Die Verschwendung meines Lebens

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Ungerechtigkeit Verzweiflung Zorn

Ich war irgendwie schon immer das schwarze Schaf der Familie: Ich studiert nicht und auch sonst habe ich nur einen minderwertigen Beruf gelernt. Ich kann mich gut verkaufen - genau genommen verkaufe ich mich als besser, als ich bin - das hilft mir ab und an mal. Momentan sieht es beruflich sogar besser aus. Umschulung sei Dank, sonst würde sich das Ernähren meiner Familie etwas schwierig erweisen. Familie? Wenn man es so nennen will, ich habe einen Sohn mit einer Frau, die das "sich besser verkaufen, als man ist" perfektioniert hat. Da sie bereits Kinder hatte und ich immer Kinder wollte, war es doppelt schön. Nun, nach knapp drei Jahren stellte sich dann doch dieser innere Wunsch nach einem eigenen Kind heraus. Ein Jahr später war ich stolzer Papa. Und hier fing es an.


Beruflich lief es plötzlich gar nicht mehr rund. Wir mussten dann aus der Wohnung ausziehen, weil sie doch zu klein war. Und haben uns übernommen. Wir wohnen jetzt in einem riesigen Haus, alles ist neu, alles ist schön. Und vor allem teuer. Neue Umgebung, neuer Job. Meine Freundin hält es immer für angebracht, sich mit mir über die kleinsten Dinge zustreiten. Am Liebsten bis Mitten in die Nacht. Ach, ein Beispiel gefällig? Man sitzt abends vor dem TV und es läuft die typische Werbung, die man halt so kennt. Dann kommt es, wie es kommen muss. Eine attraktive Frau wird Teil dieser Werbung und dann ist alles vorbei. Schon streitet man sich bis drei Uhr nachts. Um fünf Uhr klingelt der Wecker und die Arbeit ruft.


Mein Chef hat es wirklich lange mitgemacht, dass ich einfach nicht wirklich volle Leistung bringen konnte. Dann folgte die Kündigung - und daraus entbrannte wieder ein Streit. Geil! Ich liebe die Kinder und in guten Zeiten auch meine Frau, aber diesen Drachen liebe ich nicht! Sie arbeitet jetzt seit drei Wochen wieder, aber geändert hat sich nichts. Ich mache derzeit eine Umschulung und werde dann in ungefähr drei Monaten wieder gut verdienen. Leider bekomme ich derart wenig Arbeitslosengeld, dass wir praktisch am Ende des Monats kein Geld mehr haben werden. Und dadurch die teure Miete nicht zahlen können. Oh Mann, mir graust es! Was ich beichten will? Ich bereue es, dass ich nicht besser in der Schule aufgepasst habe. Das ist wirklich nur die Verschwendung meines Lebens.

Beichthaus.com Beichte #00037078 vom 21.11.2015 um 10:27:18 Uhr (13 Kommentare).

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Fremdgehende Verlobte

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Falschheit Selbstsucht Feigheit Fremdgehen Familie Hirschhorn

Ich (m/29) möchte etwas beichten, was mir immer stärker auf der Seele brennt: Vor ein paar Jahren hatte ich etwas mit einer Frau, die, so dachte ich, Single war. Uns beiden ging es nur um den Sex, aber nach ein paar Monaten beendete ich das, weil ich ein Mädchen kennengelernt hatte, mit dem ich eine Beziehung führen wollte. Ein paar Tage später stellte mir dann mein Bruder seine neue Freundin vor - meine Sexbekanntschaft. Sie hatte meinen Bruder eine Zeit lang mit mir betrogen und ich habe nichts davon gewusst. Und hier kommt auch mein erster Fehler: ich sagte meinem Bruder nichts von der Untreue seiner Freundin, weil ich dachte, ich könnte ihm so Kummer ersparen und die Beziehung der beiden würde eh nicht halten.


Falsch gedacht - seine Freundin wurde ein Teil unserer Familie und niemand bemerkte etwas, außer, dass wir beide uns nicht besonders gut leiden konnten, wobei sich aber niemand etwas dachte. Hoffe ich. Jetzt habe ich erfahren, dass mein Bruder sie heiraten möchte und bin wirklich verzweifelt. Ich will natürlich nicht, dass es dazu kommt und ich rief seine Verlobte an und lud sie zu mir ein. Ich bat sie, mit mir gemeinsam mit meinem Bruder zu sprechen und versuchte auch ihr klar zu machen, dass er ihr sicher verzeihen würde, wenn sie sich lieben. Selbstverständlich kam das für sie aber gar nicht infrage und sie bot mir sogar an, regelmäßig mit mir zu schlafen, wenn ich den Mund hielt. Ich habe abgelehnt und sie ist aus meiner Wohnung verschwunden, mit der Drohung, dass mein Bruder mir niemals glauben wird und den Kontakt abbrechen würde.


Also hier meine zweite Sünde: Ich werde meinem Bruder nichts von seiner betrügenden Freundin erzählen, obwohl ich gesehen habe, dass sie keine Hemmungen hat, ihn wieder zu betrügen. Warum? Weil ich einfach Angst habe, dass er mir die Schuld gibt und den Kontakt abbricht, was ich einfach nicht ertragen könnte. Ich bitte also um Absolution, auch wenn ich sie nicht verdiene.

Beichthaus.com Beichte #00037068 vom 19.11.2015 um 15:37:50 Uhr in 69434 Hirschhorn (Hauptstraße) (16 Kommentare).

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“35.000

“Beichte

Ich habe einen Obdachlosen bestohlen!

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Diebstahl Feigheit Last Night

Ich (m) möchte etwas beichten, was mir letztes Wochenende passiert ist. Ich war mit ein paar Freunden unterwegs, und als wir dann in den Morgenstunden heimgegangen sind, trennten sich unsere Wege. Lediglich einer ging mit zu mir, um auf meiner Couch zu schlafen. Wir hatten beide kein Geld mehr, keine Zigaretten und wollten unbedingt eine rauchen. Unser Weg führte uns an einem Obdachlosen vorbei, der wohl im Suff vergessen hatte, seine Zigaretten einzustecken, die lagen nämlich neben ihm auf dem Boden. Kurzerhand nahmen wir das Päckchen Zigaretten an uns. Zu unserem Glück war es fast voll. Am nächsten Tag waren meine Erinnerungen zu diesem Vorfall nicht mehr vorhanden, und ich fragte meinen Freund, woher wir diese Zigaretten haben - es war nämlich eine Marke, die wir beide noch nie geraucht hatten.


Er erzählte mir die Geschichte, war darüber aber eher belustigt. Ich fand unsere Tat aber weder lustig noch gut, ich schämte mich dafür. Ich ging also los, zu der beschriebenen Stelle, und sah das der Obdachlose immer noch dort war und die Passanten fragte, ob jemand eventuell eine Zigarette hätte, weil sie ihm gestohlen wurden. Ihm glaubte keiner und man wollte ihm keine geben. Leider war ich zu feige, meine Tat zu beichten. Ich rief eine Pizzeria in der Nähe, bestellte zwei Pizzen für die Straße um die Ecke und kaufte noch eine Stange Zigaretten seiner Marke.


Als dann der Pizzadienst kam, sagte ich ihm, dass er doch bitte die zwei Pizzen und die Zigaretten dem Obdachlosen geben solle, und gab dem Pizzaboten noch ein großzügiges Trinkgeld und bat ihn darum, dem Obdachlosen zu sagen: "Als Entschädigung für die Zigaretten." Nachdem der Lieferant wieder gefahren war, ging ich wieder an unserem Opfer vorbei und sah ihn wirklich strahlen, traute mich aber dennoch nicht, ihn irgendwie anzusprechen und ging nach Hause. Ich möchte also beichten, dass ich im betrunkenen Zustand einen Bedürftigen beklaut habe und nicht mal den Mut hatte, mich persönlich bei ihm zu entschuldigen.

Beichthaus.com Beichte #00037050 vom 16.11.2015 um 16:54:14 Uhr (16 Kommentare).

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Eine Asoziale in der Bibliothek

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Selbstsucht Studentenleben

Bei uns in der Uni-Bibliothek gibt es seit einiger Zeit ein neues Schließsystem für die Schließfächer, das über einen Zahlencode funktioniert, den man jedes Mal vor dem Verschließen selbst bestimmen kann. Ich (w/25) mache mir immer einen Spaß daraus, morgens so viele Schließfächer wie möglich abzuschließen, damit kein anderer sie benutzen kann. Die Studenten stehen oft Schlange bei den Schließfächern, weil alle besetzt sind und sie warten müssen, bis eins wieder frei wird. Durch mein Zutun wird das noch verstärkt. Außerdem beichte ich, dass ich immer heimlich Essen und Kaffee in die Uni-Bibliothek schmuggele, weil ich nicht einsehe, dass ich für einen Schluck Kaffee oder einen Bissen von meiner Stulle extra die Bibliothek verlassen und entweder mein Zeug dort unbeaufsichtigt lassen oder mitnehmen und somit meinen Platz riskieren muss.


Zudem beichte ich, dass ich die Bücher, mit denen ich zurzeit arbeite, immer über Nacht gesammelt in irgendeinem Bücherregal hinter anderen Büchern verstecke, damit ich nicht jedes Mal Zeit damit vergeuden muss, mir alle Bücher aus den Regalen in den unterschiedlichen Stockwerken zusammenzusuchen. Somit verhindere ich auch, dass jemand anderes sich die Bücher krallt. Ich glaube, ich habe außerdem aus Faulheit noch nie irgendwelche Bücher wieder an ihren Ort zurückgebracht.

Beichthaus.com Beichte #00037040 vom 15.11.2015 um 18:09:04 Uhr (21 Kommentare).

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“Beichte

Wir haben das Leben eines Kindes zerstört

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Trunksucht Verzweiflung Unfall Kinder Last Night

Ich (m/22) möchte etwas beichten, das morgen vor genau einem Jahr passiert ist. Meine Freundin hatte kurz vorher mit mir Schluss gemacht und mir ging es wirklich mies. Ich war mit Freunden fort und wollte meinen Liebeskummer in Alkohol ertränken. Bei uns auf dem Land ist es üblich, dass es einen Fahrer gibt und der trinkt absolut keinen Tropfen Alkohol. Wir sind dann bei der Location angekommen und haben gleich begonnen zu Bechern. Wir haben alle schnell sehr viel getrunken - außer dem Autofahrer - und ich noch mehr, weil ich zwischenzeitlich immer wieder allein Tequila getrunken habe. Bei mir ist das immer so, wenn ich wirklich betrunken bin, verlasse ich den Freundeskreis und laufe herum, rede mit Leuten, die ich sonst auch noch kenne und trinke dann mit denen weiter. Um ungefähr 12 Uhr war ich rotzevoll, was auch der Grund war, warum wir so früh gefahren sind. Ich weiß noch, dass meine Freunde auch gut getrunken hatten. Was ich allerdings nicht wusste, weil man es ihm nicht angesehen hat und ich es einfach nicht mitbekommen hatte, war, dass unser Autofahrer auch verdammt besoffen war.


Ich weiß nicht, wann er so viel getrunken hat und ich weiß nicht wieso. Wir sind also ins Auto gestiegen - bei einem komplett besoffenen Typen und sind eine gute Viertelstunde gefahren - und die Freunde auf der Rückbank haben geschlafen. Dann kamen wir in eine Ortschaft und bei einem Haus brannte im Garten noch Licht, weil da ein paar ungefähr 10-jährige Jungs noch Fußball spielten. Fragt mich bitte nicht, wieso. Mir wurde kotzübel und es kam hoch. Irgendwie schaffte ich es, dass nur ein kleiner Teil hochkam, und dass meinen Mund geschlossen blieb. Nun saß ich da, den Mund voll mit Kotze, und sah, wie ein Ball auf die Straße flog. Zwei Sekunden später kam auch schon das Kind hinterher gelaufen. Doch der Fahrer sah es nicht. Ich konnte nicht reden und zeigte mit dem Finger auf das Kind. Unser Fahrer erwischte das Kind mit bestimmt 70 Sachen und das Kind flog mehrere Meter. Die Schreie der Mutter, die aus dem Haus gestürmt kam, kann ich nicht mehr vergessen. Das Kind ist seit diesem Tag querschnittsgelähmt. Und mein Freund verlor alles. Seinen Führerschein, seine Freunde - und er muss immer noch eine riesige Summe Schmerzensgeld zahlen und hat eine Bewährungsstrafe kassiert.


Seit diesem Tag habe ich keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken. Doch jede Nacht träume ich von dem Unfall. Jede Nacht ist es derselbe Traum. Jede Nacht träume ich von dem Gesicht des Kindes, von dem Aufprall mit dem Geschrei der Mutter im Hintergrund. Ich gebe mir die Schuld für das Ganze, weil wir wegen mir schon so früh gefahren sind. Weil ich nicht aufgepasst habe, ob der Fahrer nichts getrunken hat. Weil ich nicht reden konnte. Es tut mir leid, dass wir das Leben dieses Kindes zerstört haben.

Beichthaus.com Beichte #00037029 vom 13.11.2015 um 17:09:10 Uhr (24 Kommentare).

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