Die schlimmste Tagesmutter der Welt

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Ignoranz Kinder Maßlosigkeit Berlin

Manchmal wünsche ich mir, ich wäre blind. So müsste ich das von mir verschwiegene Elend nicht sehen. Es gibt Momente, in denen ich mich verachte, schäme und vor mir selbst ausspucken möchte. Immer dann, wenn ich die 40 Treppenstufen hinauf in den vierten Stock steige. Denn ich weiß, dort wird Felix auf mich warten. Sprechen wird er nicht. Er wird mich einfach nur mit seinen leuchtend blauen Augen anschauen, die wie Sterne in der Nacht funkeln. Sein blonder Haarflaum wird wie Gold im Gegenlicht der Flurbeleuchtung schimmern. An den Fingern werden Krümelreste der trockenen Frühstücksbrezel kleben.

Dann spüre ich meine Sünde und weiß: Ich müsste die Behörden informieren. Erzählen, unter welchen Bedingungen Felix bei der Tagesmutter lebt. Keine Spaziergänge bei Sonnenschein. Weder eine arme Jacke noch Mützchen, wenn es stürmt. Drei Mal täglich mit seinen 15 Monate alten Beinchen 40 Treppenstufen erklimmen. "Tragen tue ich diesen schweren Brocken nicht!" so seine Tagesmutter. Es reicht, ihn an seinem kleinen Ärmchen zu zerren. Vielleicht ist es gut, dass sie ihn nicht trägt. So muss er den Atem nicht spüren, der ihrem Mund mit schwarzen, nach Fäulnis stinkenden Zahnstümpfen entweicht. Ich sehe noch mehr und meine Sünde ist, dass ich das Amt nicht informiere.

Beichthaus.com Beichte #00026217 vom 07.05.2009 um 00:16:49 Uhr in Berlin (Neukölln) (43 Kommentare).

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Der behinderte Bastian

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Ignoranz Engherzigkeit Niederlande

Meine schlimmste Sünde ist eher eine sehr traurige Schande. Eine Schande, für die man zwar niemanden wirklich verantwortlich machen kann, aber die dennoch hätte verhindert werden können. Vor genau vier Jahren hatte mein guter Freund Bastian einen schweren Autounfall zusammen mit seiner Freundin. Mit 180 km/h auf der Autobahn. beide überlebten. Bastians Freundin hatte wie durch ein Wunder keine Verletzungen... aber Bastian. Nach einem Jahr im Koma, die Diagnose: Querschnittsgelähnt.

Der gute Bastian gab nicht auf und machte jeden Tag Fortschritte. Er schaffte es wieder zu laufen. Aber die für uns so verständliche Lautsprache, fehlte Bastian plötzlich. Das machte ihm das Leben schwer. Außerdem hatte er alle seine Freunde verloren, zu denen auch ich zählte. Niemand von uns kümmerte sich mehr um Bastian, der vor dem Unfall ein fester Bestandteil von uns war. Er war für uns einfach behindert. Obwohl er so riesige Fortschritte machte.

Im Kopf war Bastian klar. Aber wir konnten einfach nicht mehr mit ihm reden. Er war den ganzen Tag allein und verbrachte seine Zeit mit seiner Gitarre. Niemand konnte es ahnen. Niemand konnte wissen, wie es in ihm aussah. Niemand dachte drüber nach, bis er sich umbrachte. Er brachte sich um, weil er alleine war und wir waren schuld, weil wir ignorierten. Eine traurige Sünde aus der jeder von uns fürs Leben gelernt hat.

Beichthaus.com Beichte #00026213 vom 06.05.2009 um 15:31:24 Uhr in Niederlande (Sophiastraat, 9724 Groningen) (30 Kommentare).

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“35.000

“Folge

Der Mann meiner besten Freundin passt zu mir!

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Ehebruch Fremdgehen Straubing

Mein Leben bestand eigentlich nie aus großen Ereignissen und verlief die letzten Jahre relativ ruhig. Ich hatte ein paar gescheiterte Beziehungen hinter mir, und von Männern war ich vorerst geheilt. Ich suchte nach etwas Aufregendem, was mein Leben und mein bisheriges Denken auf den Kopf stellen würde. Doch um so intensiver ich suchte, desto langweiliger wurde es. Irgendwann erzählte ich meiner besten Freundin davon, doch sie wusste auch keinen Rat. Sie war selbst mit ihrer Ehe in eine Krise geraten und hatte mit ihren eigenen Problemen genug zu tun.

Ihr Mann, ein erfolgreicher Immobilienmakler, groß und gutaussehend hatte keine Augen mehr für sie. Sie redeten kaum miteinander und auch im Bett lief seit einigen Monaten nichts mehr. Eines Morgens, als ich hektisch durch den Supermarkt lief, traf ich ihn. Er besorgte sich gerade sein Frühstück und ich rannte ihn fast über den Haufen. Seine Brötchen, die er gerade gekauft hatte, purzelten auf den Boden und ich wäre vor Scham am liebsten auf der Stelle im Erdboden versunken. Doch er grinste mich an und fragte nur, ob ich jeden so stürmisch begrüßen würde. Ich merkte, wie ich schlagartig rot wurde.

Es war mir peinlich und das schien auch ihm nicht entgangen zu sein. Er sammelte seine Brötchen wieder ein und verstaute sie. Nach dem unglücklichen Zusammentreffen im Supermarkt lud er mich spontan auf einen Kaffee ein und wir kamen ins Gespräch. Relativ schnell merkten wir beide, dass wir uns für die gleichen Dinge interessierten und auch sonst vieles gemeinsam haben. Wir trafen uns danach immer öfter und kamen uns jedes Mal ein Stückchen näher. Ich wusste, dass ich gerade dabei war, mich in den Mann meiner besten Freundin zu verlieben, doch das war mir in diesen Momenten völlig egal. Nach sechs Monaten trennte er sich dann von ihr und wir sind bis heute ein glückliches Paar.

Beichthaus.com Beichte #00026212 vom 06.05.2009 um 11:44:11 Uhr in 94315 Straubing (Wittelsbacherstraße) (32 Kommentare).

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Prostitution gegen die Schulden

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Prostitution Morallosigkeit Habgier Verzweiflung Studentenleben Berlin

Ich bin Studentin (w/22) und mein Bankkonto war vor ziemlich genau einem Jahr bei rund 5.000 Euro im Minus. Leider war auch kein Ende der Minusphase in Sicht, da ich mit dem bisschen Kellnern kaum über die Runden kam. Hilfe via BAföG & Eltern konnte ich vergessen. […]
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Beichthaus.com Beichte #00026210 vom 05.05.2009 um 18:09:07 Uhr in 10439 Berlin (Schönhauser Allee) (35 Kommentare).

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“Beichte

Exotischer Heuschnupfen

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Schamlosigkeit Dummheit Berlin

Exotischer Heuschnupfen
Seit meiner frühsten Kindheit verbringe ich jedes Frühjahr mit roten Augen, tief verschnupfter Nase, angeschwollenem Gesicht und krächzender Stimme. Kurz und knapp: Heuschnupfen. Hat damals sogar für eine Ausmusterung gereicht. Im Laufe der Jahre habe ich deswegen eben diese Jahreszeit hassen gelernt, die alle anderen Menschen so sehr lieben. Aber nun kam endlich meine Rache. Mein kurzer Triumph. Folgende Situation: Ich stehe, aufgequollen, verschnupft, mit rot unterlaufenen Augen, mich vor mir selbst ekelnd, im Treppenhaus eines bekannten Kaufhauses und warte auf den Aufzug. Ein Freund ruft an. Wir telefonierten nur ganz kurz, um ein Treffen zu bestätigen. Als wäre alles abgesprochen gewesen, verabschieden wir uns genau kurz VOR dem Moment, als die Aufzugtür sich öffnet. Ich erkannte meinen Moment der Rache! Ich ging einfach in den überfüllten Aufzug (7 Menschen, darunter Mutter mit Kinderwagen, Rentnerpaar und simulierte, immer noch das Handy am Ohr, ein Telefonat. Habe mich genau zwischen diese Spinner gestellt. Und Folgendes in mein Handy gequatscht:

"Jo, bin gestern nach Hause gekommen"
*Heuschnupfen-Nieser*
"Nee, in Frankfurt gelandet"
*HAAAAAAAAAAATSCCHIIIIIIIII*
*HEUSCHNUPFEN-TRÄNEN-AUSWISCH*
"Guadalajara"
*Hust*
"NEIN! Mexico!"

Bedarf es einer weiteren Erklärung, dass ich ab der nächsten Etage alleine im Fahrstuhl war? Sonderbar, wie die alle in der nächsten Etage quasi panisch rausgestürmt sind.

Beichthaus.com Beichte #00026206 vom 04.05.2009 um 22:08:47 Uhr in 10789 Berlin (Tauentzienstr. 21) (52 Kommentare).

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