Geschmolzene Schokolade

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Dummheit Peinlichkeit Ernährung

Ich (w/21) möchte beichten, dass ich heute im Zuge meiner unendlichen Naivität fast die Bude abgefackelt habe. Da mein Freund morgen Geburtstag hat, wollte ich ihm Plätzchen mit Schokoüberzug backen. Ihr denkt euch jetzt wahrscheinlich, ich hätte die leckeren Dinger im Ofen vergessen, aber nein, so war es nicht. Als es an die Schokogarnitur ging, dachte ich, man könne die Schokolade ja mal schnell in der Mikrowelle schmelzen, anstatt ein "aufwendiges" Wasserbad aufzusetzen. Gedacht, getan schmiss ich dann die Schokolade in meiner Lieblingsschüssel in die Mikrowelle und stellte den Timer auf fünf Minuten ein. Ich verließ die Küche und bemerkte kurz darauf einen seltsamen Geruch. Vor meinem Zimmer kam mir schon eine dicke Rauchschwade entgegen und meine Oma (direkt nebenan wohnend) kam schon panisch über den Hof gelaufen. Ich ignorierte den dramatischen Auftritt und versuchte noch zu retten, was zu retten war. Die Schokolade war natürlich völlig verbrannt und ich konnte alles wegschmeißen. Meine Lieblingsschüssel konnte ich aber noch retten. Positiv bei der ganzen Sache ist, dass ich mit meiner Aktion wenigstens meine Oma und meinen Bruder zum Lachen bringen konnte. Trotzdem sitze ich nun hier, rieche wie ein Hund, der sich im Kamin gewälzt hat, und beichte, dass ich mit 21 Jahren nicht in der Lage bin, Schokolade zu schmelzen und nicht auf den Trichter komme, Schokolade vielleicht besser nicht fünf Minuten lang in der Mikrowelle brutzeln zu lassen. Naja - Liebe macht bekanntlich dumm.

Beichthaus.com Beichte #00035951 vom 17.06.2015 um 20:22:48 Uhr (9 Kommentare).

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Acht Jahre lang eine Sexbombe

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Lügen Falschheit Selbstsucht Internet

Ich möchte hiermit beichten, dass ich und meine beste Freundin einen Typen aus dem Internet mal acht Jahre lang verarscht haben. Alles fing ganz harmlos an - sie und ich (damals noch 12 und 14) entdeckten den Knuddels-Chat. Ich meldete sie dort an, da ich schon länger dort aktiv war, und zeigte ihr, wie alles funktionierte. Irgendwann kamen wir auf die Idee - wie wahrscheinlich jeder in seiner Chat-Karriere - uns ein Sexbomben-mäßiges Profil anzulegen und damit Typen zu verarschen. Wir suchten uns also das Profilbild einer megageilen Schnecke, gaben uns als 17 aus und taten so, als wären wir ein megageiles Partyluder, das sich gern von verschiedenen Typen flachlegen lässt. Wo der Witz dabei war? Keine Ahnung, wir fanden das damals lustig. Wir wollten nur ein bisschen mit ihnen schreiben und dann offline gehen. Anfangs war es noch relativ harmlos - wir saßen beide zu zweit kichernd vor dem PC und chatteten da mit ein paar Typen rum. Hauptsächlich chattete meine beste Freundin - sie schrieb irgendwann ein 16-jähriger Typ ziemlich flirty an. Und dann fing es an. Zuerst schrieben beide nur in Knuddels miteinander und meine beste Freundin hatte es noch ziemlich raus, die Rolle des versauten Partymäuschens aufrechtzuerhalten. Irgendwann tauschten beide ICQ-Nummern aus und so schrieben beide täglich in ICQ ein paar Stunden und lernten sich langsam wirklich kennen. Meine beste Freundin war damals für ihre 12 bzw. 13 Jahre schon überdurchschnittlich reif und erwachsen und dem Typen fiel es überhaupt nicht auf, dass sie viel jünger war als er. Ich hielt den Kontakt noch für harmlos - und anfangs war auch nichts geflunkert, außer dem falschen Profilbild und dem falschen Alter.

Und dann ging es los - ich schrieb ihn ebenfalls an und stellte mich als die beste Freundin vor. Ich machte mich zwei Jahre älter, nannte ihm aber meinen richtigen Namen. Und dann fingen wir an uns ein ganzes Lügengerüst aufzubauen - angefangen von einer fremden Stadt, in der wir lebten, eine Clique, zu der wir angeblich gehören würden, der "nervige Ex" meiner besten Freundin, der sie immer wieder nerven würde, und so weiter. Es war schäbig, ja. Aber es machte uns saumäßig viel Spaß und wir erfassten damals den Ernst der Lage nicht, da der Kontakt noch ziemlich oberflächlich war. Irgendwann mussten wir uns sämtliche Dinge und Erlebnisse aufschreiben, die wir ihm erzählten und uns, wenn wir unabhängig voneinander mit ihm geschrieben haben, Bericht erstatten, damit er keinen Verdacht schöpfte. Wie es aber so ist, wenn man mit jemandem jeden Tag ca. drei Stunden schreibt, wurden die Gespräche zwischen meiner besten Freundin und dem Typen immer tiefgründiger - immer ein wenig mehr. So verging ein Jahr, in dem sie dauernd mit ihm schrieb. Zwischen ihnen hatte sich eine richtige Chat-Freundschaft entwickelt. Ich schrieb auch des Öfteren mit ihm und unser Lügengerüst baute sich immer weiter auf - wir erzählten, dass wir zusammen in Amerika waren, dass ich nun einen Freund hätte, dass sie schwanger von ihrem Ex wäre. Mittlerweile war alles was wir ihm erzählten, erstunken und erlogen und ein riesiges Wirrwarr aus Lügen und Verarsche.

Noch ein Jahr verging - ich war mittlerweile 16 und meine beste Freundin 14. Sie schrieb immer noch mit ihm und da fing es nach und nach an, dass er vor ihr seine Maske fallen ließ und wir mehr erfuhren. Er schüttete ihr sein ganzes Herz aus. Um es kurz zu machen, er war echt eine extrem arme Sau und hatte ein richtig beschissenes Leben hinter sich: Die Eltern Alkoholiker, Drogensucht, massive Aggressionsprobleme - aber er gab nach außen hin immer den harten Kämpfer und ein wenig Macho, aber innerlich sah es wohl oft anders aus. Da haben wir uns schon mal scheiße gefühlt. Meine beste Freundin nahm sich vor, den Kontakt abzubrechen, aber immer wenn ihr langweilig war, schaltete sie wieder ICQ an und tischte ihm weitere Lügen auf. Irgendwann telefonierten wir dann mit ihm und erzählten ihm irgendeinen Quatsch von wegen dass wir zusammen in Arizona wären und so einen Kram. Er hat uns das ernsthaft abgekauft - und dabei war er überdurchschnittlich intelligent und sehr selbstbewusst, und vor allem kein Mensch, der vertraut. Außerdem erfand sie eine kleine Schwester seiner Traumfrau und schrieb mit ihm ebenfalls unter diesem Namen.

Dann gab es eine Phase, in der meine beste Freundin erkrankte und in der Zeit sehr viel mit ihm schrieb. Und es kam, wie es kommen musste - als sie dann 15 war, und ich fast 17, gestand er ihr, dass er sich total in sie verliebt hätte. Er hätte solche Gefühle noch nie für eine Frau empfunden, er sei sich sicher, sie sei diejenige, auf die er sein ganzes Leben gewartet hätte. Sie wäre so anders als alle anderen Frauen, die er kennen würde, und es sei auch nicht schlimm, dass sie ein Kind hätte, er würde sich freuen. Und er wüsste, dass es ihr genauso geht. Da saßen wir nun in unserem Dilemma, das wir angerichtet hatten. Wir entschieden uns für die Notbremse. Wir logen ein letztes Mal. Und zwar erzählte sie ihm, sie wolle ein Jahr in die USA auswandern und bräuchte Abstand von allem und jedem. Er war am Boden zerstört. Und sie löschte ICQ von ihrem PC und bemühte sich, nicht mehr in den Chat zu gehen.

Leider war ich noch regelmäßig in ICQ online und dachte nicht daran, dass er mich ja noch auf seiner Liste hatte. Sofort als ich online kam, fiel er über mich her: Wie es ihr in den USA geht, was sie macht, ob sie klarkommt etc. Er wollte ihr sogar Geld schicken, als ich unbedacht den Verdacht äußerte, sie würde gerade so über die Runden kommen. Er meinte es ernst - er sagte, er will zu mir nach "Berlin" kommen, bei mir übernachten und dann mit mir in dem Flieger in die USA reisen, sein Erspartes hätte er schon abgehoben. Ich schob extrem Panik und rief meine beste Freundin an. Sie versprach, es mit mir zusammen zu regeln. Letztendlich steckten wir in der nächsten Lüge. Ich sagte zu ihm, ich würde demnächst zu ihr fahren, sie besuchen und ihm dann Bericht erstatten.

Ja, die Chance hätte ich ergreifen müssen und danach einfach nicht mehr online gehen sollen, aber ich konnte nicht - ich erzählte ihm von unseren angeblichen Erlebnissen in den USA und von ihrem Kind, von ihr, von meinem Freund. Und notgedrungen erzählte er mir von seinen ganzen Sorgen, wie sehr er sie vermisse, dass er mit keiner anderen Frau mehr eine Beziehung eingehen könnte, weil er sie unbedingt sehen muss. Als ich 17 war, bekam ich einige sehr große Probleme in meinem Leben und ging überhaupt nicht mehr in ICQ online. Meine beste Freundin allerdings ging dann wieder ab und zu online - nach genau einem Jahr teilte sie ihm dann mit, dass sie wieder da wäre und das Spiel ging von vorne los. Als mit 18 bei mir dann wieder alles einigermaßen in Ordnung war, schrieb ich ebenfalls wieder mit ihm. Er war immer noch sehr verknallt und wollte nun unbedingt, dass wir beide ihn besuchen kämen. Er würde alles arrangieren und hätte schon ewig drüber nachgedacht, in seinen Wagen zu springen und zu ihr zu fahren, nur um ihr nahe zu sein.

Keine Ahnung, wie wir es gemacht haben, und es klingt unglaublich - aber der Typ hatte kurz darauf eine Menge mit seiner Arbeit zu tun und war ständig auf Montage. Meine beste Freundin und ich ergriffen die Chance- und der Kontakt verlief unglaublicherweise ein wenig im Sand und ein halbes Jahr später dachten wir nicht mehr wirklich an ihn. Unser Gewissen hat uns zu dieser Zeit extrem aufgefressen. Es tat uns unwahrscheinlich leid um den armen Kerl, der uns seine Gefühlswelt offenbart hat, auf der wir rumgetrampelt sind, indem wir ihm Lüge um Lüge über unser angebliches Leben auftischten, bloß weil uns zwei kleinen Mädchen langweilig war.

Beichthaus.com Beichte #00035950 vom 17.06.2015 um 03:37:28 Uhr (15 Kommentare).

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“Beichte

Mein Leben als Scheidungskind

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Gewalt Eifersucht Neid Kinder Familie

Ich (w) habe vor vielen Jahren, im Alter von acht Jahren, ein etwas jüngeres Mädchen grün und blau geprügelt. Kurz nach meinem achten Geburtstag verließ mein Vater meine Mutter. Die Ehe war schon seit längerer Zeit kaputt, wir wohnten aber zusammen und er war mir immer ein guter und liebevoller Vater. Doch dann verliebte er sich neu. Er war während der Ehekrise mehrfach in ein Bordell gegangen und sie hatte dort gearbeitet. Sie zogen dann schnell zusammen und sie hatte eine damals siebenjährige Tochter. Meine Mutter, obwohl sie ebenfalls schon lange keine Gefühle mehr gehabt hatte, war zutiefst beleidigt. Obwohl er nur vier Straßen weiter wohnte, durfte ich ihn nicht sehen. Es musste erst gerichtlich geklärt werden. Ich durfte nur alle 14 Tage hin, vermisste ihn total und er mich auch. In der Zwischenzeit sperrte mich meine Mutter entweder ein oder ich war draußen ständig in Beobachtung, damit ich nicht zu ihm ging. Doch noch schlimmer war für mich, dass die Tochter der neuen Frau an seiner Seite nicht nur jeden Tag mit ihm verbringen konnte, sondern auch an den 14-Tage-Besuchen immer überall mit von der Partie war. Mein Vater erklärte mir: "Schau, Silvia hat nie einen Papa gehabt, das verstehst du doch." Sie klammerte wie ein Affe an ihm und stieß mich nicht nur wörtlich genommen sofort zur Seite, wenn er in der Nähe war. Nichts konnte ich mit ihm alleine machen.


Mir ging es damals so schlecht, dass ich einmal sogar überlegte, lieber tot sein zu wollen. Doch diese Verzweiflung wandelte sich in Wut um und in einem unbeobachteten Moment bei einem Wochenendbesuch schlug ich Silvia mit all der kindlichen Energie, die ich hatte, grün und blau. Ich weiß auch noch, dass ich dabei immer nur Hurenkind, Hurenkind, Hurenkind brüllte. Das Wort Hure hörte ich von meiner Mutter oft genug. Ich verbot ihr danach, die Geschichte zu petzen. Sie kam trotzdem raus. Es gab von meinem Vater keinen Ärger, er war nur ganz erschrocken. Er wusste ja, dass es mir alles andere als gut ging. Ich erzählte das ganze Ausmaß der psychischen Quälereien durch meine Mutter, denn sie hatte mir zuvor immer untersagt, meinem Vater davon zu erzählen. Wir gingen zum Jugendamt und ich machte endlich deutlich, dass ich bei meiner Mutter nicht leben möchte. Ich zog zu meinem Vater. Es war anfangs nicht leicht zwischen mir und Silvia - meine Stiefmutter hingegen war immer sehr nett zu mir. Doch wir rafften uns zusammen. Heute kann ich gar nicht mehr ohne Silvia und meinen kleinen Bruder Martin, der ein paar Jahre später geboren wurde. Nicht nur Geschwister, sondern beste Freunde. Zu meiner Mutter habe ich nach den Vorfällen keinen Kontakt mehr gehabt. Ich möchte es auch nicht. Sie hat neu geheiratet und von alten Freunden weiß ich, dass ihr Ehemann unter ihrer krankhaften Eifersucht sehr zu leiden hat.

Beichthaus.com Beichte #00035926 vom 14.06.2015 um 13:19:45 Uhr (9 Kommentare).

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Der Mann, der unsere Familie zerstörte

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Hass Zorn Boshaftigkeit Familie

Ich hasse meinen Vater und den neuen Freund meiner Mum über alles. Ich wünsche mir, dass beide in die Hölle kommen und dass ihnen das Karma eines Tages derart ins Gesicht schlagen wird. Mein Vater hasst meine Mutter, da sie sich für ihren neuen Freund von ihm trennte. Wir mussten dann umziehen. Er versucht alles, damit es ihr schlecht geht und zögert die Scheidung seit fünf Jahren heraus. Außerdem erzählt er beim Anwalt immer Unwahrheiten über sie und hat sie schon für ausgedachte Sachen angezeigt. Als ich ihm 2011 erzählte, ich würde auf eine private Wirtschaftsschule wechseln, da ich in der Realschule wegen Mathe durchfallen würde und in der staatlichen schon alle Plätze besetzt waren, bekam ich keine Unterstützung von ihm. Früher hat er mir immer geholfen und war auch für mich da, als ich ihm erzählte, dass ich gemobbt wurde.


Aber er meinte nur "Aha? Das kann dann alles deine Mutter bezahlen. So ist das nun einmal." Obwohl er nicht arm war, im Gegenteil. Meine Mutter, mein Bruder und ich wohnten damals im alten Haus mit den Großeltern und wir hatten nicht viel - sie hat alles gerade so zahlen können. Dann sind wir später zu ihrem neuen Freund gezogen. Dieser war das erste Jahr sehr nett, änderte sich aber sehr schnell. Er trinkt viel, sagt ihr andauernd, dass er sie nicht mehr liebt, ist jeden Abend am Stammtisch und hat sie sogar schon mal geschlagen und betrogen! Er hat unsere Familie zerstört und will uns jetzt anscheinend wieder loswerden. Ich beichte, dass ich mir schon oft gewünscht habe, dass beide einfach nur sterben. Ich habe meinen Vater früher sehr gerne gemocht, aber er ist nicht mehr derselbe. Da ist nur noch Hass. Ich habe seit drei Jahren kein Wort mehr mit ihm geredet und leide sehr darunter. Ich vermisse oft sein altes Ich. Aber wir werden uns nie mehr vertragen. Es ist zu viel passiert. Ich werde erst damit abschließen können, wenn er eines Tages stirbt.

Beichthaus.com Beichte #00035924 vom 14.06.2015 um 00:13:26 Uhr (11 Kommentare).

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Die Zivilcourage eines Kiffers

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Waghalsigkeit Drogen Polizei

Ich (w/29) möchte heute beichten, dass ich als 17-Jährige in einer verrückten und waghalsigen Situation die Polizei zur Hilfe gerufen habe, obwohl das mehr als dämlich war. Aber ganz von vorne: Ich lebe in einer ruhigen gutbürgerlichen Ecke einer Großstadt - familienfreundlich, viel Grün, sauber. Doch fährt man die Straße 10 Minuten weiter, eröffnet sich sozusagen eine andere Welt. Es ist der benachbarte Ort, einer der schlimmsten und berüchtigtsten in dieser Stadt, war sogar bundesweit in den Schlagzeilen. Es ist dreckig, kriminell und gefährlich. Doch ich, das anständige Mädel, das brav sein Abitur machte und fleißig lernte, habe dort meine Freizeit verbracht und bin damals auch gelegentlich hingefahren, um etwas zum Rauchen zu kaufen. Eines Abends habe ich mich mit meiner besten Freundin getroffen, wir haben gemeinsam etwas getrunken, gequatscht und beschlossen, mit dem Bus in den "bösen Stadtteil" zu fahren und etwas zu kaufen, bevor wir dann in die Innenstadt gehen und mit den anderen losziehen.


Wir sind in den Bus gestiegen und alles lief wie geplant. Wir haben dann, bevor wir den Bus zurückgenommen haben, noch schnell einen gedreht und in einer Ecke nahe der Haltestelle geraucht. Bereits da fiel mir ein Mann auf, der ca. 30 Meter weiter bereits an der Bushaltestelle stand. Er war offensichtlich betrunken, hatte eine Bierflasche in der Hand und pöbelte die dort stehenden Leute an. Er fluchte laut und schüchterte die Leute total ein. Alle schauten weg, doch er ließ nicht locker. Er schrie rum, fuchtelte mit der Flasche und ging auf die Leute zu. Der Bus kam, alle stiegen ein und er natürlich, plötzlich mit Fahrrad, auch. Im Bus belästigte er weiter die Leute. Meine Freundin und ich saßen im hinteren Teil und hatten alles im Blick, mischten uns aber nicht ein. Ich muss dazu sagen, dass wir beide zwischenzeitlich ziemlich high waren. Der Mann war aber eine Gefahr, lief im Bus rum, setzte sich neben Frauen und redete aggressiv wirres Zeug. Keiner sagte etwas, der Busfahrer schaute weg.


Ich sah meine Freundin an und sagte ihr: "Ich rufe jetzt die Polizei." Sie schaute mich irritiert an: "Du kannst doch jetzt nicht die Polizei anrufen. Wir sind beide total dicht, haben knallrote Augen und die Taschen voller Gras!" Dann aber fand sie die Idee irgendwann doch gut und ich wählte die 110. Ich erklärte dem Beamten die Sachlage, dass Fahrgäste massiv belästigt werden und er völlig betrunken und unberechenbar ist. Ich teilte natürlich dann mit, dass wir in einem fahrenden Bus sitzen und er fragte mich noch, an welcher Haltestelle wir uns gerade befinden. Dann sagte der nette Beamte, dass sie sich darum kümmern und legte auf. So langsam begriff ich, was ich getan hatte, fragte mich aber noch, was die Polizei vorhat.


Keine 15 Minuten später hörte ich eine Polizeisirene, die immer lauter wurde, und dachte mir nichts weiter dabei. Es war wie im Film: Der Bus blieb plötzlich stehen, vor ihm ein Streifenwagen. Drei stämmige Beamte stürmen in den Bus. Der Busfahrer hat vielleicht geguckt. Ich, im hinteren Abteil sitzend, winke hackedicht die Beamten herbei. Meine Freundin war erstarrt und hat nichts gesagt. Einer der Polizisten fragt uns, was los war, während sich die anderen zwei den Besoffski zur Brust genommen haben. Ich plauderte drauf los, wie wichtig Zivilcourage ist, dass man hinsehen muss und so weiter. Der Beamte sagte daraufhin: "Wenn doch ein paar mehr Bürger so wären, hätten wir weniger Sorgen", wünschte noch einen schönen Abend, lächelte, gab mir meinen Ausweis wieder und ging zu den anderen. Die drei Polizisten beförderten die Schnapsdrossel, die nun in allen möglichen Sprachen rumfluchte, samt Fahrrad nach draußen und zerrten ihn in den Wagen. Der Bus fuhr kurz darauf weiter und es war Ruhe. Die hatte ich mir auch ganz mutig erkämpft! Mit mehr Glück als Verstand!

Beichthaus.com Beichte #00035907 vom 11.06.2015 um 22:39:50 Uhr (7 Kommentare).

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