Querdenker mit Fantasie

21

anhören

Ignoranz Maßlosigkeit

Ich (m/26) muss beichten, dass ich allmählich immer mehr die Beziehung zur Realität verliere und in eine Traumwelt abgleite. Tagsüber träume ich die meiste Zeit. Ich gebe mich Allmachtsfantasien hin und male mir dabei aus, wie ich Heldentaten vollbringe. Die Szenarien ändern sich häufig. Mein Lieblingsszenario ist aber während der letzten Jahre geblieben, ich gebe mich ihm auch heute noch den größten Teil des Tages hin: Ich sitze in einem Flugzeug, das von arabischen Terroristen gekidnappt wird. Ich beobachte von meinem Sitz aus das Verhalten der Terroristen und fasse dann einen Plan, wie ich sie überwältige. Es gelingt mir, einen von ihnen außer Gefecht zu setzen und ihm seine Waffe abzunehmen. Mit dieser Waffe erschieße ich natürlich sofort den zweiten Terroristen und überwältige den Dritten, der im Cockpit die Piloten erschossen hat. Dann setze ich mich auf den Pilotensitz, und obwohl ich noch nie in meinem Leben ein Cockpit von innen gesehen habe, gelingt es mir, die Maschine sicher zu landen. Stunde um Stunde bringe ich damit zu, mir bis ins letzte Detail auszumalen, wie ich danach gefeiert und mit Orden überhäuft werde und mich vor Anfragen zu Fernsehinterviews und Talkshows weltweit nicht retten kann. Diese Anfragen lehne ich alle ab und genieße es, wie sich die ganze Welt darum reißt, mit mir Kontakt aufzunehmen. Nachdem ich mich einmal gnädig dazu herabgelassen habe, ein Interview im Fernsehen zu gewähren, bilden sich sofort dichte Trauben um mich, wenn ich auf der Straße erkannt werde.


Etwa zwei Stunden am Tag mache ich konzentriert die notwendigsten Arbeiten als Sachbearbeiter in der Exportabteilung. In Besprechungen schweige ich, erst gegen Schluss mache ich mit geschraubten Formulierungen eine inhaltlich unsinnige Äußerung. Meine Vorgesetzten sind aber begeistert von mir, ich gelte in der Firma als Querdenker mit unkonventionellen Ideen. Fast alle Einladungen zu irgendwelchen Geselligkeiten lehne ich ab, wobei ich mich gar nicht um Ausreden bemühe, sondern fein lächelnd sage, ich hätte an diesem Termin schon etwas anderes vor. Wenn ich es auf die Spitze treiben will, sage ich, ich hätte zu diesem Termin "voraussichtlich" schon andere Pläne. Das reizt die Leute erst richtig: Anstatt weniger bekomme ich immer mehr Einladungen, man reißt sich um mich. Abends bin ich meist im Internet in irgendwelchen Foren mit wechselnden Identitäten unterwegs und gebe vielen Leuten auf dem gesamten Globus tiefsinnige Ratschläge zur Bewältigung ihres Lebens, und die meisten sind mir auch überaus dankbar. Manchmal brauche ich nach meinen Ausflügen ins Reich der Fantasie einige Zeit, um mir darüber klar zu werden, wer ich wirklich bin. Realität und Traum verschwimmen in den letzten Jahren immer mehr. Bin ich verrückt? Mag sein. Immer öfter frage ich mich allerdings, ob ich selbst vielleicht normal bin und meine Umwelt verrückt ist.

Beichthaus.com Beichte #00032633 vom 27.01.2014 um 19:30:42 Uhr (21 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Der Haufen neben der Schüssel

5

anhören

Unreinlichkeit Ekel Trunksucht Maßlosigkeit WG

Ich (m/24) muss etwas beichten, das etwa zwei Jahre her ist. Damals habe ich in einer WG mit einem guten Kumpel und einer ziemlich zurückhaltenden und ruhigen Studentin gewohnt. Wie es halt so ist, feiert man als Student natürlich gerne einmal und trinkt dabei einen über den Durst. Soweit noch keine Beichte. Allerdings habe ich es bei einem sogenannten "Ball" einmal so übertrieben, dass ich nicht mehr gerade auf dem Klo sitzen konnte und es irgendwie geschafft habe, meinen Bierhaufen zwischen Klodeckel und Schüssel hindurch neben das Klo zu setzen. Anscheinend bin ich danach auch noch hineingetreten, denn es führten eindeutige Spuren über den Badvorleger bis zu meinem Zimmer. Es tut mir leid für unsere Mitbewohnerin, die sich morgens für die FH fertigmachen wollte und dann vor einem stinkenden, halb flüssigen Haufen stand, der ihr den Zutritt zur Toilette verwehrte.

Beichthaus.com Beichte #00032617 vom 24.01.2014 um 19:06:26 Uhr (5 Kommentare).

In WhatsApp teilen
“35.000

“Folge

Fasten für den Genuss

17

anhören

Maßlosigkeit Zwang Ernährung

Ich (w/23) möchte beichten, dass ich manchmal absichtlich hungere, um zu beobachten, was dieser Zustand mit mir macht. Abnehmen will ich dabei keinesfalls. Ich finde es einfach faszinierend, zu beobachten, was gedanklich und emotional in mir vorgeht, während ich faste. Ich merke dann, dass der Geschmack von Nahrungsmitteln, die ich vor einigen Tagen oder Wochen gegessen habe, mir urplötzlich so real in den Kopf kommt, als würde ich die Köstlichkeit tatsächlich gerade genüsslich verspeisen. Meist tue ich das für einige Stunden, um mir zum guten Schluss das zu gönnen, das mir in der Vorstellung den größten Genuss verschafft hat. Danach esse ich normal weiter und sorge dafür, dass ich genug für den Tag zu mir genommen habe - ich will ja nicht vom Fleisch fallen. Aber das Gefühl, das Begehrte endlich zu haben ist einfach göttlich! Und deshalb tue ich es immer wieder, auch wenn ich mich ansonsten bemühe, mich gesund und ausgewogen zu ernähren. Ich weiß aber, dass schon dieses kleine bisschen Hungern für den Körper nicht gut ist, deshalb habe ich dabei ein schlechtes Gewissen. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00032599 vom 20.01.2014 um 16:35:13 Uhr (17 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Beim Föhnen verbrannt

13

anhören

Dummheit Maßlosigkeit

Ich (w/20) möchte hiermit beichten, dass ich mich nach dem Duschen gerne trocken föhne. Also nicht nur die Haare, sondern alles. Einmal habe ich mich, weil ich von der Hitze so müde war, auf den kuscheligen Badteppich gelegt und den Föhn so positioniert, dass er mich währenddessen föhnt. Ich bin dann irgendwie eingeschlafen und hatte, als ich aufgewacht bin, verbrannte Stellen wegen des blöden Föhns. Ich beichte also, dass ich zu dumm zum Föhnen bin.

Beichthaus.com Beichte #00032588 vom 18.01.2014 um 23:14:48 Uhr (13 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Unsere zweite Kindheit

47

anhören

Peinlichkeit Maßlosigkeit Partnerschaft Wien

Unsere zweite Kindheit
Ich (w/21) möchte etwas beichten, das vielleicht etwas komisch klingt. Aber es ist mir vor anderen Leuten irgendwie total peinlich, da man ja so oft Dinge wie: "In einer Beziehung braucht man trotzdem Zeit für sich" oder "Man sollte trotz Beziehung allein und unabhängig sein können" hört. Bei mir und meinem Freund (23) ist aber das absolute Gegenteil der Fall! Wir kleben 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche aneinander und fühlen uns beide komplett unvollständig, wenn wir nicht zusammen sein können. Ich muss auch beichten, dass ich mich oft richtig kindisch verhalte. Wenn ich zum Beispiel gruselige Filme gesehen habe, traue ich mich alleine nicht mehr aufs Klo und er muss mitkommen. Er verhält sich aber ähnlich und hat mir schon gestanden, dass er, wenn ich eine Nacht weg bin, nur mit Licht und einem T-Shirt von mir im Arm schlafen kann. Gemeinsam verhalten wir uns aber auch oft wie durchgedrehte Kleinkinder, da wir uns alle drei Minuten versichern, wie gern wir uns haben, uns die dämlichsten Spitznamen geben und auch des Öfteren in einer selbst erfundenen Fantasiesprache miteinander reden. Oder mit Stofftieren spielen, oder wie Kinder irgendwelche Höhlen aus Decken bauen, um "Bärenfamilie" zu spielen und uns verrückte Geschichten ausdenken.

Es ist wie eine zweite Kindheit für uns, da wir beide keine schöne Kindheit hatten. Ich glaube, wir würden sofort eingeliefert werden, wenn jemand zufälligerweise mitbekommen würde, wie wir miteinander umgehen. Vor allem, da wir von außen wirklich erwachsen wirken und auch unser Stil nicht darauf hindeutet, wie überemotional wir sind. Das Verrückte ist, dass es uns beide gar nicht stört, dass wir so abhängig voneinander und so furchtbar kindisch sind. Andere Leute finden das aber bescheuert und schieben oft dämliche Kommentare, obwohl sie nicht einmal alles wissen. Also ist meine Beichte, dass ich mich oft komplett unreif und durchgeknallt verhalte und andere Leute innerlich auslache, wenn sie sich mal wieder über uns lustig machen!

Beichthaus.com Beichte #00032586 vom 18.01.2014 um 01:34:48 Uhr in 1150 Wien (Schweglerstrasse) (47 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht