Ausraster im Baumarkt

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Aggression Zorn Peinlichkeit Shopping Neumünster

Ich (m/21) war vor circa 4 Monaten bei einem Baumarkt Faserkitt kaufen. An der Kasse stand hinter mir eine alte Frau in Designer-Klamotten, die einen Wagen für Holzplatten vor sich herschob, wo nur ein Paar Türgriffe drauflagen. Sie ist mir dreimal mit der unteren Kante des Wagens in die Hacken gefahren und ich hatte das Gefühl, sie macht das mit Absicht. Beim vierten Mal habe ich mich umgedreht und sie angebrüllt. Wenn sie mir noch einmal in die Hacken fährt, dann haue ich ihr hier mitten im Laden und vor versammelter Mannschaft einen vor den Koffer. Ich war so laut, dass alle sich umdrehten und es unangenehm still wurde. Sogar ein paar Köpfe guckten aus den Gängen hervor, um zu gucken. Die alte Frau hat mich sehr angsterfüllt angeguckt und hat sich mehrfach entschuldigt. Ich hatte das Gefühl, sie würde jeden Moment los weinen. Heute tut sie mir leid, ich hätte ihr das auch ruhig sagen können. Ich bitte um Verzeihung.

Beichthaus.com Beichte #00030282 vom 23.09.2012 um 13:40:04 Uhr in 24536 Neumünster (Kieler Straße 399) (20 Kommentare).

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Der Postbote, der vom Dach des Versandhauses fiel

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Falschheit Lügen Dummheit 50+ Telefon Grafenau

Ich möchte hiermit beichten, dass ich mit circa 13 Jahren mit einem Kumpel den ganzen Tag lang Telefonstreiche gespielt habe. Wir tippten zufällige Nummern ein und redeten völligen Unsinn. Mal waren wir von der geschlossenen Anstalt geflohene Irre, manchmal furzten wir einfach nur so lange in den Hörer, bis aufgelegt wurde. An eine Geschichte erinnere ich mich noch heute: Wir erwischten eine ältere Dame und gaben uns als Postbote aus, welcher ein dringendes Paket vom Quelle-Versand per Nachname übergeben muss. Die Oma stritt immer wieder ab, dass sie etwas bestellt hätte. Es entbrannte ein richtiger Streit und die Beschimpfungen wurden immer heftiger bis schlussendlich aufgelegt wurde.

Drei Minuten danach riefen wir wieder an, diesmal waren wir eine Irrenanstalt, welche sich für den Vorfall gerade eben entschuldigte, da der Postbote, der zuvor anrief, früher mal vom Dach des Quelle Hauses fiel und seitdem geistig verwirrt ist. Die Oma hatte vollstes Verständnis und sprach uns ihr Mitleid aus. Noch heute habe ich ab und zu ein schlechtes Gewissen, wenn ich dran denke, wie die Alte es wohl ihren Tratsch-Freundinnen bei Kaffee und Kuchen erzählt haben muss, ohne zu wissen, dass alles nur erfunden war und völlig umsonst Mitleid mit einer fiktiven Person hatte.

Beichthaus.com Beichte #00030277 vom 20.09.2012 um 07:45:42 Uhr in Grafenau (Rachelweg) (19 Kommentare).

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“Beichte

Harter Dozent

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Faulheit Ignoranz Studentenleben

Ich (m/28) bin wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Uni und neben Forschung auch für die Ausbildung diverser Studenten zuständig. Ich leite eigentlich alles, von Großkursen bis hin zum kleinen Laborpraktikum mit nur 12 oder weniger Teilnehmern. Das macht mir sogar Spaß, auch wenn meine wissenschaftliche Arbeit dadurch zu kurz kommt und das Niveau vieler Studenten sich immer mehr Richtung Gosse entwickelt.
Vor einiger Zeit sollte ich einen ausländischen Studenten betreuen der das reguläre Laborpraktikum scheinbar verschlafen hat aber von meinem wirklich warmherzigen Chef eine zweite Chance bekommen hat. Ich stimmte also meine Arbeit der nächsten zwei Wochen auf diesen Studenten ab. Er erwies sich als nett, neugierig und nicht großartig mehr tollpatschig als alle Studenten seines Semesters. In der zweiten Praktikumswoche fehlte er jedoch zwei Tage unentschuldigt. Daraufhin bin ich zu meinem Chef um ihm zu erklären, dass ich keine zusätzlichen zwei Tage extra für den Studenten aufbringen will, es aber auch nicht einsehe, dass er mit zwei Fehltagen durch den Kurs kommt. Eine Lösung hatte ich auch gleich parat: Am letzten Tag des Praktikums erschien mein Student wieder, jedoch ohne ein Wort der Entschuldigung. Da ich nicht in der Bringschuld war fragte ich auch nicht nach dem Grund seines Fehlens und drückte ihm für jeden der zwei Fehltage einen wissenschaftlichen Artikel in die Hand. Diese sollte er bearbeiten und baldmöglichst vor der versammelten Arbeitsgruppe vortragen.


Was man mir dabei vorwerfen kann? Ich wusste, dass die Artikel für einen Studenten seines Semesters viel zu harte Kost sind. Und ich wusste, dass er den Schein für diesen Kurs dringend braucht, um rechtzeitig seinen Bachelor-Abschluss zu machen. Denn sollte er nach neun Semestern noch immer keinen Abschluss haben, wird er zurück nach Afrika geschickt bzw. abgeschoben. Ich beichte also, dass ich diesem Studenten absichtlich einen großen Stein in den Weg gelegt habe, er sich seitdem nicht blicken lassen hat und ihm mit seinen acht Semester nun langsam die Zeit davon läuft. Eventuell muss ich auch beichten, dass ich es immer wieder so tun würde, da ich es nicht einsehe, dass so viele Studenten denken man könne sich zum Abschluss durchbummeln. Ich habe mir mal sagen lassen, dass ich unter den Studenten als harter Dozent gelte. Ich denke das jedoch nicht. Vielmehr denke ich, dass es den Studenten hierzulande mit ihrer Noteninflation und sinnfreien Studentenprotesten noch viel zu gut geht und sie, anders als Gleichaltrige mit einem regulärem Ausbildungsberuf, keine Ahnung haben was arbeiten bedeutet.

Beichthaus.com Beichte #00030268 vom 16.09.2012 um 22:56:29 Uhr (43 Kommentare).

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Sport-Sucht aus Liebeskummer

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Sucht Manie Sport

Ich (w/20) war im Frühling 2011, wenige Monate vor den Abiprüfungen, zum ersten Mal so richtig heftig verliebt in einen Kerl, der damals auch Abiturient war und außerdem Teil meines Freundeskreises. Er war sich meiner Gefühle bewusst, sie schmeichelten ihm und er machte mir endlos viele Hoffnungen. Ich bin nicht gerade die Mutigste, aber ich hatte mir felsenfest vorgenommen, dass ich ihn fragen würde, ob er sich etwas Ernsteres mit mir vorstellen könnte, sobald wir unser Abi in der Tasche hätten. Meine Aussichten erschienen mir realistisch. Doch einen knappen Monat, bevor es ernst wurde mit den Abschlussprüfungen, hatte er wie aus dem Nichts eine neue Freundin. Das hatte mir dermaßen den Boden unter den Füßen weggerissen, dass ich eine Weile lang völlig kopflos durch die Gegend wandelte, wegen Nichtigkeiten in Tränen ausbrach und meine Mitmenschen in den Wahnsinn trieb. Ich bestand mein Abi, harrte die Abi-Reise, auf der er mit dabei war, regelrecht aus und brach danach den Kontakt zu ihm ab. Darüber geredet habe ich nie mit ihm.


Ich war der Überzeugung, dass meine Figur der Grund ist, warum er mich nicht wollte. Seine Freundin (mit der er übrigens noch zusammen ist), war groß und schlank, ich hingegen klein und pummelig. Auf meine 163 cm wog ich 70 kg. Ich brauchte dringend eine Veränderung. Nach den Sommerferien begann ich ein Praktikum in einem Büro. Aber das interessierte mich gar nicht und die Arbeit war langweilig. Von meinem ersten Lohn leistete ich mir ein sehr teures Fitnesscenter-Abonnement mit allen drum und dran, Fitness, Aerobic, Wellness und Indoor-Cycling. Von dem Moment an bestand mein Leben nur noch aus Sport und Kalorien. Mindestens 5 Mal in der Woche befand ich mich im Center. Ich trainierte gezielt meine Ausdauer, ging regelmäßig in den Kraftraum und nahm mehrmals wöchentlich an Zumba-Kursen teil. Anstatt wie geplant meinen Praktikumslohn für mein Studium zu sparen, verprasste ich mein ganzes Geld in meine Sportausrüstung, die inzwischen ziemlich groß ist. Bald war mir das Center alleine nicht mehr genug, also ging ich draußen laufen, nahm an Mountainbiketouren in Gruppen teil und verabredete mich mit Leuten aus dem Center zum schwimmen. In meiner Manie verlor ich einige, gute Freunde von mir, die sich nicht mehr mit meinem neuen Lebensstil identifizieren konnten. Jetzt, gut ein Jahr später, komme ich langsam wieder zu mir. Inzwischen wiege ich noch 59 kg. Zwar fühle ich mich sehr viel wohler und sehe meine Figur nun nicht mehr als Problem an, aber dennoch bin ich geschockt, wenn ich überlege, wie sehr ich mich in den Sport reingesteigert habe. Manchmal scheint es mir so, als wäre mein Leben die letzten Monate nur so an mir vorbei gezogen und ich fühle mich ständig, als ob ich ein grundlegendes Problem, das ich mit mir selber habe, noch gar nie angegangen bin. Jedenfalls habe ich vor gut einem Monat diesen Jungen (ihn einen Mann zu nennen erscheint mir einfach nicht angebracht) zufälligerweise in der Stadt getroffen und er hat mich erst nicht erkannt, realisierte dann aber, dass es sich um mich handelt und hat ein wenig mit mir geplaudert. Ich hab mich ihm gegenüber bewusst desinteressiert und kurz angebunden gegeben, habe dennoch freundlich gelächelt und die Selbstbewusste gemimt und bin bald weitergezogen. Zuhause habe ich dann zum ersten Mal seit langem wieder stundenlang geweint. Einen Tag später habe ich von einem guten Freund, der mit ihm Fußball spielt, erfahren, dass er gesagt hätte, er fände es unglaublich, dass ich auf einmal so gut aussehe.
Ich möchte hiermit beichten, dass ich ohne diese Liebeskrankheit vermutlich niemals diese unglaubliche, vor allem auch körperliche Motivation zur Veränderung hätte aufbringen können, dass ich mich ein ganzes Jahr abgekrampft habe, nur für dieses winzig kleine Erfolgserlebnis und dass ich, obwohl es mir irgendwo lächerlich vorkommt, ihm auch sehr, sehr dankbar bin. Nächste Woche werde ich in eine andere Stadt ziehen, wo mein Studium beginnt. Das Fitness-Abo habe ich diesen Monat um ein weiteres Jahr verlängert.

Beichthaus.com Beichte #00030258 vom 09.09.2012 um 21:12:26 Uhr (37 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Die unwichtige Prüfbehörde

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Faulheit Trägheit Arbeit

Ich arbeite in einer großen Prüfbehörde. Wir prüfen bestimmte Sachverhalte, schreiben Berichte darüber. Tatsächlich arbeite ich etwa fünf Prozent meiner Arbeitszeit. Das liegt an zwei Dingen. Zum einen haben wir eine grauenhafte Organisation mit untereinander verfeindeten Abteilungsleitern, was immer wieder zu wochenlangem Leerlauf führt. Einfach deswegen, weil die Berichte, die wir abgeben, bei unseren Chefs erst mal ewig liegen, bevor wir sie zurück bekommen. Wenn diese Berichte nicht ganz verschwinden, weil sie den Oberen politisch nicht in den Kram passen. Zum anderen deswegen, weil es vollkommen unwichtig ist, was wir tun. Wenn es uns nicht gäbe, würde es keiner bemerken. Aufwand und Nutzen stehen in überhaupt keinem Verhältnis. Also arbeite ich - wie alle hier - sehr langsam. Denn warum sich anstrengen, wenn es ohnehin keinen interessiert? Am Anfang war ich wesentlich aktiver, habe aber schnell gemerkt, dass man sich nur unbeliebt macht, wenn man schneller arbeitet als der Rest. Also habe ich mich angepasst. Lese Zeitung, surfe im Internet, erledige meine privaten Sachen. Ich bin über diese Situation nicht glücklich, aber irgendwo muss ja die Kohle herkommen. Und andere Stellen werden derzeit praktisch kaum ausgeschrieben.

Beichthaus.com Beichte #00030249 vom 06.09.2012 um 20:08:15 Uhr (22 Kommentare).

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