Ehemaliger Kiffer mit Zukunftsängsten
Beichthaus.com Beichte #00039527 vom 24.03.2017 um 17:05:23 Uhr in Frankfurt am Main (Hedderichstraße) (25 Kommentare).
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Beichthaus.com Beichte #00030358 vom 19.10.2012 um 03:03:33 Uhr in Frankfurt Oder (Karl-Marx-Str.) (12 Kommentare).
Aggression Begehrlichkeit Betrug Boshaftigkeit Diebstahl Drogen Dummheit Ehebruch Eifersucht Eitelkeit Ekel Engherzigkeit Falschheit Faulheit Feigheit Fetisch Fremdgehen Geiz Gewalt Habgier Hass Hochmut Ignoranz Lügen Manie Maßlosigkeit Masturbation Missbrauch Misstrauen Morallosigkeit Mord Neid Neugier Peinlichkeit Prostitution Rache Schamlosigkeit Selbstsucht Selbstverletzung Sex Stolz Sucht Trägheit Trunksucht Ungerechtigkeit Unglaube Unreinlichkeit Vandalismus Verrat Verschwendung Verzweiflung Völlerei Vorurteile Waghalsigkeit Wollust Zorn Zwang Zwietracht
Mein schulisches Desinteresse war natürlich sehr angesehen bei meinen Mitschülern und ich war nie ein Außenseiter. Im Gegenteil, ich war sehr beliebt, hatte früh schon Freundinnen und hing immer mit den "coolen" Jungs ab. Der Freundeskreis besteht auch heute noch und die Jungs sind wirklich unglaublich loyal und wie meine Brüder! Im Alter von 14-15 fing es dann mit Partys und Alkohol an und später kam dann Gras dazu. Auf Gras sind wir alle etwas hängen geblieben und so kifften wir irgendwann täglich, auch in der Schulzeit. Mit ca. 18 Jahren war ich dann jeden Tag high in der Schule, was meine Noten nicht grade verbesserte. Kurz vor dem Abitur war es am Schlimmsten. Wir haben uns morgens vor der Schule einen durch gezogen, um so die Stunden zu überstehen. Trotz alldem habe ich es geschafft, gerade so mein Abitur zu bekommen. Nach dem Abi habe ich natürlich heftiger gekifft als am Anfang und bin ein Jahr nach Südafrika abgehauen und habe dort in einer sozialen Einrichtung gearbeitet.
So, alles schön und gut bis dahin, aber als ich zurückkam, musste ich sehen, dass mein Freundeskreis total abgestürzt ist. Ich dachte, nach dem Abi legt sich das mit dem Graskonsum - aber es ist viel schlimmer geworden. Pro Tag haben die zusammen bestimmt 100 Euro weggekifft. Irgendwann kam dann noch Ecstasy und Pepp dazu. Der extreme Drogenkonsum ist natürlich auf Fremde abschreckend, und so kam es dazu, dass sie sich total isoliert haben, nur noch bei sich zusammen in der Bude hingen und gekifft haben. Im Fernseher lief wieder irgendeine Deutschrap-Scheiße. 100 Prozent Verblödung also. Ich war wirklich sehr schockiert und bin dann auch schließlich weggezogen. 200 km weit weg nach Frankfurt und habe dort ein Studium angefangen - Musikwissenschaft und Philosophie. Eine Alternative gibt es auch nicht wirklich, wegen meines schlechten Abis und Musik ist meine Leidenschaft. Ich produziere elektronische Musik und spiele Gitarre. Mein großer Traum ist es, irgendwann ein Label zu gründen oder selbst erfolgreich mit meiner eigenen Musik zu werden. Meine Freunde sind alle sehr begeistert von mir und halten mich für den Übergott, der es als Einziger schafft, aus dieser versifften Kifferbude zu entkommen.
Ich kiffe wirklich selten, wobei das immer darauf ankommt, ob ich in Frankfurt oder wieder zu Hause bin. Wenn ich dort bin kiffe ich auch mehr. Was mich aber richtig stört, ist, dass meine Freunde mich bewundern und denken, dass aus mir mal etwas wird, obwohl ich selbst Zukunftsängste habe. Ich studiere kompletten Schwachsinn, der mich nicht richtig interessiert. Ich arbeite als Pizzabote, kann nicht mit Geld umgehen und bin hier in Frankfurt ziemlich alleine. Meine einzigen Freunde sind die zu Hause, die mich aber nur runterziehen. Trotzdem erzähle ich keinem, in welcher Lage ich mich befinde. Meine Beichte ist also: Ich nehme Bewunderung anderer Leute wahr und auch an, verschweige aber, wie es mir wirklich geht. Ich behaupte, dass es mir gut in Frankfurt geht und mich mein Studium erfüllt, obwohl ich eigentlich etwas ganz anderes machen will. Ich bin zu egoistisch, die Wahrheit zu sagen und etwas anzufangen. Meine Freunde zerstören sich selbst mit ihrem Drogenkonsum und ich helfe ihnen nicht und traue mich nicht das anzusprechen, da ich Angst habe, meine letzten Freunde zu verlieren.