Die Geschwister, die ich beinahe gehabt hätte...

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Lügen Morallosigkeit Misstrauen Familie

Dieses Wochenende war ich (m/22) nach längerer Zeit bei meiner Großmutter zu Besuch, die 700 Kilometer von mir entfernt wohnt. Da sie schon 88 ist und alleine wohnt, habe ich ihr ein bisschen im Haushalt unter die Arme gegriffen, was sie halt nicht mehr alleine schafft. Außerdem war ich froh sie nach langer Zeit wiederzusehen, da man eben nie weiß, wie viel Zeit ihr noch bleibt. Als ich sie eines Abends ins Bett gebracht hatte und wir uns noch ein bisschen über die üblichen Themen wie Familie unterhielten, erfuhr ich, dass meine Mutter ein paar Jahre vor meiner Geburt mindestens eine Abtreibung hatte. Meiner Oma ist das in einem Nebensatz so rausgerutscht - sie sagte mir, ich sollte das bloß für mich behalten, und wir wechselten schnell das Thema. Mir geht das seitdem aber nicht mehr aus dem Kopf, da meine Eltern mir und meinen drei Geschwistern gegenüber nie etwas gesagt haben. Da hätte es einen oder mehrere Menschen gegeben, die heute meine Brüder oder Schwestern wären, und ich habe nie von ihnen erfahren.

Ich bin grundsätzlich kein Abtreibungsgegner oder Moralapostel, aber wenn es einen dann selbst betrifft und man erfährt, dass die eigenen Eltern und Verwandten das jahrzehntelang vor einem verheimlichten, ist das schon krass. Ich habe eigentlich ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, wir sind keine Bilderbuchfamilie, aber lieben uns natürlich trotzdem. Ich bin jetzt ratlos, ob ich sie oder meine Geschwister, die wohl auch nichts davon wussten, darauf ansprechen soll und was ich jetzt von ihnen denken soll. Schließlich könnte es mich heute genauso gut nicht geben. Solche Geheimnisse hätte ich ihnen einfach nicht zugetraut. Meine Beichte ist, dass ich meinen eigenen Eltern wohl erst mal nicht mehr so viel Vertrauen entgegenbringen werde und ich ihre Geheimniskrämerei insgeheim verurteile, obwohl ich von ihrer damaligen Situation und ihren Beweggründen natürlich keine Ahnung habe.

Beichthaus.com Beichte #00033944 vom 15.09.2014 um 19:24:53 Uhr (12 Kommentare).

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Mitleid für Mobbingopfer?

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Zorn Engherzigkeit Hochmut Alsdorf

Ich (w/25) möchte beichten, dass ich kein Mitleid mit sogenannten Mobbingopfern habe. Damals nannte man das noch "Hänseln" und war normaler Schulalltag. Ich selbst wurde auch geschlagen, beschimpft und mit Zirkeln gepiekst. Meine Schultasche wurde ins Klo gestopft, mir wurde ein Eimer mit Putzwasser über den Kopf gekippt, der alte Tafelschwamm wurde mir ins Gesicht gedrückt. Einmal bin ich im Winter auf das Schulklo gegangen und meine Klassenkameraden haben mir von oben zwei Eimer mit Schnee in meine Kabine gekippt. Ja, meine Hausaufgaben und mein Essen sind mir auch regelmäßig geklaut worden, über Jahre hinweg. Und das alles nur, weil ich keine Markenkleidung hatte. Ich könnte die Liste noch ewig fortführen. Trotzdem ist aus mir eine selbstbewusste, junge Frau geworden. Meine Beichte ist, dass ich Leute, die mit solchen Erlebnissen nicht klarkommen, verachte. Wer nach Jahren oder Jahrzehnten noch darunter leidet - teilweise trotz Therapie - ist für mich einfach zu schwach für diese Gesellschaft. Ich empfinde keinen Hass gegen meine früheren Peiniger, jedoch gegen Menschen, die sich in ihrem "Leid" ein Leben lang winden. Kommt doch mal auf euer Leben klar! So sind Kinder nun mal und wer an so etwas zerbricht, weiß nicht, was Leben heißt.

Beichthaus.com Beichte #00033932 vom 12.09.2014 um 19:52:30 Uhr in 52477 Alsdorf (29 Kommentare).

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Praktiken mit mehreren Männern

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Selbstsucht Fetisch Wollust Partnerschaft

Ich möchte beichten, dass ich - trotz meines unglaublich befriedigenden Sexlebens - gerne Sex mit anderen Männern hätte. Mein Partner ist ziemlich gut im Bett und erfüllt mich genauso, wie ich es brauche. Er hat schon viele Wünsche meinerseits erfüllt, die mich ganz schön angemacht haben. Dennoch stehe ich total auf bestimmte Sexpraktiken, die mehreren Männern bedürfen, mein Partner jedoch glaubt, dass dies unserer Beziehung schaden könne. Da ich der Meinung bin, dass man sich manche Wünsche und Fantasien erfüllen sollte und ich das Verlangen schon ziemlich lange habe, glaube ich das jedoch nicht. Auch wenn er mir schon ziemlich entgegengekommen ist, nervt mich das, denn normalerweise steht doch jeder Mann auf versaute Frauen. Allerdings tut mir dieses Denken zutiefst leid, denn unser Sex ist echt wundervoll und wir haben auch eine tolle Beziehung, mein Wunsch wäre einfach nur das i-Tüpfelchen, das mich ziemlich anmachen würde. Ich bitte um Verzeihung!

Beichthaus.com Beichte #00033929 vom 12.09.2014 um 15:35:40 Uhr (21 Kommentare).

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Mobbing in der Kleinstadt

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Engherzigkeit Hass Verzweiflung Schule

Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, jedoch hatte ich keine einfache Kindheit und Jugend aufgrund familiärer Ereignisse. Dies führte auch dazu, dass ich nicht normal sozialisiert wurde und dementsprechend dann in der Schule auch zum Mobbingopfer wurde, da ich gar nicht so wirklich wusste, wie ich mich anderen gegenüber geben muss. Ich war eben still und eher in mich gekehrt, habe jedoch immer sehr gute Noten gehabt. Nur im Umgang mit anderen hing ich leider etwas hinterher und wusste nicht, dass man vorgeben muss, extrovertiert zu sein. Das Mobbing bestand meist nur aus Worten, trotzdem war es zutiefst verletzend, "unglaublich fett" und andere Dinge genannt zu werden, wenn man maximal ein wenig pummelig war. Ich leide heute, gut fünfzehn Jahre später, noch unter den Folgen dieser Beleidigungen und vermutlich werde ich das alles nie komplett abstreifen können.


Vor einigen Jahren bin ich dann in eine Großstadt gezogen und habe bis auf meine Familie keinerlei Kontaktpersonen mehr in meinem Heimatort, da ich nie wirklich Freunde in der Schule gefunden hatte und diejenigen, die ich dann in der Oberstufe kennengelernt hatte, wohnen auch längst nicht mehr dort. Was ich aber beichten möchte: regelmäßig, ungefähr jeden zweiten Monat gebe ich die Namen dieser ganzen Leute bei sozialen Netzwerken ein, sehe mir an, was sie machen, wie sie gerade aussehen, und versuche, möglichst viel herauszufinden. Viele haben fast alles öffentlich sichtbar, manche gar nichts. Und so fühle ich mich ein wenig, als würde ich das Leben dort in der Kleinstadt miterleben, als hätte ich noch irgendeine Verknüpfung zu meinem Heimatort. Besonders die Leute, die mich am Schlimmsten gemobbt haben, verfolge ich genau. Ihre lachenden Gesichter auf ihren Profilbildern sind für mich blanker Hohn. Von einer weiß ich, dass sie starke Depressionen hinter sich hat. Leider verschafft mir das nicht annähernd Genugtuung und ich werde ihnen vielleicht nie verzeihen.

Beichthaus.com Beichte #00033924 vom 11.09.2014 um 16:02:36 Uhr (16 Kommentare).

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Extrawürste für die Kinder

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Geiz Selbstsucht Schamlosigkeit Kinder

Ich (w) arbeite Vollzeit und mein Mann arbeitet auch. Er ist sehr geizig und hat unseren Kindern (12, 14) nie etwas zukommen lassen. Da ich selbst darauf spare, mir irgendwann eine eigene Wohnung für mich allein zu nehmen und trotzdem nicht auf alles Verzichten möchte, halte ich es genauso. Die Kinder kriegen das Nötigste und gut ist. Ich schicke sie sogar für zwei Euro für Unterrichtsmaterial weiter zu meinem Mann, der verdient schließlich mehr. Neulich musste ich mit meiner Jüngsten nachmittags zum Arzt in eine andere Stadt. Weil es sich für sie nicht lohnte, nach der Schule noch mit dem Bus heimzufahren, gab ihr mein Mann drei Euro Essensgeld. Meine Tochter mag nicht so gern Brot und frühstückt deshalb morgens nicht, sie bekommt auch nichts zu essen und zu trinken mit in die Schule. Entsprechend ausgehungert muss sie zu einem Fast-Food-Restaurant gegangen sein. Ich selbst verzichtete auf die Mittagspause und nahm mir einen halben Tag frei, holte sie eine Stunde später ab und fuhr direkt durch zum Arzt. Dort kamen wir dann um kurz vor sechs raus. Ich hatte Hunger und ging mit meiner Tochter in ein griechisches Schnellrestaurant, wo ich mir einen Gyrosteller und Cola bestellte. Sie fragte mich, ob sie auch etwas bestellen dürfte, und ich habe ihr gesagt, dass sie das nicht dürfte, da sie immerhin ein Mittagessen gehabt hatte. Ich beichte also, dass meine Tochter mir beim Essen zugucken musste, wodurch es mir übrigens nicht schlechter geschmeckt hat. Der wahre Grund, weshalb ich ihr nichts ausgegeben habe, war übrigens, dass ich es einfach nicht einsah, für zwei Personen zu bezahlen. Sie, die danach auch noch Hausaufgaben machen musste, konnte sich erst eine Stunde später etwas machen. Und zwar Brot. Denn ich sehe es nicht ein, Extrawürste zu kaufen, schließlich will ihr Bruder dann auch etwas anderes.

Beichthaus.com Beichte #00033921 vom 10.09.2014 um 12:32:14 Uhr (74 Kommentare).

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