zu doof zum Putzen und daher absolut lebensunfähig. Mit Putzfimmel meine ich übrigens, dass eine Fläche, die nicht glänzt und klinisch steril ist, als dreckig angesehen wird. Vor allem im Bad. Wehe, irgendwo liegt auch nur eine Wimper, dann bekommt sie halbe Ekel- und Kreischanfälle. Das ist leider kein Witz. Die Andere ist eine verzogene Göre, deren Launen so schnell umschlagen, wie das Wetter. Ständig bringt sie irgendwelche Typen mit in die WG, die aussehen, als könnten sie nicht bis drei zählen. Dann geht sie meistens mit ihnen ins Bett und klingt dabei wie ein durchgeknallter Feuermelder. Die ganze Nacht geht das dann so.<br /> <br /> Mindestens einmal pro Woche befriedigt sie sich auch selber, ohne dass ein Typ da ist. Dabei hat sie zwar ihr Organ ein wenig mehr unter Kontrolle, aber man hört es immer noch. Logischerweise ist es sehr ablenkend, wenn man etwas zu tun hat. Am Anfang fand ich es ja, zugegebenermaßen, ziemlich geil, wenn sie es sich besorgt hat, aber mittlerweile nervt es. Wenn man sie darauf anspricht, ob das auch leiser geht, bekommt man eine pampige Antwort, die immer in die Richtung abzielt, dass man ja zu verklemmt für diese Welt sei. Und dass man am besten direkt ins Kloster gehen sollte, wenn man noch nie etwas von Selbstbefriedigung gehört hat. Am Schlimmsten ist es, wenn sich die beiden Weiber in der Wolle haben. Da werden dann keine Gefangenen gemacht, was die Lautstärke oder die Beleidigungen angeht. Wenn man dann beruhigend eingreifen will, zieht man sich selbst den Hass der Beiden zu. Zwei Tage später tun sie dann aber wieder so, als wären sie die besten Freundinnen.<br /> <br /> Um das Ganze für mich etwas erträglicher zu gestalten, bin ich dazu übergegangen, ihnen harmlose kleine Streiche zu spielen. Wenn Madame Feuermelder zum Beispiel wieder einmal die ganze Nacht lang rücksichtslos durch die Wohnung geschrien hat, wirkt manchmal etwas Chilisaft in einem ihrer Tangas Wunder. Hagebuttenextrakt geht übrigens auch. Danach befürchtet sie immer direkt Geschlechtskrankheiten. Gegen den Putzfimmel hilft etwas Aluminiumoxid auf dem Mikrofasertuch und den Staubsaugerbürsten. Das gibt richtig schöne graue Schlieren, vor allem auf glatten Oberflächen. Je mehr man versucht, das Ganze wegzuputzen, desto schlimmer wird es. Wenn die Beiden dann jeweils auf ihrem Zimmer sind, und mit sich und der Welt hadern, herrscht die schönste, angenehme Ruhe in der WG.

Beichthaus.com Beichte #00031559 vom 05.07.2013 um 10:44:33 Uhr (35 Kommentare).

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Die Sandkasten-Schaufel

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Diebstahl Peinlichkeit Falschheit Shopping

Heute habe ich (w/22) aus Versehen eine Schaufel für den Sandkasten geklaut. Wirklich aus Versehen. Ich habe die zwei Euro teure Schaufel ausgesucht, weil wir auf dem Weg zum großen Sandkasten in der Stadt waren und uns noch eine Schaufel fehlte. Die Schaufel lag auf dem Dach des Kinderwagens, meine Freundin und ich bummelten allerdings noch ein bisschen durch den Laden. Dann haben wir in der Nähe der Kasse noch eine Bekannte getroffen und gequatscht. Irgendwann musste meine Tochter auf die Toilette, also sind wir schnellstmöglich zur nächsten Eisdiele. Dass die Schaufel noch auf dem Kinderwagen liegt, habe ich erst dort gemerkt. Es war mir zu peinlich, wieder umzudrehen, eben weil auch Leute dabei waren, die ich kenne. Warum es die Kassierer nicht gemerkt haben, verstehe ich allerdings nicht. Es ist mir furchtbar peinlich und tut mir sehr leid. Die Schaufel haben wir übrigens im Sandkasten gelassen - er gehört der evangelischen Kirche. Ich hoffe, mir wird vergeben.

Beichthaus.com Beichte #00031558 vom 05.07.2013 um 00:08:33 Uhr (20 Kommentare).

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“Folge

Das besondere Trostpflaster

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Dummheit Trunksucht Verschwendung Maßlosigkeit Geld

Ich muss etwas beichten, dass mir schon seit langer Zeit (finanzielle) Probleme bereitet. Es gibt Leute, die im Suff aggressiv werden, andere werden deprimiert. Ich aber schmeiße mein ganzes Geld zum Fenster raus. Alles wird mir egal. Neulich habe ich beobachtet, wie die Freundin meines Nachbarn ausgezogen ist. Ich kenne den Nachbarn nicht so gut, eigentlich nur vom Rauchen vor dem Haus. Wir kamen etwas ins Gespräch, er erzählte mir von seiner Freundin, und wie sehr er sie liebe, so einen Kram halt. Als die Freundin dann auszog, tat es mir leid für ihn, da ich mich auch erst vor Kurzem von meiner Freundin getrennt hatte. Wie sehr es mir leidtat, bewies ich, als meine Freunde zu mir in die Wohnung kamen und wir einen tranken. Ich kam auf die Idee meinem Nachbarn einen Brief zu schreiben, dass es mir für ihn leidtäte, dass das Leben aber noch weiter geht, und legte einen 100-Euro-Schein dazu. Mit der Anmerkung, dass er ihn in fünf Euro Scheine umtauschen und damit in den nächsten Stripschuppen gehen solle. Meine Freunde, ganz begeistert und genau so besoffen wie ich, hielten mich nicht von meinem Plan ab. <br /> <br /> Und solche Geschichten habe ich ständig. Mittlerweile trinke ich kaum noch und wenn, dann verstecke ich mein Geld vor mir selbst. Das klappt aber leider nicht immer. Ich beichte also, dass mich meine Dummheit und mein Leichtsinn noch in den Ruin treiben.

Beichthaus.com Beichte #00031556 vom 04.07.2013 um 17:58:32 Uhr (21 Kommentare).

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Das Pendler-Klischee

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Lügen Falschheit Studentenleben Bamberg

Ich muss beichten, dass ich meine Kommilitonen belüge. Seit Mitte des ersten Semesters habe ich in meiner Studienstadt eine eigene Wohnung. Meinen Freunden an der Uni habe ich davon allerdings nichts erzählt. Der Grund ist, dass ich auf das Pendler-Klischee stehe. Zusammen mit den anderen, die jeden Tag ungefähr 20 Kilometer fahren, rege ich mich täglich über die miese Parkplatzsituation, die hohen Spritpreise und den Stau auf der Zubringerautobahn auf. Auch, wenn das Probleme sind, die ich eigentlich nicht habe. Ich möchte einfach nicht zu diesen Ökos gehören, die in unmittelbarer Nähe ihrer Arbeit/Uni wohnen und alles mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichen können, was ja "so praktisch" ist.

Beichthaus.com Beichte #00031555 vom 04.07.2013 um 14:34:25 Uhr in Bamberg (22 Kommentare).

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“Beichte

Wenn Worte verletzen...

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Engherzigkeit Falschheit Boshaftigkeit Dummheit Schule

In dem Ort, in dem ich (m/21) vor ungefähr 10 Jahren zur Schule ging, gab es einen Jungen, dessen Vater verschwunden ist. Die Familie hatte einen ziemlich großen Bauernhof, weshalb der Vater des Jungen einen polnischen Gastarbeiter einstellte. Als dieser Gastarbeiter zurück nach Polen ging, begleitete ihn der Bauer und wollte ihn mit dem Auto nach Hause fahren. Leider kehrte der Bauer von dieser Reise nicht mehr zurück. Das Auto wurde einige Zeit später in Tschechien gefunden, vom Bauern aber fehlte jede Spur, auch seine Leiche wurde nie gefunden. Böse Zungen im Dorf vermuteten damals sogar, er wäre mit einer anderen Frau durchgebrannt. Zu dieser Zeit war diese Geschichte natürlich ein sehr beliebtes Thema. Auch bei uns in der Familie, da mein Vater den Verschwundenen kannte. Ich selbst war sehr bestürzt darüber, ich konnte und wollte mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn meinem Vater so etwas zustoßen würde. Ein furchtbarer Gedanke!<br /> Jedenfalls war dieser Junge, der Sohn des verschwundenen Bauern, einige Klassen über mir und wir, die "Kleinen", wurden ab und zu von ihm und seinen Kumpels gehänselt oder verprügelt. Ich weiß nicht mehr genau, wie es sich damals zugetragen hat, aber ich habe irgendwann nach einem Streit seinen Vater aufs Übelste beleidigt, genauer möchte ich darauf nicht eingehen. Ich war erschrocken über mich selbst, aber der Spruch war schon raus. Man konnte genau sehen, wie die Wut in dem Jungen aufstieg und ihm die Tränen in die Augen schossen. Er stürmte auf mich zu und wollte mich wohl richtig vermöbeln, wurde aber von anderen Schülern und einem Lehrer zurückgehalten, bevor er größeren Schaden anrichten konnte. Natürlich musste ich mich später bei ihm entschuldigen, die Sache tut mir aber auch heute noch furchtbar leid. Dieser Vorfall hat mir vielleicht das erste Mal in meinem Leben richtig bewusst gemacht, wie viel Schaden Worte anrichten können und ich habe definitiv meine Lehren daraus gezogen.

Beichthaus.com Beichte #00031554 vom 04.07.2013 um 14:01:07 Uhr (16 Kommentare).

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