Scheiß auf Pray for Paris!

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Falschheit Zorn Lügen Ignoranz

Ich beichte hiermit, dass ich einen fürchterlichen Hass auf nahezu mein gesamtes Umfeld schiebe! Nicht, weil ich die Personen an sich hasse, sondern ihr an den Tag gelegtes Verhalten. Sobald eine Tragödie - in diesem Fall die Attentate in Paris - passiert, haben sofort alle Mitleid und ändern ihren Whatsappstatus, ihr Facebookbild und alles andere. Nicht falsch verstehen - ich heiße es auf keinen Fall gut, was da abgeht. Aber es geht mir fürchterlich auf den Sack, dass plötzlich alle Leute "Charlie" oder "prayforparis" oder sonst etwas sind. Gefühlt geben die Leute erst einen Scheiß darauf, sobald es bei uns in der Nähe passiert.

Es gibt genug Länder, in denen täglich mehr Leute sterben und Ungerechtigkeit und Unterdrückung den Alltag bestimmen, weil irgendein beknackter Tyrann an der Macht ist oder Krieg herrscht. Ich hasse diese Kurzsichtigkeit! In solchen Momenten kommt es mir vor, als ob es "in" sei, öffentlich seine eigene Meinung kundzutun, indem man die oben genannten Sachen tut. In drei Wochen interessiert sich wieder keine Sau mehr dafür. Diese Heuchelei ist es, was mich so aufregt. Es gibt zig Themen, wo das genau so abläuft: Anschlag auf Charlie Hebdo, das Verschwinden von MH370, der Abschuss von MH17, der Selbstmord von Andreas Lubitz, die Flüchtlinge oder sonst etwas. Diese Themen werden bis zum Exzess platt getreten, um sie dann nach ein paar Wochen unter den Tisch fallen zu lassen!

Beichthaus.com Beichte #00037035 vom 14.11.2015 um 17:12:09 Uhr (38 Kommentare).

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Mein Kollege ist kindisch und unfähig!

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Engherzigkeit Ignoranz Hochmut Kollegen Arbeit

Ich (w/23) schäme mich unglaublich, dass ich mich letzte Woche über einen Arbeitskollegen beschwert hatte. Wir arbeiten in einem kleinen Büro von einem Onlineshop für Wellnessartikel. Er kommt ständig zu spät, lässt Arbeit tagelang auf seinem Platz liegen und macht Unsinn wie Augen und Münder auf Drucker, Scanner, etc. zu kleben. Er ist 44 Jahre alt und geht auf Krücken. Er meinte mal beiläufig, dass er vor 15 Jahren einen schweren Unfall hatte und deshalb nicht mehr richtig gehen kann. Ich ging von einem Verkehrsunglück aus. Letzten Dienstag sah ich ein komisches Bild über seinem PC hängen. Er erklärte munter, dass er seinen Kopf auf die Glasscheibe des Kopierers gelegt hätte und das Ergebnis lustig fand. In der Pause kotzte ich mich bei einer Kollegin über ihn aus und meinte er wäre ein unfassbar kindischer Idiot, der unserem Image nur schadet.


Zudem regte ich mich über seine Kritikunfähigkeit auf. Diesen Teil bekam die Büroleitung mit, ich hatte sie in meiner Rage nicht mal bemerkt. Sie meinte, sie würde bald ein ernstes Gespräch mit ihm führen, auch sie war genervt. Gestern saß eine andere Kollegin mit ihm und mir in einem Raum. Die beiden unterhielten sich über alles Mögliche und ich erfuhr, dass er seine halbe Kindheit im Krankenhaus verbrachte, wegen einer seltenen Erkrankung. Irgendwann war er geheilt, hatte jedoch kein soziales Umfeld durch die vielen Klinikaufenthalte und wurde depressiv. Eines Tages ist er aus Verzweiflung von einer Brücke gesprungen und deshalb hat er das mit den Beinen. Ich habe ein furchtbar mieses Gewissen, dass ich ihm ein wohl nächsten Dienstag stattfindendes Gespräch mit unserer Büroleitung aufgedrückt habe. Sie hat es ihm schon angekündigt.

Beichthaus.com Beichte #00036992 vom 08.11.2015 um 01:07:45 Uhr (12 Kommentare).

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“Folge

Warum habe ich alles richtig gemacht?

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Ungerechtigkeit Ignoranz Begehrlichkeit

Ich (m/23) habe eigentlich alles richtig gemacht. Ich hatte mit 17 einen Schwarm. Ein wunderschönes Mädchen, welchem ich schon ewig hinterherhechelte. An einem Abend auf einer Party kam es dann so weit. Wir haben rumgemacht. Danach habe ich sie mit zu mir genommen. Zu Hause angekommen entblößte sie sich und fragte, ob ich ein Kondom im Haus habe. Hatte ich. Da ich aber wusste, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch Jungfrau war, sagte ich zu ihr, wir sollten das lassen. Ich würde sie zu wenig kennen und mit dem ersten Mal sollten wir uns Zeit lassen, bis wir uns vertrauen können. Sie fand das süß und freute sich sehr. Den restlichen Abend ging es heiß her, nur eben ohne Sex. In den folgenden Wochen verletzte sie mich, wo sie nur konnte. Wir schrieben viel, sie heuchelte immer Interesse - versetzte mich aber mehrfach. Ich war sehr verletzt. Inzwischen ist sie seit mehreren Jahren mit ihrem Freund zusammen, mit dem sie dann wohl auch ihr erstes Mal hatte. Ich bin inzwischen auch mehrere Jahre gebunden und völlig glücklich mit meiner Liebe. Meine Beichte ist, dass ich bereue, nicht mit ihr geschlafen zu haben, obwohl ich weiß, dass es richtig war. Sie war verdammt heiß.

Beichthaus.com Beichte #00036843 vom 15.10.2015 um 14:40:37 Uhr (13 Kommentare).

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Meine beste Entscheidung als Veganer

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Dummheit Hochmut Ignoranz Studentenleben

Zu Beginn meiner Studienzeit war ich ein ziemlicher Mitläufer und Trottel. Naja, wie soll ich das sagen, ich fing an Politikwissenschaften zu studieren und wurde mit dem neu gewonnenen Freundeskreis auch Veganer. Einer der nervigen Sorte. Meine Freunde in meiner Heimat machten zum größten Teil eine Ausbildung oder ein duales Studium, und verstanden mich nicht mehr, sodass ich so anfing, harsch dafür zu plädieren, dass veganes Essen besser ist als alles andere. Meine Mutter musste für mich sogar über die Feiertage hinweg dementsprechend einkaufen. Auch war ich mit meinen neuen "Freunden" auf Demos, gegen alles Mögliche. Alles in einem lebte ich also in einer Blase des "besseren" Menschen, ich fühlte mich auch irgendwie besser als andere, zusammen mit meinen Studienfreunden glaubten wir das tatsächlich auch. Eines Abends, wir waren in einer lustigen Runde, kam eine Kommilitonin mit ihrem Freund auch vorbei. Wir hatten mit ihr nicht viel zu tun gehabt, jedoch eine mäßig schwere Klausur geschrieben und wollten das Feiern, dementsprechend waren auch einige von unserem Studiengang eingeladen.

Ihr Freund, war ein großer, behaarter Türke, also nicht falsch verstehen, er stellte sich mir damals auch so vor. Er hatte einen gewissen Hang zum Humor - musste man schon sagen. Er riss einige politisch unkorrekte Witze auf der Party, was meine Freunde natürlich schrecklich fanden, jedoch das Lachen auch nicht verkneifen konnten. Ich unterhielt mich ein bisschen länger mit ihm. Anfangs dachte ich, in meiner Arroganz, er würde irgendetwas "Einfaches" machen, wie Lagerist oder Kassierer im Supermarkt. Also erzählte ich ihm, wie anstrengend so ein Studentenleben ist, dass andere Arbeit zwar körperlich anspruchsvoll wäre, das Studium einen jedoch geistig herausfordern würde. Ich hörte nicht auf und erzählte weiter, wie wichtig es für uns alle ist, auf Tierfleisch zu verzichten und dass wir in einer sexistischen Gesellschaft leben, und so weiter. Bis seine Freundin zu uns kam, küsste ihn auf die Backe und fragte ihn, warum er nur so grinsend dasitzt. Er zeigte auf mich und sagte nur nüchtern: "Mit Anfang zwanzig war ich nicht so ideologisch, vielleicht liegt es daran, dass ich Ingenieur bin und ich immer basteln wollte."

Irgendwie war ich irritiert, schaute ihn an und fragte ihn: "Ingenieur?" Er fing an zu lachen, dann sagte er mir auch noch, dass er nicht nur einen Master in Elektrotechnik hatte, sondern aktuell auch noch darin promoviert. Da saß ich nun und fühlte mich erst richtig scheiße. Schließlich hatte er sich mein Geschwätz angehört, obwohl er wohl besser wusste, wie zeitaufreibend ein Studium sein kann. Wie dem auch sei, er gab mir seine Telefonnummer und meinte, dass wir uns gerne ein anderes Mal treffen können, er müsse mit seiner Freundin noch weiter - sie waren noch auf eine andere WG-Party eingeladen. Mit diesen Gedanken im Kopf, dachte ich mir, ich sollte ihn auf jeden Fall mal wiedertreffen und mir sein Gerede antun, nachdem ich so herablassend über ihn gedacht hatte. Gesagt getan, eine Woche später trafen wir uns. Wir tranken gut etwas weg und ich fing mir an, einen Joint zu drehen und fragte ihn, ob er auch mag. Er grinste mich an und sagte nur: "Ich bin zu alt für so etwas, der Alkohol reicht mir". Wir gingen weiter um die Häuser und natürlich hatten wir Hunger.

Er sagte mir, dass er einen Dönerladen kennt, der vermutlich den geilsten Döner macht, denn ich bisher gegessen hätte. Wir liefen hin, und ehe ich mich versah, hatte ich einen ziemlich fetten Dürüm-Döner in der Hand. Im Kopf dachte ich mir, dass ich es ihm sagen sollte, dass ich das nicht essen kann - er weiß doch, dass ich Veganer bin, wieso habe ich mir eigentlich das Ding gekauft?! Aber statt meine Gedanken in Worte zu fassen, biss ich ziemlich gierig ein großes Stück vom Döner ab. Und statt aufzuhören, aß ich weiter, als ob ich kurz vorm Verhungern gewesen wäre. Verflucht, war das geil! In dem Moment, wo auch das letzte Stück seinen Weg in meinen Magen gefunden hatte, schwor ich mir innerlich, es bei diesem Ausrutscher zu belassen. Die Nacht war noch jung und wir zogen weiter um die Häuser. Ich weiß nicht warum, aber bevor wir in die nächste Bar taumelten, beschlich uns erneut der Gedanke etwas zu essen. Praktischerweise war eine Currywurst-Bude direkt nebenan, nun dachte ich mir, dass er wohl garantiert kein Schweinefleisch isst und daher wohl auch nur Pommes bestellen wird.

Dem war aber wieder nicht so, er bestellte zwei Mal eine Currywurst und eine große Portion Pommes für uns beide. Verflucht, ich konnte nicht schon wieder Fleisch essen, und wieso hat der Kerl andauernd Hunger? Doch statt meine Bedenken kundzutun, aß ich erneut gierig meine Wurst auf. Das war der letzte Moment, an den ich mich erinnern konnte. Am nächsten Morgen wachte ich in seiner Wohnung auf seinem Sofa auf, neben mir eine völlig Unbekannte - sie hatte blonde Haare und wirkte auch nicht so wie die Frauen, die ich bisher während meiner Studienzeit hatte. Sie lächelte mich an, später sagte sie mir, sie fände es süß, dass ich wohl in der Bar, wo ich sie aufgegabelt hatte, auf alle Veganer geflucht hätte. "Oh Gott, was hat dieser Typ nur aus mir gedacht, dachte ich?!" Habe ich innerhalb eines Abends alle meine Ideale einfach so hingeworfen?! Sie war aber echt nett und ich dachte mir, dass sich vielleicht etwas mit ihr ergeben würde.

Naja, die Zeit verging und ich traf mich mit meinem neuen orientalischen Freund immer wieder, auf einen Kaffee oder Ähnliches. Auch entwickelte sich meine neue weibliche Bekanntschaft zu meiner festen Freundin - sie war ganz anders als ich: Sie studierte Jura, trug eine Perlenkette und war an sich auch eher die Klischee-Juristin. Als ich sie dann meinen Studienfreunden vorstellte, waren diese nur gehässig und machten dumme Witze. Das hatte mich schon sehr verletzt, denn letztendlich war sie die Frau, die ich liebte, und keine "Jura-Schlampe", wie meine angeblichen Freunde sie nannten. Also sah ich meine Studienfreunde auch immer seltener, ansonsten war ich auch nicht wirklich in meinem Studium engagiert. Ich wurde immer lustloser. Veganer war ich dann auch nicht mehr. Und so begann ich später, mit der Hilfe meines türkischen Freundes, Maschinenbau zu studieren.

Ich muss ehrlich sagen, dass das wohl auch die beste Entscheidung meines Lebens war. Ich habe wieder einen größeren Kontakt zu meinen Freunden in der Heimat, meine neuen Kommilitonen waren auch ziemlich cool drauf. Und irgendwie fühle ich mich innerlich wesentlich erfüllter. Mittlerweile habe ich meinen Bachelor in Maschinenbau fertig und beginne nächste Semester meinen Master. Ich muss sagen, dass es schon erstaunlich ist, wie sehr sein Erscheinen mein Leben verändert hatte. Ich beichte, dass ich ein ziemlicher Trottel war und froh bin, jetzt doch für mich den richtigen Weg gefunden zu haben.

Beichthaus.com Beichte #00036841 vom 15.10.2015 um 13:57:51 Uhr (20 Kommentare).

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“Beichte

Zufälliges Treffen mit der Ex

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Schamlosigkeit Dummheit Ignoranz Ex

Gestern traf ich zufällig meine Ex-Partnerin, mit welcher ich jahrelang zusammen war. Und ausgerechnet in der City unseres ehemaligen Wohnortes. Wir haben uns vor fünf Jahren getrennt und hatten seitdem keinen Kontakt mehr. Sie weiß nicht, wo ich wohne und welche Telefonnummern ich habe und andersherum. Wir sind im Social Network nicht angemeldet. Zuerst musste ich zwei Mal hinschauen, bevor ich sie erkannte, aber sie nahm mir die Kontaktaufnahme ab, weil sie mich sofort erkannte. Nach den üblichen Begrüßungsformeln und den Austausch der Fragen nach dem Wohlsein musterte ich sie etwas genauer. Ich will es nicht beschreiben, was ich sah. Aber meine Zunge war in diesem Augenblick schneller als mein Hirn: "Wolltest du nicht die Konfektionsgröße 42 (bei ihrer Länge M) vermeiden? Scheinst du aber geschafft zu haben! 54 oder Zeltausstatter?"


Sie drehte sich um und ging hastig und wortlos weg. Ich folgte ihr nicht, fühlte aber in dem Augenblick eine gewisse Genugtuung. Während unserer Beziehung nahm sie Antidepressiva, welche das Gewicht extrem beeinflussen können. Sie kämpfte damals wirklich darum, die Größe 40 zu behalten. Ihr Depressionen wegen Borderline und ihr Fremdgehen zum Schluss zwangen mich damals selbst in eine Therapie, welche ich erfolgreich abschloss. Ich habe einen Riesenbock geschossen. Da gibt es kein Vertun! Und nun, mit diesem Abstand, tut es mir wirklich leid. Für so etwas kann nur eine Person Absolution gewähren. Aber ich weiß nicht, wie und wo ich sie finden kann.

Beichthaus.com Beichte #00036832 vom 14.10.2015 um 16:51:18 Uhr (15 Kommentare).

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