Unser Umzug aufs Land

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Rache Vandalismus Fremdgehen Schamlosigkeit Nachbarn

Vor vielen Jahren bin ich (m/38) mit meiner Frau und Tochter in ein Eigenheim auf dem Land gezogen. Wir haben auch relativ zügig Anschluss im Dorf gefunden und alles schien perfekt. Meine Frau hat sich schnell mit anderen Frauen aus der Nachbarschaft angefreundet, und da im Sommer gefühlt alle drei Sekunden ein Weinfest ist, ist man schnell sozial eingebunden. Auch meine Tochter hat in der Schule rasch neue Freunde gefunden, die natürlich auch hin und wieder bei uns zu Hause waren. So lebten wir etwa ein halbes Jahr gemütlich vor uns hin, als uns plötzlich Gerüchte zu Ohren kamen, ich würde meine Frau betrügen und schlagen und meine Tochter (die zu dem Zeitpunkt gerade 14 geworden war) würde Drogen nehmen und in der Schule für Geld Mitschüler oral befriedigen. Wir haben das als dummes Geschwätz gesehen, vielleicht als Neid, weil unser Haus nicht gerade schäbig war oder weil wir eben die "Neuen" waren.


Wir ignorierten den Quatsch also, auch wenn es meiner Frau und besonders meiner Tochter zu schaffen machte. Letzten Herbst war das letzte Weinfest der Saison und da stand ich in einer Toilettenkabine und konnte zufällig unbemerkt hören, wie unser betrunkener Nachbar jemanden erzählte, meine Frau hätte sich von ihm flachlegen lassen. Jetzt war also klar, woher die Gerüchte stammten. Am Liebsten hätte ich ihm an Ort und Stelle seine dämliche Hackfresse poliert, aber Rache ist Blutwurst. Später, als wir wieder zu Hause waren, hab ich gewartet, bis meine Frau geschlafen hat, und bin zu den Nachbarn geschlichen. Da wir ja "gut befreundet" waren, wusste ich, dass die Kellertür nie abgeschlossen war. Dort unten war eine Werkstatt und mir kam die Idee, das über Jahre zusammengekaufte, unverschämt teure Werkzeug mit einer Heißklebepistole zusammenzukleben. Im nächsten Raum pinkelte ich in und über eine beachtliche Schuhsammlung. Das heißgeliebte Trekkingrad habe ich um die Schnellspanner erleichtert.


Dann wurde ich mutig und ging nach oben. Dort fand ich ein Handy, das ich mir "auslieh." Zum Abschluss habe ich den Kühlschrank vorgezogen, dahinter einen dunklen Kumpel abgeseilt und den Kühlschrank wieder zurückgeschoben. Belustigt und irgendwie befriedigt ging ich nach Hause. Am nächsten Tag wurde ich von Sodom und Gomorra geweckt. Die Nachbarin saß völlig aufgelöst und theatralisch heulend bei meiner Frau am Küchentisch. Meine Frau hatte natürlich keinen Schimmer, was los war. Später kam auch noch der Mann rüber, ähnlich fertig. Weil die Kellertür offen war, zahlt natürlich keine Versicherung, die Polizei hat ihn fast ausgelacht. Den Verlust des Handys hatte er noch gar nicht bemerkt. Später am Tag kam dann der Hammer. Aber nicht für ihn, sondern für mich. Denn wie sich später herausstellte, waren nicht alles Gerüchte.


Auf dem Handy fand ich Fotos von meiner Frau, in eindeutigen Posen. Außerdem einen Nachrichten-Verlauf, bei dem mir der Magen flau wurde. Die beiden waren wohl schon seit Längerem zugange, wenn ich arbeiten war. Ich habe sofort die Scheidung eingereicht, den Hausverkauf in die Wege geleitet, und bin ausgezogen. Auch die Geschichten über meine Tochter sind nicht ganz so weit hergeholt. Allem Anschein nach hat sie tatsächlich mehreren Jungs in der Schule den Larry gelutscht, weil sie in der Clique dazugehören wollte. Vor zwei Monaten wurde sie von einer Lehrerin erwischt und hat einen Schulverweis bekommen. Mittlerweile komme ich mir vor wie in einem Fellini-Film und bin froh, dass ich wieder in der Stadt wohne, wo die Nachbarn einen in Ruhe lassen und mich jeder, abgesehen von ein paar wenigen, engen Freunden, am Arsch lecken kann.

Beichthaus.com Beichte #00037524 vom 03.02.2016 um 12:19:56 Uhr (15 Kommentare).

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Wenn man jemanden zurücklassen muss...

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Selbstsucht Ignoranz Stolz

Ich (w) habe mein gesamtes bisheriges Berufsleben in ein und demselben Betrieb verbracht. Ich liebe meinen Beruf, ich möchte nichts anderes machen, aber ich hasse meine Firma. Es macht dort einfach keinen Spaß. Ich suche schon seit dem Ende meiner Ausbildung eine neue Stelle, aber der Beruf wird in meiner Region kaum gesucht, sodass ich keinen Erfolg hatte. Das Einzige, was meine Arbeit halbwegs erträglich macht, ist meine beste Freundin. Sie ist vor zwei Jahren in unseren Betrieb gekommen und wir haben uns auf Anhieb richtig gut verstanden, unternehmen viel und können über alles reden.


Nun ist es aber so, dass ich endlich eine neue Anstellung gefunden habe und zusammen mit meinem Freund die Stadt verlasse. Meine neue Stelle ist in unserer Heimat. Wir haben eine richtig schöne Wohnung gefunden, mein neuer Chef und das Team sind echt klasse und ich freue mich schon unendlich auf unseren Umzug und die Zeit danach. Meine Freundin ist traurig, dass ich sie zurücklasse, und hier ist meine Beichte: Es tut mir nicht leid. Natürlich ist es schade für sie, aber ich habe es immer allen recht machen wollen und wollte von allen gemocht werden - und jetzt mache ich mein eigenes Ding, ich mache das, was mir gut tut, und es fühlt sich richtig toll an. Außerdem bleiben wir ja Freundinnen und wir sehen uns auch weiterhin. Mein neuer Wohnort ist nur eine Stunde mit dem Auto entfernt. Ich glaube, ich bin eine schlechte Freundin, weil ich auf ihre Gefühle keine Rücksicht nehme und sie nichts dafür kann. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00037497 vom 29.01.2016 um 22:20:45 Uhr (8 Kommentare).

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“Beichte

Königskobra in Amsterdam

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Peinlichkeit Ekel Unreinlichkeit Urlaub Niederlande

Ich (m/26) war über Silvester für einige Tage mit meinem besten Freund in Amsterdam. Nun ist es so, dass ich immer, wenn ich irgendwo Urlaub mache, meine Essgewohnheiten auch etwas umstelle. Anstelle eines gesunden Frühstücks und einer ausgewogenen Ernährung probiere ich mich gerne durch leckere Lokale, Restaurants und Imbisse. Während wir also mal wieder in der Innenstadt rumflanierten, bemerkte ich, dass sich mein Magen nach zwei Tagen mit gefühlten 20 Litern Kaffee und Bier, Burgern, Steaks, Tonnen von Pommes und anderen Leckereien befreien wollte. Zielstrebig suchte ich schnellstmöglich nach einer öffentlichen Toilette und fand mein Glück bei der bekannten Fast-Food-Kette mit einer Krone. Schnell sprintete ich die Treppen hinauf, reihte mich in die Warteschlange für die einzige Kabine der Herrentoilette ein und zählte nur die Sekunden, bis ich mich endlich von meinem Ballast befreien konnte. Nach knapp 15 Minuten kam ich endlich zum Zug. Mein Herz strahlte und mein Magen freute sich unheimlich darauf, etwas Platz zu schaffen: Tür zu – Hose runter – und los!


Während ich entspannt auf der Toilette saß, bemerkte ich zeitgleich, dass die Schlange für die Herrentoilette stetig weiterwächst. Da ich nicht unhöflich sein und unnötig die anderen Gäste warten lassen wollte, zog ich nach meinem vollendeten Geschäft fix die Hose an und wollte dann auch wieder los. Dennoch ahnte ich schon während meines Toilettengangs Böses: Die letzten Tage an fettigem Essen und viel Alkohol haben sich bezahlt gemacht, sodass ich der Keramik ein unglaublich großes Geschenk hinterlassen habe. Trotz mehrmaligem Spülen ließ sich meine Königskobra vom Wasser nicht beeindrucken, sodass der Wasserspiegel drastisch fast bis zum Klodeckel stieg und einfach nicht abfließen wollte.


Schnell versuchte ich, den kleinen Schlamassel mithilfe der Klobürste zu beseitigen. Allerdings blieben meine Versuche erfolglos und ich zog nach einigen Minuten Rumstochern und Drücken die nun komplett versaute Klobürste raus und stellte sie wieder in die Halterung. Mein Herz fing in der Zwischenzeit an stark zu klopfen, mein Gesicht wurde rot und ich bekam leichte Schweißausbrüche, alles vor dem Hintergrund, dass das einzige Männerklo komplett verstopft ist und alle doch nur mal fix aufs Klo wollen. Pustekuchen! Beim Herausgehen versuchte ich, meine Blöße zu kaschieren und sagte auf eine pseudo-lockere Art: "Sorry, das Klo ist kaputt." Wobei ich die leichten Schweißperlen wohl nicht verbergen konnte.


Besonders peinlich war der Gang entlang der Warteschlange, wo mich alle Typen musterten und mich mit extrem genervten und zeitgleich enttäuschten Gesichtern anstarrten. Ich möchte mich also für meine kleine Königskobra bei allen Leuten in der Warteschlange entschuldigen, die genau wie ich dringend aufs Klo mussten und sich in der überfüllten Innenstadt eine neue öffentliche Toilette suchen mussten. Ich war dann aber doch so anständig und habe unten am Schalter Bescheid gegeben, dass irgendjemand das Herrenklo verstopft hat und man sich bitte drum kümmern sollte! Ich bitte um Absolution!

Beichthaus.com Beichte #00037496 vom 29.01.2016 um 16:59:24 Uhr in Niederlande (Amsterdam) (7 Kommentare).

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Flirt im Kurort

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Lügen Peinlichkeit Engherzigkeit Feigheit Partnerschaft

Ich habe jemanden enttäuscht und habe deshalb ein schlechtes Gewissen. Ich war vor einiger Zeit zur Rehabilitation in einem Kurort. Als ich eines Nachmittags in der Kleinstadt spazieren war, hat mich ein Mann angesprochen. Er war etwas älter als ich, Perser, gepflegt und freundlich. Er sagte, ich wäre ihm ein paar Tage vorher in einem Lokal aufgefallen - ich hatte ihn damals nicht bemerkt. Er hat mir Komplimente für meine dunklen Augen, die langen Haare und die Form meiner Lippen gemacht. Er sagte, er hätte davon geträumt, mein Tattoo auf der Schulter zu küssen. Es hat mir gefallen, diese Aufmerksamkeit und Komplimente zu bekommen. Er frage, ob ich mich mal zum Cocktail trinken, Shisha rauchen oder Abendessen mit ihm treffen möchte, und fragte zudem auch nach meiner Handynummer. Da ich in einer glücklichen Beziehung bin und kein Interesse an ihm hatte, ihn aber nicht kränken wollte, habe ich ihm zwar meine Nummer gegeben, aber ich hatte nicht vor, mich mit ihm zu treffen.


Also sagte ich ihm, dass ich nur noch drei Tage bleiben würde und viele Termine hätte. Er sagte, er würde sich abends noch einmal melden, um mir trotzdem ein Date vorzuschlagen. Das hat er auch getan - nett und unaufdringlich. Ich habe nicht geantwortet. Keine Ahnung, warum ich ihm nicht die Wahrheit gesagt habe. Am darauffolgenden Wochenende war ich mit zwei Mitpatientinnen im Stadtpark spazieren. Von mir unbemerkt näherte sich meine Bekanntschaft uns von hinten. Er war mit seinem Hund unterwegs. Als er an uns vorbeiging, drehte er sich zu uns um. Er lächelte, sah mich an und sagte laut und deutlich Guten Morgen. Das war mir furchtbar unangenehm und peinlich. Vor Scham wäre ich am Liebsten im Boden versunken. Schließlich hatte ich ihm ja erzählt, dass ich zu diesem Zeitpunkt wieder zu Hause wäre.


Meine Begleiterinnen waren etwas überrascht, mussten kichern und haben sich über den vermeintlich fremden Mann gewundert. Zum Glück ist er einfach weitergegangen, ohne mich nochmals anzusprechen. Trotzdem sah er irgendwie enttäuscht und gekränkt aus. Ich beichte, dass ich einen netten Mann belogen habe und dann auch noch dumm genug war, mich dabei erwischen zu lassen. Es tut mir leid, seine Gefühle aus Feigheit verletzt zu haben. Ich habe ein schlechtes Gewissen und es tut mir leid. Und ja, ich weiß natürlich, dass das ein First-World-Problem ist und es im Leben auch schlimmere Sorgen und echte Probleme gibt. Trotzdem bedrückt mich mein schlechtes Gewissen und ich fühle mich deshalb schlecht und schuldig!

Beichthaus.com Beichte #00037494 vom 28.01.2016 um 23:05:59 Uhr (35 Kommentare).

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Meiner besten Freundin geht es schlecht!

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Falschheit Eifersucht Selbstsucht Engherzigkeit

Ich (m/19) bin eine schadenfrohe Sau! Vor einigen Jahren lernte ich meine später beste Freundin kennen. Dummerweise verliebte ich mich später in sie, was nicht nur mit ihrem Aussehen zu tun hat, sondern auch mit ihrer Art. Wir hatten uns nie viel zu verbergen, daher wusste sie auch früher oder später davon, jedoch erwiderte sie meine Gefühle nie, was mich lange mitnahm - wovon ich mir jedoch nichts anmerken ließ. In den Jahren, in denen wir uns alles erzählten, fiel mir auf, wie zerrüttet ihr Leben ist. Ihre Mutter hat sich bereits zwei Mal scheiden lassen, ihr Halbbruder verschwand nach Australien und ihr lagen auch sonst viele Steine im Weg.


Als wir mit der Schule fertig waren, gingen wir getrennte Wege und der Kontakt wurde etwas weniger. Ich nahm eine Ausbildungsstelle im Nachbarort an und sie zog mit ihrer Mutter in eine Großstadt, nachdem diese sich erneut scheiden ließ. Seitdem pendelt sie zwischen zwei Städten hin und her und aufgrund des seltener gewordenen Kontakts bekam ich unheimlich wenig mit, auch wenn wir uns geschworen hatten, immer füreinander da zu sein. In meinen Augen führte sie fast das Leben, das sie immer wollte. Sie machte Party, zog zu ihrem neuen Freund, hatte eine sichere Ausbildungsstelle und tat das, was sie wollte. Aufgrund eines Fehlers meinerseits gerieten wir jedoch vor einem Jahr in einen Streit, der dazu führte, dass wir uns überall ignorierten. Ich konnte meine Gefühle zu ihr dummerweise nicht loslassen, darum litt ich sehr unter dem Streit. Ich erfuhr aus einigen Quellen, wie gut es ihr doch ginge und dass sie mit mir abgeschlossen hätte. Ich redete mir daraufhin ein, sie sei es nicht wert, doch geholfen hat es nicht.


Vor Kurzem schrieb ich sie dann an, da ich auch endlich damit abschließen will, was still dazu führte, dass der Streit vergessen wurde. Nun trafen wir uns vor einer Woche auf einem Fest und redeten stundenlang über uns. Dort kam dann alles ans Licht: Ihre Ausbildung ist schlecht bezahlt, sie pendelte zwischen drei Wohnorten bei Vater, Mutter und Freund und war extrem im Stress. Sie wollte es jedem Recht machen, weshalb sie auch so oft mit ihren Freundinnen weg war, obwohl sie nur daheim bleiben wollte. Physisch ging es ihr nicht besser. Sie konnte keinen Sport mehr treiben, weshalb sie ein paar Kilo zugenommen hatte und ihr sonst makelloses Aussehen wurde überdeckt von Augenringen, Stress und Hüftgold.


Auch, wenn ich Mitleid habe, bin ich ironischerweise schadenfroh, denn seitdem sind meine tieferen Gefühle für sie wie weggeblasen. Dennoch habe ich sie noch unheimlich gerne - ich fühle mich plötzlich nur viel freier, einfach, weil diese Gefühle weg sind. Meine Beichte? Es geht mir besser als meiner besten Freundin und ich freue mich darüber! Und das, obwohl es mir eigentlich egal sein und ich sie unterstützen sollte. Es tut mir leid, dass ich so oberflächlich bin, denn schließlich ist sie im Herzen immer noch das Mädchen von früher.

Beichthaus.com Beichte #00037489 vom 28.01.2016 um 07:15:05 Uhr (6 Kommentare).

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