Rettendes Weihwasser

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Morallosigkeit Schamlosigkeit Verzweiflung Ekel Sport

Am Pfingstwochenende war ich länger mit meinem Rennrad unterwegs - nichts Außergewöhnliches, knapp 120 Kilometer. So weit, so gut. Es war jedoch unglaublich heiß. Bereits nach 50 Kilometern waren meine Flaschen leer, also hielt ich nach einer Wasserquelle Ausschau. Nach 30 Kilometern hatte ich jedoch noch immer keinen Brunnen, oder gar ein Wirtshaus gefunden, da ich in einem sehr dünn besiedelten Gebiet unterwegs war, in welchem ich mich zudem nicht wirklich auskannte. Ich habe geschwitzt wie ein Schwein und mit der Zeit kam auch ein abartiger Durst dazu. Eine Kapelle hatte ich gefunden, davor war eine Schwengelpumpe. Das ist quasi eine Handwasserpumpe, die das Grundwasser anzapft - jedoch war der Wasserspiegel zu niedrig und es kam kein Wasser. Irgendwann kam ich an einer anderen Kapelle vorbei. Kein Brunnen, keine Pumpe, nichts. Also musste das Weihwasser der heiligen katholischen Kirche herhalten. Direkt neben dem Eingang im Innenraum gab es scheinbar nur ein Weihwasser Becken mit knapp einem halben Liter Wasser drin, das auch noch so halb in die Wand eingelassen ist. Ich kam mit der Flasche nicht hin, mit der Hand schöpfen war mir zu mühsam, also habe ich dort rausgesoffen wie ein Tier. Irgendwann habe ich dann einen fünf Liter fassenden Behälter für Weihwasser entdeckt, welcher noch halb voll war. Da habe ich dann erst einmal die Flaschen aufgefüllt und mich mit dem Rest etwas erfrischt, um nicht zu sagen: Ich habe es mir über den Kopf geschüttet. Ich beichte also, dass ich in einer abgelegenen Kapelle eine ganz üble Schweiß-Weihwasser Sauerei hinterlassen, Weihwasser literweise getrunken habe und es bereue, da ich dann zehn Minuten später einen schönen Brunnen gefunden habe, auf welchem sogar ein großes Schild mit "Trinkwasser" angebracht war. Hoffentlich hat keiner das Weihwasser vermisst.

Beichthaus.com Beichte #00033444 vom 12.06.2014 um 15:51:05 Uhr (16 Kommentare).

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Babysitter mit Elterngeld

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Boshaftigkeit Zorn Zwietracht Telefon

Ich beichte, dass ich eine Angestellte vom Jugendamt gerade absichtlich genervt habe, weil sie unglaublich unfreundlich war. Ursprünglich hatte ich eine Frage zu einem sehr verwirrenden Elterngeld-Antrag, auf die ich online leider keine Antwort gefunden habe - deshalb habe ich dann dort angerufen. Die Mitarbeiterin war von Anfang an sehr genervt, unfreundlich, ungeduldig und vor allem patzig, so sehr, dass mir die Spucke wegblieb. So etwas habe ich wirklich noch nie erlebt. Nach jeder Antwort, die sie nicht zufriedenstellte, hat sie mir deutlich zu verstehen gegeben, dass sie am liebsten den Hörer aufknallen würde. Zu allem Überfluss hat sie die Fragen so schlecht und missverständlich beantwortet, dass ich, direkt, nachdem sie den Hörer dann aufgeknallt hatte, noch einmal anrufen musste. Sie konnte sich kaum mehr halten vor lauter Ungeduld! Weil sie mir so auf den Geist ging, kam ich dann auf die Idee, mit unterdrückter Nummer und verstellter Stimme unzählige Male bei ihr anzurufen und habe dann dumme Fragen gestellt. Zum Beispiel habe ich mich erkundigt, ob man als Babysitter auch Elterngeld bekommen kann. Das war ein Spaß! Die Tusse wäre fast durch die Decke gegangen, aber Unfreundlichkeit wird halt bestraft.

Beichthaus.com Beichte #00033441 vom 11.06.2014 um 15:09:39 Uhr (19 Kommentare).

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“Beichte

Strafe für den reichen Onkel

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Morallosigkeit Selbstsucht Lügen Studentenleben Familie

Nachdem mich ein Bekannter dazu angeregt hat, möchte ich beichten. Mein Onkel, der viel Hoffnung in mich setzt, bläst mir wortwörtlich das Geld in den Arsch. Er hofft, dass ich irgendwann mal in sein kleines Unternehmen einsteige und es später weiterführe. Natürlich nutze ich das Ganze derzeit aus und ich will mein Studium auch auf das Maximum hinauszögern - die tausend Euro, die ich monatlich von ihm auf mein Konto bekomme, sind die paar Lügen nämlich wert. Das Geld bekomme ich nämlich für mein teures "Studentenleben" - 3 ZKB in Uni-Nähe, aus denen ich ohne sein Wissen eine WG gemacht habe, die ganzen teuren Bücher, die ich mir allerdings ausleihe und nicht kaufe, ein neues Auto und so weiter. Meine Beichte ist, dass ich mir mit dem gesparten Geld nach dem Studium selbst etwas aufbauen will und nebenbei das, von meinem Onkel über viele Jahre aufgebaute, eigentlich gut laufende Unternehmen nur als Sprungbrett und Einstiegshilfe nutzen will. Ich werde ihm damit zwar sprichwörtlich ein Messer in den Rücken rammen, aber so kann ich ihm endlich zeigen, wie sehr ich ihn hasse und verachte. Warum das so ist, würde hier den Rahmen sprengen - und eigentlich tut es mir auch leid, so zu denken, da er irgendwie auch zu bedauern ist. Auf der anderen Seite hat er es aber verdient, selbst so ausgebeutet und verarscht zu werden, wie er es schon so lange mit verzweifelten Menschen macht. Tut mir leid Mama, aber dein Bruder hat es verdient, so richtig eins ausgewischt zu bekommen.

Beichthaus.com Beichte #00033429 vom 10.06.2014 um 05:23:33 Uhr (15 Kommentare).

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Manie, Sex und Alkohol

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Fremdgehen Falschheit Morallosigkeit Manie

Ich habe mich nach längerem Kontakt mit einem alten Schulfreund getroffen, es funkte sofort wieder, wie sowieso schon in den Wochen des Telefonierens erwartet. Weil wir beide mittlerweile liiert waren, mussten wir uns in einer anderen Stadt treffen und landeten auch ziemlich schnell im Wald, wo wir uns stundenlang in allen Positionen im und auf dem Auto austobten. Wir tranken, obwohl er mit dem Auto dort war, Alkohol und waren ziemlich enthemmt. Er erzählte mir, wie frigide und langweilig seine Freundin ist, und wie sie ihn oft vor anderen demütigte - dass sie so herrisch war, spornte mich zu Höchstleistungen an. Als wir hinterher dann erschöpft und betrunken dalagen, hatten wir irgendwie das Bedürfnis uns mitzuteilen und er ließ mich seine Freundin anrufen. Ich erzählte ihr, wie gut ihr Freund es einem besorgen konnte, und verspottete sie. Sie glaubte mir erst nicht, doch später war sie natürlich sauer. Nach einer kurzen Liaison kehrten wir demütig zu unseren Partnern zurück. Ich nahm damals Antidepressiva und habe oft das Gefühl, das ich in einer Manie gefangen war. Niemals wäre ich heute oder jemals zuvor so enthemmt gewesen. Und im Nachhinein, mit ein wenig mehr Reife und ohne Psychopharmaka im Blut, tut es mir sehr leid!

Beichthaus.com Beichte #00033424 vom 09.06.2014 um 17:14:31 Uhr (12 Kommentare).

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Der Anruf meiner Oma

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Verzweiflung Trägheit Dummheit Telefon Tod

Vor drei Jahren habe ich im Sommer eine Nacht durchgefeiert - am Tag darauf verstarb meine Oma. Gegen zwei Uhr am Mittag hat sie mich noch angerufen, ich bin aber nicht ans Telefon gegangen. Ich habe ihren Anruf zwar gehört, wollte meinen Rausch aber in Ruhe ausschlafen. Gegen vier wollte ich sie dann zurückrufen, aber es ging nur noch ihre Nachbarin ans Telefon, die meine Großmutter tot in ihrer Wohnung aufgefunden hatte. Sie hatte sich noch zur Tür bewegt und ist dann sitzend am Türrahmen verstorben. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Andauernd frage ich mich, was sie mir sagen wollte. Ich bin enttäuscht und wütend auf mich, weil ich ihren Anruf einfach ignoriert habe.

Beichthaus.com Beichte #00033417 vom 07.06.2014 um 21:26:26 Uhr (15 Kommentare).

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