Ein Kind zweiter Wahl

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Verzweiflung Familie Möckmühl

Ich (w/28) bin sehr ratlos. Ich beichte, dass der Kontakt zu meinen Eltern seit 16 Jahren recht distanziert ist - es geht von mir aus. Ich sehe sie nach wie vor oft, aber dann gibt es von mir kaum noch Umarmungen, Berührungen und auch die Gespräche sind knappgehalten.

Es fing damit an, dass ich mit 12 Jahren einen Satz meines Vaters hörte, der mich verletzte, irritierte und wegen dem ich mir die Frage stellte, ob ich denn überhaupt ihr geliebtes Kind bin, für das ich mich immer gehalten hatte. Meine Eltern kommen ursprünglich aus der Türkei, ich bin ihr einziges Kind. Sie leben recht traditionell, waren und sind mir aber sehr liebevolle Eltern, die mich nie unterdrückten, auch ihre harmonische Ehe ist auf einer Ebene. Ich habe sie über alles geliebt - bis ich mit zwölf zufällig nachts wach wurde, mir etwas zum Trinken holen wollte und dann hörte, wie mein Vater zu seinem Schwager sagte: Er habe mich schon gern, aber einen Sohn, das wäre das größte Glück. In dieser Nacht zerbrach ich und am nächsten Tag war unser wunderbares Verhältnis nicht mehr dasselbe.

Zunächst ging ich beiden aus dem Weg. Ich rechnete damit, dass ich auch für meine Mutter nur ein Kind zweiter Wahl war. Aber sie waren genauso liebevoll wie bisher, und sie fragten mich oft, ob alles okay sei. Ich sagte ja. Ich konnte sie nicht darauf ansprechen, ich weiß den genauen Grund dafür nicht. Vielleicht hatte ich Angst, dass sie bestätigen, einen Sohn stärker geliebt zu haben. Vielleicht hatte ich Angst, dass sie dies leugnen, aber ich spüre, dass sie nicht die Wahrheit sagen. Einmal fragte mich mein Vater mit traurigen Augen, ob ich ihn denn nicht mehr lieb hätte. Ich sagte, es wäre alles in Ordnung, ich wäre nur gerade ein wenig gestresst von der Schule. Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich mit meinen Eltern über dieses Erlebnis spreche und sie mir bestätigen, wie sehr sie mich lieben. Und im Traum spürte ich, dass sie es ernst meinen. Aber ich kann ihnen einfach nicht sagen, was ich in der Nacht vor 16 Jahren hörte. Vielleicht kann ich es irgendwann, vielleicht kann ich es nie. Ich würde es gerne können. Ich bitte um Absolution, dass sie vielleicht seit Jahren rätseln, warum dieses große Vertrauen über Nacht verschwunden ist.

Beichthaus.com Beichte #00035550 vom 24.04.2015 um 20:35:54 Uhr in Möckmühl (21 Kommentare).

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Die Grausamkeit der eigennützigen Offenheit

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Boshaftigkeit Falschheit Verrat

Ich weiß alles. Ich kenne all ihre schmutzigen Geheimnisse. Meine Freunde, meine Verwandten, Bekannte, Kollegen, ja manchmal sogar Fremde in der Bar. Sie alle erzählen mir ihre dunkelsten Geheimnisse, ihre schmutzigsten Fantasien, kranke Verlangen und jedes ungewöhnliche Erlebnis. Denn ich strahle eine selbstverständliche Offenheit aus und meine verständnisvolle Art gibt jedem Menschen in meiner Nähe das Gefühl, dass ich ihn/sie nicht verurteilen werde. Und natürlich verrate ich diese Menschen nicht. Aber ich muss beichten, dass ich das nicht ganz uneigennützig mache. Versteht mich nicht falsch, ich höre den Leuten furchtbar gerne zu, denn ich weiß, wie hart es ist, wenn man niemanden zum Reden hat.

Aber eigentlich warte ich stets darauf, dass einer von ihnen mich hintergeht oder mich genug verärgert, um mir eine berechtigte Gelegenheit zu geben, all das gegen ihn zu verwenden. Das habe ich bereits ein paar Mal gemacht. Ein lautes Streitgespräch, eine riesige Szene in einer Gruppe und sobald sie meine Familie oder Freunde in den Dreck ziehen, spreche ich plötzlich viel ruhiger und sage mit kalter und klarer Stimme nur ein Wort oder ein paar Sätze. Niemand anderes versteht den Sinn dahinter. Aber mein Gegenüber versteht den Fingerzeig auf ihre perversen Geheimnisse, die in meinem Kopf gespeichert sind und dass ich bereit bin, sie gegen ihn/sie zu verwenden. Das schockierte Gesicht, die plötzliche Stille, diese Angst vor meiner Macht - das erregt mich schon fast. Alle halten mich für einen wunderbaren und guten Menschen, dabei warte ich nur darauf, sie fertigzumachen. Es tut mir so schrecklich leid, aber ich weiß nicht, wie ich das kontrollieren kann und ich warte extra immer, bis sie sich wirklich aufs Extremste gegen mich und die Menschen, die ich liebe, wenden, bevor ich mir selbst die Erlaubnis gebe, so grausam zu werden.

Beichthaus.com Beichte #00035523 vom 22.04.2015 um 02:16:30 Uhr (12 Kommentare).

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Lebenslang kleptomanisch veranlagt

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Diebstahl Studentenleben Freiburg

Ich (w/20) war gestern in der Uni auf dem Weg zum Hörsaal und habe plötzlich auf einem Fenstersims etwas liegen gesehen. Als ich näher hinging, sah ich, dass es ein Buchkalender von 2015 war, ganz edel, mit einem wunderschönen Blumenmuster und einem magnetischen Verschluss. Da ich schon mein ganzes Leben lang kleptomanisch veranlagt bin, konnte ich einfach nicht mit dem Gedanken leben, diesen Kalender jetzt hier liegen zu lassen. Selbst, wenn ich damit eigentlich nichts anfangen konnte, da ich vermutete, dass ohnehin schon Eintragungen darin waren. Ich musste ihn mitnehmen. Eine ganze Weile lang stand ich dann da, und immer wenn jemand durchlief, tat ich so, als würde ich etwas an meinem Handy machen. Bis ich mich endlich traute, den Kalender zu nehmen, vergingen einige lange Minuten. Schließlich nahm ich ihn, verstaute ihn schnell in meiner Tasche und lief unauffällig weg. Gesehen hat mich niemand, trotzdem habe ich mich erst viel später getraut, den Kalender wieder rauszuholen. Er war nagelneu, das Preisschild klebte sogar noch dran und niemand hatte etwas hineingeschrieben. Nun freue ich mich über einen tollen Kalender, der viel zu teuer wäre, um ihn mir selbst zu kaufen. Ich beichte, dass ich mich erst ewig nicht getraut habe, ihn zu nehmen und mich noch Minuten danach wie eine Verbrecherin gefühlt habe. Was man findet, darf man behalten, und wenn jemand seinen Kalender schon so herumliegen lässt, hat er es nicht anders verdient!

Beichthaus.com Beichte #00035522 vom 22.04.2015 um 00:39:21 Uhr in Freiburg (5 Kommentare).

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Klischees über Lesben

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Eitelkeit Stolz Vorurteile

Ich bin eine junge Frau, die eben zufälligerweise homosexuell ist. Für mich ist das selbstverständlich vollkommen normal. Aber wann immer ich jemanden Neues kennenlerne und die Person früher oder später beiläufig erfährt, dass ich lesbisch bin, herrscht so gut wie jedes Mal Verwirrung. Sprüche wie: "Aber du siehst gar nicht lesbisch aus" oder "Das überrascht mich aber jetzt, du bist doch zu hübsch/feminin für eine Lesbe" kommen dann oft. Natürlich verteidige ich mich dann immer und betone, dass nicht alle Lesben aussehen wie das Klischee, das den breiten Massen verkauft wird und Lesben auch nur ganz normale Frauen sind und dementsprechend aussehen. Aber trotzdem wecken diese eigentlich homophoben Kommentare einen gewissen Stolz in mir.

Ich weiß, es ist verkorkst und eigentlich sollten wir als Minderheit zusammenhalten, aber ich persönlich finde meine Klischee-Schwestern mit den kurzen Haaren, dem Übergewicht, dem Gerede übers vegetarisch leben & Fußball gucken und der übertrieben maskulinen Attitüde ungefähr so attraktiv wie eine Mülltonne. Ich spreche es nie aus. Aber ich freue mich insgeheim jedes Mal über die verwunderten Blicke bezüglich meiner sexuellen Orientierung. Vergebt mir bitte meine geheime Überheblichkeit.

Beichthaus.com Beichte #00035521 vom 22.04.2015 um 00:01:06 Uhr (11 Kommentare).

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Der perfekte Mann meiner Freundin

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Neid Eifersucht Selbstsucht

Vorletzte Woche sollte der Hochzeitstag meiner besten Freundin (28) sein. Er fand aber wegen mir nicht statt. Ich muss ein bisschen weiter ausholen, damit ihr das versteht: Als wir noch Kinder waren, haben wir immer gescherzt, wer von uns zuerst heiraten würde und wer mehr Erfolg im Beruf haben wird. Und es war immer sie. Sie war Klassensprecherin, dann Stufensprecherin und dann Schulsprecherin. Jetzt hat sie ihr Studium abgeschlossen und führt einen erfolgreichen Laden. Ich habe mein Abitur schleifen lassen und arbeite jetzt in einem mehr oder weniger gut bezahlten Bürojob. Und ich war furchtbar neidisch auf sie, weil sie einen wunderbaren Freund hat. Sie war seit acht Jahren mit ihm zusammen, als er ihr den Antrag gemacht hat und er ist einfach ein Bild von einem Mann. Meine eigenen Beziehungen liefen schlecht und ich fühlte mich furchtbar allein. Auf seiner Junggesellenfeier habe ich ihn abgefüllt und mit ihm geschlafen. Er murmelte zwischendrin immer so geile Sachen. Es hat so gut getan, dass auch ich endlich mal bekomme, was ich will.


Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, dass ich es war, die noch bei ihm war, fand aber das Kondom und dachte sich seinen Teil. Er hat es ihr dann gebeichtet und sie hat sich seitdem nicht mehr bei ihm gemeldet. Sie weint sich jeden Tag bei mir aus und ich muss leise schmunzeln, wenn ich mit ihr darüber rätsele, welche Schlampe das wohl war. Es tut mir leid!

Beichthaus.com Beichte #00035518 vom 21.04.2015 um 18:00:25 Uhr (58 Kommentare).

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