Ach, ich kann mich ja noch umbringen...

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Selbstsucht Verzweiflung

Ich beichte, dass ich eine ziemlich seltsame Form der Stressbewältigung betreibe. Immer, wenn mir eine Situation über den Kopf wächst und ich das Gefühl habe, die Kontrolle darüber zu verlieren, habe ich den Gedanken "Ist ja nicht schlimm, wenn alles den Bach runtergeht, kannst du dich immer noch selbst umbringen." Angefangen hat das schon in der Schule.


Ich weiß gar nicht genau, warum das so ist. Ich habe keine traumatischen Erfahrungen in meiner Kindheit erlebt, ich war zwar immer schon melancholisch, aber nicht klinisch depressiv oder Ähnliches. Ich habe auch nicht ernsthaft vor, mich umzubringen, was wohl für viele widersprüchlich klingt. Ich stelle es mir nur gerne vor, weil es mich beruhigt. In den meisten dieser Fantasien hänge ich mich an einem Treppengeländer auf, was sogar mir seltsam spezifisch vorkommt.


Dabei ist Selbstmord nicht Plan B, wenn Plan A nicht klappt. Im Gegenteil, es ist eher so etwas wie Plan Z 2.0. Manchmal glaube ich, ich bin einfach so ein Kontrollfreak, dass es mir einfach ein gutes Gefühl gibt, mir vor Augen zu halten, dass ich am Ende, wenn jede Unterstützung mich verlassen hat, immer noch eine eigene Entscheidung treffen kann. Ich möchte das beichten, weil ich mich damit wirklich für nicht normal halte. Es tut mir leid - meinem Mann und unserem Kind gegenüber, dass ich solche Gedanken immer gehabt habe und scheinbar niemals los werde, auch wenn ich niemals vorhabe, es in die Realität umzusetzen. Ich beichte, dass ich keine Lust habe, darüber mit einem Therapeuten zu sprechen. Ich habe mein Leben an und für sich im Griff, es ist nur so etwas wie eine gedankliche Stütze für mich. Ich bin mir sicher, es gibt hunderttausende Menschen, die die Zeit eines Therapeuten mehr benötigen, als ich.

Beichthaus.com Beichte #00037192 vom 09.12.2015 um 11:09:33 Uhr (17 Kommentare).

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Geteilte Arbeit ist halbe Arbeit

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Faulheit Habgier Selbstsucht Arbeit

Ich möchte beichten, dass ich während der Arbeit noch indirekt etwas hinzuverdiene, aber dazu muss ich weit ausholen: Ich arbeite in einem Chemieunternehmen in recht hoher Position und bin in der höchsten Tarifgruppe eingruppiert. Mein Jahresbrutto liegt bei gut 75.000 Euro. Meine Frau ist selbstständig und eigentlich war geplant, dass sie ihre Arbeit um die Hälfte reduziert, wenn wir Kinder haben. Nun ist es so, dass ich extrem wenig zu tun habe, was bedeutet, dass ich vielleicht zwei bis drei Stunden am Tag für meinen eigentlichen Arbeitgeber arbeite. Die restliche Zeit bearbeite ich Arbeit meiner Frau, die sich nun um unser Kind kümmert und ihr Arbeitspensum um 50 Prozent reduziert hat. Dies ist natürlich enorm vorteilhaft, da wir trotz Kind nun zwei volle Gehälter zur Verfügung haben.


Ich möchte beichten, dass ich zum einen ein faules Schwein bin und mich zum anderen noch dafür bezahlen lasse, dass ich während der Bürozeit die Arbeit meiner Frau mit erledige und hierfür sogar teilweise noch die Drucker und das Firmenhandy meiner Firma benutze. Umgekehrt: Letztlich kommt es unserem Kind zugute, dass meine Frau mehr Zeit hat und wenn ich im Büro nicht ihren Kram miterledigen würde, würde ich wohl nur im Internet surfen. Trotzdem tun mir vor allem diejenigen in unserer Firma leid, die für viel weniger Geld deutlich mehr arbeiten müssen.

Beichthaus.com Beichte #00037184 vom 08.12.2015 um 15:52:31 Uhr (13 Kommentare).

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“Beichte

Der NC bei Sozialer Arbeit

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Betrug Ungerechtigkeit Selbstsucht Dummheit Studentenleben

Ich galt schon auf der Realschule als schulmüde. Die Schule war einfach nie so mein Ding. Im Unterricht habe ich kaum mitgemacht und meine Interessen haben sich nicht in Form der Schulsozialisation wiedergefunden. Im Fachabi der elften Klasse wäre ich wegen meiner Fehlstunden sitzengeblieben, allerdings entschied ich mich für einen Fachbereichswechsel in Richtung Sozial- und Gesundheitswesen. Dort fing ich an, mich tatsächlich für den Unterricht zu interessieren. Zwar machte ich immer noch viel Blau, allerdings interessierte es die Lehrer nicht wirklich. In einigen Fächern war ich gut, in anderen "Standardfächern" war ich immer noch genauso schlecht.


Nunja, mein Abschlusszeugnis war durchschnittlich. Ich machte dann ein FSJ, merkte, dass mir der soziale Bereich gut liegt, und wollte studieren gehen. Allerdings gar nicht mal so einfach mit meinem Zeugnis. Ich merkte, dass Soziale Arbeit genau mein Ding ist, allerdings war der NC-Durchschnitt bei 2,1, also probierte ich es mit Ingenieurwesen. Nach zwei Semestern brach ich ab. Aus Verzweiflung habe ich dann mein Zeugnis gefaket und beglaubigen lassen. Alles Weitere war ein Klacks. Ich habe damals gut und viel recherchiert. Ich studiere jetzt im dritten Semester. Ich weiß, dass das, was ich getan habe, hochgradig illegal ist. Ich habe mir unerlaubt Zugang zu einer Hochschule verschafft und dadurch, dass ich reingekommen bin, hat es ein anderer nicht geschafft, was mir persönlich mehr leidtut, als die Urkundenfälschung. Ich möchte mich dafür hier entschuldigen!


Ich habe das System konsequent ausgenutzt, allerdings halte ich eine NC-Reglung, gerade bei Sozialer Arbeit, für völlig hirnrissig. Ich weiß, dass viele sich hier von mir auf die Füße getreten fühlen - frei nach dem Motto: "Ich habe es nicht verdient", allerdings hat das jemand, der sich einklagt, auch nicht und jeder, der die Leistung und Fähigkeiten eines Menschen anhand der Schulnoten abliest, ist für mich ein Dummkopf. Nach dem zweiten Semester war ich Bester meines Semesters. Ich arbeite als Fachtutor und bin ehrenamtlich in der Fachschaft tätig. Ich bin mir auch recht sicher, dass ich nicht auffliege, allerdings verdränge ich die Angst.

Beichthaus.com Beichte #00037177 vom 07.12.2015 um 18:22:40 Uhr (26 Kommentare).

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Hilfe, mein Ex ist selbstmordgefährdet!

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Verzweiflung Begehrlichkeit Selbstsucht Gesundheit

Ich habe mit meinen 25 Jahren schon viel erlebt, vielleicht zu viel. Aufgewachsen bin ich in einer strengen Familie, ab der Grundschule war ich auf einem Mädcheninternat, zwischendurch Beerdigung meines Vaters, kurz darauf meiner Mutter. Mit 16 habe ich dann auch noch meinen einzigen Familienangehörigen verloren, mein Bruder hatte sich mit 19 Jahren den goldenen Schuss gesetzt. Das Internat war nicht mehr bezahlbar und ich kam in eine Pflegefamilie, bis ich 18 war. Dort wurde mir das Leben zur Hölle gemacht, ich möchte nicht beschreiben, was mir damals widerfahren ist.


Ich litt unter Angstzuständen. Seit fünf Jahren gehe ich deshalb regelmäßig in eine Klinik für Personen mit psychischen Schwierigkeiten und habe dort Behandlungstermine. Es konnte mir auch geholfen werden, wofür ich unendlich dankbar bin. Es ist mir gelungen, einen Arbeitgeber zu finden, bei dem ich drei Jahre lang eine Ausbildung machen durfte und auch übernommen wurde. Ich verdiene nicht gut, aber ich komme sehr gut damit zurecht, weil ich nicht ausgehe und auch sonst einen sehr spartanischen Umgang mit Luxusgütern habe, ich brauche das alles nicht.


Vor einem Jahr habe ich einen jungen Mann gleichen Alters im Klinikum kennengelernt. Er war dort zu einer Terminvereinbarung, weil er neu zugezogen war. Er ist selbstständiger Programmierer und arbeitet von zu Hause aus. Wir sind uns dann noch mehrmals begegnet und haben uns dann tatsächlich verabredet. Es war für mich das erste Mal, dass ich so richtig ausgehe und das sogar mit einem Mann. Kurz und knapp, wir wurden ein Paar. Jeder behielt seine eigene Bleibe. Er kommt immer zu mir, da er ungefähr 40 km weit weg wohnt und ich kein Auto habe. Nach und nach erzählte er mir, warum er in Behandlung sei. Er leidet unter starken Depressionen, die ihn oftmals an Selbstmord denken ließen, er hat auch schon einen Versuch hinter sich. In letzter Zeit ist es wieder sehr schlimm mit seiner Krankheit, die immer schubweise kommt. Ich kann ihm kaum eine große Hilfe sein, versuche es aber trotzdem immer wieder. Mit seinen düsteren Gedanken und Momenten der Verzweiflung zieht er mich immer weiter herunter, obwohl es mit meinem Leben eigentlich so schön voranging.


Jetzt hege ich schon ein paar Wochen den Gedanken, ihn zu verlassen. Allerdings brauche ich auch Halt, aber den kann er mir einfach nicht geben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es wohl mehr eine Zweckbeziehung ist. Gestern habe ich ihm gesagt, dass er wohl doch nicht der richtige Partner für mich ist. Er hat nichts gesagt und hat einfach nur wortlos die Wohnung verlassen. Ich kann ihn seit dem Zeitpunkt nicht mehr erreichen, sein Handy ist abgeschaltet. Jetzt tut es mir wieder sehr leid. Vielleicht war es doch falsch? Kann man mir das verzeihen?

Beichthaus.com Beichte #00037161 vom 04.12.2015 um 13:05:51 Uhr (11 Kommentare).

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“Folge

Ich vermisse einen anderen Mann

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Selbstsucht Falschheit Begehrlichkeit Internet Partnerschaft

Ich (w) bin seit ein paar Monaten mit meinem Freund verlobt und überglücklich mit ihm. Wir sind seit über einem halben Jahrzehnt zusammen und wohnen auch seitdem zusammen, wir lieben uns beide wirklich sehr und eigentlich kann ich mir keinen besseren Mann für mich vorstellen. Nun habe ich seit September eine Internetbekanntschaft gemacht und mich sehr gut mit ihm verstanden. Ich habe sehr viel mit ihm geschrieben, so ging es den ganzen Tag, egal wo ich war - ob auf der Arbeit, auf der Couch, morgens nach dem Aufstehen im Bett. Irgendwann fing er mit Komplimenten an, nachdem ich ihm Bilder von mir geschickt hatte und auch er war von den Fotos her für mich unheimlich anziehend, genau mein Typ. Eine Mischung aus dem Mann, der mich entjungert hat, meinem letzten Ex-Freund und meinem Verlobten, sowohl vom Aussehen als auch von der Art her, was mich einfach umgehauen hat. Seine Stimme finde ich auch unheimlich geil.


Ich habe mich aber in die Sache immer mehr reingesteigert, mir Fantasien mit ihm vorgestellt und mich auch selbstbefriedigt, mit dem Gedanken an ihn. Irgendwann fingen wir sogar an über das Thema Sex zu schreiben, was man selbst mag oder generell, was wir für Fantasien haben. Es war eine schöne Zeit. Ich habe durch diesen Menschen einfach ein unheimliches Selbstbewusstsein bekommen, fand mich toll und habe mich von einer ganz anderen Seite sehen können. Das hat mir sehr gefallen. Nun hat mein Verlobter erfahren, dass ich mit ihm so intensiv geschrieben habe und es hat ihn logischerweise sehr verletzt, das hatte ich aber zuerst einfach nicht verstehen können. Wenn ich mir nun aber vorstelle, wie ich mich an seiner Stelle gefühlt hätte, dreht sich mir der Magen um.


Daher habe ich ihm das Versprechen gegeben, diesem Menschen nicht mehr zu schreiben und das Versprechen ist nun genau zwei Wochen her. Ich habe ihm wirklich nicht geschrieben, obwohl ich es unbedingt will, aber das Versprechen meinem Verlobten gegenüber ist mir doch wichtiger als mein eigener Egoismus. Das hält mich zurück. Aber dennoch, trotz des Fakts, dass mein Kopf versteht, dass ich etwas falsch gemacht habe, muss ich immer noch tagtäglich an den anderen Mann denken und dies geht einfach nicht weg, egal was ich tue. Ich beichte hiermit, dass ich mich für meine Gedanken hasse, mich auch dafür hasse, meinem Verlobten so etwas anzutun bzw. angetan zu haben. Ich zeige definitiv Reue und versuche alles, um es bei ihm wiedergutzumachen. Dennoch muss ich auch zugeben, wenn ich schon so ehrlich bin, dass es seitdem wieder besser bei uns beiden läuft.


Wir halten wieder vermehrt Händchen, verbringen viel mehr Zeit miteinander als sowieso schon und generell ist er sehr viel wärmer mir gegenüber geworden und ruft mich über den Tag auch viel öfter an und sagt auch öfter, dass er mich vermisst, liebt und dass ich die Einzige für ihn bin. Das Problem ist dadurch aber nicht aus der Welt geschafft, ich bin ein schrecklicher Mensch. Es wird viel Zeit brauchen, bis dies tatsächlich vergessen ist und ich hoffe, ich höre irgendwann endlich auf, diesen Menschen zu vermissen und kann, wie zuvor, wirklich nur noch meinen Verlobten vermissen. Ich bitte um Vergebung für mein Fehlverhalten, aus dem ich aber etwas gelernt habe - vor allem nämlich, wie wichtig mir mein Verlobter ist.

Beichthaus.com Beichte #00037158 vom 03.12.2015 um 14:50:32 Uhr (19 Kommentare).

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