Persönliche Probleme

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Engherzigkeit Morallosigkeit Falschheit

Wie beginnt man eine Geschichte, die für andere tragisch ist, nur nicht für mich? Ich versuche, es kurz und bündig auf den Punkt zu bringen. Jeder Mensch hat persönliche Probleme - und ich habe ein Talent dafür, mir diese anhören zu dürfen. Und jedes Mal, wenn mir jemand etwas von seinem schlimmen Leben vorheult, strahle ich den verständnisvollen Kumpel aus, obwohl ich mir insgeheim denke: "Ihr habt Probleme, davon träumen andere Menschen nicht mal." Mein Vater buckelt sich seit über zehn Jahren - unverschuldet - den Arsch krumm, muss von Montag, spätestens 8 Uhr bis einschließlich Sonntag mindestens 12-14 Stunden pro Tag arbeiten. Heute war einer der wenigen Tage, wo er Menschlichkeit hat durchblicken lassen. Er war stockbesoffen. Aber egal wie sein Zustand war, er kam nicht auf seine beschissene Situation zu sprechen. Es gehört nun wirklich keine gute Menschenkenntnis dazu, zu interpretieren, warum man unter der Woche und unter diesen Umständen das Trinken anfängt. Ich will eigentlich gar nicht groß auf ihn eingehen, auch nicht auf meine Freunde, die mit viel kleineren Problemen zu kämpfen haben. Ich selbst habe ja auch mit Problemen zu kämpfen - und das ist der Punkt. Es gibt tatsächlich Tage, an denen mir nicht vollständig präsent ist, welche Opfer mein Vater für mich und meine Familie bringt. Es gibt tatsächlich Tage, an denen ich gar nicht realisiere, welcher Überlebenskampf in meinem Familienkreis stattfindet. Und wer nicht realisiert, hat auch kein Verständnis. Ich verharmlose normale Probleme, nur weil mir im persönlichen Umfeld schlimmere bekannt sind. Ich bin oftmals eine moralische Null und dafür schäme ich mich. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00034154 vom 22.10.2014 um 00:12:15 Uhr (7 Kommentare).

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Kastanien im Herbst

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Feigheit Vandalismus Feigheit Auto & Co. Kinder

Manchmal habe ich (m/20) als Kind im Herbst Kastanien gegen Häuser geworfen. Quasi als Schneeballersatz für den Herbst. Da war nun dieses eine Haus mit offenem Fenster. Direkt vor dem Haus unter dem Fenster und nur wenige Meter von mir entfernt war ein Auto geparkt. Ich wollte mit Freunden ins offene Fenster dieses Hauses treffen. Ich warf, aber mein Abwurfwinkel war zu tief angelegt. Viel zu tief. Es war keine Absicht. Ich verfehlte das Fenster und die dicke Kastanie traf stattdessen genau auf das Auto vor dem Haus, und zwar mit einer solchen Wucht, dass sich eine tiefe und recht große Delle bildete. Wir rannten daraufhin davon. Mir ist letztens eine Kastanie auf den Kopf gefallen, da ist mir das wieder eingefallen. Es tut mir leid! Vor allem ist das an den Besitzer des Autos gerichtet - und an diejenigen, die wegen mir schon einige Kastanien in ihrer Wohnung finden mussten.

Beichthaus.com Beichte #00034153 vom 21.10.2014 um 23:05:51 Uhr (6 Kommentare).

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Mit dem Sparbuch gegen Schulden

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Diebstahl Selbstsucht Morallosigkeit Geld Georgenberg

Ich (m/24/Student) beichte, dass ich vor einigen Wochen ein Sparbuch gefunden habe. Auf dem Sparbuch befanden sich zu besagtem Zeitpunkt noch 1.100 Euro. Ich überlegte kurz, es abzugeben, aber die Gier war einfach zu groß. Ich ging in eine Sparkassenfiliale im Nachbarort, wo mich keiner kannte, und habe das komplette Geld abgehoben. Ich wurde nach meinem Namen, aber nicht nach meinem Ausweis gefragt, immerhin ist ein Sparbuch ein Inhaber-Dokument, und wenn es nicht geschützt ist, wird das Geld an jeden ausgezahlt, der es in der Hand hat. Ich war kurz etwas nervös, als ich einen falschen Namen nannte, aber dann fragte mich die Mitarbeiterin nur noch nach einer gewünschten Stückelung. Ich habe die 1100 Euro dann eingesteckt und das Sparbuch zu Hause verbrannt. Ich weiß, dass es falsch war, aber man sollte eben auf ein Sparbuch besonders aufpassen und es nicht einfach verlieren. Das Geld konnte ich gut gebrauchen, ich kann nämlich nicht mit Geld umgehen und habe gut 2000 Euro Kreditkarten-Schulden im Moment.

Beichthaus.com Beichte #00034151 vom 21.10.2014 um 13:27:11 Uhr in Georgenberg (23 Kommentare).

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Die neue Freiheit

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Begehrlichkeit Maßlosigkeit

Ich (w/26) war lange Zeit in einer Beziehung. Nach der Trennung musste ich mich erst an diese "falsche" Welt gewöhnen und fühlte mich oft sehr einsam und todunglücklich. Ich habe mir nach kurzer Zeit schon wieder eine Beziehung mit Nähe, Liebe, Vertrauen und Zuneigung gewünscht, etwas, was einem eine oberflächliche Affäre nicht geben kann. Nun ist das Typische passiert: Ich bin eigentlich wieder glücklich mit mir, bin im Anfangsstadium einer Beziehung zu einem etwas älteren Mann. Ein wirklich niedlicher, 18-jähriger Frischling wartet auf mich, eine Affäre von mir klopft wieder an, eine Bekannte möchte mich zu einem Dreier verführen. Mein altes Ich schlägt Alarm und sagt mir, ich muss ehrlich sein und muss mich entscheiden. Mein neues Ich denkt darüber nach, wo ich günstige Bettwäsche besorgen kann, damit ich mein Leben mit allen angebotenen Vorzügen genießen kann. Ich frage mich, hat mich diese falsche Welt angesteckt, lohnt es sich heute noch aufrichtig zu sein, müsste ich schon allein bei solchen Gedanken ein schlechtes Gewissen haben? Ich beichte hiermit, dass mein neues Ich überhandgenommen hat und keinerlei Gewissensbisse verspürt. Im Gegenteil, das Versteckspiel und von allen Seiten begehrt zu werden, macht mir großen Spaß.

Beichthaus.com Beichte #00034149 vom 21.10.2014 um 09:30:37 Uhr (11 Kommentare).

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Der Traum von einem besseren Leben

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Trunksucht Peinlichkeit Ekel Last Night

Ich (m/19) war am Samstagabend, mit dem saufwütigen Haufen, welchen ich meine Freunde nenne, einen trinken. Um ehrlich zu sein, waren wir bereits den ganzen Tag am Saufen und ich kam schon gut geladen in der Bar an. Nach einigen weiteren mit Alkohol getränkten Stunden wurde es dann schwarz. Ich musste mich, trotz Gedächtnisverlust, noch 2-3 Stunden in der Bar aufgehalten haben, bis ich mit dem Taxi den Heimweg antrat. Ich schaffte es wohl ins Bett und begann zu träumen. Es war nicht einfach nur ein normaler Traum. Es war der mit Abstand realste und intensivste Traum, den ich jemals hatte. Durch den Filmriss, durch den ich vergessen hatte, dass ich überhaupt existiere, und durch die Restwirkung des Alkohols muss der Traum noch realer gewirkt haben. In dem Traum hatte ich eine Familie. Zwei Töchter und eine Frau. Ich hatte einen guten Job, so gut, dass ich mir einen fetten BMW und ein schönes Einfamilienhaus mit Garten leisten konnte, ohne dass meine Frau arbeiten musste. Meine Töchter waren wunderbare, anständige Mädchen. Die eine musste ungefähr neun Jahre alt gewesen sein, die andere 13. Der Traum ging ziemlich lange und war komplett zusammenhängend. Meistens ganz normale Alltagssituationen.


Doch zwangsläufig wachte ich irgendwann auf. Ich rutschte aus dem schönen Traum in mein Bett. Blöderweise gab es hier auch keinen dicken BMW, aber dafür hatte ich mich vollgeschifft. Aber noch blöder war, dass ich mich nicht ausgezogen hatte. Die armen Zigaretten. Irgendwann wurde mir dann auch klar, wie blöd der Traum eigentlich war. Ich beichte, dass ich einen Großteil des Sonntags damit verbracht habe, Geldscheine auf dem Heizkörper zu trockenen und mich über den Traum kaputtzulachen, während ich schon wieder besoffen war. Der Traum ist deshalb so lustig, weil ich das absolute Gegenteil von dem Mann im Traum bin. Ich bin ein arbeitsloser Alki, der gerade am überlegen ist, ob er die mittlerweile wieder trockenen Zigaretten rauchen soll. Ich bin ziemlich armselig und bitte deshalb um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00034142 vom 20.10.2014 um 14:28:26 Uhr (15 Kommentare).

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