Der Pfützen-Raser

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Morallosigkeit Waghalsigkeit Engherzigkeit Feigheit Auto & Co.

Ich (m/25) hatte vor ein paar Jahren einen Job, bei dem es gelegentlich auch erforderlich war, mit dem Firmenwagen Botengänge zu erledigen. Der Winter ging gerade zu Ende und recht ordentliche Mengen Schnee tauten, wodurch sich große Mengen Wasser in einer Senke vor der Firma gesammelt hatten. An einem Tag kam mein Chef zu mir - die Spätschicht hatte gerade angefangen - und hat mich damit beauftragt, eine eilige Fahrt zu machen. Also setzte ich mich in den Firmenwagen und in meiner jugendlichen Sorglosigkeit habe ich auch gleich Vollgas gegeben. Deshalb hatte ich auch knapp zwanzig Sachen mehr drauf, als erlaubt, als ich mich der Senke näherte. Leider sah ich dank meiner überhöhten Geschwindigkeit den Rollstuhlfahrer nicht, der sich gerade neben der Pfütze befand. Zum Bremsen war es zu spät, deshalb konnte ich nur noch zusehen, wie sich die Wassermassen unter meinen Reifen aufbäumten und ihn übergossen. Ich weiß nicht, wie kalt das Wasser war, ich vermute, dass es vielleicht fünf Grad waren, aber ich konnte auch nicht anhalten. Die Polizeiwache war nämlich in der Nähe und mit meinem damaligen Drogenkonsum hätte ich mit Sicherheit ein großes Problem gehabt.


Zu meinem Entsetzen konnte ich eine viertel Stunde später, als ich auf dem Rückweg war, sehen, dass sich Polizisten um den armen Mann kümmerten. Leider war die Gefahr, erkannt zu werden, sehr hoch, denn der Firmenparkplatz war vielleicht dreißig Meter entfernt. Also habe ich mich kaltblütig dazu entschlossen, meine Geschwindigkeit einfach unter die erlaubten dreißig Sachen zu senken, und ordentlich am "Ort des Verbrechens" vorbeizufahren. Ich warf einen Blick auf die ganze Sache, was ich zuvor ja nicht konnte und parkte mein Auto dann neben den anderen, baugleichen Firmenwagen. Dann bin ich seelenruhig ins Gebäude geschlendert und habe mir die Sache aus dem Warmen weiter angeschaut. Es ist nur nicht mehr viel passiert - der Rollstuhlfahrer wurde dann noch von einem Krankenwagen abgeholt und sicherlich gut versorgt. Diese Geschichte war leider nur die Spitze meiner "Jugendsünden", aber es tat sehr gut, das niederzuschreiben. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032044 vom 13.10.2013 um 21:46:10 Uhr (7 Kommentare).

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Die lahme Studentin

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Ignoranz Peinlichkeit Studentenleben

Als ich (w/21) noch zur Schule gegangen bin - und auch in dem Jahr nach dem Abi - war ich am Wochenende immer unterwegs. Und jetzt bin ich Studentin und gehe so gut wie nie "feiern", wie die meisten anderen in meiner Situation. Nicht nur, dass ich abends meistens zu kaputt bin - nein, ich mag es auch einfach nicht besonders. Dabei gibt es in meiner Stadt neben den großen Mainstream-Clubs auch noch kleine alternative Schuppen, aber selbst da zieht es mich nicht hin. In den letzten beiden Semestern war ich vielleicht fünfmal Party machen. Meistens bin ich dann auch früher nach Hause gegangen, weil ich einfach keinen Spaß hatte. Auch Tanzen gibt mir irgendwie nichts. Abgesehen davon, dass ich mich für eine schlechte Tänzerin halte, habe ich auch fast nie Lust darauf. Es fällt mir aber schwer, das zuzugeben und es ist mir auch ein wenig peinlich. Ich mag ein gemütliches Zusammensitzen und Unterhaltungen mit guten Freunden viel lieber. Dabei trinke ich auch mal was - aber auch Alkohol habe ich seit mindestens einem Monat nicht mehr getrunken. Ich habe auch Freunde und viele Kontakte, nur halte ich mich zunehmen aus allem raus, das mit Party zu tun hat. Selbst meinen eigenen Geburtstag feiere ich nicht mehr. Das Nervige ist nur, dass fast niemand meine Ansichten verstehen kann und es für die meisten anderen völlig klar zu sein scheint, dass Feiern Spaß zu machen hat. Ich beichte also, dass ich eine lahme Studentin bin.

Beichthaus.com Beichte #00032043 vom 13.10.2013 um 00:13:24 Uhr (21 Kommentare).

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Schläge für den Tierhasser

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Aggression Gewalt Hass Zorn Tiere

Ich möchte hiermit beichten, dass ich in näherer Zeit vielleicht ein Gewaltverbrechen begehen werde und dabei großen Spaß haben werde. Momentan meint irgendein Tierhasser in unserem 2000 Einwohner Dorf, dass er in unsere zum Teil abgezäunten Gärten eindringen […]
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Beichthaus.com Beichte #00032041 vom 12.10.2013 um 18:40:48 Uhr (29 Kommentare).

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Langfinger mit Rattenschwänzchen

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Diebstahl Morallosigkeit Falschheit Kinder Düsseldorf

Ich schäme mich sehr, denn ich hatte als Kind keinen Respekt vor dem Besitz anderer. So habe ich manchmal Dinge "gemopst". Nie Geld oder Wertsachen, sondern - ja, lacht ruhig - ausgerechnet Ü-Ei Figuren, die verwaist in der Ecke herumlagen und Staub fingen. Angefangen hatte es als Mutprobe unter Mädchen. Wir waren zwar nicht die schlimmsten Kids, die man sich vorstellen konnte, aber auch wir wollten unsere Grenzen austesten. Danach wurde wild gekichert, und gut war die Sache, ohne dass man sonst irgendwie aufgefallen wäre, so als liebes Mädchen mit Einsen und Rattenschwänzchen. Aber bei mir hat es dieses Maß irgendwann gründlich überschritten. Einmal habe ich sogar meine Cousins um ihre Happy Hippos erleichtert, während ich sie gesittet habe, just, nachdem ich sie schlafen gelegt hatte. Ich war also nicht nur zur diebischen Elster im rosa Kleidchen geworden, sondern habe auch das Vertrauen der Eltern missbraucht. Als ich dann älter wurde, habe ich mich daran erinnert und die Sachen, von denen ich wusste, wo ich sie genommen hatte, zu ihren Besitzern zurückgeschmuggelt. Ich habe sie unter die Couchkissen der jüngeren Geschwister gestopft, in einer alten Spielzeugkiste verschwinden lassen, oder in einem überladenen Regal deponiert. Die Figuren, deren Ursprungsort ich nicht mehr wusste, habe ich auf dem Spielplatz ausgesetzt, damit andere Kinder sie finden konnten und vielleicht Freude daran hätten. Wahrscheinlich hätte ich die Personen direkt ansprechen sollen, um mich zu entschuldigen. Wenn es nicht solche lächerlichen Beutestücke gewesen wären, hätte ich das auch sicher getan. Aber so musste ich vermuten, dass die Besitzer es womöglich gar nicht gemerkt hatten, nach der Beichte aber sicherlich den Respekt für mich verloren hätten.


Seitdem habe ich eine gehörige Portion Achtung vor dem Besitz anderer und lasse die Finger von Sachen, die mir nicht gehören - oder mich nichts angehen. Schnüffeln kommt also auch nicht in die Tüte. Wenn ich neugierig bin, was mein Freund in einer Schublade aufbewahrt, dann frage ich. Ich möchte nicht mehr in die Situation geraten, mir etwas erschlichen zu haben. Ich frage mich aber manchmal, ob das wirklich alles war, das ich zur Wiedergutmachung für die bestohlenen Kinder hätte tun können. Schließlich weiß ich selbst, wie der Verlust eines Spielzeugs ein Kinderherz schmerzen kann - meine beiden Gameboy Color, die beide von einem einzigen Mädchen gestohlen wurden, mögen in Frieden ruhen. Außerdem würde ich mich wohl auch sehr ärgern, wenn ich wüsste, dass mein Eigentum vor jemandem nicht sicher wäre. Egal ob geliebtes oder unbeachtetes, neues oder verstaubtes Eigentum - denn, ob ich etwas besitze, habe ich schließlich selbst zu entscheiden, und eben dieses Recht habe ich verletzt. Da war es wohl nur recht und billig, dass irgendwann ein jüngeres Kind aus meinem Bekanntenkreis, und zwar für lange Zeit unbemerkt, eine ganze Wagenladung bei mir abgestaubt hat. Es war auch kein wohlgeplanter Vergeltungsschlag, da ich ihm nie etwas gemopst hatte, sondern gutes altes Karma, durch einen ebenso schamlosen Langfinger, wie ich es zuvor war. So kann es gehen. Ich habe ihn jedenfalls nicht verpfiffen.

Beichthaus.com Beichte #00032038 vom 12.10.2013 um 03:19:42 Uhr in 40233 Düsseldorf (Lindenstraße) (4 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Meine Freundin mit Depressionen

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Selbstverletzung Engherzigkeit Verzweiflung Partnerschaft

Meine Freundin (23) und ich (25) sind nun seit fast drei Jahren zusammen. Leider ist es mit ihr nicht immer einfach. Sie ist psychisch krank, was sich durch heftige Schübe von Depressionen und Magersucht äußert. In den guten Zeiten nimmt sie zu, ist fröhlich, schafft ihr Pensum an der Uni und geht aus. Aber wenn die schlechten Zeiten kommen, wird es zu einer fast unerträglichen Tortur, mit ihr zusammen zu sein. Dann beißt sie sich an mir fest, klebt quasi an mir wie ein siamesischer Zwilling, vermutet hinter allem etwas Böses und ist sogar sauer, wenn ich zur Arbeit gehe. In diesen Zeiten ist sie wie ein anderer Mensch. Kaum noch fähig, eine vernünftige Unterhaltung zu führen. Quasi völlig bestimmt von ihrer Krankheit. Sie hungert sich die Kilos runter, die sie gerade erst mühselig zugenommen hat, und glaubt anscheinend wirklich, dass ich ihr noch abkaufe, dass sie vorher schon gegessen hat, wenn wir uns sehen. Tag und Nacht muss ich dann bei ihr sein, weil sie das einerseits so will und sonst ständig anrufen und weinen würde und weil ich mir andererseits extreme Sorgen mache, dass ihr etwas passiert.

Aber ehrlich gesagt kann ich nicht mehr. Ich ertrage es nicht mehr, zuzusehen, wie sie sich selbst hasst und zerstört. Ich ertrage es nicht mehr, jeden Tag befürchten zu müssen, dass es ihr wieder schlechter geht, oder dass sie sich etwas angetan hat. Ich ertrage es nicht mehr, ihr über den Körper zu streicheln und jeden einzelnen Knochen und die dicken Narben zu spüren. Jedes Mal, wenn ich sie in die Klinik bringen muss, bin ich fast erleichtert, dass ich mal ein bisschen Ruhe habe. Vielleicht ist es herzlos und vielleicht bin ich ein riesiges Arschloch, aber ich kann und will mir das nicht mehr antun. Ich sehe quasi, wie sie tagtäglich ein bisschen mehr stirbt und das belastet mich mittlerweile so sehr, dass ich selbst in psychologischer Behandlung bin. Momentan ist sie wieder in der Klinik. Dieses Mal ist es sogar so schlimm, dass die sie zwangsernähren mussten. Ich bin gestern fast zusammengebrochen, als sie mich zum hundertsten Mal angebettelt hat, sie wieder mit nach Hause zu nehmen. Ich werde sie verlassen und hoffe, es ist ein halbwegs guter Zeitpunkt, da sie dort ja permanent unter Beobachtung steht und psychologisch betreut wird. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032036 vom 10.10.2013 um 23:13:27 Uhr (31 Kommentare).

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