In zwei Jahren zum Superhirn

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Verrat Verzweiflung Begehrlichkeit

Ich hatte mit 16 Jahren eine chinesische Freundin, die ganz in meiner Nähe lebte. Nach einer kurzen Zeit fingen wir an, mehr füreinander zu empfinden und ich begann sie zu lieben. Alles war schön - bis zu einem Abend, an welchem sie mir mein schlagendes Herz aus der Brust riss, es im Mund zerkaute und dann langsam vor mir verdaute, damit es schön schmerzt. In den nächsten zwei Jahren habe ich mich zurückgezogen und in einer Kombination aus Sehnsucht/Schmerz/Wissensdurst gelebt. In dieser Zeit habe ich unendlich viele Sachbücher gelesen und habe unsäglich viele mathematische und physikalische Wissensbereiche für mich entdeckt. Ich war zwar zuvor auch nicht gerade der Dümmste, aber in dieser Zeit hat mich das doch sehr geprägt. Außerdem habe ich noch viel Klavier gespielt in der Zeit und nun kann ich ohne Noten und rein vom Hören Sachen spielen, die man kaum für möglich hält. Egal ob es nun die komplette siebente Sinfonie von Beethoven, Numb von Linkin Park oder Everdream von Nightwish ist. Es geht meistens alles nach einer kurzen Lauschattacke.

Die meisten sagen, dass ich in den zwei Jahren zu einem richtigen Superhirn geworden bin, aber die Tatsache hinter diesem Fall sehen sie nicht. Die Bürde welche auf meinen Schultern lastet, sehen sie nicht. Ich bin in meinem ganzen Leben zwei Mal in einer Disko gewesen und bin ich auch sonst nicht so der "Feier-Typ". Ich bilde mich lieber weiter. Mittlerweile bin ich bald 21 Jahre alt und habe schon Wege gefunden, den Schmerz in mir zu lindern. Nicht mit Alkohol oder Drogen wie ihr vielleicht denkt, nein, mit Großkalibergewehren Sportschießen, Boxen und Klavier spielen. Allerdings habe ich seit dem Tag, wo sie meine Seele ins Verderbnis stürzte und eine kontaminierte Wüste in mir zurückließ, die Fähigkeit zu lieben verloren. Da, wo einst in mir eine Wüste stand, ist eine gefühllose High-Tech-Stadt entstanden. So habe ich die Leere in mir gefüllt.

Allerdings kann ich nicht mehr lieben, was meine Fähigkeit neue Beziehungen aufzubauen, stark einschränkt. Also emuliere ich mit meinem Verstand eine Art von Liebe und das funktioniert sehr gut. Führe schon eine Beziehung über ein Jahr auf die Art und Weise und es ist gut für meine neue Freundin. Trotzdem bleibe ich einsam. Selbst unter Menschen bin ich allein. Ob ich die Chinesin dafür hasse? Nein, ich bewundere sie mehr dafür, dass sie so etwas zusammenbringt und dann normal weiterleben kann. Das verdient Beachtung. Außerdem schmerzt es mich sehr, wenn ich Musiktitel höre, die sehr stark auf mich bezogen zu sein scheinen, wie zum Beispiel "Zerrissen" von Juli. Eigentlich höre ich nicht so eine Art von Musik, aber das Lied trifft schon und es tut immer wieder weh, es zu hören. Trotzdem tue ich es immer wieder, obwohl das Ganze doch schon vier Jahre her ist.

Warum fragt mich keiner, was mich so zerrissen hat? Vielleicht weil ich meinen Schmerz niemandem zeige. Irgendwie will ich mir nicht helfen lassen. Somit wird mein Problem ein ewiger Kreislauf bleiben bis meine Seele nur noch eine unbekannte Art von Energie ist und ich bis in die Unendlichkeit vegetieren kann. Danke, mein Engel, dass du mich auf den Höllenpfad entsandtest und meine Seele in die Verdammnis geschickt hast. Ich hoffe, dass du einmal meine Schmerzen teilen kannst, denn erst dann werde ich in der Lage sein, richtiges Glück zu verspüren. Ut sementem feceris, ita metes!

Beichthaus.com Beichte #00022090 vom 21.06.2007 um 22:09:08 Uhr (11 Kommentare).

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Man braucht kein Geld zum Glücklichsein!

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Verschwendung Vorurteile Geld Gesellschaft

Heute ist der 20. und ich habe bis zum Monatsende noch 11 Euro. D. h. nicht mehr so ganz. Heute habe ich einer Obdachlosen 2 Euro gegeben und weitere 2 Euro für Ziegen-, Rehe- und Schafe-Futter (ja, das gibt es hier). Also für die Tiere. Auf dem Rückweg nahm ich zwei Croissants für zusammen zwei Euro mit (man gönnt sich trotz der Knappheit was Leckeres). Jetzt habe ich noch fünf Euro bis zum Monatsende. Kennt ihr das, wenn man meint, man hat und man hat doch nicht? Ich merke wohl erst bei 0 Euro, dass ich wirklich nichts mehr habe. Ich halte mich nicht für bombig selbstlos, aber irgendwie macht es auch Spaß zu teilen, sogar dann, wenn man selbst kaum noch etwas hat.

Ich habe dann nicht das Gefühl "Oh, ich habe etwas Gutes getan", sondern eher das Gefühl "Warum soll es mir denn besser gehen als dir?". Mich ärgert nur manchmal, dass das Andere scheinbar nicht so sehen. Und ich ärgere mich auch über diese Cent-berechnenden Sparfüchse. Das sind oft die, die es gar nicht nötig haben, zu sparen. Ich glaube, mir geht es mit 0 Euro bis zum Monatsende mit trockenem Brot und Haferflocken zu Hause weitaus besser, wenn ich weiß, ich habe den Monat über gelebt. Die Pfennigfuchser (ääh.. Centfuchser) schwitzen Blut und Wasser, um so viel wie möglich einzusparen.

Damit macht man sich das Leben viel eher kaputt, man hat eine Menge Stress, verschwendet doch nur wieder Zeit, die man ja auch so versucht einzusparen und hinterher fragt man sich wohl, was man denn die ganze Zeit über so gemacht hat. Das ist so ein Irrsinn. Es ist nicht so, dass ich Geld verschwenden würde, denn ich kriege keinen Anfall, wenn nichts mehr da ist. Dann gebe ich mich halt die paar Tage mit weniger zufrieden und sterbe noch lange nicht daran. Die Menschen haben bloß Angst. Wovor? Man kommt noch sehr gut mit 0 Euro aus. Irgendwas ist doch immer noch im Schrank. Und Nudeln kann jeder abkochen. Die Menschen können einfach nichts mehr vertragen und aushalten. Und so ertragen sie es nicht, wenn da nichts auf dem Konto ist. So, das musste mal raus.

Beichthaus.com Beichte #00022086 vom 21.06.2007 um 20:53:43 Uhr (2 Kommentare).

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Dreier mit den neuen Nachbarn

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Wollust Sex Trunksucht Nachbarn

Ich (w/19) habe seit ungefähr sieben Monaten neue Nachbarn. Es ist ein nettes junges Pärchen, etwa 25 Jahre alt. Anfangs hatte ich kaum etwas mit ihnen zu tun und meine Nachbarn beschlossen anscheinend, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen. Sie luden mich vor zwei […]
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Beichthaus.com Beichte #00022078 vom 20.06.2007 um 06:33:29 Uhr (5 Kommentare).

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Laute Musik bis 21.59 Uhr

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Vorurteile Rache Nachbarn

Ich habe total spießige, nervige Nachbarn unter mir. Die haben einen totalen Sicherheitstick! Heute habe ich gesehen, da die Wohnungstür aufstand, dass die sogar einen Feuerlöscher an der Wand installiert haben. Außerdem fahren die mit Helm Fahrrad und haben Leuchtklamotten an, die spinnen echt. Obwohl die Wohnung vier Zimmer hat, schlafen sie im Wohnzimmer direkt unter meiner Anlage. Darüberhinaus gehen die jeden Abend um 20.00 ins Bett. Wenn ich nach 22.00 Musik höre (in Zimmerlautstärke wohlgemerkt, ich bin kein Assi), kommt der Typ, ohne Gebiss und in Bademantel zu mir hoch und beschwert sich.

Mir wird jedes Mal schlecht bei dem Anblick, der sieht so scheiße aus, ich könnte ihn echt nur die Treppe runterschmeißen. Jedenfalls habe ich mir angewöhnt, von 18.00 bis exakt 21.59 sehr laut Musik zu hören und zwar zum Schluss immer dasselbe Stück, dann aus die Maus. So werden die genervt vom Schlafen abgehalten, es ist aber zu früh die Bullen zu rufen. Ich freue mich darüber, dass die denken, ich hätte sie nicht mehr alle. Ich genieße das richtig und grüße immer freundlich lächelnd, mit dem Wissen, dass sie wirklich genervt aber machtlos sind.

Beichthaus.com Beichte #00022075 vom 17.06.2007 um 05:55:55 Uhr (11 Kommentare).

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“35.000

“Folge

Einsparungen bei der Kirchensteuer

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Unglaube Geiz Mainhardt

So, endlich ist es geschafft! Ich bin aus der Kirche ausgetreten, und zwar aus rein wirtschaftlichen und egoistischen Gründen. Und alles ohne schlechtem Gewissen. Ich habe nämlich festgestellt, dass es mir persönlich viel besser geht, wenn ich mit der eingesparten Kirchensteuer selbst in Urlaub fahre, anstatt einem absolutistischen Vatikanstaatsherrscher seine Weltreisen zu finanzieren, der zudem die Frechheit besitzt, seinen Anspruch auf mein Geld mit einer Gesetzgebung aus dem Dritten Reich zu begründen. Ab heute ist damit Schluss! Meine Vereinsmitgliedschaft ist unwiderruflich gekündigt. Warum ein Angelverein so teuer sein muss, nur weil der Vorstand mal Fischer am See Genezareth war, habe ich eh nie begriffen. Da ich in einer erzkatholischen Gegend wohne, meine Familie vor lauter Katholizismus bestimmt schon schwarze Füße hat, werde ich denen das aber besser nicht auf die Nase binden.

Beichthaus.com Beichte #00022072 vom 15.06.2007 um 04:26:14 Uhr in Mainhardt (2 Kommentare).

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