Die letzte Freundin

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Zorn Selbstsucht

Ich habe gerade eben einer früheren Freundin von mir auf sehr bösartige Weise die Freundschaft gekündigt, weil ich sie nicht mehr ausstehen konnte. Natürlich hat es auch seinen Grund, und zwar nervte sie mich mit ihrer brutal anhänglichen, selbstbemitleidenden und krankhaft neidischen Art immer mehr, sodass ich keinen Ausweg mehr sah, als ihr auf unfreundliche Art klar zu machen, dass ich keine Nerven mehr für sie habe. Wieso es mir dann trotzdem leidtut, dass ich die Freundschaft gekündigt habe? Weil ich die einzige Freundin war, die sie noch hatte und sie zudem psychisch nicht ganz richtig tickt. Deshalb ist sie vielleicht doch auf meine Hilfe angewiesen. Auch hat es mich innerlich befriedigt, ihr auf dermaßen direkte Art meine Meinung zu sagen, obwohl ich ja weiß, dass es sie trifft. Aber sie war einfach so nervig und dumm! Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032754 vom 21.02.2014 um 13:14:52 Uhr (8 Kommentare).

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Von der Judenfeindlichkeit geprägt

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Vorurteile Lügen Verzweiflung Gesellschaft Freudenstadt

Ich habe etwas ziemlich Außergewöhnliches zu beichten. Ich (w/27) verheimliche meine Identität vor einigen Menschen. Dazu muss ich etwas ausholen: Ich bin das Kind jüdischer Eltern. Ich bin so erzogen worden, dass ich mir meiner Herkunft bewusst bin und darauf auch stolz sein kann. Bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr wussten die wenigsten meiner Mitschüler, dass ich Jüdin bin. Man entwickelt ja erst als Jugendliche/r seine Identität bzw. ist sich seiner Identität bewusst. Eher beiläufig erzählte ich einer Mitschülerin, dass ich Jüdin sei, da wir das Thema Holocaust im Unterricht durchnahmen. Ich dachte mir natürlich nichts dabei, es war eben eine einfache Information. Am nächsten Schultag erlebte ich jedoch mein blaues Wunder: Es begann ein Spießrutenlauf. Mir wurden Judenwitze ins Gesicht geschleudert, ein selbst gebastelter Judenstern auf mein Pult gelegt, Bemerkungen zum Holocaust gemacht und alle anderen erdenklichen Geschmacklosigkeiten, die man sich vorstellen kann. Das Schlimme war, dass dies die nächsten Jahre immer wieder aufkochte. Ich zog mich immer mehr zurück, da ich inzwischen beinahe täglich damit konfrontiert wurde, ich wurde einfach in den Dreck gezogen. Natürlich vertraute ich mich auch einer Lehrerin an, die jedoch eher ratlos als hilfsbereit war. Meinen Eltern erzählte ich nichts - mein Vater hatte einen Schlaganfall erlitten und meine Mutter war jahrelang mit seiner Pflege beschäftigt. Ich wollte niemanden belästigen, außerdem dachte ich dummerweise, ich müsse das als Fast-Erwachsene alleine lösen.


Ich beendete die Schule, fing mein Studium an und merkte, dass ich meine wahre Identität verleugnete. Meine Freunde sind weltoffene und tolerante Menschen und von der Logik her weiß ich absolut, dass ihnen meine Ethnie egal ist. Doch sobald ich auch nur daran denke, ihnen das "Geheimnis" zu offenbaren, kriege ich Schweißausbrüche und Panikattacken und fühle mich in die Schule zurückversetzt. Da mein Nachname nicht "Jüdin" schreit, wissen es die meisten nicht und es ist ihnen auch schlichtweg egal. Ich hatte seit meinem achtzehnten Lebensjahr einen jüdischen Freund, den ich in unserer Gemeinde kennengelernt habe. Daher war es ganz logisch, dass ich kein Geheimnis vor ihm hatte. Doch nach vielen Jahren ging unsere Beziehung in die Brüche. Nun habe ich seit drei Monaten einen nicht-jüdischen Freund und habe beschlossen, dass dieses irre Theater aufhören muss und meine Kindheitstraumata nicht mein Leben bestimmen können. Deswegen habe ich heute einen Termin bei einem Psychologen gemacht, um mich endlich zu befreien und um zu sein, wer ich bin.

Beichthaus.com Beichte #00032741 vom 18.02.2014 um 23:58:53 Uhr in Freudenstadt (30 Kommentare).

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Abenteuer mit zwei Männern

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Selbstsucht Fremdgehen Lügen Morallosigkeit München

Ich (w/24) habe vor ungefähr fünf Jahren mit zwei Männern "gespielt". Es fing alles klassisch an: Zwei junge Männer fanden mich interessant und buhlten um mich. Jedes Mädchen weiß, wie sehr das einem schmeichelt. Zunächst war es absolut harmlos. Man traf sich auf einen Kaffee, ging ins Kino oder verbrachte den Tag in der Stadt. Ich ging mit beiden aus, weil ich sie einfach nett fand und es mir gefiel, angehimmelt zu werden. Es kam nie zu Küssen oder Berührungen, es war eher freundschaftlich. Doch bald merkte ich, dass ich den einen jungen Herren sehr anziehend fand. Und so entschied ich mich - zunächst - für ihn. Wir fingen eine kleine Romanze an. Doch der andere gab nicht locker und ich muss gestehen, dass auch er mir gefiel. Nun, ich bin katholisch erzogen worden und allein einen Freund "einfach so" zu haben, war etwas, das meine Eltern ganz und gar nicht gut fanden.

Irgendwie gab es mir einen Kick, auch mit dem anderen Mann etwas anzufangen. Das hört sich so furchtbar an, ist es auch. Aber mich mit beiden heimlich zu treffen, sie so um den Finger zu wickeln, Spaß mit ihnen zu haben - es gab mir einen unfassbaren Kick. Keiner wusste davon, obwohl wir in derselben Nachbarschaft wohnten. Da ich beiden erzählt hatte, dass meine Eltern es ganz und gar nicht gut finden, wenn ich mit Jungs "etwas am Hut habe", schwiegen sie beide. Mir machte es Spaß, mich zu verstecken und mit ihnen zu schlafen. Verliebt war ich in beide nicht, es war einfach ein riesiges Abenteuer für mich. Doch wie das dann so ist - sie hatten sich ernsthaft in mich verliebt. Und da merkte ich, dass ich eindeutig zu weit gegangen war. Obwohl es mir einen Kick gab, diese Nummer durchzuziehen, habe ich es dann mit beiden abgebrochen. Ich habe zwei Menschen mit Absicht benutzt, um mein kleines, geheimes Abenteuer zu erleben und es tut mir bis heute wirklich leid. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032735 vom 17.02.2014 um 21:58:13 Uhr in 80333 München (Weinstraße) (16 Kommentare).

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Abschiedsfloskeln in der Drogerie

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Engherzigkeit Neid Schamlosigkeit Arbeit Nürnberg

Ich (w) arbeite seit Längerem für einen bekannten Drogeriemarkt in Süddeutschland. Leider wird diese Tätigkeit mit der Zeit immer anspruchsloser und langweiliger, sodass ich mir immer erheiternde Späße einfallen lassen muss. Hätte ich doch nur etwas Vernünftiges gelernt! Aber nun zu meiner Beichte: Es betreten überwiegend Frauen im Alter von 20-30 Jahren die Drogerie. Die meisten von denen kann ich nicht leiden, da ich mir in meiner Arbeitskleidung so minderwertig gegenüber den überschminkten Frauen vorkomme. Wenn eine Frau mal eine Packung Kondome kauft und ich an der Kasse stehe, sage ich oft Sätze wie "Viel Spaß noch" oder "Lass es nicht zu sehr krachen. Morgen ist auch noch ein Tag". Oft folgt noch ein Augenzwinkern, um die Frauen noch mehr in Verlegenheit zu bringen. Für Frauen, die billige Tampons kaufen, habe ich immer den Standardspruch "Kaufen Sie lieber nicht die Billigen, sonst müssen Sie morgen noch einmal in die Stadt für neue Unterwäsche". Ich muss zugeben, dass ich mich in der Öffentlichkeit wirklich daneben benehme, aber es macht einfach Spaß, die errötenden Frauen zu beobachten und daher bitte ich um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032734 vom 17.02.2014 um 14:21:40 Uhr in 90402 Nürnberg (Königstraße) (20 Kommentare).

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Der Teufel Alkohol

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Sucht Trunksucht Verzweiflung Familie

Ich (w/42) befinde mich zurzeit in stationärer Therapie wegen meiner langjährigen Alkoholsucht und habe mitunter viel Zeit zum Nachdenken. Erst jetzt, mit wachsender Abstinenz und klarem Kopf wird mir schmerzlich bewusst, was ich meinen Kindern mit dieser Sucht angetan habe, denn dem Alkohol bin ich leider schon sehr früh verfallen. Mit 20 habe ich geheiratet, wurde Hausfrau und Mutter, aber als das kann man mich eigentlich nicht bezeichnen. Ich war mehr überfordert als glücklich mit dieser Rolle. Ich habe in Gegenwart der Kinder getrunken, den Haushalt vernachlässigt und oft ist mir die Hand ausgerutscht - mein Mann trennte sich schließlich von mir und nahm die Kinder mit, die Älteste war damals sechs Jahre alt. Ich soff trotzdem weiter, hatte lockere Affären und wurde wieder schwanger. Mein drittes Kind, eine Tochter, kam aufgrund meiner Alkoholsucht behindert zur Welt, sie wurde mir vom Jugendamt sofort weggenommen, aber auch das brachte mich nicht zur Einsicht, ich war schwerabhängig, verdrängte vieles und stürzte immer weiter ab.


Ich lernte dann erneut einen Mann kennen, zog mit ihm in ein anderes Bundesland und glaubte es dieses Mal zu schaffen. Als ich nach der Hochzeit mit Zwillingen schwanger wurde, sah mein Vorhaben auch ganz gut aus, ich glaubte, mein Leben wieder im Griff zu haben, nur war das ein fataler Trugschluss. Kaum waren meine Jungs geboren, ging es mit dem Saufen wieder von vorne los, ich war wieder mit allem überfordert und fühlte mich im Stich gelassen. Mein Mann arbeitete viel und um unsere junge Ehe stand es nicht gut, er begann mich zu schlagen, und ebenfalls zu trinken. Trotzdem haben wir noch eine Tochter bekommen, aus heutiger Sicht der pure Wahnsinn. Die Kinder erlebten die ersten und so wichtigsten Jahre ihres Lebens wie in der Hölle und das werde ich nie wieder gutmachen können. Bevor auch hier wieder alles eskalierte, schritt das Jugendamt ein und nahm uns die Kinder weg. Das gleiche Szenario wie in meiner ersten Ehe: Kinder weg, Mann weg, Scheidung. Ich unternahm mehrere halbherzige Therapieversuche, irrte ziellos in meinem Leben umher und hatte sechs Kinder wegen dem Teufel Alkohol im Stich gelassen, alle waren, außer die beiden Ältesten, in Pflegefamilien, zu denen ich allerdings keinen Kontakt haben durfte. Immer wieder wollte ich etwas ändern, aber ich schaffte es nie, abstinent zu bleiben. So vergingen die Jahre, in denen ich mich zugrunde soff.


Mir war inzwischen alles egal. Erst, als mich mein Hausarzt zwangseinweisen lies, hat es bei mir klick gemacht. Die Ärzte stellten eine mittelschwere Leberzirrhose fest, sodass ich sofort einen Entzug machte, der wirklich furchtbar, aber ein guter Anfang war, seit einem halben Jahr befinde ich mich in einer geschlossenen Therapieeinrichtung und denke, gute Fortschritte zu erzielen. Aber mit den klaren Gedanken kommt auch der Schmerz über das, was ich meinen Kindern angetan habe und im Leben niemals wieder gutmachen kann. Meine älteste Tochter ist jetzt 21, die jüngste Fünf, zu allen sechs Kindern habe ich keinen Kontakt und das tut mir bitter weh, denn ich habe alles, wirklich alles falsch gemacht und war nie für sie da. Jetzt ist es zu spät, um ihnen noch mal eine gute Mutter sein zu können, aber ich werde trotzdem darum kämpfen, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen, um gleichzeitig eine Chance zu erhalten. Vielleicht sogar wieder Kontakt aufbauen zu können, wenn es das Jugendamt zulässt. Die beiden Ältesten sind ja bei meinem Ex-Mann geblieben und dort aufgewachsen. Vielleicht kann ich ihnen mal schreiben. Ich weiß, mit meiner Schuld muss ich leben, die wird mir niemand vergeben können und selbst, wenn mir meine Kinder verzeihen, bleibt für immer diese Schuld, dass ich ihnen so viel Schlimmes zugemutet habe. Darum lasst euch bitte, wenn ihr ein Alkoholproblem habt, rechtzeitig helfen, damit es nicht erst so weit kommt wie bei mir. Es tut mir leid!

Beichthaus.com Beichte #00032733 vom 17.02.2014 um 16:35:21 Uhr (27 Kommentare).

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