Rollende Reifen

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Dummheit Feigheit Vandalismus Wacken

Als ich ungefähr elf Jahre alt war, bin ich mit einem Freund auf einen Hügel neben unserer Stadt gelaufen. Wenn man dem Abhang nach unten folgt, trifft man auf die ersten Häuser - es gibt nach unten hin auch keine Bäume oder Ähnliches. Auf der Wiese dieses Hügels grasen oft Kühe und wir haben weit oben einen alten Autoreifen gefunden, den wir spaßeshalber mal angeschubst haben, um zu gucken, ob und wie weit er rollt. Zuerst kam er nur langsam ins Rollen, gewann dann aber rasch an Tempo und wurde auch nicht von den Stacheldrahtzäunen von den Kuhweiden abgebremst. Er ist dann noch schneller geworden und weiter unten durch die Glasschiebetür direkt ins Wohnzimmer von einer Anwohnerin gerauscht. Das hat so richtig geil gescheppert! Wir hatten höllische Angst und haben uns flach ins Gras gelegt, locker zehn Minuten lang, weil wir Angst hatten, man könnte uns sehen. Ich habe nie wieder etwas von dem Vorfall gehört, nur dass am nächsten Tag in der Zeitung stand, dass Unbekannte diesen "Anschlag" verübt hatten.

Beichthaus.com Beichte #00024791 vom 20.09.2008 um 23:39:44 Uhr in Wacken (26 Kommentare).

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Der Schamane, der ein Meerschweinchen opferte

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Gewalt Morallosigkeit Missbrauch Peru

Als ich vor einigen Jahren nach Südamerika reiste, war ich unter anderem auf der Suche nach fremdartigen religiösen Praktiken. Das erschien mir alles unglaublich faszinierend. Besonders Reinigungsrituale hatten es mir angetan. Durch einen Bekannten erfuhr ich von einem Schamanen, der in einem kleinen staubigen Ort lebte. Er hatte ein Alkoholproblem, aber damals war ich nicht so kritisch. Mein Bekannter begleitete mich, und nachdem ein bisschen Rauch über mich geblasen wurde, erzählte der Schamane von einer besonderen Zeremonie, die alle schlechte Energie aus dem Körper saugen würde. Man brauchte dafür ein Meerschweinchen. Diese werden dort "cuy" genannt, und zu allen Gelegenheiten gegessen. Mein Bekannter erbot sich, für 5 $ ein lebendiges Meerschweinchen zu besorgen. Ich stimmte zu.

Einige Tage später machten wir uns, von einem süßen kleinen Meerschweinchen begleitet, auf den Weg zum Schamanen. Mein Bekannter versuchte mich von er bevorstehenden Meerschweinchenauslöschung abzubringen. Vergeblich. Ich war im esoterischen Wahn und dachte nicht an den Respekt vor der Kreatur. Neugierig beobachtete ich, wie die Schamane mit dem erschlaffenden Körper des kleinen cuy über meine Glieder striff. Danach wurde das arme Tierchen aufgeschnitten und aus seinen Eingeweiden irgendeine obskure Zukunft gelesen. Ich möchte beichten, dass es mir unendlich leidtut, dieses Meerschweinchenleben ausgelöscht zu haben. Ich wünschte, ich hätte mich damals anders entschieden. Bitte vergib mir, kleines cuy.

Beichthaus.com Beichte #00024033 vom 13.06.2008 um 09:32:54 Uhr in Peru (Lima) (12 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Ein


Minz-Öl im Kontaktlinsenbehälter

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Rache Ekel Ernährung WG Weidenberg

Ich habe meiner Mitbewohnerin, die nie aufräumt und auch sonst eher den Eindruck einer 12-Jährigen macht. Als Rache für die ganze Scheiße, die sie uns gutmütigen Menschen aufbürdet, einen Tropfen Minz-Öl in die Kontaktlinsenflüssigkeit geschüttet. Meine geschnittenen Fußnägel für ihr Morgenmüsli sammele ich bereits akribisch.

Beichthaus.com Beichte #00022318 vom 19.07.2007 um 13:07:16 Uhr in Weidenberg (2 Kommentare).

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Nicht satt nach fünf Eis

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Maßlosigkeit Völlerei Ernährung Hinterweidenthal

Ich habe gerade fünf Eis gegessen und eine Tafel Schokolade und bin immer noch nicht satt.

Beichthaus.com Beichte #00008757 vom 03.05.2006 um 03:38:12 Uhr in Hinterweidenthal (5 Kommentare).

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“35.000

“Beichte

Koffeinüberempfindlichkeit

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Unreinlichkeit Ekel Arbeit Gesundheit

Ich habe eine ganz ganz üble Koffeinüberempfindlichkeit, die sich in Zittern, Herzrasen, extremer Unruhe und Übelkeit äußert. Das wäre jetzt ja an sich gesehen nicht so problematisch, da ich koffeinhaltige Getränke vermeiden könnte, aber ich trinke für mein Leben gern Arabicakaffe und grünen Tee, am liebsten unverdünnt und ohne Milch. Das geht eigentlich nie gut und dadurch ist auch meine beichtenswerte Tat entstanden. Ich bin Psychiater und teile mir meine Praxis mit zwei Psychologinnen. Am Freitag war ich so frei mir nach dem Mittag im Beisein meines "Lieblingspatienten" (labil, agressiv, suizidal, unklare Borderlinesymptomatik) zur Entspannung einen Espresso zu gönnen, der ordentlich stark war. Ziemlich bald bemerkt ich eine Hitzewelle und konnte mich nicht mehr so recht darauf konzentrieren, was mir der Patient an Therapiefortschritten mitteilte. Es gluckerte auch etwas im Bäuchlein. Das zu ignorieren war mein erster Fehler. Der zweite Fehler war einer der ganz üblen Sorte: Der Patient war gerade am gehen, und meine Reaktion auf den Espresso lies etwas nach, als ich in dem mir inne wohnenden männlichen Unverwundbarkeitswahn dachte "Ach was soll's denn, zur Feier des Tages gönnste dir noch einen grünen Tee." Dazu muss ich sagen dass normalerweise schon eine Tasse von dem Zeugs für ein zünftiges russisches Roulette in meinen Eingeweiden reicht, auch ohne mir vorneweg einen starken Espresso in den Rachen zu kippen.
Die nächste und letzte Patientin dieses Tages nimmt Antidepressiva. Sie kam rein und setzte sich, während sich ein spürbarer Aufruhr in meinem Schnitzelgrab manifestierte. Mir stand der kalte Schweiß auf der Stirn und ich zitterte die ganze Zeit der Sitzung wie ein Junkie auf Entzug. Die Patientin guckte etwas komisch, aber ich hielt tapfer durch, zumindest eine Weile, schließlich wurde mir jedoch echt übel. Ich rannte auf die Praxistoilette und übergab den Tee samt restlichen Mageninhalts der Kloschüssel. Wegen des Zitterns war ich allerdings nicht ganz so treffsicher, daher geriet eine ganze Menge daneben. Ich wollte die Bescherung wegmachen, aber das ging nicht wegen des Geruchs, der rief nämlich immer neue Würgereize hervor. Ich schickte die Patientin nach Hause und legte mich erstmal in meinen Therapiesessel. Plötzlich hörte ich einen angeekelten Schrei aus der Toilette. Eine meiner Kolleginnen hatte die Bescherung wohl mitbekommen und kommandierte die Schwester zum Aufputzen. Zum endgültigen Feierabend fragten mich die anderen, ob ich wüsste wer die Sauerei auf der Toilette veranstaltet hätte. Ich sagte ich wüsste es nicht, aber meine letzte Patientin wäre auf Antidepressiva und vertrüge diese nicht so gut, vermutlich wäre das der Grund für die unappetitliche Szenerie. Die anderen glaubten mir das unbesehen. Hoffentlich sprechen sie meine Patientin nächsten Freitag nicht auf den Vorfall an.

Beichthaus.com Beichte #00007707 vom 11.04.2006 um 05:50:33 Uhr (2 Kommentare).

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