Das Wochenend-Ritual

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Trunksucht Last Night

Damals habe ich noch in einem Kinderdorf gewohnt. In diesem Kinderdorf war es schon fast eine Art Ritual, jedes Wochenende in den Heimatort zu laufen, weil da viele Freunde von uns waren, die auch immer gut Alkohol im Haus hatten. Es war mal wieder Ritualzeit und so zogen wir gen Nachbarort, um uns ein wenig dem feuchtfröhlichen Vergnügen hinzugeben. Nach einigen Stunden hat sich dann gezeigt, dass unsere Mission Erfolg hatte, und so zogen wir Gefährten zurück ins Kinderdorf. Wir waren natürlich alle gut dabei, haben unglaublich hirnlosen Müll geredet und derlei Sachen, wie es ja jeder kennt. Auch ich war sehr sehr gut dabei, sogar so gut, dass ich die ganze Zeit meinen Mageninhalt zurückhalten musste. Nun ja, nach einigen Strapazen auf unserer Reise kamen wir dann irgendwann an. Vor der Tür, bevor wir klingelten, haben wir eine kurze Strategie ausgemacht, die vorsah, dass die Nüchternsten ganz vorne sind und der Rest hintenrum durchschlüpft, während die Nüchternen die Betreuer ablenken. Alles lief perfekt, der Betreuer war perfekt in ein Gespräch vertieft, als ich auf einmal spürte, wie sich mein Mageninhalt seinen Weg nach oben bahnte. Direkt auf den Flur. Der Betreuer hat mich angeguckt, ich habe versucht, zurückzugucken, und bin dann irgendwie umgekippt. Am nächsten Morgen habe ich dann erfahren, dass mein Kumpel, der eigentlich einen Ekel gegen Schmutz, also erst recht gegen Magensäure und diverse andere Mageninhalte hat, meine körperlichen Nebenprodukte aufwischen musste. Dafür möchte ich mich wirklich aufrichtig, auch online, entschuldigen, persönlich habe ich es natürlich schon lange getan und wir lachen auch heute noch. Man dankt fürs Lesen!

Beichthaus.com Beichte #00027948 vom 30.06.2010 um 23:11:58 Uhr (18 Kommentare).

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Frechheit siegt am Airport Düsseldorf (DUS)

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Ignoranz Hochmut Falschheit Auto & Co. Düsseldorf

Oft muss ich Freunde in den Ferien vom Flughafen abholen. Meine Bemühungen am Flughafen Düsseldorf anzukommen, wenn der Flieger gelandet ist und die Freunde schon vor dem Flughafen stehen sind leider bis heute noch nicht besonders von Erfolg gekrönt. Ich bin leider mindestens eine Stunde vorher immer am Ankunftsterminal. Die Parkgebühren am Düsseldorfer Airport sind der Wahnsinn, das Parken allerdings auch. Deshalb bin ich auf eine List gekommen, ich stelle meinen Wagen ganz dreist direkt vor den Türen des Flughafens ab. Normalerweise bekommt man dort sofort ein extrem teures Knöllchen, aber ich öffne meine Motorhaube und ziehe den Stecker vom Anlasser, dann stelle ich einen handschriftlich erstellten Zettel mit der Aufschrift "defekt warte auf den Pannendienst" auf das Armaturenbrett, die Motorhaube lasse ich ein Stück auf. Gerade vor ein paar Tagen brachte ich zwei Freundinnen wieder zum Airport, stellte den Wagen dort ab und ging mit den beiden Mädels einen Kaffee trinken. Als ich zurückkehrte, war schon ein Knöllchenschreiber dabei allen Autos ein Ticket zu verpassen allen außer meinem, der sagte doch zu mir, "gut, dass Sie eine Nachricht ins Auto gelegt haben, es gibt doch tatsächlich Leute, die stellen ihr Auto hier vor das Gebäude und gehen Kaffee trinken. Die müssen alle rund 150 Euro bezahlen." Ich setzte mich in mein Auto und versuchte zu starten, so dass er sehen, konnte das mein Auto wirklich nicht anspringt. Ich tat dann so, als ob ich sehr erzürnt darüber wäre, dass die Leute einfach ihr Auto da abstellen würden, und sagte, "das ist doch wirklich eine Frechheit so dreist zu sein". Ich tat weiter so, als wenn ich auf den Pannendienst warten würde. Als sich der Mitarbeiter entfernt hatte, um die Autos aufzuschreiben, steckte ich schnell den Stecker wieder drauf, machte die Motorhaube zu und sah zu, dass ich weg kam. Im Wegfahren rief ich aus dem Auto winkend, es hätte sich nur ein Kabel gelockert und wünschte noch einen schönen Abend.

Beichthaus.com Beichte #00027944 vom 30.06.2010 um 13:48:19 Uhr in Düsseldorf (Flughafen) (25 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Ein


Besuch in der Gerichtsmedizin

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Verrat Neugier Stolz Gesundheit Berlin

Was ich jetzt gleich schreiben werde gleicht nicht einer Sünde, vielmehr schreibe ich es, um es mir einfach von der Seele reden zu können und weil es, für mir zumindest ein, übler Zufall war. Im Rahmen meiner Ausbildung besuchten wir gestern die Gerichtsmedizin in Berlin-Moabit. Uns wurde schon vorher gesagt, dass dieser Besuch freiwillig ist und wir Bilder zu Gesicht bekommen, die nicht alltäglich sind.
Als wir den Gang betraten roch es nach Gammelfleisch (Leichengeruch). Der Arzt zeigte uns daraufhin durch ein Guckfenster, wie Gerichtsmediziner arbeiteten. da lagen sie nun, die 4-5 Menschen auf einer Trage, bei denen die Todesursache nicht natürlich war. Die Schädeldecke offen, Hirn entnommen, von oben bis unten aufgeschlitzt. Es war kein schöner, aber dennoch ein faszinierender Anblick. Einfach zu sehen, wie der Mensch anatomisch aufgebaut ist. einfach nur faszinierend für mich.

Im Nebenraum lag, extra für uns ausgesucht, eine frische Leiche auf einer Trage. Der Arzt wollte uns anhand dieser Leiche ein paar Sachen erklären. Auf den ersten Blick sah sie gut aus, es war ein Mann, normal bis untergewichtig. braune Haare, blaue Augen. An seinem Fuß hing ein kleiner Zettel, auf dem stand, dass dieser Mensch 1971 geboren wurde. Die Totenstarre war noch vorhanden, sodass wir wussten, dass dieser Mann noch keine 36 Stunden sein durfte. Obwohl er schon 38 Jahre alt war, sah er wirklich nicht so aus. Ein Bubigesicht mit einem auffälligem Muttermal oberhalb der Lippen.
Naja wir hörten uns dann noch einen Vortrag an, welcher mit Bildmaterial unterstützt wurde (keine schönen Bilder). Auf die Frage an den Arzt, ob denn auch Prominente hier seziert würden, schwieg der alte und schmunzelte nur.

Kurzum: einen Tag später, also heute, las ich auf dem Titelblatt, dass ein bekannter deutscher Schauspieler aus unerklärlichen Gründen gestorben sei....Bei dem Mann, den wir vor uns haben liegen sehen, handelte es sich tatsächlich um Frank G******. Ich fand das so unglaublich, dass ich mir dachte, es hier zu schreiben.

Beichthaus.com Beichte #00027931 vom 25.06.2010 um 15:16:50 Uhr in Berlin (Moabit) (22 Kommentare).

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Einfach nur Ruhe haben

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Falschheit Falschheit Selbstsucht Partnerschaft

Ich (m/26) war etwas mehr als ein Jahr mit einer Frau zusammen. Während dieser Beziehung habe ich mindestens ein halbes Dutzend an Personen erfunden, die es gar nicht gibt. Selbst nach der Beziehung habe ich diese erfundenen Personen aufrecht erhalten und bin sogar so weit gegangen, dass ich zu diesen Phantasie-Personen Accounts im Web 2.0 erstellt habe um diese am Leben zu erhalten.
Warum? Meine Freundin hat mich oft sehr eingeengt und ich suchte nach Ausreden, warum ich eben nicht jede Sekunde meines Lebens mit ihr verbringen konnte. Hatte aber nicht den Mut ihr das ehrlich zu sagen. Also habe ich angefangen Personen zu erfinden, das dann in etwa so aussah:
Sie: "Wo warst du gestern? Ich habe dich nicht erreichen können!"
Ich: "Ich war spontan bei XY und wir haben ein wenig geredet und ich habe die Zeit vergessen und mein Handyakku war leer."
Das Positive dabei war - sie konnte es nicht kontrollieren, weil sie diese Personen nicht kannte und auch gar nicht kennen konnte. Stattdessen war ich zu Hause und habe mich einfach nur alleine entspannt und mich ein wenig "frei" gefühlt.
Der negative Beigeschmack war - meine Freundin bekam immer mehr das Gefühl, dass ich bei einer anderen jedesmal bin und sie betrüge. Dabei war ich ihr in der ganzen Zeit treu und wollte einfach nur ab und an meine Ruhe haben.
Im Endeffekt habe ich darauf verzichtet ihr eventuell ein klein wenig weh zu tun (indem ich ihr sage, dass ich mehr Ruhe und Zeit für mich brauche) und stattdessen habe ich sie mit diesen erfundenen Personen nur mehr fertig gemacht, ohne es gleich zu merken. Als ich es merkte, war es in irgendeiner Hinsicht schon zu spät um alles auszupacken, da es einfach schon zu viele erfundenen Personen gab. Also versuchte ich immer mehr diese Personen "sterben" zu lassen, indem ich nach und nach den Kontakt zu diesen Personen abbrach - zumindest habe ich das meiner damaligen Freundin so erzählt. Aber ganz habe ich das nicht hingekriegt. Zum einem war ich schon zu tief in diesem Lügensumpf drin und zum anderen war es viel zu verlockend sich mit erfundenen Personen "raus zu reden". Ich dachte immer es sei für sie mehr schmerzhafter zu erfahren, dass ich sie von Anfang an belogen habe und ich viel weniger Zeit mit ihr verbringen möchte - als das ich einfach meine Zeit mit erfundenen Personen ab und an verbringe, was sie aber immer mehr und mehr wahnsinnig gemacht hat - allein schon weil ich mit der Zeit nach Ausreden suchen musste, warum sie sie nicht kennen lernen durfte. Mir tut das Ganze sehr Leid und ich wünschte ich könnte das alles rückgängig machen. Zum einem, weil ich ihr damit sehr weh getan habe und zum anderen, weil sie für mich eigentlich das Beste war, was mir passieren konnte und nun habe ich sie vor einigen Monaten verloren. Aber rückgängig kann ich das nicht mehr machen und mit dem Ganzen während es noch nicht zu spät war reinen Tisch zu machen, dafür hatte ich nicht die Courage.

Beichthaus.com Beichte #00027919 vom 21.06.2010 um 17:09:30 Uhr (37 Kommentare).

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“Beichte

Schizophrene Psychose

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Engherzigkeit Falschheit Ungerechtigkeit Gesundheit Liebe

Ich (m/29) habe etwas getan, was ich sehr bereue. Es ist mittlerweile lange her - 11 Jahre. Ich komme darüber nicht hinweg. Ich kann es zeitweise vergessen, aber es kommt immer wieder hoch. Es war so, dass ich mit meiner großen Liebe zusammen war. Es war wohl für uns beide, etwas wirklich großes, wenn nicht das größte, denn für uns beide war es die erste Beziehung. Das erste mal Sex. Ich habe sie geliebt, als wenn es kein morgen mehr gibt. Ich wusste, und fühlte, dass es Liebe war!

Es war dann so, dass ich im Jahre 2000 in etwas reingerutscht bin. Ich wusste damals nicht, was es ist. Irgendetwas veränderte mich, mein fühlen, mein denken. Erst später habe ich, durch Krankenhausaufenthalte und Therapie mit Medikamenten (Antidepressiva, Antipsychotika), herausgefunden, dass ich eine "schizophrene Psychose" hatte und wohl genetisch dafür empfänglich bin. Das heißt, Mitte/Ende 2000 veränderte sich mein Fühlen und Denken durch die Psychose. Ich dachte, ich liebe sie nicht mehr. Ich dachte, und fühlte, sie liebte mich nicht mehr. Das war aber alles quatsch. Wir waren circa 11 Monate zusammen, es waren die schönsten Monate meines bisherigen Lebens.
Ich machte dann einfach mit ihr Schluss. Per E-Mail. Wie grausam, wie dumm kann man sein. Damals, war es mir egal, ich fühlte mich so stark, so selbstsicher, ich bräuchte sie nicht, ich fühle nichts mehr für sie, ich müsste mich "frei" machen, die Abhängigkeit auflösen. Ich wusste ja nicht, dass die Veränderung in mir selbst liegt. Alle Gefühle waren ausgeblendet und weg. Ihre Reaktion auf meine E-Mail war extrem, was für ein gefühlsloser Arsch ich sei, sie hasste mich, sie war todunglücklich, die nächsten Wochen waren sehr schwer für sie. Ich fühlte nichts. Ich fühlte mich "so stark." Es war falsche Stärke.


Wir trafen uns in der nächsten Zeit noch, sie weinte in meinen Armen, ich fühlte nichts. Die Psychose, die mittlerweile mit Halluzinationen und Denkveränderungen gepaart war, ließ nichts zu meinem Innern durch. Wir hatten noch ein paar mal Sex. Ich fühlte zwar die Lust, aber keinerlei Gefühle mehr zu ihr. Ich orientierte mich neuen Freundinnen entgegen, das war aber mehr ein weglaufen vor mir selbst. Ich konnte immer weniger zur Ruhe kommen, wurde immer hektischer und unsensibler. Wollte mir das natürlich nicht eingestehen. Erst ein halbes Jahr, nachdem ich mit ihr Schluss gemacht hatte, wurde mir bewusst, was ich getan hatte. Nachdem mein gesundheitlicher Zustand auch immer schlechter wurde, ich Depressionen, Wahnvorstellungen, Panikattacken hatte und nicht mehr arbeiten konnte. Ich habe höllische seelische Schmerzen erlebt, weil ich nun FÜHLTE, was ich getan hatte.

Es dauerte 3-4 Jahre, bis ich - mit Medikamenten - wieder auf der Höhe war, und wieder arbeiten konnte. Werde für mein Leben lang Medikamenten nehmen müssen, das ist aber nicht weiter schlimm, vertrage sie sehr gut. Ich habe es bis heute nicht verwunden, dass mich "etwas in mir" seelisch abgetötet hat, ich das aller schönste in meinem bisherigen Leben weggeworfen habe, nichts dabei gefühlt habe, ihr so weh getan habe.


Wie sehr wünschte ich mir, eine zweite Chance zu erhalten, noch einmal die Zeit mit ihr, ohne die Krankheit zu erleben, und wahrhaft frei entscheiden zu können, ohne durch innere "Monster" gezwungen zu werden. Ich war diesbezüglich auch in psychotherapeutischer Behandlung, es half etwas, aber es ist nicht weg. Meine Ärztin sagte, dass ich das nicht verwunden kann, angesichts der Historie der Dinge, sei nur verständlich. Es tut mir Leid. Ich wollte es nicht. Ich weiß, das ganze ist bescheuert, da es so lange zurück liegt. Aber die Zeit mit ihr war "Geborgenheit im Geborgensein", es war Liebe und es war Leben. Ich weiß nicht, wie ich das ganze verwinden soll. Vermute, es wird mir nie gelingen. Ich war diesbezüglich auch schon in psychotherapeutischer Behandlung, meine Ärztin sagte mir, es sei absolut verständlich, dass ich so fühle, angesichts der Abläufe.

Manchmal wünschte ich mir, diese Erinnerungen aus meinem Gehirn reißen zu können. Ich weiß natürlich nicht, ob wir noch zusammen wären. Höchstwahrscheinlich sogar nein. Aber wer weiß es. In jedem Fall wäre der Ablauf der Trennung emotional EHRLICH gewesen. Ich hätte niemals so Schluss gemacht. Ich hätte gleich Schmerzen gefühlt. Ich hätte es verarbeiten können, und es wäre nicht unterdrückt und weg gewesen. Es tut mir so Leid. Ich habe mittlerweile ein neues Leben, aber das alte kriecht hinter mir her und verfolgt mich und tränkt mich in Schmerzen und Reue. Danke für eure Aufmerksamkeit.

Beichthaus.com Beichte #00027918 vom 21.06.2010 um 15:00:10 Uhr (29 Kommentare).

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