Meine unerträglichen Mitbewohnerinnen
Beichthaus.com Beichte #00031559 vom 05.07.2013 um 10:44:33 Uhr (35 Kommentare).
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Aggression Begehrlichkeit Betrug Boshaftigkeit Diebstahl Drogen Dummheit Ehebruch Eifersucht Eitelkeit Ekel Engherzigkeit Falschheit Faulheit Feigheit Fetisch Fremdgehen Geiz Gewalt Habgier Hass Hochmut Ignoranz Lügen Manie Maßlosigkeit Masturbation Missbrauch Misstrauen Morallosigkeit Mord Neid Neugier Peinlichkeit Prostitution Rache Schamlosigkeit Selbstsucht Selbstverletzung Sex Stolz Sucht Trägheit Trunksucht Ungerechtigkeit Unglaube Unreinlichkeit Vandalismus Verrat Verschwendung Verzweiflung Völlerei Vorurteile Waghalsigkeit Wollust Zorn Zwang Zwietracht
Die Eine hat einen kapitalen Putzfimmel und macht ständig Stress, wenn ihrer Meinung nach irgendetwas schmutzig ist. Dann dürfen wir anderen uns anhören, wir wären viel zu doof zum Putzen und daher absolut lebensunfähig. Mit Putzfimmel meine ich übrigens, dass eine Fläche, die nicht glänzt und klinisch steril ist, als dreckig angesehen wird. Vor allem im Bad. Wehe, irgendwo liegt auch nur eine Wimper, dann bekommt sie halbe Ekel- und Kreischanfälle. Das ist leider kein Witz. Die Andere ist eine verzogene Göre, deren Launen so schnell umschlagen, wie das Wetter. Ständig bringt sie irgendwelche Typen mit in die WG, die aussehen, als könnten sie nicht bis drei zählen. Dann geht sie meistens mit ihnen ins Bett und klingt dabei wie ein durchgeknallter Feuermelder. Die ganze Nacht geht das dann so.
Mindestens einmal pro Woche befriedigt sie sich auch selber, ohne dass ein Typ da ist. Dabei hat sie zwar ihr Organ ein wenig mehr unter Kontrolle, aber man hört es immer noch. Logischerweise ist es sehr ablenkend, wenn man etwas zu tun hat. Am Anfang fand ich es ja, zugegebenermaßen, ziemlich geil, wenn sie es sich besorgt hat, aber mittlerweile nervt es. Wenn man sie darauf anspricht, ob das auch leiser geht, bekommt man eine pampige Antwort, die immer in die Richtung abzielt, dass man ja zu verklemmt für diese Welt sei. Und dass man am besten direkt ins Kloster gehen sollte, wenn man noch nie etwas von Selbstbefriedigung gehört hat. Am Schlimmsten ist es, wenn sich die beiden Weiber in der Wolle haben. Da werden dann keine Gefangenen gemacht, was die Lautstärke oder die Beleidigungen angeht. Wenn man dann beruhigend eingreifen will, zieht man sich selbst den Hass der Beiden zu. Zwei Tage später tun sie dann aber wieder so, als wären sie die besten Freundinnen.
Um das Ganze für mich etwas erträglicher zu gestalten, bin ich dazu übergegangen, ihnen harmlose kleine Streiche zu spielen. Wenn Madame Feuermelder zum Beispiel wieder einmal die ganze Nacht lang rücksichtslos durch die Wohnung geschrien hat, wirkt manchmal etwas Chilisaft in einem ihrer Tangas Wunder. Hagebuttenextrakt geht übrigens auch. Danach befürchtet sie immer direkt Geschlechtskrankheiten. Gegen den Putzfimmel hilft etwas Aluminiumoxid auf dem Mikrofasertuch und den Staubsaugerbürsten. Das gibt richtig schöne graue Schlieren, vor allem auf glatten Oberflächen. Je mehr man versucht, das Ganze wegzuputzen, desto schlimmer wird es. Wenn die Beiden dann jeweils auf ihrem Zimmer sind, und mit sich und der Welt hadern, herrscht die schönste, angenehme Ruhe in der WG.