Wie das Internat mich zur Diebin machte

14

anhören

Diebstahl Verzweiflung Begehrlichkeit Schule

Meine Familie hatte früher nicht besonders viel Geld. Wir lebten in einer winzigen Wohnung und ich (w) musste mir mit meinen beiden Geschwistern ein Zimmer teilen. Wir lebten nur mit meiner Mutter, die arbeiten ging, aber dennoch unter dem Hartz-IV-Satz verdiente - sie wollte dem Staat nicht auf der Tasche liegen und es alleine schaffen. Leisten konnten wir uns dementsprechend nichts, abgesehen von den allernötigsten Dingen. Zusätzliches, wie zum Beispiel Süßigkeiten, waren selten drin. Meistens wurde Schokolade nur als Geburtstagsgeschenk gekauft, wenn eines von uns Kindern Geburtstag hatte. Ich hatte Glück und bekam dank meiner überdurchschnittlich guten Noten ein Stipendium an einem privaten Gymnasium mit Internat, das nicht gerade billig war. Zu dem Zeitpunkt war ich etwa 15 Jahre alt.

Man kann sich jetzt denken, dass ich von da an mit einem Haufen verwöhnter Kinder mit reichen Eltern zur Schule ging. Sie hatten alle die neusten und teuersten Klamotten und unterhielten sich über die neusten Spielkonsolen und den Spielen dazu bzw. die Mädchen unterhielten sich über ihre Pferde, die sie im Stall stehen hatten. Nachmittags luden sie sich gegenseitig zu sich nach Hause ein, um im hauseigenen Pool baden zu gehen. Ich konnte von so etwas nur träumen. In den Mittagspausen gingen die Schüler meistens essen. Aber egal ob Döner, McDonalds oder Restaurant, ich bekam kein Taschengeld und konnte mir das somit nicht leisten. Ich musste mir die Butterbrote von zu Hause mitnehmen. Nach ein paar Wochen an der neuen Schule wollte ich auch dazugehören. Es fing erst damit an, dass ich in kleineren Läden Kaugummis und Süßigkeiten klaute, weil ich auch mal so etwas haben wollte. Bald darauf ging es weiter mit Klamotten und Schmuck. Schmuck hatte ich bis dato noch nie besessen und meine Klamotten waren auch immer nur die abgelegten meiner beiden Schwestern gewesen. Aber ich wollte ja auch mal hübsch angezogen sein und mit den anderen Mädchen mithalten können. Make-up klaute ich dann auch.

Nach weiteren Wochen an der Schule begann ich, Dinge wie Glätteisen in Drogeriemärkten zu klauen und diese zu verkaufen. Ein Freund aus meiner alten Schule, der meine Situation kannte, verkaufte das ganze Zeug für mich im Internet. Auf diese Weise hatte ich mein eigenes Geld und konnte mit meinen Klassenkameraden mittags ins Restaurant oder am Wochenende ins Kino gehen. Somit hatte ich mich endlich mit einigen Jungs und Mädchen aus meiner Klasse anfreunden können. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass diese Leute kein Umgang für mich sind. Die meisten meiner "Freunde" waren Internatsschüler und gerade diese haben in ihrem jungen Alter von 14-16 Jahren schon diverse Drogen konsumiert und mich immer wieder dazu animiert, es auch mal zu probieren. Ich glaube, diese Kinder waren damals einfach nur ganz arm dran, denn sie bekamen von ihren Eltern alles, was man mit Geld kaufen konnte - aber eben nur das. Sie wurden einfach in ein Internat abgeschoben, damit sie nicht stören, weil sie unerwünscht waren.

Ich habe dann nach einem Schuljahr an mein altes Gymnasium zurückgewechselt, wo meine echten Freunde waren. Inzwischen schäme ich mich aber unglaublich dafür, dass ich so krampfhaft versucht habe, mich anzupassen und meine Herkunft geleugnet habe, nur um akzeptiert zu werden. Ich schäme mich noch viel mehr dafür, dass ich dafür angefangen habe, zu klauen wie ein Rabe. Und das alles nur für Leute, die mich runterziehen und auf die schiefe Bahn bringen wollten.

Beichthaus.com Beichte #00038489 vom 11.07.2016 um 23:13:26 Uhr (14 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Fisch mariniert man mit Spülmittel!

25

anhören

Ekel Unreinlichkeit Zorn Nachbarn

Fisch mariniert man mit Spülmittel!
Ich beichte, dass ich am Wochenende gepflegt ins Rosenbeet der Nachbarn gegöbelt habe und es mir nicht im mindesten leidtut. Ich habe einen Zweitwohnsitz, an dem ich mich nicht so häufig aufhalte. Dort habe ich vor einiger Zeit neue Nachbarn bekommen. Sie sind aus einem anderen Bundesland zugezogen. Im Zuge ihrer Vorstellungsrunde luden sie uns für letzten Samstag zum Grillen ein. Lust hatte ich zwar wenig, aber um der guten Nachbarschaft willen muss man so etwas manchmal aushalten. Ich habe eine Schüssel Salat zubereitet und mitgebracht. Dort angekommen, trug ich den Salat in die Küche und unterhielt mich eine zeitlang mit der Hausherrin. Sie bereitete die Stücke vor, die gleich auf dem Grill landen sollten. Mit Entsetzen sah ich, dass sie die wirklich gut aussehenden Fischfilets mit Fairy Ultra abwusch. Sie muss wohl meinen entsetzten Blick bemerkt haben, weil sie mir dann völlig überzeugt darlegte, dass man das bei Fisch so machen muss, weil man sonst eine Fischvergiftung bekommt. Spülmittel hilft dagegen, weil das Spüli die Eiweißenzyme aufspaltet. Ob ich nachher auch Fisch möchte? Nein danke, ich mag grundsätzlich keinen Fisch, erwiderte ich, was eine fette Lüge war. Die Fleischstücke waren fertig eingelegt und vom Hersteller eingeschweißt, sodass ich da einigermaßen beruhigt sein konnte.

Beim Zusammensitzen merkte ich immer mehr, dass die Leute nicht so ganz auf unserer Wellenlänge waren. Aber okay, da muss man durch und die Anstandszeit absitzen. Ich war dann noch ein netter Gast, habe der Gastgeberin beim Abräumen des Tisches geholfen und bin mit den gebrauchten Tellern Richtung Küche und Spülmaschine gewandert. Ich fragte, ob ich das Zeug gleich in die Spülmaschine einräumen dürfe. Ich bekam dafür grünes Licht und öffnete die Klappe. Was ich dann sah, hat mich fast aus den Sandalen gehauen. Im oberen Korb der Spülmaschine lag mitten zwischen gebrauchten Gläsern eine Klobürste mit eindeutigen Gebrauchsspuren. Optisch und olfaktorisch. Mir entgleisten die Gesichtszüge. Ich muss wohl selten blöd aus der Wäsche geschaut haben. Die Hausfrau merkte das und erklärte mir ganz ruhig und wiederum völlig von sich selbst überzeugt, dass sie das immer so mache, weil in der Spülmaschine die Klobürste am saubersten wird. Die Bürste würde so jeden zweiten oder dritten Tag mitfahren. Das mache sie wegen der Hygiene. Das war der Punkt, an dem ich mich verabschiedet habe. Oder eher nicht. Ich bin rausgerannt und habe ins Rosenbeet gekotzt. Mein Mann hat mir dann noch meine Tupperschüssel und die Handtasche hinterhergetragen. Bei Gott – ich werde bei den Leuten nie wieder was essen! Entschuldigt habe ich mich nicht.

Beichthaus.com Beichte #00038488 vom 11.07.2016 um 12:58:32 Uhr (25 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Ein


Frankreich bei der Europameisterschaft

56

anhören

Zorn Vorurteile Engherzigkeit Sport

Ich freue mich riesig, dass Frankreich gestern verloren hat. Nicht nur, weil sie völlig unsportlich Ronaldo rausgekickt haben, sondern auch, weil es keine franzözische Nationalmannschaft war. Das war eher ein Afrikacup, statt einer Europameisterschaft. Man kann doch nicht einfach elf Asiaten oder Afrikaner nehmen und so tun, als wäre es eine europäische Mannschaft! Adieu les bleus.

Beichthaus.com Beichte #00038486 vom 11.07.2016 um 09:08:08 Uhr (56 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Mein Tipp für gute Laune am Morgen

30

anhören

Ekel Peinlichkeit Unreinlichkeit Arbeit

Ich komme immer sehr früh ins Büro. Meistens eine Stunde vor den anderen. Ich stempele mich dann schön ein und gehe erst einmal ordentlich kacken. Da ich ein sehr reinlicher Mensch bin, wasche ich mir jedes Mal danach am Waschbecken den Hintern. Das geht, weil ich relativ groß bin, sehr gut. Wenn die anderen kommen, wundern sie sich immer, warum ich morgens so entspannt und locker bin. Ich bitte um Vergebung, aber nur mit Papier wird es einfach nicht sauber genug.

Beichthaus.com Beichte #00038485 vom 10.07.2016 um 23:38:05 Uhr (30 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Meine Vögel hassen mich!

30

anhören

Zorn Engherzigkeit Selbstsucht Tiere

Ich hasse meine Wellensittiche! Ich habe sie eigentlich nur gekauft, weil mein kleiner Sohn sie damals unbedingt wollte und ich hielt das für eine gute Idee, weil ich als Kind auch welche hatte und die kleinen Vögel immer gerne gehabt habe. Damals hat meine Mutter die Viecher versorgt und ich hatte den angenehmen Teil mit ihnen. Sprich spielen, kraulen, und so weiter. Joa, und jetzt ist es bei uns zu Hause genauso. Mein Sohn hat Spaß mit den zwei Vögeln und ich die Arbeit und den Stress. Bei ihm sind sie handzahm, vor mir haben sie Angst. Liegt wohl daran, dass ich immer den Käfig sauber mache und das Futter wechsele. Das mögen sie nicht. Also bin ich die Böse, die die Ruhe stört und mein mittlerweile 10-jähriger Sohn ist der lustige Spielkumpel. Ich hätte ihn vielleicht von Anfang an mehr in die Pflege der Vögel einbinden sollen.

Aber in den fünf Jahren habe ich so einen Hass auf die Viecher entwickelt! Sie sind laut, kacken alles voll (sie dürfen den ganzen Tag frei fliegen) und verteilen ihr Futter überall. Die nerven einfach nur und ich bin ernsthaft am Überlegen, ob ich sie weggebe. Auch wenn ich meinem Sohn damit wehtun würde. Ich ertrage das einfach nicht mehr. Lärm, Dreck und Attacken. Ja, die Vögel mögen mich genauso wenig wie ich sie. Hiermit beichte ich, dass ich diese Wellensittiche hasse und so egoistisch bin, dass sie wohl bald im Tierheim landen. Meinem Sohn erzähle ich dann, dass sie weggeflogen sind. Tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00038484 vom 10.07.2016 um 20:40:31 Uhr (30 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000