Meine übertriebenen Ausraster

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Aggression Verzweiflung Schwangerschaft München

Ich (w/22) muss mir jetzt mal etwas von der Seele schreiben. Ich möchte mein Verhalten gegenüber meinem Mann beichten. Wir sind ungefähr zwei Jahre zusammen und seit einem Jahr verheiratet. Im Juli erwarten wir unser erstes Kind, ich bin also im Moment in der 30. Woche schwanger. Mein Mann ist der liebste Mensch, den ich kenne. Ich könnte mir keinen besseren Mann vorstellen. Er tut wirklich alles für mich. Er ist mein Mann, Kumpel, Freund, Bruder, mein Ein und Alles. Im Moment raste ich aber ziemlich schnell aus, oft nur wegen Kleinigkeiten. Heute in der Früh, zum Beispiel, habe ich ihm eine halbvolle Thermoskanne Kaffee drüber geschüttet beziehungsweise fast auf ihn geschmissen, weil ich mir kurz vorher selber heißen Kaffee über meine Hand gegossen habe und sein Kommentar darauf war: "Ich muss ja keinen Kaffee mit auf die Arbeit nehmen". Ich wurde innerhalb von Sekunden so böse und habe nur noch Rot gesehen. Oft schreie ich ihn auch einfach so an, weil er zum Beispiel die Milchtüte leer in den Kühlschrank zurückstellt oder seine Sachen im Kleiderschrank total durcheinanderbringt, weil er sich ein einziges T-Shirt herausnimmt. Ich kann mich einfach sehr schlecht kontrollieren und wenn mir etwas nicht passt, sage ich es auch sofort, andernfalls würde ich wahrscheinlich vor Wut platzen.


Ich raste nicht immer so aus, aber manchmal sehe ich einfach Rot. Es fliegen dann auch Sachen durch die Gegend, ich habe Angst, mal etwas richtig Wertvolles durch meine Aggression kaputt zu machen. Heute hatte ich dann beispielsweise Kaffeeflecken an der weißen Wand und die Polster der Eckbank waren nass. Ich sehe meinem Mann auch an, dass er Angst bekommt, oft erschrecke ich auch über mich selbst und mein Mann tut mir dann so leid. Er ist ein ganz Ruhiger und würde mich nie so anfahren oder beleidigen wie ich ihn oder sogar handgreiflich werden. Ich beruhige mich dann aber auch sehr schnell wieder und im Nachhinein tut es mir dann sehr leid. Ich habe es jetzt schon besser unter Kontrolle, allerdings passiert es mir manchmal einfach wieder. Allerdings habe ich in den letzten sechs Monaten einiges an Lügengeschichten aufgedeckt. Mein Mann hat mich in vielen Sachen belogen. Er hat ein zweijähriges Fahrverbot und ist aber trotzdem, natürlich ohne, dass ich gewusst habe, dass er keinen Führerschein hat, mit meinem und seinem Auto gefahren. Er wurde kontrolliert, wir haben jetzt beide eine Anzeige am Hals und müssen Strafe zahlen. Einmal hat er ungefähr 400 Euro von meinem Konto abgehoben, ohne dass ich davon wusste, er hat mein Auto seinem Bruder geschenkt und zu mir gesagt, er hätte es seinem Bruder verkauft und er hat mir von einem Sparkontoguthaben von circa 5000 Euro erzählt, das er nicht hat.


Wir hatten am Samstag eine große Aussprache und er hat mir alles gebeichtet, auch seinen Eltern, die er genauso angelogen hat. Ihm ist ein sehr großer Stein vom Herzen gefallen, es geht ihm wieder besser, sein Kopfchaos ist jetzt raus (es ist natürlich anstrengend, seine Lügengeschichten immer zu jeder Zeit und vor jedem parat zu haben). Ich werde auch hinter ihm stehen, egal wie viel Scheiße er baut, ich liebe ihn über alles und werde 100 Prozent für ihn einstehen. Ich habe ihn geheiratet aus Liebe und ich bin der Ansicht, kaputte Sachen wirft man nicht weg, sondern repariert sie. Ich weiß, dass mein Mann manchmal meinen scharfen Ton oder einen Tritt in den Hintern braucht, da es sonst beispielsweise nie zu einer Aussprache zwischen uns und seinen Eltern gekommen wäre, aber um den Ausraster heute früh tut es mir sehr leid. Wir sprechen zum Glück sehr offen über diese Sachen und er weiß, dass ich ihm im Moment schwer vertrauen kann. Trotzdem denke ich mir manchmal, er hat so eine Furie wie mich nicht verdient. Ich hoffe, er wird mir meine Aggressionen verzeihen.

Beichthaus.com Beichte #00031066 vom 22.04.2013 um 13:21:25 Uhr in München (Chiemgaustraße) (37 Kommentare).

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Die Streiche meiner Mutter

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Verzweiflung Tod Familie Hohenmocker

Die Streiche meiner Mutter
Das ist keine lustige Beichte. Jedenfalls nicht für mich. Der 24. September 1999 war der schlimmste Tag meines Lebens. Meine Mutter war bekannt für ihren skurrilen Humor und hat mir und meinem Bruder sehr oft den ein- oder anderen Streich gespielt. Sie hat mit uns mal einen Horrorfilm geschaut und danach so getan, als würde sie im Türrahmen von einer Fremden Hand erwürgt werden und so weiter. Oft ging es meistens darum, uns zu erschrecken. Am besagten Tag war ich 14 Jahre alt, mein Bruder war 12. Ich kam von der Schule nach Hause und hörte leise Hilferufe. Ich habe natürlich die Stimme meiner Mutter erkannt und tat das, wofür ich mich noch heute, 14 Jahre später, schäme: Ich habe laut zurückgerufen: "Na Mama, wer bringt dich jetzt wieder um?" Dann hörte ich wieder einen Hilferuf: "Hole einen Notarzt, ich liege im Badezimmer." Ich habe am Tonfall erkannt, dass etwas nicht stimmt und rannte ins Badezimmer. Dort lag meine Mutter auf dem Boden und sagte, ich solle den Notarzt und den Papa anrufen. Natürlich habe ich da den Ernst der Lage erkannt und alles in die Wege geleitet. Während der Notarzt sich um meine Mutter kümmerte, habe ich mir nur Gedanken darüber gemacht, wie ich mich bei meiner Mutter für die Bemerkung entschuldigen könnte. Ich musste mich nie entschuldigen. Der 24. September 1999 war der Tag, an dem meine Mutter in den Händen des Notarztes starb. Sie hatte einen Herzinfarkt.

Beichthaus.com Beichte #00031034 vom 15.04.2013 um 18:27:20 Uhr in Hohenmocker (46 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Die Nacht mit der Wahnsinnsfrau

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Wollust Fremdgehen Freizeit Ratekau

Ich möchte Euch Folgendes von mir erzählen: Ich bin 39 Jahre alt, seit einigen Jahren verheiratet und habe zwei Kinder. Ich führe eine an sich gute Ehe, jeder hat seinen Freundeskreis und seine Freiheiten. Ich fahre bereits seit einigen Jahren mit Freunden in das […]
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Beichthaus.com Beichte #00031033 vom 15.04.2013 um 17:41:32 Uhr in Ratekau (25 Kommentare).

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Haschkekse

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Drogen Waghalsigkeit Polizei

Haschkekse
Ich bin vor acht Jahren mit ein paar Freunden zu einem Festival nach Norddeutschland gefahren. Wir hatten uns dazu entschlossen weniger Alkohol und dafür mehr Gras mitzunehmen. Hat eine Menge Vorteile, z.B. muss man weniger transportieren und läuft nicht mit Kopfschmerzen […]
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Beichthaus.com Beichte #00031031 vom 14.04.2013 um 22:30:25 Uhr (28 Kommentare).

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“Folge

Meine Schwester hasst mich

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Engherzigkeit Familie Zorn Düsseldorf

Meine Beichte ist die, dass meine Schwester und ich wie zwei Fremde sind. Das hört sich unfassbar brutal an, aber die Gründe sind vielfältig. Es ist nämlich so: Seit frühester Kindheit kommen wir ums Verrecken nicht miteinander aus. Obwohl von meiner Seite immer wieder Annäherungsversuche kamen, ich mich bemüht habe, mir den Kopf zerbrochen habe, kam von ihr niemals etwas zurück, es wurde nur noch schlimmer. Wir wurden schließlich erwachsen und jeder ging seinen Weg. Auf Familienfesten blieben wir regelrecht förmlich miteinander, doch schaffte sie es nie, ihre offensichtliche Abscheu zurückzuhalten. Vielleicht lag es daran, dass ich Freunde hatte, gut in der Schule war, ein wirklich (ohne mich selbst loben zu wollen) artiges Kind war - sie war nichts davon. Ich bewunderte sie aber insgeheim dafür, dass sie so rebellisch und individuell war. Doch nichts half, sie öffnete sich mir gegenüber nie und ich gab mir lange Zeit die Schuld daran. Das heißt, ich dachte, ich sei vielleicht zu arrogant, nicht verständnisvoll genug, zu sehr in meiner eigenen Welt. Eines Tages rief sie bei mir an und meldete sich zu einem Besuch an. Ich war aufgeregt, da selbst solche Kommunikation eher die Ausnahme war. Ich freute mich aber, dachte, es ist der Zeitpunkt da, wo wir uns endlich wie zwei erwachsene Menschen zusammensetzen können und endlich diesen Irrsinn beenden können.


Jedoch hatte ich nicht damit gerechnet, dass sie ein Chaos hinterlassen würde, an dem ich lange zu knabbern hatte. Sie quartierte sich bei mir ein. Sie hatte - mal wieder - ihren Job verloren. Danach ignorierte sie mich aber vollkommen und fing langsam aber sicher an, Leute aus meinem Freundeskreis gegen mich aufzuhetzen. Sie ist weiß Gott nicht dumm. Sie freundete sich mit ihnen an, erzählte, was für ein grausames Kind ich gewesen sei, wie ich nach dem Tod unseres Vaters völlig desinteressiert an der Familientragödie war, wie ich das, wie ich das. Ich merkte, dass mich einige Freunde komisch anguckten, dachte mir jedoch nichts dabei. Auf einer Weihnachtsparty wurde mir jedoch bewusst, dass ihre Abscheu mir gegenüber gänzlich neue Formen angenommen hatte: Sie küsste meinen Freund - ich erwischte sie dabei, wahrscheinlich war es auch von ihr geplant. Ihr denkt bestimmt, ich sei ausgerastet, habe mit Entsetzen festgestellt, dass meine eigene Schwester mein Feind sei? Keineswegs. Ich habe sogar Erleichterung gespürt. Mir wurde nämlich Folgendes bewusst: All die Jahre, in denen ich mir selbst vorgeworfen habe, Schuld an unserem gestörten Verhältnis zu sein, sind weg. Ich war in dem Moment befreit von allen Schuldgefühlen, ich habe endlich akzeptiert, dass nur, weil wir Schwestern sind, wir keine Freunde sein müssen. Ich empfand auch Mitleid für sie, denn sie gab mir die Schuld an ihrem chaotischen Leben und dachte sich, wenn sie sich meine Freunde ausborgt, meinen Freund küsst und mich im Chaos zurücklässt, dass es irgendetwas besser macht. So habe ich es ihr auch gesagt, sie ist, ohne ein Wort zu sagen, gegangen. Versteht mich nicht falsch, ich hasse sie nicht. Ich möchte vielleicht eines Tages mit ihr befreundet sein, aber sie wird den ersten Schritt machen müssen. Das Chaos, das nach ihr blieb, habe ich soweit in Ordnung gebracht. Aber wichtiger ist mir die Erkenntnis: Nur weil das gleiche Blut in unseren Adern fließt, heißt es nicht, dass ich mir dieses Kreuz auf den Rücken stemmen muss, noch, dass ich Schuld an irgendetwas trage. Es ist zwar sehr traurig, aber ich fühle mich befreit und werde mein Leben ohne sie bestreiten.

Beichthaus.com Beichte #00031001 vom 10.04.2013 um 03:59:16 Uhr in Düsseldorf (Königsberger Straße) (15 Kommentare).

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