Mein Online-Doppelleben

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Falschheit Morallosigkeit Sucht Feigheit Internet Drochtersen-Assel

Ich bin im mittleren Alter und habe seit mehreren Jahren eine feste Freundin. Wir wohnen zusammen und aktuell wünscht sie sich Kinder und die Hochzeit. Wenn sie wüsste, was mit mir in Wahrheit los ist, würde sie wahrscheinlich schreiend weglaufen. Während unserer Beziehung habe ich mich wiederholt in verschiedenen sozialen Netzwerken angemeldet. Dort habe ich Frauen kennengelernt und mit ihnen geflirtet. Manche haben sich dabei in mich verliebt - zumindest haben sie das gesagt - doch das war mir egal. Wenn es mir zu kompliziert, zu anstrengend oder einfach zu langweilig geworden ist, habe ich mich einfach nicht mehr gemeldet. Das gilt übrigens auch, wenn die Frauen mehr wollten, als im Internet zu schreiben - ich habe nur ein einziges Mal telefoniert und mich auch niemals mit jemandem getroffen. Denn alles, was online passiert, ist für mich nur so eine Art Spiel, das man jederzeit beenden kann. Mittlerweile habe ich erkannt, dass ich süchtig danach bin. Ich lösche meine Profile regelmäßig, weil ich mich schlecht fühle, aber dann mache ich doch wieder weiter und melde mich nach kurzer Zeit wieder irgendwo an. Ich brauche die Bestätigung, den Spaß und die Abwechslung sowie den erotischen Kick, weil mir das alles in meiner Beziehung fehlt. Ich will beichten, dass ich schon viele Frauen schamlos ausgenutzt habe, um mir zu holen, was mir in meiner Beziehung fehlt, und dass ich zu feige bin, um mit meiner Freundin darüber zu reden.

Beichthaus.com Beichte #00033181 vom 01.05.2014 um 19:34:47 Uhr in Drochtersen-Assel (5 Kommentare).

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Die Geschichten der Vermissten

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Verzweiflung Kinder

Ich (w/19) habe mich quasi freiwillig in eine depressive Phase gestürzt. Es fing damit an, dass ich einen Artikel über das vermisste Mädchen Maddie las, angeblich wären neue Hinweise aufgetaucht. Daraufhin recherchierte ich weiter im Internet und fand auch noch eine App, wo man Steckbriefe vermisster Menschen einsehen kann und die dazugehörige Geschichte. Ich bin nicht davon losgekommen, gleichzeitig macht es mich aber auch fertig, Interviews der verzweifelten Eltern zu lesen, die nach zehn Jahren immer noch nicht wissen, was mit ihren Kindern passiert ist. Aber auch Fälle von misshandelten Kinderleichen, die gefunden wurden aber nicht mit einem Täter in Zusammenhang gebracht werden können. Zu wissen, was für schlimme, grausame Dinge das Kind durchstehen musste, um dann irgendwo im Wald verscharrt zu werden. Wie kann man anderen Menschen und vor allem Kindern so etwas antun? Jemanden aus tiefster Verzweiflung weinen und schreien zu sehen ist doch so unerträglich, wie kann man sich daran noch ergötzen? Mir gehen die Bilder der Menschen nicht aus dem Kopf und das dazugehörige Leid, das übrig bleibt. Gleichzeitig verachte ich auch die Menschheit - wie kann man zu so einem Monster werden? Ich möchte also beichten, dass ich mich freiwillig mit Dingen konfrontiere, mit denen ich nicht umgehen kann, es aber auch nicht lassen kann.

Beichthaus.com Beichte #00033157 vom 29.04.2014 um 10:18:09 Uhr (12 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Der Bücherwurm

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Manie Zwang Sucht

Ich (m/18) habe ein recht unscheinbares Problem. Jedenfalls dachte ich das bisher. Und zwar bin ich süchtig nach Büchern. Ich lese so gut wie alles und überall stapeln sich mittlerweile meine Bücher. Ich habe eine recht große Wohnung und überall stehen Regale, die schon überquellen. Das Ganze fing bereits im Kindergarten-Alter an. Ich habe mir damals selbst das Lesen beigebracht und später auch den anderen Kindern vorgelesen. In der Grundschule war ich immer außen vor, ich musste nie Leseübungen machen. Wozu auch? Ich konnte ja alles schon. Später habe ich auch nie lange in einem Sportverein durchgehalten, ich hatte nie Lust dazu und wollte lieber weiter lesen. Ich lese ein Buch meist an zwei Tagen durch und fange dann gleich das Nächste an. Durch mein Gelese habe ich außerdem ein recht großes Allgemeinwissen, was mir erst vor zwei Jahren in der Schule bewusst wurde, als ich nebenbei ein Kreuzworträtsel fertig hatte, während die anderen keine fünf Wörter gefunden haben. Das soll jetzt nicht angeberisch klingen, aber so war es nun einmal.


So weit, so gut. Nun zu meinem hauptsächlichen Problem: Aufgrund der Anzahl der Bücher sieht es nie ordentlich aus. Es sind einfach zu viele geworden und ich kann sie auch nicht wegschmeißen, denn ich lese sie wirklich noch. Verkaufen lohnt sich auch nicht, denn die 50 Cent, die man auf dem Flohmarkt maximal bekommt, sind mir viel zu wenig - außerdem würde ich von dem Geld gleich wieder Neue anschaffen, vermutlich auf dem gleichen Flohmarkt. Häufig nehme ich auch welche mit, wenn Verwandte wieder ihr Regal aussortieren oder es solche Grabbelkisten irgendwo gibt. Ich kann nie ein Mädchen zu mir einladen, treffe mich lieber immer draußen oder bei ihnen. Ich habe keinen Ort mehr, wo kein Buch liegt und das stört mich einfach. Ich würde gerne etwas ändern, weiß aber nicht, wie ich das machen soll.

Beichthaus.com Beichte #00033007 vom 06.04.2014 um 13:41:19 Uhr (32 Kommentare).

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Zahlung eines Strafzettels

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Betrug Faulheit Morallosigkeit Selbstsucht Auto & Co.

Ich (m/20) parke morgens immer im abgelegenen Industriegebiet - auf Parkplätzen, die eigentlich keine sind, weil in der Nähe unser Bahnhof liegt und ich in die etwas entfernte Großstadt muss. Das mache ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit, genau wie ungefähr 30 andere Personen. Als ich letztens wieder kam, hatte ich tatsächlich einen Strafzettel an der Scheibe, genau wie die fünf Personen vor und hinter mir. In der Tat steht in der Nähe ein Schild, das darauf hinweist, dass wir uns im absoluten Park- und Halteverbot befinden, welches mir zuvor wirklich noch nie aufgefallen ist. Allerdings nur, wenn man seitlich zur Straße steht, auf dem Grünstreifen ist es scheinbar in Ordnung. Während ich mich tierisch über den Strafzettel aufregte, mir den Zettel dann jedoch das erste Mal wirklich genau ansah, kam mir plötzlich eine Idee. Ich ging zu dem ersten Auto, welches zwar auf dem Grünstreifen stand, jedoch auch direkt neben dem Schild war. Das Auto hatte natürlich keinen Strafzettel, da die "verbotene" Zone direkt vor ihm endete. Allerdings klemmte ich ihm einfach meinen Strafzettel hinter die Scheibe, nachdem ich ihn mir einmal abfotografiert habe. Mir fiel nämlich auf, dass ich selbst immer, nachdem ich einen Strafzettel in der Vergangenheit bekam, nie geschaut habe, ob tatsächlich mein Kennzeichen dort steht.


Ich erhoffte mir, dass diese Person eventuell genau so ist und dann meinen Strafzettel zahlt. Und siehe da - als ich eine Woche später beim zuständigen Amt anrief und log, dass ich ein Geschäftsauto fahren und das zuständige Büro die Strafzettel zahlen würde, sagte man mir, dass bereits eine Überweisung eingegangen sei. Ich beichte also, dass ich nicht daran denke, irgendwo anders zu parken, da die Parkplätze auf dem Grünstreifen eh morgens ab sechs Uhr alle belegt sind und ich viel zu faul bin, mir einen anderen Parkplatz zu suchen. Zweimal hat der Trick bereits wieder geklappt, nur einmal bekam ich nach ein paar Wochen einen Brief nach Hause, dass die Zahlung noch offen steht. Ich lasse mir also von anderen Leuten meinen Strafzettel bezahlen und bitte um Absolution, da mir die Leute doch ein bisschen leidtun.

Beichthaus.com Beichte #00033005 vom 06.04.2014 um 10:48:16 Uhr (11 Kommentare).

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Die erste Liebe

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Verzweiflung Ungerechtigkeit Feigheit Lügen Unfall

Ich lernte meinen ersten Freund mit 14 Jahren kennen. Leider kam er aus sehr zerrütteten Verhältnissen und wurde als Kind nicht nur missachtet, sondern auch geschlagen und genötigt. Deshalb versuchte ich immer, ein Vorbild für ihn zu sein â€â€œ ich half ihm, wo ich nur kann, auch wenn ich ihm dafür Lebensmittel zukommen lassen musste oder Ähnliches. Aber seine psychischen Probleme zeigten sich trotzdem immer wieder, was ich auch oft selbst zu spüren bekam. Trotzdem war er ein liebevoller und intelligenter Junge, der mein Leben wirklich bereicherte, und für den meine Gefühle im Laufe der Jahre immer stärker wurden. Mit 16 hatten wir dann das erste Mal Sex, während ich gleichzeitig versuchte, ihn von seinem alten Bekanntenkreis zu lösen, damit er die Kraft finden konnte, den Realschulabschluss nachzuholen - wobei das nur phasenweise gut ging. Das hat dann natürlich auch mich frustriert, da ich selbst noch zur Schule ging und ihm einfach nicht richtig helfen konnte. So ging das dann ein Jahr weiter, bis ich kurz vor dem Abitur stand und irgendwann bemerkte, dass meine Periode überfällig war. Ich wollte mir einreden, dass sie sich nur etwas verspäten würde, bis ich mich dann dazu zwang, einen Schwangerschaftstest zu machen, der leider auch positiv ausfiel. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was in diesem Moment in mir vorging. Ich holte mir noch einen Test, aber das Ergebnis änderte sich nicht - auch wenn schnell feststand, dass ich das Baby nicht bekommen würde. Mein Freund stimmte dem auch zu, da wir beide noch Schüler waren und meine Eltern uns bei so einer Nachricht bestimmt auch nicht unterstützt hätten. Wir hätten dem Kind also absolut nichts bieten können, deshalb war es die einzige Lösung in dieser Situation.

Wir gingen dann zu Pro Familia, wo man mir zwei Tage Bedenkzeit gab, ehe ein Termin gefunden wurde. Der Eingriff verlief gut, und mein Freund wich mir nicht von der Seite, aber trotzdem war nichts mehr wie vorher. So ein Eingriff nagt extrem an einem. Ich kapselte mich ab und fühlte mich einfach nur schrecklich. In der Schule lief es bei mir absolut nicht gut und mein damaliger Freund hatte zwar mittlerweile seinen Realschulabschluss, machte aber keinerlei Anstalten, sich eine Ausbildung oder Arbeit zu suchen. Mir war es wirklich vollkommen egal, welchen Beruf er ausübte, solange er irgendwas tut - was er aber nicht tat. Ich fragte mich immer mehr, welchen Sinn unsere Beziehung noch hat, versuchte aber dennoch ihm zu helfen. Er schrieb dann ein, zwei Bewerbungen und nachdem er Absagen erhielt, hörte er auch damit auf. Aber irgendwann hatte auch ich keine Lust mehr - ich gab ihm Liebe, Zuneigung und Perspektiven, aber es half dennoch nichts, obwohl ich zu ihm stand. Irgendwann sah ich dann keinen Ausweg mehr und wir trennten uns einige Monate nach der Abtreibung. Er wollte das jedoch nicht zulassen und tauchte überall auf, um mich zu sehen, was es mir unheimlich schwer machte, das Ganze endgültig zu beenden, schließlich liebte ich ihn aufrichtig. Er gab sich Mühe, und ein Jahr später hatte er eine Ausbildung, während ich mein Abitur gemacht hatte. Aus unserer Freundschaft wurde dann wieder eine Liebe - wir waren älter und reifer geworden und hatten unser Leben im Griff. Ich war wirklich überglücklich, irgendwann redete er sogar von einer Hochzeit und der Zukunft.

Irgendwie schien es, als könnte es tatsächlich klappen. Aber das Leben ist unberechenbar und unsere Träume zerplatzen wie eine Seifenblase, als er kurz darauf in einen schrecklichen Autounfall verwickelt wurde. Ich kann nicht anders, als es kurz zu machen: Das Auto, in welchem er saß, kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich mehrmals. Mein Freund wurde so stark verletzt, dass er nach drei Tagen im Krankenhaus verstarb. Damals, mit 18 Jahren, verlor ich alles. Meinen besten und einzigen Freund, meine Liebe, meine Zukunft. Ich kann diese Schmerzen mit einem Wort beschreiben. Meine Eltern zwangen mich dann irgendwann in eine Therapie. Ich aß nicht, ich weinte nicht, ich war auch nicht mehr fähig, etwas zu spüren. Für meine Therapeutin empfand ich nur Hass - sie verstand einfach gar nichts. Aber irgendwann meldete ich mich an der Uni an, weil ich wusste, dass es weitergehen muss. Die Therapeutin log ich an, und inzwischen sind vier Jahre vergangen. Ich bin 22 Jahre alt und inzwischen wieder in einer Beziehung. Mein Freund (27) ist wirklich lieb und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte keine Gefühle für ihn. Aber ich war bis jetzt nicht fähig, ihm etwas über meine erste Liebe zu erzählen. Er weiß auch nichts von meiner Abtreibung, nichts von seinem Tod, nichts von meiner innerlichen Verzweiflung. Es tut mir leid, dass ich irgendwo in mir drin immer diesen einen Jungen lieben werde, der so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde und meinem Freund deshalb nie die Liebe geben kann, die er von mir erwartet.

Beichthaus.com Beichte #00032986 vom 02.04.2014 um 23:11:31 Uhr (19 Kommentare).

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