Das Autorennen

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Dummheit Waghalsigkeit Auto & Co. Neckarsulm

Im Alter von 20 Jahren hatte ich mir als Autonarr schon einen älteren Sportwagen mit um die 200 PS angeschafft. Darauf, in jungen Jahren so ein Auto zu fahren, war ich natürlich wahnsinnig stolz und daher ließ ich es an der Ampel immer gerne darauf ankommen, wenn andere neben mir mit dem Gas gespielt haben. Das ganze steigerte sich mit der Zeit zu regelrechten Autorennen, die auf der Landstraße oder der Autobahn veranstaltet wurden. So war es auch an einem Abend, als ich mit Freunden spät abends stand und quatschte. Es kam mit lautem Getöse ein anderer junger Typ herangefahren und wir spekulierten schon, wie viel PS der wohl haben mag, bis einer ihn erkennt und anspricht, ob er nicht mal gegen mich fahren wolle. Ich war an dem Tag eigentlich nicht gut drauf und zuerst dagegen, da der andere aber sofort zusagte und Anspielungen machte, ließ ich mich aber letztendlich auch noch überreden. Aus irgendeinem schicksalhaften Grund wollte ich an diesem Tag partout keine Beifahrer dabei haben. Schließlich fuhren wir auf eine nahe gelegene Autobahn ohne Tempolimit unsere Autos aus und voller Stolz über meinen Sieg habe ich ihn auf der Abfahrt vorgelassen. In dieser Abfahrtskurve ging er zum ersten Mal so in die Eisen, dass ich gerade noch einen Auffahrunfall verhindern konnte. Auf dem Rückweg zur Tankstelle nahmen wir die Landstraße, dort sind Tempo 70 erlaubt. Da ich durch sein Ausbremsen sauer war, fuhr ich ihm sehr dicht auf, obwohl wir streckenweise mit über 150km/h unterwegs waren. In einer leichten Rechtskurve, in der wegen einer Kreuzung ein kurzes Stück nur 50 erlaubt waren, hatte er zum zweiten Mal unerwartet stark gebremst. Da ich gerade am Schalten war, habe ich beim gleichzeitigen Bremsen irgendwie den falschen Gang erwischt, sodass die Hinterräder des Wagens komplett blockierten und ich bei ungefähr Tempo 140 ins Schleudern kam. Mit heftigen Lenkbewegungen habe ich vergeblich versucht den Wagen zu fangen, flog dann querlinks ab, über einen kleinen Graben, den dahinter liegenden Gehweg, eine Straßenlaterne und eine Wiese in eine Hecke hinein. Völlig perplex schaltete ich den immer noch laufenden Motor ab und stieg wundersamerweise unversehrt aus. Was ich sah war ein in V-Form verbogener Laternenmast und ein umgepflügter Rasen. Der Typ muss zwar genau gesehen haben, was passiert ist, ist jedoch einfach weitergefahren!


Ich war noch am überlegen, wie ich aus der Situation rauskomme, da fuhr auch schon eine Streife mit Blaulicht heran. Ein Anwohner hatte wohl was gehört und sie alarmiert. Immer noch perplex hatte ich für die junge Polizistin keine bessere Ausrede parat als "ich musste einem Kätzchen ausweichen", was sie mir scheinbar abkaufte. Sie hatte mich auch auf die Geschwindigkeit angesprochen, woraufhin ich reumütig zugab, dass ich wohl schon 60 oder 65 anstatt 50 gefahren bin. Die Polizistin nickte verständnisvoll, obwohl sie sicher wusste, dass beides eine schiere Lüge war. Sie sagte mir, dass wahrscheinlich drei Punkte und ein Bußgeld auf mich zukommen würden, mein Wagen wurde abgeschleppt (Totalschaden) und ich war circa 1.000 Euro für die zerstörte Laterne los. Mich plagte ein paar Tage später doch noch das Gewissen und ich rief die Polizistin an, um ihr zu gestehen, dass ich doch etwas schneller war und es noch einen Beteiligten mit Fahrerflucht gab. Sie sagte mir, dass sie froh sei, dass ich doch noch ehrlich war, aber meine Aussage einiges an Konsequenzen nach sich ziehen würde. Ich hatte natürlich lange Angst den Führerschein zu verlieren, bis zum heutigen Tage habe ich jedoch nichts mehr von dem Vorfall gehört und bin darüber auch nicht sonderlich traurig.


Ich beichte also, dass ich sehr leichtsinnig mich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht habe. Ich weiß immer noch nicht, ob er das damals absichtlich machte oder sich verschätzte. Aufs Gas trete ich übrigens auch heute noch gerne allerdings nur noch auf dafür vorgesehenen abgesperrten Rennstrecken wie dem Hockenheim- oder Nürburgring.

Beichthaus.com Beichte #00028814 vom 11.04.2011 um 12:04:08 Uhr in 74172 Neckarsulm (L1101) (24 Kommentare).

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Mein Nachbar, der Schmarotzer

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Boshaftigkeit Hass Gewalt Sucht Games Nachbarn Hockenheim

Mein fauler Sack von Nachbar spielt den ganzen Tag nur World of Warcaft. Egal, wer bei ihm ist, ob seine Freundin, die deswegen bald Schluss macht, oder ich - er ist immer vor seinem PC. Er meldet sich nur, wenn man ihn irgendwo hinfahren muss, dieser Schmarotzer. Nächstes Mal wenn er mich fragt, haue ich ihm eins aufs Maul, weil er sich ja immer nur meldet, wenn er was braucht. Ich warte nur darauf.

Beichthaus.com Beichte #00008005 vom 17.04.2006 um 01:41:54 Uhr in Hockenheim (6 Kommentare).

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