Das Koma veränderte alles

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Hass Verrat Verzweiflung Zorn Familie Hellenthal-Rescheid

Ich beichte, dass ich meinen Vater abgrundtief hasse und verachte. Auch wenn man ja eigentlich sagt, dass man Vater und Mutter ehren soll, ist mir dies bei ihm nicht möglich. Vor knapp 21 Jahren war meine Welt noch in Ordnung. Meine Eltern lebten mit mir (damals elf) glücklich zusammen. Bis mein Vater an einer Lungenentzündung erkrankte und für zwei Wochen ins Koma fiel. Meine Mutter saß jeden Tag an seinem Bett und ich war bei meiner Oma. Als er wieder aufwachte, war er jedoch vollkommen verändert. Er dachte nur noch an sich. Die Familie war ihm zu viel und ich war auch nicht mehr seine kleine Prinzessin. Niemand konnte ihm etwas recht machen und er war furchtbar aggressiv und jähzornig. Zwei Jahre später zog meine Mutter aus, ich blieb jedoch vorerst bei meinem Vater, weil das besser für mich sei. Doch kaum war sie weg, verbot mein Vater mir doch tatsächlich meine eigene Mutter zu sehen. Er log und erzählte mir, dass sie mich nicht mehr wolle, und wenn ich zu ihr gehen würde, wäre er so wütend, dass er mich auch noch verlassen würde. Ich hatte dann natürlich furchtbare Angst und war komplett überfordert.


Meine Mutter wurde depressiv, weil sie dachte, ihre Tochter wolle nichts mehr von ihr wissen, bis ich sie irgendwann so sehr vermisste, dass mir die Konsequenzen egal wurden. Ich setzte mich vor ihre Haustür und wartete, bis sie von der Arbeit kam - unser Verhältnis war ab diesem Moment auch wieder super. Mit meinem Vater zog ich dann in eine kleinere Wohnung und er verkaufte viele meiner Sachen - unter anderem den Schmuck, den ich von meiner Oma geerbt hatte. Er ließ mich hungern, weil ich immer etwas dicklich war, er aber unbedingt eine schlanke Tochter wollte. Es lag an der Schilddrüse, deshalb nahm ich einfach nicht ab, auch wenn ein einziges belegtes Brot am Tag keine Seltenheit war. Er steckte sein Geld lieber in sein geliebtes Motorrad, als mir etwas zu Essen zu kaufen! Meiner Mutter fiel das Ganze dann irgendwann auf und sie holte mich bei ihm raus. Ein Jahr später wagten meine Eltern dann einen neuen Versuch und wir bekamen noch einen kleinen Yorkshire in die Familie. Ich habe das Tier heiß und innig geliebt und mich um alles gekümmert, was ihn betraf. Bis er dann nach den Sommerferien das erste Mal alleine war und offenbar bellte. Mein Vater nahm den Hund und ging ohne ein Wort mit ihm weg - um den Kleinen im Tierheim abzugeben, ohne, dass ich mich hätte verabschieden können. Das mit meinen Eltern hielt natürlich nicht, und mein Vater fand schnell eine neue Freundin. Meine Mutter zerbrach daran, bekam schwerste Depressionen und verfiel in die Magersucht. Ich wurde auch krank und bekam hohes Fieber - aber er wollte mich nicht einmal sehen.


Heute streitet er das alles ab. Er hat erzählt, dass er jetzt Enkelkinder hat, und dass er sein ganzes Geld an sie verschenkt. Dabei bin ich eigentlich ein Einzelkind und habe noch keine Kinder! Ich möchte also beichten, dass ich ihn abgrundtief hasse. Ich habe dank ihm Essstörungen, Suizidgedanken, Albträume und Panikattacken. Ich kann daher keinen normalen Beruf ausführen und bin seit zwölf Jahren in Therapie. Vor seinem Koma war ich immer ein Papakind, nachdem er mich dann so weggestoßen hatte, ist etwas in mir zerbrochen. Ich möchte außerdem beichten, dass ich die Weihnachtskarte, die heute von ihm kam, und von seiner neuen Frau beschriftet war, verbrannt habe.

Beichthaus.com Beichte #00032424 vom 18.12.2013 um 22:33:13 Uhr in Hellenthal-Rescheid (13 Kommentare).

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