Die Widersprüche des Lebens

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Hass Aggression Zorn

Ich (w/23) habe einen Hass auf die Welt. Unbegründet ist er nicht. Mein Onkel hat mich missbraucht, ein anderer Teil der Familie hatte mich über Jahre versucht umzubringen, zu ertränken, erstechen, ersticken. Ersticken ist übrigens das Ekligste, was man sich vorstellen kann. Wenn man atmen will, aber nicht kann. Ich wurde gejagt und wäre auch einige Male fast draufgegangen, wenn man besagtes Familienmitglied nicht kurz vor knapp von mir runtergezerrt hätte. In der Schule gehänselt. Keine Freunde gehabt - nie. Ein Ex ging mir fremd und hatte irgendwann einfach keine Zeit für mich übrig. Der danach wusste von Anfang an nichts mit mir anzufangen, ging nicht mit mir weg, keine Geschenke gar nichts. Immerhin wurde ab und an gevögelt. Was blieb übrig? Depressionen, soziale Phobie, suizidale Gedanken, schlechtes Gewissen, welches ich gegenüber ALLEM habe. Autoaggressionen? Im Ansatz.

ABER: Ich sehe nicht schlecht aus. Habe einen IQ von 127, also "leicht" über dem Durchschnitt; beherrsche fünf Sprachen, studiere derzeit drei Fächer und bin gut in der Regelstudienzeit, obwohl ich 2/3 der Veranstaltung freiwillig besuche. Ich habe halb Europa durchreist, auch zu Fuß, darunter auch den Jakobsweg. Ich kann handwerklich einiges, zur Not koche ich auch. Ich male, schreibe. Habe die wichtigsten Klassiker in den Originalsprachen durchgelesen. Wofür das alles? Habe ich es verdient? Ja, ich lächle, und bin nett und hilfsbereit. Aber es lohnt nicht. Nur die wenigsten Menschen da draußen haben es verdient, dass man sie auch nur ansieht! Und nein, die habe ich noch nicht getroffen und wahrscheinlich werde ich es auch nicht, weil ich so verbittert bin. Die Welt ist einfach Mist und irgendwann wache ich nicht mehr auf. Was ich nun beichte ist, dass mir meine Mutter leidtäte. Für sie ginge ich in den Tod. Niemanden sonst, kein Mensch. Mein Vater spricht eh nicht mit mir, meine Oma hasst mich, weil meine Geburt ihre Pläne zum Scheitern brachte. Ich habe Phantasien, in denen ich alle die Menschen, die mir je im Leben wehtaten, quäle und beim Sterben zusehe. Vor allem die, die ich mal geliebt habe. Warum? Weil ich sie noch immer liebe. Das habt ihr aus mir gemacht. Und morgen werde ich euch lächelnd verfluchen. "Keiner blickt dir hinter das Gesicht. Keiner sieht, wie arm du bist."

Beichthaus.com Beichte #00025272 vom 02.12.2008 um 03:04:18 Uhr (39 Kommentare).

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Orange für Tierquäler

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Rache Gewalt Tiere

Orange für Tierquäler
Ich habe meiner Freundin zum Geburtstag eine Komplettrenovierung ihres Zimmers geschenkt. Dazu gehörte auch das Neustreichen. Problem dabei: Sie hat zwei recht junge Kater, die unglaublich neugierig und verspielt sind. Irgendwie mussten die Katzen also auf eine für sie angenehme Weise aus dem Weg geräumt oder von unserer Arbeit abgelenkt werden, damit sie uns nicht im Weg rumstehen oder Blödsinn anstellen, was junge Katzen bekanntlich sehr gern machen. Also haben wir ihnen das Fenster aufgemacht, damit sie auf den äußeren Fenstersims hinaus konnten. Das ist für sie immer das Größte, da gibt es viel zu sehen, zu schnuppern und zu hören. Das das Fenster im zweiten Stock ist flößt ihnen zwar Respekt ein, stört sie aber sonst nicht weiter, getobt und gespielt wird trotzdem.
Es war etwas später am Abend und draußen schon dunkel, als wir bemerkten, dass die Katzen sich komisch benahmen: Sie sind immer wieder gegen das halb heruntergelassene Rollo gesprungen und wie verrückt auf dem Sims hin und her gerannt. Als für einen kurzen Augenblick der Punkt eines Laserpointers durch das Zimmer huschte, war mir sofort alles klar: Irgendwo dort draußen im Dunkeln sind paar Kindsköpfe, die anscheinend versuchen die Katzen mit dem Punkt soweit zu provozieren, dass sie vor lauter Spielen ihre Vorsicht vergessen und vom Fenstersims fallen. Wer schon mal mit einer Katze und einem Laserpointer gespielt hat weiß, wie magisch der Leuchtpunkt die Katzen anzieht. So wie der Leuchtpunkt sich in diesem Fall verhielt, war es aber definitiv kein Spiel, sondern ein ernsthafter Versuch, die beiden Kater abstürzen zu lassen. Es gibt wenige Sachen, die mich so sehr auf die Palme bringen wie mutwillige Tierquälerei, ganz besonders bei Katzen.
Meine Freundin wohnt in einem Viertel mit hohem Migrantenanteil unter den Anwohnern. Aber die Sorte, die man nicht unbedingt hier haben möchte. Die Tierquäler in der Dunkelheit waren also höchstwahrscheinlich ein paar Jugendliche, die nur (wenn überhaupt) gebrochen Deutsch sprechen, schlecht in der Schule sind und wahrscheinlich keine Zukunft haben. Davon treiben sich in der Gegend erschütternd viele herum. Ihre Langeweile vertreiben sie sich dann anscheinend gerne mal mit Tierquälerei. Nicht mit mir.
Ich bin ins Nebenzimmer (Licht ausgelassen) und habe nach dem verräterischen Leuchten des Laserpointers gesucht. Habe ihn dann auch in einer Hecke ganz in der Nähe gefunden. Was tun? Zum Fenster rausbrüllen würde nichts nützen, mit meiner S-AEG in die Hecke ballern kommt nicht in Frage und nach unten zu rennen um die Bälger zu verfolgen wäre sinnlos, weil ich sie im Dunkeln niemals verfolgen könnte. Geistesblitz! Ich habe mir einen Trichter und zwei Wasserbomben besorgt, die ich bis zum Anschlag mit der Zimmerfarbe (ein warmes Orange) gefüllt habe. Dann noch mal kurz im Nebenzimmer kontrolliert, ob die Armleuchter immer noch in derselben Hecke sitzen, ganz langsam und leise das Fenster geöffnet und die beiden Farbbomben mit ordentlich Schmackes in die Hecke geschleudert. Fluchen, Husten und sich schnell entfernende Schritte. Musik in meinen Ohren.
Am nächsten Morgen habe ich mir die Bescherung mal angesehen. Die Hecke und die erde darum waren so ziemlich komplett orange, bis auf zwei ganz grob menschliche Umrisse am Boden. Sehr schön. Noch schöner waren die sehr deutlichen Fußspuren, die von der Hecke wegführten. Leider hat sich die Spur nach einigen Metern aufgelöst. Mehr oder weniger zufällig entdeckte ich auf dem Rückweg am Griff einer Haustür einige Flecken in einem wohlbekannten Orange. Glück gehabt. Ein kurzer Blick auf die Klingeltafel zeigte einen verschmierten Fingerabdruck (in orange) auf einem Klingelknopf. Auf dem Namensschild neben dem Knopf stand ein für Westeuropäer unaussprechlicher Name, der bis auf das "-kov" am Ende nur aus Konsonanten bestand. Ich weiß jetzt also wo die Übeltäter wohnen und wer sie sind. Werde mir überlegen, ob ich noch was folgen lassen, oder es bei dem unfreiwilligen Farbbad belassen soll.

Beichthaus.com Beichte #00025141 vom 17.11.2008 um 18:30:18 Uhr (64 Kommentare).

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Nächtliche Anrufe in Holland

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Rache Boshaftigkeit Engherzigkeit Telefon Roermond

Ich (m/19) wohne jetzt in Österreich und habe einen Handytarif, mit dem ich kostenlos in ganz Europa telefonieren kann. Und da ich schon in einigen Ländern unterwegs war, kenne ich auch überall Leute - auch welche, die ich nicht mag. Deswegen rufe ich z. B. meine alte Nachbarin aus Holland mitten in der Nacht an und brabbele dann irgendetwas Unverständliches in Telefon und amüsiere mich, weil sie dann ausrastet. Sie hat mich mal angeschrien, weil ich versehentlich mit einem Basketball ihren Dackel erschlagen habe und seitdem Nachbarschaftkrieg herrschte. Allerdings wohne ich schon seit über 10 Jahren nicht mehr in Holland.

Beichthaus.com Beichte #00025137 vom 17.11.2008 um 00:39:59 Uhr in Roermond (24 Kommentare).

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Das beste Jahr meines Lebens

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Drogen Trunksucht Schule USA

Ich habe, wie so viele dieser Generation, ein Schuljahr im Ausland verbracht. Die Werbungen dieser Austauschprogramme reichen von "spektakulären Erfahrungen" bis zum "besten Jahr deines Lebens", die Preise von 2.000 Dollar bis 20.000. Ich erlaube mir, um eine realitätsnahe Vorbereitung eventueller Teilnehmer dieser Programme zu gewährleisten, meine Ergebnisse wiederzugeben: Ich befand mich für circa sieben Monate in einer amerikanischen Großstadt, im Südwesten des Landes. Ich habe mehrfach die Gastfamilie wechseln müssen, teils aus eigener Verschuldung, teils aus anderen Gründen. Ich verbrachte die meiste Zeit bei einer zwar netten, aber gestressten, verarmten und tief religiösen Familie. Ich habe versucht, mich in die Gemeinschaft einzufügen, aber bei vier Kindern, die in der Homeschool unterrichtet wurden, plus kirchliche Aktivitäten 24/7 ging es nicht. Ganz zu Schweigen von den Differenzen in meinen und ihren Einstellungen. Bei allem guten Willen konnte ich mich wenig unterhalten, da Unterhaltungen beim Erwähnen von unerwünschten Dingen einfach abgebrochen wurden. Zum Beispiel, wenn die Rede von Frauen, Sex, Drogen, Krieg oder Ähnlichem war. Ich habe in meinem Zimmer im völlig ruinierten Haus gesessen, mich gelangweilt, gefroren, gehungert, und gehofft, dass es sich legen würde. Hat es aber nicht, also griff ich zur Radikallösung: Ich habe so viel Zeit, wie ich konnte, mit Freunden verbracht, Drogen genommen, mich komplett von Fast Food ernährt, generell jede Regel missachtet, und meinen Unmut über die Situation nicht länger für mich behalten. Irgendwann fiel ich durch einen Drogentest und fuhr nach Hause, schon halb tot vom Nahrungsmangel - 10 Kilo abgenommen. Die Eltern völlig enttäuscht, Verwandten Lügen erzählt, Gastfamilie nicht mehr gesprochen.

Was also habe ich in diesem "besten Jahr meines Lebens" gelernt?
- Alles über Joints, Pilze, Autos knacken, sprayen, diverse andere Drogen, Brandstiftung, und Verwendungszwecke einer Axt.
- Dass die Austauschorganisationen ihre Schützlinge wie Dreck behandeln (Drogentests, Familienwechsel, diverse Obligationen und Kompromisse, wenn man nicht nach Hause will)
- Das amerikanische Familienleben, ihre Religion, ihre Ansichten, Traditionen, von denen sich allesamt sagen lässt, dass Europäer damit nicht gut zurechtkommen, egal wie anpassungsfähig.
- Kenntnisse in Sprache (viel Slang), Geographie, und der Stadt, die jedem Touristen verwährt bleiben. Wer also selber mit dem Gedanken spielt, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, dem sei gesagt: sich richtig in eine fremde Familie zu integrieren, ist in der kurzen Zeit, und bei den kulturellen Differenzen nicht möglich. Es wird langweilig. Niemand fährt mit euch nach Disneyland oder New York, sondern ihr hängt in der Vorstadt/Kleinstadt ab, ohne viel Abwechslung. Wenn ihr nicht immer schön die Klappe haltet, werdet ihr zurückgeschickt. Die Schule ist sinnlos, ihr werdet nichts lernen, das ihr in Deutschland verwenden könnt. Was ihr mitnehmen werdet, ist eine bessere Kenntnis der Sprache, allerdings nicht des gefragten Schulenglisch, sondern des Slangs. Die eine oder andere Enttäuschung ist vorprogrammiert, und sei es die des Abschieds von neu gewonnenen Freunden nach zehn Monaten. Bedenkt dieses. Es sei erwähnt, dass ich hier nicht versuche, Auslandsschuljahre zu verhindern, ich möchte nur jedem Teilnehmer in solchen Programmen sagen: Es wird hart, sei auf alles vorbereitet!

Beichthaus.com Beichte #00024969 vom 19.10.2008 um 23:32:48 Uhr in USA (ArPhoenix, AZ) (31 Kommentare).

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“Beichte

I can't speak english!

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Vorurteile Geiz Gottmadingen

Wer sich in europäischen Großstädten schon einige Sehenswürdigkeiten angetan hat, wird die Art Mensch, die ich jetzt beschreibe, sehr gut kennen. Sie tragen versiffte Klamotten, haben Kinder dabei und fragen dich ständig, ob du englisch kannst. Dann halten sie dir einen Zettel hin, auf dem steht, dass ihr Kind Lepra hätte oder Ähnliches. Natürlich läuft alles darauf hinaus, dass du ihnen Geld geben sollst. Sie sehen alle gleich aus, manchmal frage ich mich, ob sie geklont sind. Im Rausch habe ich auch schon Verschwörungstheorien über diese Menschen aufgestellt. Jedenfalls ekel ich mich wirklich vor ihnen, sie stehen meistens einen halben Meter vor mir, spucken beim Reden und verfolgen mich. Deswegen muss ich sie mit Worten wie: "No, i cant speak english, i need my money for expensive food, go away!" enttäuschen. Schrecklich.

Beichthaus.com Beichte #00024933 vom 11.10.2008 um 23:15:36 Uhr in 78244 Gottmadingen (36 Kommentare).

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